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Veröffentlicht am 21.01.2026

Gefühlvolles Debüt

Alaska Die Fährte der Wölfe
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Als mir die Autorin ihren Debütroman anbot, hatte ich nach Blick auf das Cover und den Klappentext gleich ein gutes Gefühl. Nun kann ich sagen, was für ein wunderschönes Debüt, das mir sonst entgangen ...

Als mir die Autorin ihren Debütroman anbot, hatte ich nach Blick auf das Cover und den Klappentext gleich ein gutes Gefühl. Nun kann ich sagen, was für ein wunderschönes Debüt, das mir sonst entgangen wäre.

Der flüssige Schreibstil ließ mich gleich in die Geschichte eintauchen. Wow, dachte ich, was für einen Mut von der Protagonistin Helen allein Urlaub in Alaska zu machen. Wobei ich feststelle, dass es ein toller Ort ist, um sich mal ordentlich durchpusten zu lassen und seine Gedanken zu ordnen. Der Protagonistin Helen hat es eindeutig geholfen, ihre Zukunft klar zu sehen. Nur warum reagieren ihre beste Freundin Pia und deren Großmutter so ablehnend auf dieses Reiseziel? Damit hätte ich nie gerechnet.

In dem kleinen Hotel, betrieben von der deutschstämmigen Susan fühlte ich mich gleich zu Hause. Anhand der bildhaften Beschreibungen konnte ich mir genau vorstellen, wie gemütlich es dort war und wie familiär die Unterkunft geführt wird. Die Ausflüge in die Natur empfand ich als Abenteuer pur. Bei den Huskys ging mir das Herz auf, erst recht bei deren Welpen. Für einige Stunden war ich in einer anderen Welt. Von Hundeschlittenfahrt, Rundflug über schneebedeckte Wälder, Wolfsbegegnungen bis hin zu den Nordlichtern war alles dabei. Jana Holler hat ihren Charakteren liebevoll Leben eingehaucht und ein berührendes Familiendrama eingebaut, welches aufgedeckt wird. Bei den vielen Emotionen hatte ich des Öfteren einen Kloß im Hals und war sehr gerührt. Die Begegnung mit den Wölfen hat mir wieder einmal gezeigt, was für schlaue und interessante Tiere dies sind.

Vielen Dank liebe Jana für die wunderbaren Lesestunden.

Mein Fazit:
Ein kleiner, aber feiner Roman, der alles enthält, was man von einer schönen Geschichte erwartet. Eine schöne Location, sympathische Charaktere und eine Geschichte, die berührt.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Lügengeflecht in klirrender Kälte

Lügennebel
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Bereits das 4. Jahr in Folge ist für mich in jedem Winter eindeutig klar, ich darf das Ermittler-Duo Hanna und Daniel ins schwedische Skigebiete Åre begleiten. Schon mit dem Aufschlagen des Buches setzt ...

Bereits das 4. Jahr in Folge ist für mich in jedem Winter eindeutig klar, ich darf das Ermittler-Duo Hanna und Daniel ins schwedische Skigebiete Åre begleiten. Schon mit dem Aufschlagen des Buches setzt bei mir eine Gänsehaut ein, die nicht nur mit den klirrenden Temperaturen der Location zusammenhängen. Viveca Sten schafft mit ihren Kriminalfällen eine einzigartige Atmosphäre.

Lügennebel handelt von einer Studentengruppe, welche sich eine Auszeit vom Lernen nehmen und Urlaub in einem exklusiven Ferienhaus reicher Eltern im berühmten Skigebiet Åre machen. Ausgelassene Partys mit viel Alkohol und waghalsige Abfahrten füllen die Tage. Bis eine junge Frau aus der Clique morgens tot im Schnee aufgefunden wird. Mord oder Unfall ist vorerst unklar. Die Rekonstruktion des vorherigen Abends gestaltet sich schwierig, da die jungen Leute wenig bis widersprüchliche Äußerungen tätigen. Neben diesen machen sich auch einige ortsansässige Personen verdächtig. Ein extrem schwieriger Fall für Hanna und Daniel, denn eines ist klar, alle lügen.

Wie von der Autorin gewohnt, beginnt die Erzählung leise und unaufgeregt. Bis alle Beteiligten vernommen werden und feststeht, dass es sich um ein Verbrechen handelt und die Wahrheit nicht bekannt ist, vergeht einiges an Zeit. Die Spannung nimmt im Verlauf jedoch stetig zu bis zu waghalsigen und brenzligen Situationen. Die Perspektivenwechsel der Story verleihen dem Ganzen viel Tiefe und verschiedene Blickwinkel, die zum Mitraten anregen. Für mich waren im Verlauf des Buches so viele Personen verdächtigt bzw. hatten ein Motiv, dass ich keinen blassen Schimmer mehr hatte, was die Lösung sein könnte.

Ein weiterer Punkt, der mit bei dieser Buchreihe sehr gut gefällt, ist, dass neben dem eigentlichen Fall auch viel Augenmerk auf das Privatleben der Protagonisten gelegt wird. So sind mir diese sehr vertraut und ich nehme Teil an deren Entwicklung, sei es positiv oder negativ. Bei einem Charakter habe ich mich unwahrscheinlich gefreut, dass er endlich Nägel mit Köpfen gemacht hat. Bei zwei anderen hatte ich gehofft, dass endlich das Offensichtliche passiert, was mir die Autorin mit einem fiesen Cliffhanger erst einmal vermiest hat. Liebe Viveca Sten, bitte erlöse meine Qualen endlich im nächsten Band. Natürlich freue ich mich schon auf den nächsten eiskalten Fall.

Mein Fazit:
Diese spannende Buchreihe ist aus meinen Highlights nicht mehr wegzudenken. Auch mit diesem Band erhielt ich wieder einen vielschichtigen Kriminalfall, undurchsichtige Verdächtige und die bekannten wunderbaren Charaktere. Spannung auf sehr hohem Niveau.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Das Glückadellen-Komplott

Entführung im Himmelreich
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Schon mit Band 1 Mord im Himmelreich hatte der Autor gleich meinen Geschmack getroffen. Ein idyllischer Campingplatz, etwas schräge Charaktere, Humor der sich selbst auf die Schippe nimmt und ein ungelöster ...

Schon mit Band 1 Mord im Himmelreich hatte der Autor gleich meinen Geschmack getroffen. Ein idyllischer Campingplatz, etwas schräge Charaktere, Humor der sich selbst auf die Schippe nimmt und ein ungelöster Kriminalfall. Da Kommissar Fass mit den Ermittlungen im ländlichen Caputh und Umgebung eindeutig überfordert ist, helfen ihm auch diesmal der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus und seine einzigartige Gehilfin Annabelle Schäfer. Beide haben im ersten Band bereits mein Herz im Sturm erobert.
Kupernikus sieht sich an einem warmen Herbstmorgen zwei Herausforderungen ausgesetzt. 1. Er hatte noch keine zwei Tassen Kaffee, gemeint ist natürlich eine edle Bohne, kein Gebräu von der Stange. 2. Im kleinen Laden des Campingplatzes gibt es keine Brötchen, denn der Bäcker ist verschwunden. Ein absoluter Skandal. Wie der Zufall es will, findet er bei der Gassirunde mit Hündin Pinguin den verlassenen Bäckerwagen in einem Waldweg. Weit und breit außer ein Paar Schuhen am Seeufer nichts zu finden. Handelt es sich wirklich um Selbstmord, wie Kommissar Fass denkt? Und was hat es mit dem Einbruch ins Hausboot von der spirituellen Anhängerin Solveig Bach auf sich? Kupernikus vermutet mehr hinter dem Vorfall und fängt an Fragen zu stellen. Das Ganze nimmt immer weitere Ausmaße an.
Mit Begeisterung bin ich wieder Kupernikus und seiner ganz speziellen Art der Ermittlung gefolgt. Er hat es einfach drauf die richtigen Fragen zu stellen und vor allen Dingen richtig zuzuhören. So haben er und Annabelle es mit vermeintlichen Geheimbotschaften auf Mohnbrötchen, einem munteren Klübchen von Eisenbahnerwitwen, dem Genuss von Haschkeksen und einer unglücklichen Liebschaft zu tun. Zu allem Überfluss gibt es dann noch die tiefgekühlte Leiche eines Unbekannten.
Was soll ich sagen, es war wieder ein absoluter Lese- und Rategenuss mit Kupernikus und Co. Nie hätte ich erwartet, welche ausufernde Geschichte sich hinter dem Ganzen verbirgt. Dazu die absolut speziellen Charaktere und der schräge Humor. Ich kann nicht verstehen, dass Kupernikus nie die Rolle des Tatort-Ermittlers spielen durfte, sie wäre ihm wie auf dem Leib geschrieben.
Meine absolute Leseempfehlung für diesen Cozy Krimi und seine Charaktere. Vielen Dank Andreas Winkelmann, ich freue mich schon auf den nächsten Einsatz im Himmelreich.

Mein Fazit:
Auch im zweiten Fall im Himmelreich zeigt Kupernikus wieder vollen Körpereinsatz, diesmal bei der Überprüfung der Wirkungsweise eines Haschkekses. Annabelle steht ihm mit Rat und Tat zur Seite und achtet nebenher auf ausreichend Hausmannskost, deren Rezepte am Ende des Buches zum Nachkochen anregen. Mit Humor und Kombinationsgabe kommt es auch hier zu einer überraschenden Lösung des Falles.

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Veröffentlicht am 27.11.2025

Eine Geschichte, die unter die Haut geht

Hilde und Robin
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Vor gut einem Jahr habe ich mit Bernie und Luise den ersten Band der Reihe gelesen und er ist mir noch gut im Gedächtnis. Die Geschichte der beiden hatte mich tief berührt. Zu meiner großen Freude hat ...

Vor gut einem Jahr habe ich mit Bernie und Luise den ersten Band der Reihe gelesen und er ist mir noch gut im Gedächtnis. Die Geschichte der beiden hatte mich tief berührt. Zu meiner großen Freude hat die Autorin mit Hilde und Robin nun einen weiteren Einblick in die jüdische Familie Smedresman geliefert. Auch hier merkte ich gleich wieder, wie umfangreich die Recherche gewesen sein muss. Auch, wie bewegend die Entdeckungen für sie sein mussten.

Dank des angenehmen, flüssigen Schreibstils war ich gleich in der Geschichte gefangen. Die Idee, einen gegenwärtigen, fiktiven Erzählstrang einzubinden, bei dem anhand alter Dokumente in die Vergangenheit gereist wird, fand ich absolut gelungen. So blieb immer wieder ein klein wenig Verschnaufzeit, wenn meine Gefühle durch die berührende und aufreibende Geschichte mächtig in Aufruhr waren.

Als sich Hilde und Robin im Berlin der 1934er Jahre begegnen, haben sie schon längere Zeit im Stillen füreinander geschwärmt. Da Hilde für diese Zeit eine sehr moderne Frau ist, ergreift sie gegenüber Robin die Initiative. So beginnt eine tiefe und innige Liebe. Der immer stärker werdende Judenhass und die Rassentrennung lassen den beiden kaum eine unbeschwerte Zeit. Sie werden von der Gestapo vernommen, müssen ihre Liebe auf Eis legen und brutale Methoden über sich ergehen lassen. Einziger Ausweg ist eine Ausreise, die nur schwer und mit vielen Auflagen umzusetzen war.

Trotz der gedrückten Stimmung und den erschreckenden Zuständen der damaligen Zeit gab es immer wieder Lichtblicke. Sei es durch Glück oder Personen, die ihre Hilfe anboten. Der Funke der Hoffnung schwebte für mein Empfinden immer ein klein wenig über allem. Ich habe Robin und Hilde um die Stärke ihrer Liebe beneidet und habe so gehofft, dass sich für die beiden alles zum Guten kehrt.

Die Höhen und Tiefen dieser wunderbaren Liebesgeschichte, auch im Hinblick auf die Rassenschande und das Auftreten der Gestapo schildert Rachel Soost unverfälscht und ehrlich. Nicht nur einmal bekam ich Gänsehaut vor Schrecken und Abscheu. Und dann sind da wieder kleine wunderschöne Momente. Ich möchte nicht vorgreifen, welchen Verlauf Hilde und Robins Liebesgeschichte nimmt, dass solltet ihr unbedingt selbst lesen und erleben.

Herzlichen Dank liebe Rachel Soost, dass ich weiter an Deiner Familiengeschichte teilhaben durfte. Gerne würde ich noch mehr erfahren.

Mein Fazit:
Auch mit Band 2 ihrer Familien- und Liebesgeschichte hat mich die Autorin wieder tief berührt. Ein bewegender Einblick in ein Stück historischer Geschichte. Der Schreibstil ehrlich und unverblümt, Charaktere die unter die Haut gehen.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Ein Hauch von Vanille und Magie

Die geheimnisvolle Bäckerei in der rue de Paris
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Wie schon bei ihrem Buch DIE GESCHICHTENSAMMLERIN bin ich fasziniert von der Art und Weise, wie Evie Woods mit den Worten spielt. Sie hat ihren ganz persönlichen Schreibstil mit poetischer Note.

Dieses ...

Wie schon bei ihrem Buch DIE GESCHICHTENSAMMLERIN bin ich fasziniert von der Art und Weise, wie Evie Woods mit den Worten spielt. Sie hat ihren ganz persönlichen Schreibstil mit poetischer Note.

Dieses Mal führt mich ihre Geschichte nach Frankreich in das beschauliche Örtchen Compiégne und eine kleine Bäckerei der besonderen Art. Man sagt sich, dass die dortigen Backwaren einen Hauch von Magie innehaben. Schon nach einem Bissen erfährt man Positives. Doch um die Zukunft der Bäckerei steht es nicht gut.

Die junge Edie Lane ist herzensgut und hat sich die letzten Jahre aufopferungsvoll um die Pflege ihrer Mutter gekümmert. Deren Tod hat ein großes Loch in ihrem Herzen hinterlassen. Voller Trauer erhofft sie sich in Paris, der von ihrer Mutter geliebten Stadt, sich selbst und ihre Bestimmung zu finden. So kehrt sie ihrer Heimat Irland den Rücken. Doch ihr Traum scheint wie eine Seifenblase zu zerplatzen, denn die Bäckerei in der Rue de Paris ist nicht in der Stadt der Liebe. Nach anfänglichem Schrecken sieht sich Edie einer ungeahnten Herausforderung gegenüber.

Ich konnte gleich spüren, wie groß Edies Trauer ist. Wie schnell die Euphorie schrumpft, als sie sich weit außerhalb von Paris wiederfindet. Dazu wird sie von ihrer Arbeitgeberin Madam Moreau nicht gerade freundlich empfangen. Sie führt ein strenges Regiment und das Betreten der Backstube im Keller ist erst recht tabu. Edie glaubt kaum, auch nur eine Woche überstehen zu können. So auch mein Denken. Doch die im Ort beliebte Bäckerei versprüht ganz unauffällig einen ganz besonderen Charme, genau wie ein Großteil der Kundschaft.

Gemeinsam mit Edie habe ich mich unmerklich in Compiégne und seine Bewohner verliebt. Die Autorin hat liebenswerte und authentische Charaktere geschaffen und den gegenwärtigen Erzählstrang mit einer rührenden Geschichte aus den 40er Jähren zur Zeit des 2. Weltkrieges verknüpft. Die kleine Bäckerei ist der Dreh- und Angelpunkt. Es geht um Liebe, die Stärke einer Familie, Selbstfindung und den Glauben an sich selbst. Gemeinsam kann man vieles bewegen und angebotene Hilfe ist kein Mitleid.

Während des Lesens schwebte immer ein Hauch von duftenden Backwaren und heißer Schokolade in der Luft. Unmöglich zu widerstehen. Einzig die vielen französischen Textpassagen ließen meinen Lesefluss etwas holpern, da ich der Sprache nicht mächtig bin. Dank der nachgeschobenen Übersetzung war ich jedoch gleich wieder versöhnt.

Gerne empfehle ich dieses Buch an alle weiter, die sich von einer Geschichte voller Magie und Romantik verzaubern lassen möchten.

Mein Fazit:
Ein weiteres gefühlvolles und tiefgründiges Buch mit dem unnachahmlichen Schreibstil von Evie Woods. Ich liebe den Hauch von Magie, der stets über allem schwebt. Eine absolute Leseempfehlung.

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