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Veröffentlicht am 25.01.2026

Die Entwicklung von Wei

The Poet Empress
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"The Poet Empress" von Shen Tao ist eine Fantasy-Geschichte in einem asiatischen Setting. Ich würde es nicht als Jugendbuch einordnen und auch nicht als Romantasy, zum Glück, obwohl das Buch von außen ...

"The Poet Empress" von Shen Tao ist eine Fantasy-Geschichte in einem asiatischen Setting. Ich würde es nicht als Jugendbuch einordnen und auch nicht als Romantasy, zum Glück, obwohl das Buch von außen fast so aussieht.
Yin Wei lebt auf dem Dorf und ist bitterarm, so wie das komplette Dorf, im Land herrschte eine Hungersnot und auch ihre Familie musste schon geliebte Menschen verabschieden deshalb.
Als der Kaiserhof, der Azaleenpalast, also Konkubinen sucht für den neuen Thronfolger Prinz Terren, verlässt Wei ihre Familie, um ihr zu helfen, obwohl der Prinz als grausam und böse bekannt ist.
Am Hof geht es um Intrigen, politische Machtspiele, Heuchelei und Lügen. Mit allem davon ist Wei nicht vertraut, sie scheint wenig Chancen zum überleben zu haben.
Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht von Wei, wobei immer wieder mal Rückblenden über die einzelnen Prinzen eingeblendet werden, die sie aus Gesprächen erfährt.
Das Buch ist sehr gut geschrieben, teils mit klaren, harten Worten, teils auch poetisch. Es ist von Beginn an eine Spannung vorhanden.
Mir hätte noch mehr Hintergrundwissen zu den politischen Konstellationen im Land gut gefallen, es gibt da aber schon einiges an Information.
Es gibt hier Gewalt, nicht mehr als notwendig und auch nur, um Inhalt zu verdeutlichen und die Entwicklung von Terren und Wei nachvollziehen zu können, um den Hass zu verstehen.
Das war auch am eindrucksvollsten, was Wei hier für eine Entwicklung durchmacht, um letztendlich zu ihrer Ballade von Liebe und Tod zu gelangen. Sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Ein Mensch bleiben

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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"Wenn die Kraniche nach Süden ziehen" von Lisa Ridzén ist ein leises Buch, dass bei mir aber stark nachhallt, nach dem Beenden denke ich immer wieder über einige Passagen nach.
Bo ist 89 und einsam, er ...

"Wenn die Kraniche nach Süden ziehen" von Lisa Ridzén ist ein leises Buch, dass bei mir aber stark nachhallt, nach dem Beenden denke ich immer wieder über einige Passagen nach.
Bo ist 89 und einsam, er lebt mit seinem Hund Sixten auf dem Hof, der so lange schon seine Heimat ist.
Seine Frau lebt in einem Pflegeheim, sie hat Demenz und erkennt ihn nicht mehr, er redet in Gedanken mit ihr.
Ein langjähriger treuer Freund ist noch da, sie schweigen sich ab und zu am Telefon an, ein liebevolles Schweigen. Bo ist sowieso ein schweigsamer Mann, er kennt es nicht anders und über Gefühle spricht man schon gar nicht.
Er ist nicht lieblos, nein, aber er hat es nicht gelernt über Dinge zu reden, über Gefühlsdinge. Allerdings weiß er aber, das er das noch muss, vor seinem Tod.
Sein Sohn besucht ihn regelmäßig und kümmert sich liebevoll, auch er eher kein großer Redner.
Bo hat eine gute Absicherung durch den staatlichen Pflegedienst, dieses System scheint gut zu funktionieren, fand ich beeindruckend.
Als Bo zusehends abbaut, beschließt der Sohn, der Hund muss weg. Das kann Bo nicht zulassen, er merkt, wie wenig Möglichkeiten ihm bleiben, sich zu wehren. Er verliert sich zunehmend in seinem Kummer, seiner Wut, seiner Angst.
Das Buch ist so einfühlsam geschrieben, ich fühlte mich oft, als säße ich dort mit in der Küche.
Es ist ein ruhiges Buch, aber es geht um ein ruhiges Leben, ein Buch, dass sehr emotional ist, obwohl es oft abweisend erscheint. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Andere Betrachtungen

Medea
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Rosie Hewletts "Medea" ist eine gelungene Nacherzählung der klassischen Sage aus Kolchis. Während die traditionellen Mythen oft die Taten Jasons und der Argonauten betonen, stellt dieser Roman die weibliche ...

Rosie Hewletts "Medea" ist eine gelungene Nacherzählung der klassischen Sage aus Kolchis. Während die traditionellen Mythen oft die Taten Jasons und der Argonauten betonen, stellt dieser Roman die weibliche Sichtweise konsequent ins Zentrum.
Die Autorin zeichnet das Bild eines jungen Mädchens, das in einem grausamen, patriarchalen Umfeld aufwächst und dem selbst von den engsten weiblichen Verwandten kaum Empathie entgegengebracht wird. Die Trennung von ihrer Mentorin Circe verstärkt Medeas Verunsicherung, während ihre Kräfte wachsen. Mir hat besonders die Charakterzeichnung gefallen: Medea wird hier nicht als bloßes Monster dargestellt, sondern als komplexe Figur, deren Motive psychologisch nachvollziehbar bleiben. Ein fesselnder Roman, der zum Nachdenken über die Einseitigkeit klassischer Überlieferungen anregt.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Auf der Flucht

Waldmann
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"Waldmann" von Thomas Ziebula ist nicht mein erstes Buch des Autors und deshalb bin ich hier schon mit recht hohen Erwartungen herangegangen. Gleich zu Beginn kann ich sagen, ich wurde absolut nicht enttäuscht.
Das ...

"Waldmann" von Thomas Ziebula ist nicht mein erstes Buch des Autors und deshalb bin ich hier schon mit recht hohen Erwartungen herangegangen. Gleich zu Beginn kann ich sagen, ich wurde absolut nicht enttäuscht.
Das Buch punktet mit einer guten, präzisen Schreibweise, Spannung von Beginn an, verschiedenen Erzählsträngen, denen man gut folgen konnte und nicht zuletzt mit einem brisanten und hochaktuellen Thema.
Johannes Waldmann arbeitet als Ermittler für die Bonner Mordkommission und hat auch privat ziemlich viel zu tragen. Seine geliebte Frau Maria verschwand auf einem Basar in Lagos, von einem Augenblick auf den anderen und trotz seiner intensiven Suche hat er noch immer keine Spur gefunden. Das war vor sieben Jahren.
Jetzt ist auch eine junge Frau verschwunden, eine Ukrainerin und es gibt noch Hinweise auf ähnliche Fälle unter ihren Bekannten. Das geschah am Tatort des Mordes an einem bekannten Lokalpolitiker, das macht die Ermittlungen nicht einfacher.
Was sich dann entfaltet, nach und nach, ist wirklich absolut unheimlich, Rituale, Entführungen, Ausbeutung, Menschenhandel, ein Sumpf böser Verbrechen.
Am besten fand ich hier aber die Charakterzeichnungen, sei es Waldmann selbst, seine Mitarbeitenden, Familie oder auch die Opfer. Sie alle stehen mir lebendig vor Augen, sie sind alle glaubwürdig und lebensecht.
Ich würde sehr gerne weitere Bücher rund um Waldmann lesen, er ist ein sehr interessanter und facettenreicher Protagonist.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Anspruchsvoll und spannend

Dogma der Wahrheit
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"Dogma der Wahrheit" von E.X. Behemoff ist der erste Teil der Dilogie "Das Honeypot-Protokoll". Das Buch ist spannend und es ist dystopisch und ich warte jetzt voller Vorfreude auf den Abschlussband.
Der ...

"Dogma der Wahrheit" von E.X. Behemoff ist der erste Teil der Dilogie "Das Honeypot-Protokoll". Das Buch ist spannend und es ist dystopisch und ich warte jetzt voller Vorfreude auf den Abschlussband.
Der Schreibstil ist gut lesbar, der Plot durchdacht, die Themen brandaktuell und die Erzählweise intelligent und doch mit einer Prise Humor.
Die Welt, in die man hier geworfen wird ist rau, sie ist kalt, sie ist anders. Ich habe schon etwas gebraucht, um mich hier komplett einzudenken. Hat man das aber geschafft, packt es einen und nimmt mit auf eine wirklich ganz einzigartige Reise.
Das menschliche, sogar Gedanken, sind nicht mehr frei und werden kontrolliert, Überwachung und Manipulation ist alles. Nicht mal mehr, was man sieht und wahrnimmt, ist echt, alles eingespielt und manipuliert.
Durch Hagen, den Protagonisten, bleibt man aber mit den Gedanken auf der Seite der Menschlichkeit. Er möchte seine Familie und Freunde retten, er ist bereit, alles dafür zu geben. Aber auch er muss erst lernen, wie tief und weit der Betrug hier wirklich reicht.
Das Buch ist sehr komplex und vielschichtig aufgebaut, sehr clever und geschickt konstruiert, auch bietet es Täuschung und absolut überraschende und geniale Wendungen.
Die Geschichte erlebt man durch die Augen einiger Auserwählter, auch in verschiedenen Zeitebenen, die sehr verschieden sind und so noch zusätzliche Dynamik mitbringen.
Auf dieses Buch muss man sich einlassen können, nichts fürs locker nebenher lesen. Wenn man das möchte und Thriller, Dystopien und Science Fiction gerne liest, wird hier hochgradig belohnt mit einer komplexen und anspruchsvollen Geschichte.

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