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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2026

absolute Leseempfehlung

Die Farm der Mädchen
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Meinung: Ich lese die Bücher von Hans Rosenfeldt unglaublich gern, deshalb war meine Erwartung an dieses Buch entsprechend hoch und ich wurde nicht enttäuscht. Der Einstieg hat mich sofort gepackt: Zwei ...

Meinung: Ich lese die Bücher von Hans Rosenfeldt unglaublich gern, deshalb war meine Erwartung an dieses Buch entsprechend hoch und ich wurde nicht enttäuscht. Der Einstieg hat mich sofort gepackt: Zwei hochschwangere Frauen fliehen mitten in der Nacht durch die schwedischen Wälder. Man spürt ihre Angst, ihre Verzweiflung und gleichzeitig weiß man lange nicht, vor wem oder was sie eigentlich fliehen. Genau diese Ungewissheit hat mich von Anfang an nicht mehr losgelassen und wie ein dunkler Schleier durch die ganze Geschichte begleitet. Kurz darauf wird im Unterholz die Leiche eines Neugeborenen gefunden, die Mutter ist verschwunden. Der Fall landet bei Hannah Wester, die erst seit Kurzem wieder im Dienst ist, nachdem sie vor einem Jahr ihren Mann verloren hat. Was zunächst wie ein einzelnes, tragisches Verbrechen wirkt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu etwas viel Größerem zu einem erschreckenden Geflecht aus Gewalt, Manipulation, Abhängigkeit und Machtmissbrauch. Besonders der schonungslose Blick auf den kriminellen Handel mit Babys hat mich beim Lesen immer wieder schlucken lassen.
Der Schreibstil ist klar, flüssig und extrem fesselnd. Die Seiten sind bei mir nur so dahingeflogen, während sich gleichzeitig ein immer stärkeres Gefühl von Bedrohung aufgebaut hat. Die Atmosphäre ist düster, kalt und beklemmend, Angst und Verzweiflung sind nahezu greifbar und begleiten einen auf jeder einzelnen Seite. Die Spannung reißt dabei kein einziges Mal ab.
Hannah mochte ich sofort. Sie ist keine unnahbare Ermittlerin, sondern eine Frau mit Brüchen, Verlusten und inneren Kämpfen. Ihre Ermittlungen fühlen sich deshalb sehr persönlich an, nicht nur als Polizeiarbeit, sondern als Kampf gegen das eigene Zerbrechen und gegen eine Welt, die immer wieder ihre grausamsten Seiten zeigt.
Das Ende passt für mich sehr gut zur Geschichte. Es wirkt stimmig, nicht überladen und vor allem bleibt dieses Gefühl zurück, dass Hannahs Geschichte noch lange nicht auserzählt ist. Ich würde sie sehr gern in weiteren Fällen begleiten.
Absolute Leseempfehlung

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2026

toller Kriminalroman

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Meinung: Diese Reihe begleitet mich seit dem ersten Band, und auch dieser Teil hat mich wieder vollkommen überzeugt. In der Grenzregion Karwendel treten nach heftigen Unwettern die Flüsse über die Ufer. ...

Meinung: Diese Reihe begleitet mich seit dem ersten Band, und auch dieser Teil hat mich wieder vollkommen überzeugt. In der Grenzregion Karwendel treten nach heftigen Unwettern die Flüsse über die Ufer. Die Wassermassen reißen alles mit sich, immer mehr Menschen gelten als vermisst. Auch auf österreichischer Seite wütet der Sturm. Chefinspektor Bernhard Krammer, der nach einer Verletzung noch nicht wieder voll im Einsatz ist, versucht dennoch, einen kühlen Kopf zu bewahren. Als ein Toter in einer Schlucht gefunden wird und sich herausstellt, dass er nicht ertrunken, sondern ermordet wurde, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Trotz der dramatischen Lage nimmt Alexa Jahn die Ermittlungen auf und stößt dabei auf eine Tragödie, deren Ursprung weit in der Vergangenheit liegt.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Die Spannung baut sich langsam, aber stetig auf und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Besonders eindrucksvoll fand ich die Beschreibungen der Wassermassen, die Angst und Verzweiflung der Betroffenen waren für mich deutlich spürbar. Sehr realistisch wird gezeigt, wie zerstörerisch Naturgewalten sein können und welches Leid sie bei Opfern wie auch Helfern hinterlassen.
Die Charaktere sind erneut hervorragend gezeichnet, und die verschiedenen Erzählstränge fügen sich am Ende stimmig zusammen. Die wechselnden Perspektiven sorgen für Tempo und zusätzliche Spannung. Besonders berührt hat mich die Geschichte der schreibenden Mutter vor allem die Kapitel mit „Meine geliebte Tochter“, die mich emotional sehr mitgenommen haben.
Die Auflösung der Fälle hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Absolute Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 25.01.2026

absolute Leseempfehlung

Oxen. Interregnum
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Meinung: Skandinavische Thriller sind meine große Leidenschaft, aber diese Reihe begleitet mich schon so lange. Band 7 war deshalb nicht einfach nur ein weiteres Buch, sondern ein echtes Ereignis für ...


Meinung: Skandinavische Thriller sind meine große Leidenschaft, aber diese Reihe begleitet mich schon so lange. Band 7 war deshalb nicht einfach nur ein weiteres Buch, sondern ein echtes Ereignis für mich.
Trotz der vielen Seiten habe ich dieses Buch innerhalb kürzerster Zeit verschlungen. Nicht, weil ich musste, sondern weil ich es einfach nicht weglegen konnte. Die Geschichte hat mich vollkommen eingenommen, gedanklich war ich die ganze Zeit bei Oxen und den anderen.
Nach dem letzten Band schien alles vorbei zu sein: Der Danehof zerschlagen, das Archiv verbrannt, ein Kapitel abgeschlossen. Und doch zeigt Jens Henrik erneut, wie trügerisch Sicherheit sein kann. Als Axel Mossman, der Interimschef des PET, erfährt, dass der Danehof noch immer existiert, breitet sich sofort diese unterschwellige, bedrohliche Spannung aus. Macht, Politik, Intrigen alles greift ineinander. Der Mord am Generalstaatsanwalt macht endgültig klar, dass niemand sicher ist und Oxen, Mossman und Franck wieder mitten hineingezogen werden.
Was mich jedes Mal aufs Neue begeistert, ist der Schreibstil. Er ist ruhig und präzise, aber gleichzeitig so intensiv, dass sich die Spannung langsam aufbaut und immer fester um einen legt. Es gibt so viele überraschende Wendungen, dass ich mehr als einmal innehalten musste. Ich wollte das Ende unbedingt wissen und hatte gleichzeitig Angst davor, weil ich wusste, dass es vorbei sein würde.
Die Charaktere bedeuten mir inzwischen unglaublich viel. Oxen ist für mich nicht einfach nur eine Figur, sondern jemand, dessen Weg ich emotional verfolge. Seine Verletzlichkeit, seine innere Zerrissenheit und seine Stärke machen ihn so menschlich. Die Handlung ist dicht und temporeich, ohne dabei oberflächlich zu werden. Sie fordert Aufmerksamkeit, belohnt aber mit einer intensiven, mitreißenden Geschichte.
Eine absolute Herzens-Leseempfehlung für alle, die skandinavische Thriller genauso fühlen wie ich

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Veröffentlicht am 21.01.2026

geniales Buch

Dorn. Ruf der Toten
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Meinung: Kennt ihr dieses ganz besondere Gefühl, wenn man ein Buch aufschlägt und plötzlich alles vertraut ist? Als würde man nach Hause kommen. Genau dieses Gefühl hat mich bei diesem Buch sofort überrollt. ...

Meinung: Kennt ihr dieses ganz besondere Gefühl, wenn man ein Buch aufschlägt und plötzlich alles vertraut ist? Als würde man nach Hause kommen. Genau dieses Gefühl hat mich bei diesem Buch sofort überrollt. Ich habe so lange auf die Fortsetzung gewartet und kaum hatte ich die ersten Seiten gelesen, war ich wieder mittendrin. Kein Zögern, kein langsames Herantasten. Die Geschichte hat mich direkt gepackt und nicht mehr losgelassen. Simon Dorn steht nach dem Tod seiner bisherigen „Sponsorin“ Karla Hofbauer vor dem finanziellen Abgrund. Als ihn im Internet eine mysteriöse Klientin kontaktiert, wirkt es zunächst wie ein Hilferuf. Doch schnell wird klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Es ist der Beginn eines perfiden Spiels... Als der Kontakt plötzlich abbricht, bittet Simon Lea Wagner, nach der Frau zu sehen. Doch die Klientin ist tot. Seit Wochen. Verdurstet. Und doch hat sie Kontakt zu Simon aufgenommen. Wie kann das sein? Und vor allem: warum?
Der Schreibstil ist unglaublich leicht, mitreißend und flüssigg. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man nur so durch die Seiten flieg .Durch die wechselnden Perspektiven und Schauplätze entsteht ein rasantes Tempo, das die Spannung konstant hochhält.
Die Charaktere fühlen sich so echt an, dass sie mir längst ans Herz gewachsen sind. Simon mochte ich von der ersten Seite an. Er ist gebrochen, müde vom Leben, voller innerer Narben und genau das macht ihn so unnahbar. Mehr als einmal hatte ich den Wunsch, ihn einfach in den Arm zu nehmen. Lea ergänzt ihn perfekt und besonders ihr Bruder hat mich dieses Mal zum Schmunzeln gebracht.
Diese Szenen fühlten sich an, als wäre ich selbst mit ihnen im Hotel, mitten im Geschehen.

Das Thema KI ist hier nicht nur spannend umgesetzt, sondern beängstigend realistisch. Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, wie ich dachte: Das könnte uns schneller einholen, als uns lieb ist.

Und dann dieses Ende … dieser Cliffhanger ist schlichtweg gemein. Er hat mich sprachlos zurückgelassen und gleichzeitig voller Vorfreude. Ich kann es kaum erwarten, erneut ein Zimmer im Dornwald zu betreten.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Highlight

Die weiße Nacht
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sich zwischen diesen Seiten verbirgt, hat mich vollkommen überrascht und begeistert. Bereits nach wenigen Seiten war ich der Geschichte verfallen ein Sog, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte. Anne ...

sich zwischen diesen Seiten verbirgt, hat mich vollkommen überrascht und begeistert. Bereits nach wenigen Seiten war ich der Geschichte verfallen ein Sog, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte. Anne Stern hat mit diesem Roman definitiv eine neue Leserin für sich gewonnen.
Berlin 1946: Inmitten dieser Ruinen stößt die junge Fotografin Lou Faber auf eine tote Frau. Doch anstatt Angst zu verspüren, wächst ihre Verwunderung – denn die Lage der Leiche wirft Fragen auf. Gemeinsam mit Kriminalkommissar Alfred König, der den Fall übernimmt, beginnt eine Suche nach Antworten. Die Ermittlungen sind mühsam, denn es fehlt an allem: Nahrung, Wärme, funktionierenden Strukturen. Als auch noch die Tatortfotos zerstört werden, ist Lou plötzlich unverzichtbar. Und obwohl sie offiziell keine Ermittlerin ist, lässt sie das Geschehen nicht los. Dann folgt die nächste Leiche und die Situation spitzt sich dramatisch zu.
Der Schreibstil ist federleicht, bildhaft und unglaublich atmosphärisch. Seite um Seite bin ich tiefer in diese Geschichte hineingezogen worden, bis ich das Buch schließlich in einem einzigen Rutsch beendet habe. Weglegen? Unmöglich. Die Charaktere sind mit so viel Liebe und Tiefe gezeichnet, dass man sie sofort ins Herz schließt. Man leidet mit ihnen, hofft mit ihnen und wünscht sich nichts sehnlicher, als sie auf ihrem Weg zu begleiten
Besonders beeindruckt hat mich, wie meisterhaft die Autorin den spannenden Kriminalfall mit den persönlichen Schicksalen ihrer Figuren verwebt. Die düstere Nachkriegsatmosphäre ist so greifbar, dass ich die eisige Kälte beinahe selbst gespürt habe.
Der Plot ist klug konstruiert, historisch fundiert und emotional fordernd. Die Grausamkeiten der Zeit werden nicht beschönigt, sondern ehrlich und eindringlich dargestellt – so sehr, dass das eigene Gerechtigkeitsempfinden immer wieder ins Wanken gerät. Zum Ende hin verdichten sich die Ereignisse, verschiedene Erzählstränge laufen zusammen, und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Ein echtes Highlight absolute Leseempfehlung
Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung!

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