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Veröffentlicht am 03.08.2026

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Drei Frauen
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Drei Frauen leben unter einem Dach, Großmutter, Mutter und Tochter, die auch Enkelin ist. Die sechzigjährige Gesuina pfeift auf ihr Alter und auf die Konventionen, solange sie lebt, will sie das Leben ...

Drei Frauen leben unter einem Dach, Großmutter, Mutter und Tochter, die auch Enkelin ist. Die sechzigjährige Gesuina pfeift auf ihr Alter und auf die Konventionen, solange sie lebt, will sie das Leben genießen und dabei nicht prüde sein. Ihre Tochter Maria liebt Bücher, in der Literatur fühlt sie sich wohl. Ihren Freund sieht sie nur alle paar Monate, wenn sie gemeinsam in den Urlaub fahren, ansonsten schreiben sie sich Briefe, ganz altmodisch mit der Hand. Ganz anders Lori, Tochter und Enkelin, die noch zur Schule geht und rebelliert. Das Zusammenleben bekommt erste Risse, als ein Mann die Bühne betritt.

»Der lächerliche Franzose ist da, der bei näherem Hinsehen gar nicht so lächerlich wirkt, mon amour sieht richtig gut aus und Mama umschwärmt ihn, ist über beide Ohren verliebt.« (Seite 53)

Ein Jahr und einen Monat lang habe ich die drei Frauen begleitet, jede von ihnen hatte viel zu berichten, ein paar Überschneidungen gehörten dazu. Es war interessant, wie unterschiedlich gleiche Situationen interpretiert wurden, einem Voyeur gleich hörte ich bei allen dreien fasziniert hin. Die Kapitel sind mit dem jeweiligen Datum versehen, aber wer gerade erzählte, kristallisierte sich erst beim Lesen heraus. Die Großmutter nutzte dafür ein Diktiergerät, die Tochter wählte die Briefform und die Enkelin das gute alte Tagebuch. Eine ungewöhnliche Geschichte, die mich amüsiert und gut unterhalten hat, bis ein Verrat zur Tragödie führte und das Drama seinen Lauf nahm. Nah am Leben und schmerzhaft, drei Generationen und ich mittendrin. Gerne schaue ich mir nun weitere Bücher der mir bisher unbekannten Autorin an.

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Veröffentlicht am 22.07.2026

Gewaltige Liebe

Das zwölfte Haus
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Als Bill, der Bruder von Molli, schwerverletzt aufgefunden wird, neben ihm die Leiche seines Freundes, eilt diese an sein Krankenbett. Dort kommen Erinnerungen hoch an eine Kindheit, die nicht einfach ...

Als Bill, der Bruder von Molli, schwerverletzt aufgefunden wird, neben ihm die Leiche seines Freundes, eilt diese an sein Krankenbett. Dort kommen Erinnerungen hoch an eine Kindheit, die nicht einfach war. Geprägt von Gewalt und Vernachlässigung stellt sich Molli ihren Dämonen und erkennt, dass sie stärker ist als sie dachte.

»Wenn ich sie ertragen soll, muss die Gewalt gleichmäßig verteilt werden, das habe ich mir vorgenommen. Die Gewalt hat keinen Anfang, es gibt keinen Punkt, an dem sie zum ersten Mal auftritt.« (Seite 18)

Die ersten Seiten gestalteten sich für mich schwierig, was daran lag, dass Molli partout nicht den Elefanten im Raum benennen wollte und lieber von Thema zu Thema sprang, um die Vergangenheit noch ein bisschen außen vor zu lassen. Man kann sich vor der eigenen Geschichte jedoch nicht drücken und so gelangten wir schließlich an den Anfang, Molli genauso wie ich.

»Wenn ich mir einen Anfang aussuchen muss, dann soll es dieser sein: Karla wird von einem fürchterlichen Mann erwählt. So ist es.« (Seite 25)

Das Protokoll einer Kindheit, die keine schöne war, stilistisch eigenwillig und nicht immer einfach zu verstehen, berührte mich die Erzählung von Molli dennoch sehr. Es gab viele Sätze, die wie Kanonenkugeln waren, viele Absätze trafen mich mitten ins Herz. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer schönen Sprache belohnt, auch wenn die Geschichte insgesamt nicht leicht zu ertragen war. Lesenswert.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Leicht und unterhaltsam

Das Fräulein Buchhändlerin
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In Bielefeld des Jahres 1965 ist die Welt noch in Ordnung, aber noch ist die Zeit nicht gekommen, in der Frauen heiraten und berufstätig sein können. Die Buchhändlerin Amanda sieht das anders, trotz Verlobung ...

In Bielefeld des Jahres 1965 ist die Welt noch in Ordnung, aber noch ist die Zeit nicht gekommen, in der Frauen heiraten und berufstätig sein können. Die Buchhändlerin Amanda sieht das anders, trotz Verlobung in die besseren Kreise sieht sie sich nicht als Ehefrau und Mutter, sondern träumt davon, eine eigene Buchhandlung zu eröffnen. Als sich die Gelegenheit ergibt, den Laden ihres Chefs Otto Angler zu übernehmen, stürzt sich Amanda in den Kampf gegen engstirnige Männer und die Umstände der damaligen Zeit.

»Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass du mit dieser Nummer durchkommst, Amanda. Wir sind nicht in Amerika. Und es ist 1965. Du kannst im Jahr 2000 solche Faxen machen. Verheiratet mit dem Studierer oder Buchhändlerin. Eins von beidem.« (Seite 61)

Martina Bergmann nimmt die Leserinnen und Leser an die Hand und reist mit ihnen zurück in die Vergangenheit. Der Krieg ist vorbei, das Gröbste geschafft, die Zeit reif für ein Wirtschaftswunder. Mit der Emanzipation der Frauen allerdings ist es noch nicht weit her. Ein Fräulein durfte lernen, arbeiten durfte es auch, zumindest bis zur Heirat, denn mit der Bezeichnung als Frau endete dieses Kapitel, der Herd, das Heim und im besten Fall die Kinder, sie riefen. Karriere machte nur, wer ein Fräulein blieb. Man hatte also die Wahl, aber fair war das nicht.

Man merkt der Autorin, die selbst eine Buchhandlung betrieb, die Liebe zu Büchern, aber auch zu Ostwestfalen an, ihr Loblied auf Bielefeld rührte mich ein bisschen. Die Sprache ist der damaligen Zeit angepasst, was mich manchmal stutzen ließ, jedoch auch dazu beitrug, dass ich mich in die Vergangenheit zurückversetzt fühlte. Es ist ein leichter Roman, der Ereignisse thematisiert, die ich so nicht kennengelernt habe, was ich als ein großes Privileg empfinde. Die Geschichte von Amanda steht stellvertretend für viele andere Frauen, es ist imponierend und inspirierend, so viel ist klar. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Still und kraftvoll zugleich

Kaltblut
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Stubber ist ein Einzelgänger, scheu und wortkarg ist er, seit er zurückkam aus der Großstadt, nachdem seine Eltern verstorben sind. Er arbeitet als Sprengmeister, da braucht er nicht gesellig zu sein. ...

Stubber ist ein Einzelgänger, scheu und wortkarg ist er, seit er zurückkam aus der Großstadt, nachdem seine Eltern verstorben sind. Er arbeitet als Sprengmeister, da braucht er nicht gesellig zu sein. Als elf Männer bei einer Explosion sterben, gibt man ihm die Schuld, schließlich war es sein Sprengstoff, da kann es anders nicht sein. Als sein Alibi bestätigt wird, sucht man im Tal den Täter, Stubber aber geht in die Berge, weil die Schuld ihn erdrückt. Die Schuld und die Sehnsucht nach seiner Frau.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um das Romandebüt des bekannten Schauspielers Wolfgang Maria Bauer. In bildhafter Sprache und Sätzen so karg wie die Landschaft, in der die Handlung spielt, erzählt er die Geschichte von Stubber. Mir hat der Roman gut gefallen, obwohl ich nicht sicher bin, die vielen ungesagten, zwischen den Zeilen stehenden Hinweise richtig verstanden zu haben. Manchmal verschwamm die Grenze zwischen der Realität und der Fiktion, ein bisschen Wahnsinn brach durch, ergab nicht immer, zumindest für mich, einen Sinn. Insgesamt ein außergewöhnlicher und stimmungsvoller Roman.

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Veröffentlicht am 14.12.2024

Guter Reihenstart mit großartigen Charakteren

Dorn. Hotel der Angst
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Karla Hofbauer vom Cold Case Management am Bundeskriminalamt in Wien wird in Deutschland ermordet, sie hat in Hamburg verdeckt ermittelt und kam dem Täter anscheinend zu nah. Weil sie unautorisiert dort ...

Karla Hofbauer vom Cold Case Management am Bundeskriminalamt in Wien wird in Deutschland ermordet, sie hat in Hamburg verdeckt ermittelt und kam dem Täter anscheinend zu nah. Weil sie unautorisiert dort war, werden die richtigen Schlüsse nicht gezogen, da die Verbindung fehlt. Einzig die Kriminalpolizistin Lea Wagner verbeißt sich in den Fall, erste Spuren führen die junge Frau nach Bad Gastein, wo in einem leer stehenden, mehr als renovierungsfälligen alten Hotel der ehemalige Kriminalpsychologe Simon Dorn Zuflucht gefunden hat. Zusammen jagen die beiden einen Serienmörder, der sein Ziel noch nicht erreicht hat.

»Am Ende verhielt es sich wie mit den meisten Fällen, die Dorn kennengelernt hatte: Es gab kein Schwarz oder Weiß, kein Gut oder Böse, kein Richtig oder Falsch. Bloß tausend Abstufungen in Grau - und ein Pendel dazwischen, das mal mehr in die eine, mal mehr in die andere Richtung schwang.« (Seite 370)

Der großartige Prolog verwirrte mich zu Beginn maximal und hat bereits bei der Leseprobe dafür gesorgt, dass ich der interessanten Geschichte entgegenfieberte. Leider ließ sich Jan Beck danach sehr viel Zeit, bis es tatsächlich richtig losging, was man damit erklären könnte, dass die Figuren langsam entwickelt und vorgestellt werden sollten, allerdings wurde da noch nicht wirklich viel über Lea und Simon verraten. Dies änderte sich zum Glück etwa in der Mitte des Buches, das Tempo zog beträchtlich an und der Nervenkitzel kam förmlich um die Ecke geschossen. Ab da ging es Schlag auf Schlag und ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Der Fall war kaum zu durchschauen, die vielen losen Fäden zu entwirren gelang mir tatsächlich lange Zeit nicht. Das hat mir echt gut gefallen, obwohl ich zwischendurch sicher war, dass sich die Teile nie zufriedenstellend zu einem Ganzen fügen würden. Jan Beck belehrte mich eines besseren und hat es letztendlich geschafft, meine dunkle Seite glücklich zu machen. Ich hoffe, im nächsten Teil mehr über die weiteren Zimmer im Hotel Dornwald zu erfahren und freue mich auf eine Fortsetzung.

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