Mit diesem Buch bin ich abgetaucht ins Frankreich der 1940er Jahre. Viele kennen den Begriff der Resistance, des französischen Widerstands, nach der Kapitulation Frankreichs 1940. Aber dass daneben die ...
Mit diesem Buch bin ich abgetaucht ins Frankreich der 1940er Jahre. Viele kennen den Begriff der Resistance, des französischen Widerstands, nach der Kapitulation Frankreichs 1940. Aber dass daneben die britische Spezialeinheit SOE in Frankreich agierte, der auch Frauen angehörten, das war mir neu.
Umso interessierter war ich an ihrer Geschichte, die Elisabeth Sandmann anhand von Zeitzeugnissen aufgearbeitet und in einen Roman verpackt hat. Dieser spielt auf zwei Zeitebenen (Zweiter Weltkrieg und 1998). Im Jahr 1998 schreibt eine BBC Moderatorin ein Buch über die SOE-Agentinnen und kommt deren Geschichte auf die Spur.
Obwohl ich die Thematik super interessant fand, war das Lesen für mich ab und zu verwirrend. Die Agentinnen hatten ja Tarnnamen und so kam im Roman eine herausfordernde Zahl an Figuren vor - welcher Tarnname zu welcher Figur aus dem späteren Erzählstrang gehörte, wurde erst am Ende aufgelöst. Das hat es mir manchmal schwer gemacht, den vielen Lebensläufen zu folgen.
Dennoch konnte ich mit diesem Buch mein Wissen erweitern und habe zusätzlich auch Podcasts zum Thema gehört und Internetrecherchen betrieben. Wer sich für Frauen im zweiten Weltkrieg interessiert, kann hier auf unterhaltsame Weise viel lernen.
Die ägyptische Königin Kleopatra ist eine schillerndsten Gestalten der Geschichte – weshalb in regelmäßigen Abständen neue Romane bzw. Biografien über sie erscheinen. Diesmal hat sich die junge Autorin ...
Die ägyptische Königin Kleopatra ist eine schillerndsten Gestalten der Geschichte – weshalb in regelmäßigen Abständen neue Romane bzw. Biografien über sie erscheinen. Diesmal hat sich die junge Autorin Saara El-Arifi, die vorher im Fantasybereich zuhause war, an dieses ehrgeizige Projekt gewagt. Herausgekommen ist eine moderne Interpretation des Mythos, mit Kleopatra selbst als Erzählstimme und einem Plot, bei dem Fakten und Fiktion verschwimmen.
Ich habe mich am Anfang mit dem Buch etwas schwer getan, das muss ich zugeben. Auf den ersten ca. 80 – 100 Seiten wirkte der Roman noch nicht rund, sondern eher wie ein punktuelles Eintauchen in bestimmte Momente von Kleopatras Leben. Dabei wirkte die eine oder andere Szene noch etwas befremdlich auf mich (Kleopatra steigt nackt vor ihren Untertanen aus den Fluten und macht ihren Thronanspruch geltend) und ich war generell entsetzt, wie schnell mal hier und dort ein Familienmitglied geopfert und hingerichtet wurde, damit der Regentschaft (eines anderen Familienmitglieds) nichts entgegenstand. Naja – andere Zeiten, andere Sitten.
Wirklich interessant wurde das Buch für mich, als Julius Caesar auf der Bildfläche erschien und endlich hatte ich auch das Gefühl, dass das Buch eine strukturierte Handlung bekommt. Ab diesem Punkt fand ich den Roman spannend und konnte besser in Kleopatras Gedankenwelt eintauchen. Sie muss ja tatsächlich eine faszinierende Frau gewesen sein, allerdings kommt man beim Lesen den Fakten über sie nicht unbedingt näher.
Die Autorin stellt schon im Vorwort klar, dass es nur sehr wenige Zeitzeugnisse mit belastbaren Fakten über Kleopatra gibt, weshalb sie sich die Freiheit genommen habe, alles Weitere nach Gutdünken auszuschmücken. Und das ist dann tatsächlich mein Haupt-Kritikpunkt an diesem Buch. Es wirkt, als habe man nur grob einige bekannte Mythen (oder Fakten?) über Kleopatra herangezogen und daraus eine bunte, dramatische und mystische Geschichte gesponnen. Ich habe leider nach dem Lesen nicht das Gefühl, mehr über das tatsächliche Leben Kleopatras erfahren zu haben, weil ich den genannten Fakten nicht vertrauen konnte. Mir fehlte eine klare Abgrenzung von Fakten und Fiktion. Aber das war mein persönlicher Anspruch ans Lesen dieses Buches – wer eine unterhaltsame und moderne Interpretation des Kleopatra-Mythos lesen möchte und weniger Wert auf einen „Lerneffekt“ legt, kommt mit diesem Buch definitiv auf seine Kosten!
Zum Teil war es mir schon zu modern, muss ich zugeben, denn die Spielchen von Kleopatra mit Marcus Antonius (ich denke hier an den Briefwechsel nach ca. 2/3 des Buches) erinnerten mich stark an New-Adult-Romane und lasen sich eher wie ein WhatsApp Chat – was für mich nicht ganz passend war im historischen Kontext. Aber ich denke, jüngere Leser als ich werden es lieben…
Mein Fazit:
Ich kann mir vorstellen, dass das Buch insbesondere Leser bis zum Alter von ca. 35 begeistert, weil es in seiner Aufarbeitung des Stoffs typische Muster moderner Romances aufgreift und auch einen Hauch Fantasy besitzt. „Konservativen“ Lesern von historischen Romanen würde ich dieses Buch nicht uneingeschränkt empfehlen, diese würde ich eher auf die (sehr umfassende) Romanbiografie von Margaret George verweisen.
Im vierten Band der „Blumentöchter“-Reihe ist es Magnolia, die ihre Wurzeln sucht. Sie weiß, dass ihre Mutter aus Neuseeland stammt und dass diese bei Adoptiveltern aufwuchs – aber damit erschöpft sich ...
Im vierten Band der „Blumentöchter“-Reihe ist es Magnolia, die ihre Wurzeln sucht. Sie weiß, dass ihre Mutter aus Neuseeland stammt und dass diese bei Adoptiveltern aufwuchs – aber damit erschöpft sich das Wissen um die Familiengeschichte. Wegen der anhaltend starken Depressionen der Mutter sieht Magnolia einen Hoffnungsschimmer darin, die Herkunft ihrer Mutter näher zu ergründen, denn sie vermutet, dass dort die Wurzel der Depressionen liegen könnte. Und so macht sie sich auf nach Neuseeland und findet heraus, wer die wirklichen Eltern ihrer Mutter – und somit ihre eigenen Großeltern – sind.
Die Reihe von Tessa Collins ist an die 7-sisters-Reihe von Lucinda Riley angelehnt – wer also diese Geschichten mochte, wird sicherlich auch mit den Blumentöchtern angenehme Lesestunden verbringen. In jedem Band spielt ein anderes Land bzw. sogar immer ein anderer Kontinent die Hauptrolle – diesmal eben Neuseeland. Und da viele den langen Flug scheuen und die Insel nicht selbst bereisen, hat die Autorin in ihre Geschichte praktischerweise eine Rundreise in Neuseeland eingebaut. Die Schnitzeljagd zur Familiengeschichte ist gleichzeitig ein Road-trip durch das Land der Kiwis. Von Queenstown auf der Südinsel bis Rotorua auf der Nordinsel führt die Geschichte die Leser einmal quer über das „schönste Ende der Welt“. Und nebenbei wird natürlich das Familiengeheimnis gelüftet und Magnolia findet einen Partner fürs Leben. In diesem Sinne also keine Überraschungen in der Storyline, sondern eher ein „you know what you get“-Roman. Und das muss ja nicht schlecht sein. Denn entspannende Lesestunden sind mit diesem Roman auf jeden Fall garantiert.
Ein kurzer Hinweis noch zu Triggern: wer auf die Themen Depressionen und/oder Selbstmordgedanken sensibel reagiert, dem würde ich dieses Buch nicht uneingeschränkt empfehlen.
Gesamteindruck:
Familienroman mit Herz und emotionaler Spurensuche. Viel Neuseelandflair und garantiert entspannende Feierabend-Lektüre. Für Fans von Lucinda Riley oder Soraya Lane.
Wer schon immer mal wissen wollte, wie es hinter den Kulissen von Auktionsshows wie „Bares für Rares“ zugeht (oder zugehen könnte), der sollte mal einen Blick in dieses Buch werfen. Es geht zwar in diesem ...
Wer schon immer mal wissen wollte, wie es hinter den Kulissen von Auktionsshows wie „Bares für Rares“ zugeht (oder zugehen könnte), der sollte mal einen Blick in dieses Buch werfen. Es geht zwar in diesem Fall um ein amerikanisches TV-Format (mit englischem Drehort), aber das Prinzip ist im Wesentlichen das Gleiche: Antiquitäten werden vorgestellt, ihr Wert wird geschätzt und anschließend werden sie in einer Auktion versteigert.
In diesem Roman wird das wuselige Geschäft eines TV-Drehs verknüpft mit einer Liebesgeschichte zwischen Moderatorin/Kunsthistorikerin Maura und Dave, dem Besitzer des Herrenhauses Settingham Hall, wo der Dreh stattfindet.
Wir müssen nicht darüber reden, wie das Buch endet - das ist den Lesern bei dieser Art von Geschichte natürlich klar. Aber wie immer ist der Weg das Ziel und es macht Spaß, Maura und Dave bei ihren Irrungen und Wirrungen in Liebes- und Immobilienfragen zu begleiten.
Eine Sache ist mir besonders positiv aufgefallen, da ich sie selbst aus dem Bekanntenkreis kenne: es wird sehr authentisch dargestellt, welche (finanziellen und handwerklichen) Schwierigkeiten es mit sich bringt, Besitzer einer altehrwürdigen und denkmalgeschützten Immobilie in England zu sein. Alle Welt denkt - wow, dem gehört dieses riesige Anwesen! Geradezu ein Schloss! Aber heutzutage ist es unheimlich schwierig, so etwas zu erhalten, verwalten und zukunftsfähig zu machen. Ich weiß, dass es in diesen alten Kästen wirklich zieht wie Hechtsuppe und dass es schon eine Herausforderung ist, auch nur das Dach dicht zu halten, geschweige denn alle Zimmer in einem adäquaten Zustand. Und dass im Zweifel die gesamte Familie mitarbeiten muss, um das Anwesen halten zu können. Daher konnte ich Daves Situation, seine Bedenken und Überlegungen (z.B. ob er doch den National Trust ins Boot holen sollte) sehr gut nachvollziehen.
Weniger nachvollziehen konnte ich das - aus meiner Sicht etwas konstruierte - Drama um die „standesgemäße“ Verbindung mit einer Frau aus dem Adel um den Besitzstand zu wahren. Nachdem selbst im englischen Königshaus der Thronfolger eine Bürgerliche geheiratet hat, sollte das doch dem Grunde nach ein lösbares Thema sein. Sei’s drum - es musste eben noch etwas Spannung und Herzschmerz in die Geschichte.
Insgesamt allerdings ist dieses Buch ein richtig schöner Schmöker, der in die (mitunter wenig glamouröse) Welt des Fernsehens und des (mitunter genau so wenig glamouröse) Welt des englischen Adels eintaucht und wunderbare Lesestunden beschert. Wenn man die Cotswolds kennt (ich war dort vor ein paar Monaten im Urlaub), kann man sich dorthin zurückversetzen lassen und wenn nicht, wird das Buch definitiv die Reise-Bucketlist erweitern!
Passt wunderbar in die Adventszeit und hat einen wahren Kern
Es klingt romantisch, obwohl es sicher nicht besonders komfortabel war: mit einem Zirkuswagen, davor ein Pferd gespannt, von Weihnachtsmarkt ...
Passt wunderbar in die Adventszeit und hat einen wahren Kern
Es klingt romantisch, obwohl es sicher nicht besonders komfortabel war: mit einem Zirkuswagen, davor ein Pferd gespannt, von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt ziehen und als Märchenerzählerin die Kinder erfreuen. Das ist die Ausgangssituation, in der wir im Jahr 1925 Marie begegnen. Marie, die mit wenig zufrieden ist, die selbst ein bisschen wie eine Figur aus einem Märchen wirkt.
Und so weiß man bei diesem Buch nie so genau, ob wir hier eher in der Welt der Fantasie oder in einem historischen Roman sind. Umso erstaunter war ich, als ich im (ausführlichen) Nachwort las, dass das Vorbild für Marie ein sehr reales war. Die Kinderbuchautorin Lisa Tetzner zog tatsächlich in den 1920er Jahren als Märchenerzählerin durch die Lande. Diesen Fakt hat Mara Andeck als Ausgangspunkt ihres Romans gewählt. Die Geschichte an sich entspringt aber ihrer Fantasie.
Im Buch werden auch eine Menge Sagen und Märchen aus diversen Ländern wiedergegeben - meistens, um damit metaphorisch eine bestimmte Situation zu verdeutlichen. Man sollte also schon einen Hang zu alten Erzählungen und Märchen haben, wenn man zu diesem Buch greift. Doch vordergründig geht es um die Geschichte von Marie und Carl, dem Zuckerwatteverkäufer, dem sie immer wieder begegnet. Natürlich kann eine weihnachtliche Geschichte nur gut ausgehen und das tut sie auch - so gehört sich das schließlich für ein Weihnachtsmärchen. Die Schauplätze des Romans lassen vor dem geistigen Auge eine Winter- bzw.weihnachtliche Landschaft entstehen und zaubern viel festliche Atmosphäre.
Ein wenig schade fand ich, dass die Autorin die Geschichte nicht hat in Thüringen spielen lassen (angelehnt an die Gegend, wo Lisa Tetzner tatsächlich mit ihrem Wagen unterwegs war), sondern sie nach Bayern verlegt hat. Thüringen hat - auch heute noch - wunderschöne Weihnachtsmärkte, die weit über ihre Gegend hinaus bekannt sind (Gotha, Weimar, Erfurt - um nur einige wenige zu nennen). Ich hätte mich gefreut, diese tolle Region als Schauplatz eines solchen Romans zu erleben, so dass ihr etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt würde.
Fazit:
„Das Schneeflockenmädchen“ ist eine schöne winterliche, unterhaltsame Geschichte mit wahrem Ursprung, mit der man sich gemütlich zuhause einkuscheln kann und die perfekt in die Advents- bzw. Weihnachtszeit passt.