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Veröffentlicht am 15.03.2026

Wer ist gefährlicher, Mensch oder Tier?

Wo die Wölfe sind
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Von jeher bin ich fasziniert von Wölfen und lese mit Begeisterung Berichte oder sehe Dokumentationen. Dennoch hat dieses Buch fast 4 Jahre ungelesen in meinem Bücherregal gestanden. Warum kann ich nicht ...

Von jeher bin ich fasziniert von Wölfen und lese mit Begeisterung Berichte oder sehe Dokumentationen. Dennoch hat dieses Buch fast 4 Jahre ungelesen in meinem Bücherregal gestanden. Warum kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall schien jetzt der richtige Moment zu sein, um es zu lesen.

Die Protagonistin Inti Flynn ist eigenwillig, aufbrausend und aufgrund gewalttätiger Erfahrungen misstrauisch gegenüber den Menschen. Ihre Besonderheit ist von Kindheit an, dass sie Empfindungen von Mensch und Tier spüren kann, als wären es ihre eigenen. Dies nennt sich Mirror-Touch-Synästesie. Diese Eigenschaft macht sie auch leicht angreifbar, ein Eigenschutz nicht immer möglich. Richtig wohl fühlt sich Inti in freier Natur und in ihrem Beruf als Wolfsbiologin. Mit ihren Kollegen arbeitet sie an dem Projekt, Wölfe in den schottischen Highlands wieder anzusiedeln, um dort die Renaturierung zu unterstützen. Durch die natürliche Regulierung des Rotwildbestandes sollen sich die Wälder erholen, deren junge Triebe dem Rotwild als Nahrung dienen. Durch die bildgewaltigen Beschreibungen viel es mir leicht, mich in die wildromantische Natur der Highlands zu versetzen. Ich habe fieberhaft nach den Wölfen Ausschau gehalten und bei deren Sichtung den Atem angehalten. Erstaunlich, wie unterschiedlich deren Charaktere sind und wie perfekt sie ihr Revier verinnerlichen.

Ein weiterer großer Erzählstrang befasst sich mit dem Thema Gewalt, vor allen Dingen Gewalt gegenüber Frauen. Die Beschreibungen der Autorin in dieser Hinsicht sind heftig, aufwühlend und auch ein wenig verstörend. Auf Weichzeichner wurde hier vollkommen verzichtet. Es wird verdeutlicht, wie präsent die Gewalt um uns herum ist, gegenüber Menschen und Tieren. Niemand sollte die Augen verschließen.

Das Setting des Buches ist dunkel, mysteriös, oft auch bedrückend. In Bezug auf die Wiederansiedlung der Wölfe wurden die Befürworter und Gegner auf gleicher Höhe mit ihren Hoffnungen und Ängsten angehört. Ich konnte sowohl die eine als auch die andere Seite verstehen. Das Ziel ist es Menschen, Natur und Tiere wieder in Einklang zu bringen.

Gegen Ende nahm das Buch in Sachen Dramatik extrem Fahrt auf, teilweise für meinen Geschmack zu viel und ziemlich erschreckend. Und dennoch war ich so gefesselt, dass ich es kaum weglegen konnte. Eine Geschichte, die noch lange in mir nachhallen wird.

Mein Fazit:
Eine Geschichte voller Bildgewalt, der Liebe zur Natur und zu den Wölfen vor der wildromantischen Kulisse der schottischen Highlands. Eigenwillige Protagonisten mit jeder Menge Ecken und Kanten, die die Welt wieder in Einklang bringen möchten und ihren inneren Frieden suchen.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Liebe mit Plätzchenduft und Winterzauber

Schneeflöckchen, Weißpfötchen
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Dieses Buch war ein Weihnachtsgeschenk einer lieben Leseschwester. Bisher habe ich noch kein Buch der Autorin gelesen, dabei handelt es sich schon um Band 10 der Weihnachtshund-Reihe.
Dank des flüssigen ...

Dieses Buch war ein Weihnachtsgeschenk einer lieben Leseschwester. Bisher habe ich noch kein Buch der Autorin gelesen, dabei handelt es sich schon um Band 10 der Weihnachtshund-Reihe.
Dank des flüssigen Schreibstils und der liebenswerten Charaktere viel es mir leicht in das Buch einzutauchen. Ohje, der arme Santa und seine Elfen haben ja ganz schön Stress mit Xanders vergessenem Weihnachtswunsch aus dem letzten Jahr, der nun das ganze Wünschesystem lahmgelegt hat. Dabei ist Santas Büro auf dem aktuellen elektronischen Stand, handschriftliche Wunschzettel sind also Schnee von gestern.

Xander, seine heimliche Liebe Elli sowie Jelena und Arian sind seit der Kindheit beste Freunde, deshalb ist die Freude groß, als dieser endlich im Heimatort sesshaft werden möchte. Seine große Hoffnung ist natürlich, dass Elli endlich seine Gefühle erwidert. Doch da kommen ihm zwei ungeplante Dinge in die Queere. Einmal die Zufallsbekanntschaft von Elli mit dem charmanten Anwalt Patrice. Zum anderen ist da noch die ausgesetzte Hündin Amara, die völlig entkräftet vor Ellis Haustür steht.
Wie zu erwarten, gibt es ein turbulentes Hin und Her mit Gefühlschaos, dazu herrliche Dialoge, Plätzchenduft und Winter-Weihnachtsfeeling. Die perfekte Mischung rund um die Weihnachts- und Winterzeit. Ich habe mich „pudelwohl“ äh, ich meine „schäferhundwohl“ mit dieser Geschichte gefühlt. Amaras Gedanken eine Stimme zu geben hat mich tief im Herzen zu Tränen gerührt. Ich habe kein Verständnis für Menschen, die ihre Tiere aussetzen, aus welchem Grund auch immer.
Die Art und Weise, wie sich am Ende alles entwickelt hat, hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen. Bestimmt wird das nicht mein letztes Buch von Petra Schier sein.

Mein Fazit:
Ein wunderbarer Winter-Weihnachts-Feelgood-Roman, der nicht nur Hundefreunde begeistern wird. Liebenswerte Charaktere mit Ecken und Kanten, eine heimelige Atmosphäre und ganz viel Gefühl.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Das Leben ist stürmisch, rau und doch voller Hoffnung

Die Hummerfrauen
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Die Familie der 28-jährigen Mina ist nach dem überraschenden Tod des Bruders zerrissen worden. Um sich selbst zu finden, reist sie nach Maine, damals verbrachte sie viele glückliche Sommer mit dem Fischerjungen ...

Die Familie der 28-jährigen Mina ist nach dem überraschenden Tod des Bruders zerrissen worden. Um sich selbst zu finden, reist sie nach Maine, damals verbrachte sie viele glückliche Sommer mit dem Fischerjungen Sam auf der kleinen Insel Eagle Island, bis sie der Insel für immer den Rücken kehrten. Mina hofft, fast 20 Jahre später die Gründe dafür zu finden. Der Zufall führt sie nach Stone Harbour zu den Hummerfischerinnen Ann und Julie. Beide sind geprägt durch Verluste und Schicksalsschläge, kommen ziemlich ruppig daher, nehmen aber Mina mit großem Verständnis und liebevoll auf. Die drei unterschiedlichen Frauen werden zu einer Wahlfamilie, die sich gegenseitig unterstützt. Nach dem Wiedersehen mit Sam ist da nicht nur die alte Vertrautheit, sie entdecken ihre innige Liebe füreinander. Doch auch Sam hat mit den Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen.

Schnell hatte ich mich mit den drei Protagonistinnen angefreundet. Drei Frauen, drei Generationen, die das Schicksal zusammengeführt hat. Die 72-jährige Ann, älteste Hummerfischerin des Ortes Stone Harbour, begegnet mir verbittert und sarkastisch. Sie lebt ziemlich zurückgezogen und unterhält eine skurrile Freundschaft zu dem blauen Hummer Mr. Darcy. Die 54-jährige Julie hat sich nach einem schweren Unfall zurück ins Leben gekämpft, an Deck ihres Fischerbootes hat sie ihren Frieden und ihre Bestimmung gefunden. Wer ihr begegnet, muss schon ein hartes Fell haben. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge, ist ehrlich und direkt und großzügig beim Verteilen von Beleidigungen. Dennoch fühlte ich mich ihnen verbunden, denn hinter der rauen Schale steckt Verständnis und ein großes Herz. Mit Mina im Bunde sind sie für mich die perfekte Familie, die alles gemeinsam durchsteht.
Durch Rückblenden ins Jahr 1982 erfahre ich viel über Mina´s Kindheit und ihre Familie. Als Städter war es für sie edes Jahr herrlich die Sommer unbeschwert an der Küste und im Einklang mit den Einheimischen zu verbringen. Mina, ihr Bruder Christopher und ihr Vater waren glücklich. Nur die Mutter kam mit ihrem Leben nicht klar. Sie klammerte bei ihrem Sohn, unterdrückte und vernachlässigte Mina und griff zu oft zum Alkohol.


Zwei gravierende Vorfälle haben dazu geführt, dass zwei Familien zerstört wurden. Der Roman zeigt auf, dass jeder Mensch anders mit Verlusten und Schicksalsschlägen umgeht. Die einen suchen nach dem Warum, andere nehmen es hin und möchten nie wieder darüber reden. Die Fischerfamilien haben viele geliebte Menschen ans Meer verloren, für sie gehört es dazu, das Leben geht weiter.

Die Autorin hat starke und tiefgehende Charaktere mit einer intensiven Lebensgeschichte geschaffen. Stürmisch wie das Meer, mit Höhen und Tiefen, Aufgeben gibt es nicht. Die Gemeinschaft der Fischer ist barsch und hartgesotten, aber sie halten zusammen. Es gab so einige Dialoge, die mich zum Schmunzeln brachten. Bei vielen war Julie zugegen.

Mina und Sam schienen von klein auf an füreinander geschaffen, schwierig schien nur der richtige Moment, falls es so etwas überhaupt gibt. Man kann jemand von Herzen lieben und es dennoch nicht schaffen, das Leben gemeinsam zu meistern.

Vielen Dank Beatrix Gerstberger für diesen fesselnden, absolut ehrlichen und teilweise ergreifenden Roman. Er wird noch lange in mir nachwirken. Absolut lesenswert.

Mein Fazit:
Die Hummerfrauen ist eine bildgewaltige Geschichte über das Leben, den Umfang mit Verlusten, über Neuanfänge, Liebe und Freundschaft. Die Lebensgeschichten der vielschichtigen Charaktere gehen unter die Haut und bleiben einem im Gedächtnis.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Dunkle Abgründe in der Vergangenheit

Die Sturmtochter
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Florence Winter ist das neue Pseudonym einer mir seit langem bekannten Autorin, deren Bücher ich regelrecht verschlinge. Mit DIE STURMTOCHTER hat sie mein Leserherz wahrhaftig im Sturm erobert. Schon von ...

Florence Winter ist das neue Pseudonym einer mir seit langem bekannten Autorin, deren Bücher ich regelrecht verschlinge. Mit DIE STURMTOCHTER hat sie mein Leserherz wahrhaftig im Sturm erobert. Schon von der ersten Seite an war ich absolut gefesselt.

Ich lerne die 24-jährige Isla Fraser als selbstbewusste und eigenständige Frau kennen. Sie macht ihren Weg als freie Journalistin ohne den Einfluss und das Geld ihrer Familie, weshalb die Beziehung zu ihrem Vater etwas angespannt ist. Die Recherche nach dem Verbleib ihrer Tante Shelley, die vor 20 Jahren nach Australien ausgewandert sein soll, scheint schlafende Hunde zu wecken. Nur knapp entgeht sie einer Reihe von Unfällen. Auf ihrem alten Familiensitz in Schottland findet sie Unterlagen ihrer Vorfahren aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und stellt fest, dass sich eine kleine Insel bei den Äußeren Hebriden immer noch in Familienbesitz befindet. Warum wurde ihr die Existenz von Eilean Taigh-Mór-Fraser verschwiegen? Zusammen mit dem Bootsführer und Fischer Ben Harris sucht sie die Insel auf und entdeckt ein abscheuliches Familiengeheimnis, welches kaum in Worte zu fassen ist.

Temporeich und bildhaft erzählt die Autorin auf zwei Zeitebenen abwechselnd aus der Sicht von Isla in der Gegenwart und Rosa in der Vergangenheit eine Geschichte voller Dramatik, jeder Menge Emotionen und fesselnder Spannung. Stück für Stück offenbaren sich hier durch Entdeckungen in der Gegenwart die schrecklichen Taten des Charles Fraser, die bis heute vor der Öffentlichkeit verborgen blieben. Mit den beiden weiblichen Protagonistinnen hat Florence Winter zwei starke Frauen in den Fokus gesetzt. Rosa hat in ihrem Leben so viel durchgemacht, dass ich verstehen konnte, dass sie es ihren Nachfahren überließ, das Grauen bekannt zu machen. Dass jedoch gut 150 Jahre alles vertuscht wurde, ließ mich nur sprachlos den Kopf schütteln. Wer hinter das Geheimnis kam, musste verschwinden. Die Art und Weise, wie sich die Familie Isla in den Weg stellt, ist unentschuldbar. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, dass sollte unbedingt selbst gelesen und erlebt werden.

Vielen Dank liebe Florence Winter für dieses herausragende Lesehighlight, welches gerade ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit meinem bisherigen Lieblingsbuch aus Deiner Feder führt. Hach, ich liebe sie einfach. Wie gut, dass am 27.02.2026 bereits DIE GEZEITENTOCHTER, der nächste Band aus dieser Reihe, erscheinen wird.

Mein Fazit:
Eine dramatisches Familiengeheimnis, das genauso rau und wild ist wie die Landschaft Schottlands. Große Emotionen, starke Charaktere und eine fesselnde Story. Florence Winter weiß, wie sie uns Leser begeistert.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Gefühlvolles Debüt

Alaska Die Fährte der Wölfe
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Als mir die Autorin ihren Debütroman anbot, hatte ich nach Blick auf das Cover und den Klappentext gleich ein gutes Gefühl. Nun kann ich sagen, was für ein wunderschönes Debüt, das mir sonst entgangen ...

Als mir die Autorin ihren Debütroman anbot, hatte ich nach Blick auf das Cover und den Klappentext gleich ein gutes Gefühl. Nun kann ich sagen, was für ein wunderschönes Debüt, das mir sonst entgangen wäre.

Der flüssige Schreibstil ließ mich gleich in die Geschichte eintauchen. Wow, dachte ich, was für einen Mut von der Protagonistin Helen allein Urlaub in Alaska zu machen. Wobei ich feststelle, dass es ein toller Ort ist, um sich mal ordentlich durchpusten zu lassen und seine Gedanken zu ordnen. Der Protagonistin Helen hat es eindeutig geholfen, ihre Zukunft klar zu sehen. Nur warum reagieren ihre beste Freundin Pia und deren Großmutter so ablehnend auf dieses Reiseziel? Damit hätte ich nie gerechnet.

In dem kleinen Hotel, betrieben von der deutschstämmigen Susan fühlte ich mich gleich zu Hause. Anhand der bildhaften Beschreibungen konnte ich mir genau vorstellen, wie gemütlich es dort war und wie familiär die Unterkunft geführt wird. Die Ausflüge in die Natur empfand ich als Abenteuer pur. Bei den Huskys ging mir das Herz auf, erst recht bei deren Welpen. Für einige Stunden war ich in einer anderen Welt. Von Hundeschlittenfahrt, Rundflug über schneebedeckte Wälder, Wolfsbegegnungen bis hin zu den Nordlichtern war alles dabei. Jana Holler hat ihren Charakteren liebevoll Leben eingehaucht und ein berührendes Familiendrama eingebaut, welches aufgedeckt wird. Bei den vielen Emotionen hatte ich des Öfteren einen Kloß im Hals und war sehr gerührt. Die Begegnung mit den Wölfen hat mir wieder einmal gezeigt, was für schlaue und interessante Tiere dies sind.

Vielen Dank liebe Jana für die wunderbaren Lesestunden.

Mein Fazit:
Ein kleiner, aber feiner Roman, der alles enthält, was man von einer schönen Geschichte erwartet. Eine schöne Location, sympathische Charaktere und eine Geschichte, die berührt.

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