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Veröffentlicht am 21.01.2026

Viel Klischee, wenig Spannung und Krimi

Schwarze Schuld
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"Schwarze Schuld" war mein erstes Buch der Autorin "Angela Lautenschläger", das Cover, der Titel und der Klappentext haben mich sehr angesprochen. Es klingt nach einem spannenden Krimi, mit düsteren Geheimnissen. ...

"Schwarze Schuld" war mein erstes Buch der Autorin "Angela Lautenschläger", das Cover, der Titel und der Klappentext haben mich sehr angesprochen. Es klingt nach einem spannenden Krimi, mit düsteren Geheimnissen. Generell lese ich lieber selbst, hier habe ich mich aber mal für ein Hörbuch entschieden und bin sehr froh darüber. Die Sprecherin "Lisa Boos" hat eine angenehme ruhige Stimme, wenn sie nicht gerade die hektische Isabel spricht.
Es geht im allgemeinen um Lena, sie ist die neue Bezirksschornsteinfegerin von Jork, im Alten Land, sie ersetzt ihren Vorgänger, nachdem dieser kürzlich vom Dach stürzte und verstarb. Lena ist eine recht neugierige Person und findet bei ihrer Ankunft seltsame Zufälle, woraufhin sie auf eigene Faust ermittelt. Dabei lernt sie die recht klischeehaften Bewohner von Jork kennen und bekommt schnell auch Hilfe bei ihren Nachforschungen.

Leider muss ich sagen, mich hat der Krimi nicht gepackt, zwischen den Bewohner und Lena kamen tolle, lustige Dialoge auf, die mich zwar kurzweilig amüsierten, aber die Spannung oder überraschende Ereignisse und Wendungen, welche ich mir von einem Krimi wünsche, habe ich nicht gefunden. Die Ermittlungen plätschern eher im Hintergrund und stattdessen folgen wir Lena in Ihrem Tagesgeschehen, wobei sehr oft Essen bei ihr thematisiert wird. Ich habe mich oft über ihre Beweggründe gefragt, wieso sie als Neuankömmling, überhaupt einen Mord vermutet und aufklären will. Der eigentliche Dorfpolizist Kevin, gleichzeitig eher zum Statist taugt und man sich fragt, wie er zu seinem Job kam. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen, es zog sich in die Länge und war mir vorab schon ersichtlich. Da es sich hier um einen Reihenauftakt handelt, müssen natürlich alle Charaktere erstmal vorgestellt werden, aber ich wüsste auch nicht, was in Jork noch passieren sollte. Für mich war dieses Buch kein Krimi, wenn war es ein CosyCrime oder gar ein Roman.

Als Hörbuch etwas zum Schmunzeln nebenbei, zum selberlesen wäre es mir zu langatmig gewesen. Für Romanliebhaber mit kleinem Mordtwist bestimmt besser geeignet, als für Thriller und Krimiliebhaber.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Sehr konstruiert und mit wenig Tiefe

Blutwild
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Ich habe mich hier von dem makaberen Coverbild und dem Titel "Blutwild" verleiten lassen. Leider konnte mich der Inhalt von Saskia te Marvelds Thriller-Debut nicht so mitreißen wie gedacht, unter "Er jagt. ...

Ich habe mich hier von dem makaberen Coverbild und dem Titel "Blutwild" verleiten lassen. Leider konnte mich der Inhalt von Saskia te Marvelds Thriller-Debut nicht so mitreißen wie gedacht, unter "Er jagt. Er zerstückelt. Er tötet." wie es auf der Rückseite heißt, hatte ich mir eine etwas blutigere Lektüre vorgestellt.

Es sind sechs Jahre vergangen seit Anka ihrem Peiniker entkommen konnte und dieser ins Gefängnis kam. Als sie nun mit einer Hilfe-Nachricht zu einer alten Waldhütte gelockt wird, beginnt für sie ein Albtraum, der sie in ihre traumatische Vergangenheit zurückversetzt. Ist ihr ehemaliger Peiniger bereits aus der Haft oder steckt jemand anderes hinter den neuen Verbrechen? Sie muss das Rätsel lösen, bevor sie erneut geschnappt wird.

Zunächst das postive, der Schreibstil und die kurzen Kapitel lassen sich zügig lesen, dazu kommt der relativ geringe Seitenumfang von knapp 300 Seiten. Die Spannung war gut verteilt und mir gefallen die Momente, in denen Anka in ihre Vergangenheit rutscht und die kleinen Psychospiele, welche einen Zweifeln lassen, was ist real und was bildet sich Anka ein. Schön wäre ein Einblick in die Sicht des Täters, um seine Intension nachvollziehen zu können oder etwas mehr über Ankas Vergangenheit/Beweggründe/Beziehungen. Ihr Charakter bleibt sehr oberflächlich und ich konnte mich nicht gut in sie und die Situation hineinversetzen. Insgesamt fehlt es mir in diesem Thriller an Tiefe, vielleicht hätten dem Werk ein paar Seiten mehr gut getan, um etwas mehr Hintergrund und Ermittlung einzufügen. Es gibt viele unlogische, recht konstruierten Momente die zwar die Geschichte vorantreiben, aber einen am Ende doch ratlos zurück lassen. Zu Beginn geht Anka z.B. alleine zur Waldhütte, obwohl sie es besser wissen müsste. Laut Inhalt war sie früher eine gute und beliebte Ermittlerin, da holt man sich Unterstützung, wenn doch alles an der Situation nach Falle schreit und mit ihrer Vergangenheit. Solche unlogischen Aktionen haben mir das Lesevergnügen leider stark getrübt. Aus der sonst guten Grundgeschichte, die mir schon gefallen hat, hätte man definitiv mehr rausholen können, sehr schade. Ich hatte zumindest am Schluss auf eine entsprechende Auflösung gehofft, aber auch hier ein recht abruptes Ende mit großen Verständnislücken.

Fazit, da wäre noch so viel mehr möglich gewesen aber für Liebhaber von leichter Unterhaltung, die nicht gerne mitdenken und miträtseln wollen oder mit dem Opfer/Täter mitfiebern möchten, eine kurzweilige Lektüre.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Komplex und etwas langatmig

Schattenspiel
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In Schattenspiel kommt Wolfgang, ein ehemaliger Kommissar, nach Berlin zurück um bei der Aufklärung eines Mordfalls zu helfen. Das prekäre, ermordet wurde Francisco, der Wolfgangs Berliner Villa kaufen ...

In Schattenspiel kommt Wolfgang, ein ehemaliger Kommissar, nach Berlin zurück um bei der Aufklärung eines Mordfalls zu helfen. Das prekäre, ermordet wurde Francisco, der Wolfgangs Berliner Villa kaufen wollte. Wolfgang war ursprünglich nach Spanien geflohen, um sein Leben neu zu starten, da er nicht mit der Ermordung von Claudia, seiner großen Liebe, klar gekommen ist. Jetzt muss er sich nicht nur der Gegenwart, sondern auch seiner Vergangenheit und seiner Zukunft stellen, denn bald geschieht ein neuer Mord und es wird für Wolfgang persönlich.

Generell mag ich verschachtelte Thriller zum mitraten und das konnte man hier sehr viel. Allerdings wären mir persönlich ein paar Charaktere, die für Wolfgang ermitteln weniger, auch recht gewesen. Denn genau dies geschieht hier. Wolfgang tritt mehr oder weniger auf der Stelle und versinkt in Selbstmitleid und Alkohol, was ihn mir unsympathisch gemacht hat. Während seine Freunde für ihn auf die Suche gehen. Einer von Ihnen spielt jedoch ein falsches Spiel und jeder scheint etwas vor ihm zu verbergen.

Zwischenzeitlich habe ich den Thriller auch mal zur Seite gelegt, jedoch in den letzten ca. 100 Seiten geschieht dann so viel, dass ich bis zum Ende in einem Zug durchlesen musste. Vielleicht wäre ich schneller in die Geschichte eingestiegen, wenn ich den ersten Teil gekannt hätte und das Ende hat mir auch gut gefallen, aber im Gesamten hat mich dieser Thriller nicht gepackt.

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Schwer zu lesen, aber mit sympathischen Held

Mumpelmoff und das Wunder am Schloss
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Mumpelmoff ist ein kleines Rundherum, welches allein bzw. mit seinem Ballon Kleinmeins in einem alten und verlassenem Schloss lebt. Es sehnt sich nach einem Freund. Als eines Abends eine Eulenprinzessin ...

Mumpelmoff ist ein kleines Rundherum, welches allein bzw. mit seinem Ballon Kleinmeins in einem alten und verlassenem Schloss lebt. Es sehnt sich nach einem Freund. Als eines Abends eine Eulenprinzessin in der Nähe des Schlosses auftaucht, versucht es sich durch selbstgemachte Kostüme mit der Eule bekannt zu machen. Leider gelingt dies nicht, doch kommt ihm eine gute Fee zur Hilfe.

Schon mal vorab, ganz überzeugt hat mich dieses Buch nicht, was aber vor allem an den vielen selbst ausgedachten Wortneuschöpfungen liegt. Über diese bin ich beim Vorlesen regelmäßig gestolpert auch wenn ich mich eigentlich als eine gute Vorleserin fühle. Auch mein Kind, allerdings noch nicht 5 Jahre, hatte dazu eher Rückfragen, statt diese für lustig zu halten.
Die unterschwelligen Themen in der Geschichte gefallen mir jedoch sehr. Es geht um Einsamkeit, Freundschaft, Treue, positives Selbstbild, umarmt von einer leicht gruseligen Umgebung und ganz viel Magie.
Es ist etwas ganz besonderes, wie sich Bo Starker diese eigene Welt ausgedacht und zum Leben erweckt hat. Nicht nur textlich, auch über die Illustrationen hat sie uns Mumpelmoffs Geschichte erzählt. Die Bilder sich detailreich, aber auch etwas düster und zugleich wunderschön. Vor allem das  Cover mit seiner goldenen Prägung sind zauberhaft!
Wir haben mit Mumpelmoff gelitten, als er sich ganz hinten im Buch entdeckt hat und uns umso mehr gefreut, als die Eule ihm seine besondere Seite zeigte, ganz ohne Kostüm.
Eingeteilt ist das Buch in 3 Teile mit je 3-4 Kapiteln. Der erste Teil war erwas zäh zu lesen, der mittlere hat beim Kind Interesse geweckt und der letzte Teil hat uns am besten gefallen, wenn die gute Fee auftaucht und Mumpelmoff sich selbst lieben lernt.

Das Buch passt gut zur aktuellen, etwas düsteren Jahreszeit, in der sich jeder nach den Leuchtpilzen sehnt um etwas mehr Licht um sich zu haben. Vielleicht lesen wir das Buch erst nochmal, wenn mein Kind älter ist, mal sehen ob es uns dann vom Text besser gefällt.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

Interessant zu lesen, jedoch für mich nicht hilfreich

Erziehung war gestern
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Gerade weil es so schlicht ist, wurde ich von dem Cover mit dem knallig leuchtenden Text verführt und ich habe mir das Buch mit dem interessanten Titel näher angeschaut.

Ich möchte eigentlich nicht viel ...

Gerade weil es so schlicht ist, wurde ich von dem Cover mit dem knallig leuchtenden Text verführt und ich habe mir das Buch mit dem interessanten Titel näher angeschaut.

Ich möchte eigentlich nicht viel zum Inhalt spoilern, denn jeder der sich vom Thema angesprochen fühlt, sollte das Buch selbst lesen und seine Schlüsse daraus ziehen. Man liest ja meist Bücher zu solchen Themen, wenn man sich und seine Ideale vertreten fühlt und so konnte auch ich mich im Inhalt und der grundsätzlichen Meinung der Autorin wiederfinden.

Ich finde es interessant, wie Ruth Abraham ihr Buch in verschiedene Bereiche unterteilt hat und wie sie die Leser direkt und ohne belehrhaftem Tonfall anspricht.  Besonders gefiel mir die Idee, dass Liebe nicht nur als Gefühl gesehen werden kann, sondern auch als eine Handlung gegenüber dem Kind oder als ein Bedürfnis, für ein glückliches Kind. Zudem, dass nicht die gebende Person entscheidet, was Liebe ist, sondern die empfangene. Ebenfalls gut finde ich den Denkanstoß, dass man mit dem eigenen Verhalten die Schablone für das zukünftige Leben vorgibt.
Im Verlauf der Kapitel wird dann der Drang nach Erziehung auf verschiedene Gründe zurückgeführt und erklärt, dass man sein Verhalten diesbezüglich hinterfragen muss. Jedoch fehlt mir am Ende ein praktischer Ansatz, wie man ohne Erziehung, die eigenen Werte an sein Kind vermitteln kann. Natürlich wird schon zu Beginn des Buchs mitgeteilt, dass es sich hier nicht um einen Ratgeber handelt und man seinen eigenen Weg finden muss, aber enthalten ist ein Kapitel "Lösungen" und diese konnte ich für meine Alltagssituation leider nicht finden.

Versöhnt bin ich zum Schluss zwar mit dem Ansatz "dass wir Elternschaft als eine Ansammlung von Prioritäten sehen. Was ist uns wichtig? Und warum?" Aber mir fehlt der Weg, wie ich meine wichtigen Prioritäten auf das Kind übertragen kann, ohne auf eine Form von Gewalt zurückgreifen zu müssen, denn diese beginnt ja schon beim lauten Wort.

Ich werde versuchen zukünftig öfter nachzudenken, warum ich mich über das Verhalten meiner Kinder aufrege und welche Alternativen zum "Nein" es geben könnte. Letztlich stimme ich jedoch nicht mit der Autorin überein, Erziehung war nicht gestern, sondern muss heute nur anders umgesetzt werden. Auf die Frage "wie?" fehlt mir weiterhin eine Antwort, damit wirklich alle Gewinnen.

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