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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.04.2025

Schöne Aktionen, niedlich gestaltet, evtl. etwas unhandlich

Wer ist hier ein Frechdachs?
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In diesem süßen Kinderbuch geht es um einen kleinen Dachs, der morgens schlecht aus dem Bett kommt und Hilfe dabei benötigt, wieder gute Laune zu bekommen. Auf jeder Doppelseite helfen die Kinder ihm durch ...

In diesem süßen Kinderbuch geht es um einen kleinen Dachs, der morgens schlecht aus dem Bett kommt und Hilfe dabei benötigt, wieder gute Laune zu bekommen. Auf jeder Doppelseite helfen die Kinder ihm durch kleine Aktionen wie Buch kippen, kitzeln, tippen oder einfach lächeln oder Zunge raus strecken.

Generell finde ich für mich hat das Buch ein prima Format, es ist quadratisch, hat abgerundeten Ecken und stabile, dicken Seiten. Mein 3 Jahre altes Kind konnte diese auch gut selbst umblättern. Das Buch ist allerdings bereits ab 2 Jahren und da sind die aufgeklappten Doppelseiten dann vielleicht recht groß und unhandlich zum kippen und schütteln, da wäre ein kleineres Format bestimmt besser geeignet.

Die Texte sind kurz und kontrastreich, somit gut vorlesbar und für Kinder leicht zu verstehen. Es wird farblich unterschieden in Leseteil und Aktionsteil. Mir haben im Buch allerdings besonders die vollflächigen Illustrationen gefallen und deren leuchtende, farbliche Umsetzung. In den Ausdruck des Frechdachs habe ich mich sofort verliebt und auch mein 3-Jähriger war von der Optik begeistert.

Die Aktionen finde ich schön und es war für mich toll zu sehen, wie begeistert mein Kind dabei war. Er hat diese gleich umgesetzt und ohne zögern zur ersten Seite geblättert als es am Ende hieß "Schnell hinterher! Blättere zum Anfang des Buchs zurück..." und dann ging es in die nächste Runde.

Allerdings bin ich auch schon neugierig wie lange die Mitmachfreude hält, denn spätestens bei unserer dritten Leserunde hat er automatisch geklopft, getippt und geschüttelt, noch bevor ich lesen konnte. Aber hier ist jedes Kind unterschiedlich und er braucht immer recht schnell neuen Input und Abwechslung. Dafür haben wir dann noch zusätzliche Objekte wie die kleine Schnecke auf den Seiten gesucht. Ich bin jetzt schon gespannt wie mein zweites Kind dem Frechdachs begegnet, wenn er ins Mitmachalter kommt und der Große ihm zeigt, was zu tun ist.

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Veröffentlicht am 07.08.2026

Spannung ausbaufähig, Plott durchwachsen

Die Klippe – Jede Lüge könnte deine letzte sein
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Marcus ein aktuell nicht mehr erfolgreicher Autor, wird unverhofft von einem früheren Kommilitonen kontaktiert. Dieser möchte, dass Marcus dessen Manuskript als sein eigenes ausgibt, um selbst unerkannt ...

Marcus ein aktuell nicht mehr erfolgreicher Autor, wird unverhofft von einem früheren Kommilitonen kontaktiert. Dieser möchte, dass Marcus dessen Manuskript als sein eigenes ausgibt, um selbst unerkannt zu bleiben. Nur ungern geht er dessen bitte nach, aber als das neue Buch ihm wieder einen Erfolg verspricht, überschlagen sich die Ereignisse. Marcus fühlt sich zunehmend bedroht und wünschte, er hätte sich gegen den Gefallen entschieden. Wie kommt er da nur wieder raus? Auf wen kann er sich verlassen oder wie weit muss er selbst gehen, um der Enthüllung zu entkommen?

So farbenfroh das Cover und der Buchschnitt, so fade war für mich diesmal leider der Inhalt. Auch wenn kurze Kapitel und gut lesbare Monologe bzw. Dialoge den Lesefluss vorantreiben, entstand für mich vor der zweiten Buchhälfte keinerlei Spannung. Wir erleben das Geschehen ausschließlich aus Marcus Sicht, der sich teilweise in Rückblenden und Gedankenspiele verliert. Das Buch lebt daher von Marcus psychischem Dilemma, der seinen Ruf schützen möchte und sich immer tiefer in Lügen verstrickt. Allerdings konnten mich seine Panik und seine Gedankengänge nicht abholen. Auch kam ich mit einigen Zeitsprüngen und sich glücklich fügenden Zufällen beim Lesen nicht zurecht. Die Charaktere verhalten sich zunehmend unrealistisch oder zu klischeehaft und statt Mitgefühl wurde ich von Marcus Zerrissenheit eher genervt und hätte mir für ihn ein anderes Ende gewünscht. Dennoch konnte mich der Schluss mit einer nicht erwarteten Wendung etwas überraschen und wenn ich über die offenen Fragen hinwegsehe, auch zum Schmunzeln bringen.

Fazit: War für mich eher wenig Thriller, aber wenn man es mit einem Augenzwinkern liest, recht amüsant und kurzweilig.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Guter Einstieg, schwaches Ende

Schlafende Vulkane
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Eine junge Frau wird nackt und ermordet in einem Reitstall aufgefunden, von ihrem 10-jährigen Sohn fehlt jede Spur. War es eine Rachetat des Vaters? Helga nimmt die Ermittlungen bzw. die Suche auf, sie ...

Eine junge Frau wird nackt und ermordet in einem Reitstall aufgefunden, von ihrem 10-jährigen Sohn fehlt jede Spur. War es eine Rachetat des Vaters? Helga nimmt die Ermittlungen bzw. die Suche auf, sie ist noch recht neu in der Gegend, bekommt aber mit Bjaki eine große Hilfe zur Seite gestellt. Die Zeit drängt, denn die Überlebenschancen des Jungen schwinden und bald taucht eine neue Frauenleiche auf.

Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die sich abwechseln, mitunter aus der Tätersicht, dies gefällt mir immer besonders. Der Schreibstil ließ mich doch recht zügig durch die fast 500 Seiten kommen, wobei ich unsicher bin, ob es nicht auch mit weniger Seiten spannender gewesen wäre. Vor allem wenn es eine Reihe wird, schreckt mich die Seitenmenge etwas ab.

Der Thriller bietet ein spannendes Grundsetting mit Jagtcharakter und mir gefällt der Nervenkitzel, wie knapp sich Täter und Polizei auf den Fersen sind. Die Inhaltsbeschreibung hat mich jedoch etwas in die Irre geführt. Ich dachte, der Junge spielt noch eine größere Rolle im Verlauf und war dann überrascht, dass sich alles in eine andere Richtung entwickelt. Es fällt mir diesmal besonders schwer das Buch zu bewerten, ohne vom Inhalt zu spoilern. Aber ich habe mich z.B. beim Lesen gefragt, warum sind eigentlich in solchen Thrillern immer nur Mütter die Hassobjekte und nicht die Väter, die ihre Kinder zurück lassen?

Die letzte Verfolgung, nachdem der Täter bekannt wird, hat mir die Realität etwas zu sehr verzerrt und ich dachte, hier ist ein Übermensch am Werk, der mit dem Fahrrad so schnell unterwegs ist und danach noch fit genug um in den Kampf zu ziehen, ich hoffe es war wenigstens ein E-bike. Zudem sind mir die Ermittler mit ihrem kopflosen handeln nicht sehr sympathisch.

Die großen Erwartungen aus dem Anfang, konnte der mittlere Teil und der Schluss nicht erfüllen. Atmosphäre 4 Sterne, Spannung 4 Sterne, aber Handlung und Charaktere je nur 3 Sterne und insgesamt auch nicht mehr als 3 Sterne für mich, wenig innovativ und zum Schluss zu unglaubwürdig.

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Zwischen Spannung und Schwächen

REM
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In REM erhält Alysee von ihrem Vater die Anweisung "Du darfst nicht einschlafen!", kurz darauf sieht sie wie er sich in einer beängstigenden Blutwolke auflöst. Ihre Mutter starb bereits bei Alysees Geburt ...

In REM erhält Alysee von ihrem Vater die Anweisung "Du darfst nicht einschlafen!", kurz darauf sieht sie wie er sich in einer beängstigenden Blutwolke auflöst. Ihre Mutter starb bereits bei Alysees Geburt und so wird sie zur Vollwaisen, die einer Pflegefamilie vermittelt wird. Allerdings haben die letzten Worte ihres Vaters schlimme Folgen für das gerade mal vierjährige Mädchen, um sich vorm Schlafen bzw. Träumen zu schützen verweigert sie seitdem das Schlafen. Mit der Zeit findet sie eine Lösung um traumlos Schlafen zu können, aber auch nur, wenn es nicht mehr anders geht. Nun ist sie 25 und ihr fällt ein unerwartetes Erbe ihres Vaters in die Hände. Sie ergreift die günstige Chance ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und ihr Leben neu zu ordnen. Begleitet wird sie von Nico, ihrem Pflegebruder und bestem Freund, der selbst von Träumen geplagt wird und nur Schwierigkeiten anzieht. Der Albtraum beginnt und endet nicht nach dem Aufwachen.

Im Vorfeld wurde mir dieser Horrorthriller groß über diverse Medien angepriesen und als Fitzek Fan und Horrorfilm Schauerin musste ich ihn lesen. Nun bin ich ernüchtert, zum einen war der Start mega spannend und der mittlere Part hatte auch gruselige Vibes, aber die farblosen Charaktere mit ihren Problemen und die für mich nicht ganz ausgereifte Handlung haben zu einem lapidaren Ende geführt. Von Sebastian Fitzek bin ich besser durchdachte Auflösungen und einen spannenderen Aufbau gewohnt, über Annika Strauss hörte ich zuvor nur Gutes, ich hatte bisher jedoch noch nichts von ihr gelesen. Sprachlich reicht dieses Buch nicht an andere Fitzek-Bücher heran, der O-Ton ist recht einfach, gerade zu kindlich naiv im Klang, vor allem wie träumerisch die Lösung doch sein kann.

Es gibt im Bereich Horror bereits mehrere Bücher und Filme zum Thema Schlafen und Träumen, vielleicht ist es deswegen schwerer zu überzeugen oder REM ist einfach nicht ganz ausgereift, aber ich hatte mir insgeheim mehr erhofft. Mehr blutige Details, schwerer zu bekämpfende"Monster" und dafür kein kitschiges Ende mit dahintröpfelndem Dialog zum Hintergrund der Vorkommnisse, der irgendwie aufgesetzt wirkte. Das Buch war dennoch kurzweilig zu lesen und gab mir zumindest vor dem Wendepunkt mit der Auflösung, kleine gruselige Momente, auch wenn ich weit größere Erwartungen hatte.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Viel Klischee, wenig Spannung und Krimi

Schwarze Schuld
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"Schwarze Schuld" war mein erstes Buch der Autorin "Angela Lautenschläger", das Cover, der Titel und der Klappentext haben mich sehr angesprochen. Es klingt nach einem spannenden Krimi, mit düsteren Geheimnissen. ...

"Schwarze Schuld" war mein erstes Buch der Autorin "Angela Lautenschläger", das Cover, der Titel und der Klappentext haben mich sehr angesprochen. Es klingt nach einem spannenden Krimi, mit düsteren Geheimnissen. Generell lese ich lieber selbst, hier habe ich mich aber mal für ein Hörbuch entschieden und bin sehr froh darüber. Die Sprecherin "Lisa Boos" hat eine angenehme ruhige Stimme, wenn sie nicht gerade die hektische Isabel spricht.
Es geht im allgemeinen um Lena, sie ist die neue Bezirksschornsteinfegerin von Jork, im Alten Land, sie ersetzt ihren Vorgänger, nachdem dieser kürzlich vom Dach stürzte und verstarb. Lena ist eine recht neugierige Person und findet bei ihrer Ankunft seltsame Zufälle, woraufhin sie auf eigene Faust ermittelt. Dabei lernt sie die recht klischeehaften Bewohner von Jork kennen und bekommt schnell auch Hilfe bei ihren Nachforschungen.

Leider muss ich sagen, mich hat der Krimi nicht gepackt, zwischen den Bewohner und Lena kamen tolle, lustige Dialoge auf, die mich zwar kurzweilig amüsierten, aber die Spannung oder überraschende Ereignisse und Wendungen, welche ich mir von einem Krimi wünsche, habe ich nicht gefunden. Die Ermittlungen plätschern eher im Hintergrund und stattdessen folgen wir Lena in Ihrem Tagesgeschehen, wobei sehr oft Essen bei ihr thematisiert wird. Ich habe mich oft über ihre Beweggründe gefragt, wieso sie als Neuankömmling, überhaupt einen Mord vermutet und aufklären will. Der eigentliche Dorfpolizist Kevin, gleichzeitig eher zum Statist taugt und man sich fragt, wie er zu seinem Job kam. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen, es zog sich in die Länge und war mir vorab schon ersichtlich. Da es sich hier um einen Reihenauftakt handelt, müssen natürlich alle Charaktere erstmal vorgestellt werden, aber ich wüsste auch nicht, was in Jork noch passieren sollte. Für mich war dieses Buch kein Krimi, wenn war es ein CosyCrime oder gar ein Roman.

Als Hörbuch etwas zum Schmunzeln nebenbei, zum selberlesen wäre es mir zu langatmig gewesen. Für Romanliebhaber mit kleinem Mordtwist bestimmt besser geeignet, als für Thriller und Krimiliebhaber.

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