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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2026

Ein verstörend, komisches (?!) Ende...

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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In den Schreibstil musste ich zunächst einmal hinein finden, da er für mich ein wenig zu abgehackt ist und ein flüssiges Lesen erschwert. Außerdem hat die Autorin Dita Zipfel wohl ganz bewusst ein paar ...

In den Schreibstil musste ich zunächst einmal hinein finden, da er für mich ein wenig zu abgehackt ist und ein flüssiges Lesen erschwert. Außerdem hat die Autorin Dita Zipfel wohl ganz bewusst ein paar Eigenheiten eingebaut, die befremdlich wirken sollen und an denen man sich vielleicht abstößt, wie etwa, dass das Baby keinen richtigen Namen erhält, sondern stets nur Baby genannt wird. Auch gibt es keine deutliche Kennzeichnung wem die Erzählsicht aus 3.Person folgt, wobei es sich nach der Namensnennung und besserem Kennenlernen der Charaktere vereinfacht.
Linn, ihr Partner Matze, Eva und Felix mit Kind Otto und Baby verbringen einige Tage Urlaub an der Cote 'd' Azur. Felix Person und Eigenschaften lernen wir nur aus Sicht seines besten Freundes Matze, der einmalig einen tieferen Rückblick liefert, und den Gedanken sowie Vorurteilen der beiden Frauen kennen. Eva und Linn sehen einander sehr unterschiedlich, aber jede nimmt die andere als beneidenswert wahr, sprechen dies nicht richtig aus und leben so in Missverständnis nebeneinander vorbei. Trotzdem entsteht eine Bindung zwischen ihnen, die als LeserIn rational nicht ganz nachvollziehbar, aber zwischen den Zeilen stark spürbar ist.

Das Ende würde ich definitiv als etwas verstörend und überaus verwirrend beschreiben, denn es stellt die ganze zunächst kritisch und feinfühlig behandelte Thematik über Kinderwunsch, Schwangerschaft und die Herausforderungen des Mutter-sein, komplett in den Schatten. Ich konnte zwar kurz auflachen, weil es wirklich unerwartet sowie komisch war, aber mit einem anderen Abschluss hätte ich eine höhere Bewertung abgegeben. Außerdem bleiben einige Dinge, wie auch etwa Felix Vergangenheit und Schwierigkeiten lediglich in einem kurzen Absatz angeschnitten und somit offen.

Wie passend auch das Cover mit dem gelben Vogel gewählt wurde, erfährt man auch erst im Laufe der Geschichte.

Fazit: Ein starkes Buch, das mich leider mit Verwirrung und nicht dem gewünschten Nachhall zurücklässt! Da es sehr kurz ist, war es trotzdem interessant zu lesen!

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Für Fans von Romantik und Mode

Les Bouttiers – Wir sind jetzt
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Eine Dreiecksbeziehung, eine Lovestory ala Capulet und Montague aufgrund von verfeindeten Modehäusern, Paris, die Hauptstadt der Liebe als Handlungsort, das ein oder andere Geheimnis eines langen Familienstammbaums?! ...

Eine Dreiecksbeziehung, eine Lovestory ala Capulet und Montague aufgrund von verfeindeten Modehäusern, Paris, die Hauptstadt der Liebe als Handlungsort, das ein oder andere Geheimnis eines langen Familienstammbaums?!
Das klingt doch eigentlich alles sehr vielversprechend im neuen Roman von Antonia Wesseling, jedoch war es leider mein erstes Buch der Autorin, das mich nicht mitreißen konnte!
In der gewohnten POV Sicht von Liebesromanen/New Adult Büchern wird die Handlung aus den zwei männlichen Perspektiven von Adam und Gabriel wiedergegeben und der weiblichen Hauptprotagonistin Elodie, die einen wunderschönen Namen trägt. Zu keinem der Charaktere habe ich leider eine Bindung aufbauen können, aber besonders nicht zu ihr. Sie wirkte für mich flach und hatte keinerlei interessante Charakterzüge.
Zudem bin ich nicht ganz die Modefanatikerin, daher fand ich vieles rund um den Aufbau des Settings in der Modeindustrie und der inszenierten Designs langatmig, um nicht zu sagen langweilig (Sorry!). Das einzig annähernd spannende war der Einbau von Romeo und Julia Aspekten durch Elodie und Adam, mit den verfeindeten Modehäusern. Denn die andere Liebesbeziehung zu Gabriel hatte durchwegs etwas Verstörendes, wenn diese nicht sogar ein wenig widerlich (Zitat von der Autorin selbst aus Sicht von Elodie) aufzufassen ist.
Es ist am Ende eine ungewohnt, weiche und sehr romantische Story aus der Feder von Wesseling, wodurch mir ihr gewohnt, krimimäßige Stil mit fesselnden Twists fehlte!

Normalerweise erwähne ich so etwas nie, jedoch hat es mein Lesevergnügen wirklich maßgeblich beeinträchtigt, denn das Buch hatte so einen unangenehmen Geruch-vielleicht durch die besondere Ausgabe mit dem Farbschnitt und den haptischen Details am Cover ?! - jedenfalls sehr störend, wenn man sich in die Geschichte einleben soll...

Fazit: Das schwächste Buch, welches ich bisher von der Autorin gelesen habe! Vielleicht für große Modefans, die langsame, romantische Geschichten mögen?!

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Langsamer Spannungsbogen

Minnesota
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Der Autor des Buchs Jo Nesbo steht schon lange auf meiner Leseliste und so freute ich mich umso mehr, als mir das Hörbuch zu Minnesota in die Hände fiel!
Ermittler Bob Oz begibt sich im Jahr 2016 in die ...

Der Autor des Buchs Jo Nesbo steht schon lange auf meiner Leseliste und so freute ich mich umso mehr, als mir das Hörbuch zu Minnesota in die Hände fiel!
Ermittler Bob Oz begibt sich im Jahr 2016 in die Fußspuren von einem Täter eines
missglückten Mordversuchs und erhält dabei in Gesprächen mit Zeugen einen Einblick, der zeigt, dass nicht alles immer Schwarz und Weiß ist.

Die Handlung passiert in meinen Augen trotz der Zeitebenen-Wechsel nur im Schritttempo mit teils langatmigen Beschreibungen und ließ für mich Luft nach oben in der Hinsicht auf das Genre Thriller.
Im Mittelpunkt steht oftmals nicht der Erzählstrang zur Ermittlung des Täters, sondern die Gespräche zu vermeintlichen Nebencharakteren, die mit verschiedenen Perspektiven zu gesellschaftskritischen Themen wie etwa Ökonomie, Religion, amerikanische Waffenpolitik, Korruption, Rassismus, besonders der Fall Floyd..z.B. den Hauptprotagonisten Bob zum Denken anregen. Zudem bringt Jo Nesbo zynisch und unter schwarzem Humor verdeckt stetig Kritik an Amerikas politischen Strukturen an, die mit wiederkehrenden Statistiken besonders zu Todesfällen in Zusammenhang mit Waffen untermauert wird. Interessant war, dass raffiniert zahlreiche Verbindungen zum Heimatland des Autor verschiedenen norwegische Anekdoten in der Erzählung angeknüpft werden.

Der Stimme des Sprechers David Nathan zuzuhören ist sehr angenehm, auch wenn ich mir bei ihm zu Beginn schwer tat die Charaktere auseinander zu halten.

Fazit: Ein interessanter Thriller mit langsamen Spannungsbogen!

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Thriller ohne Thrill?!

Belladonnas
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Obwohl mich sowohl Cover als auch Klappentext zunächst nicht abgeholt haben, war ich nach wenigen Zeilen mit einem sehr modernen, ungewohnten Schreibstil der Autorin Liann Zhang in der Geschichte ...

Obwohl mich sowohl Cover als auch Klappentext zunächst nicht abgeholt haben, war ich nach wenigen Zeilen mit einem sehr modernen, ungewohnten Schreibstil der Autorin Liann Zhang in der Geschichte gefangen. Es lässt sich daher durchaus sagen, dass es ihr unvermittelt gelingt die LeserInnen mit teilweise direkter Ansprache in die Welt des "Influencing" der Zwillingsschwestern Chloe und Julie zu führen.
Die Erzählperspektive folgt Julie, einer durchaus sympathischen, wenn auch unkonventionellen Hauptprotagonistin und war für mich definitiv eine positive Abwechselung, da sie ihre Gedanken teilweise unvermittelt teilt- ganz unkompliziert als wäre man quasi gerade mit ihr unterwegs in dem verdrehten Universum des Schein und Seins der Sozialen Medien.

Ich weiß nicht ob ich mit dem Genre Thriller wirklich einverstanden bin, denn der Thrill fehlte mir definitiv. Es ist eine oberflächliche Spannung zwischendurch vorhanden, die gegen Ende etwas mehr zunimmt, aber genauso wenig wirksam ist wie der Roman das Potential der Thematik rund um Kapitalismus, unrealistische Körperbilder, Verkauf von sich an Großkonzerne und Marken, übermäßiger Konsum, verleugnen der Priviligiertheit und dergleichen, kritisch anspricht.
Zudem war die Handlung ab dem letzten Drittel zunehmend unrealistisch und mir persönlich zu abgedreht, wodurch sich das Lesevergnügen leider schmälerte. Besonders ein Kapitel bzw. eine Szene war einfach nur sehr ekelhaft, trotz Erfahrung im Lesen von grausamen, medizinischen Thrillern. Unter anderem dadurch und dem weiteren Geschehen schafft es die Autorin natürlich zum Abschluss für Aufruhr zu Sorgen und verfehlt trotzdem wieder der Hauptprotagonistin eine gewisse Lehre und Entwicklung zu zugestehen.

Fazit: Suhrkamp hat mir bereits einige unvorhersehbare Thriller bereitet und mich mit immer neuen Storylines überrascht. So auch hier, leider dieses Mal mit dem Ende nicht im Positiven, wodurch ich nur 3 Sterne vergebe. Es sich aber trotzdem um ein gutes Buch handelt!

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Hin- und Hergerissen

Falling in too deep
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Ein wunderschönes atlantisches Meerescover, welches ideal zu der Storyline einer verschwunden Influencerin in einem Camp voller anderer Instagramer an der portugiesischen Küste passt.

Der Aufbau beginnt ...

Ein wunderschönes atlantisches Meerescover, welches ideal zu der Storyline einer verschwunden Influencerin in einem Camp voller anderer Instagramer an der portugiesischen Küste passt.

Der Aufbau beginnt sehr interessant, da man über "Posts" und Zeitungsartikel vom Verschwinden einer jungen Frau namens Iva erfährt. In Rückblicken mit Zeitangaben zu Monaten, Wochen, Tage bevor sie vermisst wird, erfährt man aus der Ich-Perspektive ihre Geschichte und erhält einen guten Einblick in das Camp und ihre Bewohner. Oft glaubt man im Laufe der Erzählung an den Punkt des Zusammentreffens der Handlungsstränge angelangt zu sein und wird jedoch erneut von einer Wendung überrascht.
Jedoch machen leider auch genau diese ständigen Neuigkeiten die gesamte Geschichte ungläubig und obwohl in der Social Media Welt wirklich alles viel mehr Schein als Sein ist, wird dieses vorhandene Potential relativ naiv, kurz, wenig kritisch und ungenügend thematisiert. Dafür gab es viele Absätze, die zu langwierig, ausladend und unnötig detailliert beschrieben wurden, wodurch ich die Zeilen meist nur überflog.
Die Charaktere blieben zu wenig ausgearbeitet, hatten alle unsympathische Züge und Iva war mir viel zu oberflächlich, dümmlich in ihren Gedankengängen und war extrem nervig, weil sie so leicht beeinflussbar war.
Mir fiel es ausgesprochen schwer, dieses Buch für mich einzuordnen, denn unter anderem wollte ich es unbedingt fertig lesen, da ich ständig Erwartungen an die noch folgende Handlung hatte und andererseits blieb ich von allem nicht vollständig überzeugt zurück.

Fazit: Leider wirkte das Buch weder wie ein Thriller noch eine Liebesgeschichte, geschweige denn wie beides zusammen, sondern viel mehr gefangen in der Zerrissenheit zwischen dem Gedanken beides zu wollen!

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