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Veröffentlicht am 16.02.2026

Technik trifft Psychothriller

Das Signal
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Dieser Roman von Ursula Poznanski ist ein fesselnder Technologiethriller, der Elemente des Psychothrillers kombiniert. Die Geschichte dreht sich um ein altes Gebäude, eine Frau mit einer Behinderung und ...

Dieser Roman von Ursula Poznanski ist ein fesselnder Technologiethriller, der Elemente des Psychothrillers kombiniert. Die Geschichte dreht sich um ein altes Gebäude, eine Frau mit einer Behinderung und ein digitales Spiel, das die Grenzen zwischen Realität und Wahn verschwimmen lässt.

Bei einem Unfall im noch nicht fertiggestellten Weinkeller erleidet die junge Innenarchitektin Viola Decker den Verlust eines Beins. Ihre Realität besteht nun ausschließlich aus Herausforderungen. Ihr Ehemann Adam verspricht, sich um alles zu kümmern und sämtliche Hindernisse aus ihrem Leben zu entfernen. Auf den ersten Blick scheint er dieses Versprechen rührend zu erfüllen. Doch beim barrierefreien Umbau ihres abgelegenen, alten Hauses zeigt er sich nicht besonders eilig. Zudem ist sein übertriebenes Kümmern eher belastend für Viola, da sie buchstäblich im Erdgeschoss gefangen ist, immer in der Gesellschaft einer schweigsamen Pflegerin, die sie ständig überwacht. Viola hat das Gefühl, in einem Gefängnis zu leben. Ihre Isolation wird immer deutlicher.

Und immer wieder verschwinden wichtige Dinge aus Violas Reichweite – Rollstuhl, Krücken, Computer. Sie kommt auf die Idee, die Geräte mit winzigen GPS-Trackern auszustatten, um nicht lange danach suchen zu müssen. Aber nicht nur die Gräte. Als Adams Verhalten sich zu verändern beginnt und er immer häufiger spät nach Hause kommt, beginnt sie heimlich, auch ihn zu tracken, und entdeckt schon bald beunruhigende Muster. Offensichtlich belügt er sie über seinen Tagesablauf – und nicht nur er. Warum? Mit jedem Tag und jeder Lüge wächst in Viola ein furchtbarer Verdacht und sie beschließt, dem Verhalten ihres Mannes etwas entgegenzusetzen.

Ursula Poznanski hat einen ganz perfiden, um so spannenderen Psychothriller geschrieben, der voller Überraschungen und schließlich auch Wendungen strotzt. Die im Roman zum Einsatz gelangende Technikl sollte so manchen Leser ins Grübeln bringen, wenn er es nicht schon längst gemacht hat. Die Technik und ihre Funktionsweise ist faszinierend. Die Rückschlüsse, die die Protagonistin daraus zieht sind immer wieder einleuchtend und plausibel.

Davon abgesehen, dass man als Leser gespannt sein darf, wie die ganze Situation am Ende gelöst wird, ist es auch interessantz zu erleben, wie die Protagonistin mit ihrem fehlenden Bein umgeht und wie sie auch mit dieser Situation umgeht.

Das Figurenportfolio ist so angelegt, dass man als Leser ganz klar gut und böse voneiner unterscheiden kann und nach wenigen Seiten weiß – oder der Meinung ist zu wissen – für wen man Sympathie und für wen Abneigung hegen soll. Meine Lieblungsfigur bei allem ist allerdings Benno, der Sohn der Nachbarn. Ihr dürft euch auf die Begenung mit ihm freuen.

„Das Signal“ von Ursula Poznanski ist ein fesselnder Psychothriller, der moderne Technik geschickt einsetzt, um die Spannung zu steigern und an Hitchcock zu erinnern. Die Charaktere sind klar in gut und böse unterteilt, jedoch mit überraschenden Wendungen, die die Geschichte lebendig halten. Besonders beeindruckend sind die Geheimnisse, die nicht nur von den Bösewichten ausgehen, sondern auch die liebenswerten Figuren betreffen. Die kurzen Kapitel von 4 bis 5 Seiten sorgen für einen schnellen Lesefluss und erhöhen die Spannung.

Das Buch ist äußerst unterhaltsam und empfehlenswert für Leser, die psychologische Thriller und technische Raffinesse schätzen. Allerdings hatte ich manchmal das Gefühl, dass Hinweise auf Wendungen zu deutlich erschienen, was die Überraschung etwas mindern kann.

Insgesamt ist „Das Signal“ jedoch ein gelungenes Werk, das sowohl Technikliebhaber als auch Thriller-Fans begeistern wird.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Drogenmilieu in diesem Patterson-Drama

Das 14. Verbrechen
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Wer denkt, dass er schon alles über spannende Lindsay-Boxer-Reihe weiß, der sollte sich jetzt festhalten, denn dieser Thriller von James Patterson und Maxine Paetro wird eure Vorstellung von Verbrechen ...

Wer denkt, dass er schon alles über spannende Lindsay-Boxer-Reihe weiß, der sollte sich jetzt festhalten, denn dieser Thriller von James Patterson und Maxine Paetro wird eure Vorstellung von Verbrechen auf den Kopf stellen – oder zumindest zum Staunen bringen! In diesem Buch geht es um mehr als nur um Blut und Intrigen; es ist eine Achterbahnfahrt voller unerwarteter Wendungen, brutaler Charaktere und einem Hauch von Selbstgerechtigkeit. Also schnallt euch an, während wir in die Welt von „Das 14. Verbrechen“ eintauchen!

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In dem neuesten Roman »Das 14. Verbrechen« des Thrillers haben wir erbneut drei haarsträubende Handlungsstränge, die selbst Sherlock Holmes ins Grübeln bringen würden. Zuerst müssen Lindsay Boxer und ihr Team nicht wieder nur gegen Serienkiller antreten, sondern auch gegen maskieren Räuber in Windjacken des SFPD – ich meine, gibt es einen besseren Look für einen Banküberfall?

Währenddessen hat Yuki Castellano die Aufgabe, den Mord an einen in U-Haft ermordeten vermeintlichen Mörder von Drogendealern zu entwirren.

Und schließlich bringt uns der Geburtstag von Claire Washburn nicht nur Geschenke, sondern auch eine erstochene Frau, die dank Lindsay’s Ehemann Joe Molinari noch mehr Rätsel aufwirft!

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Bisher ging es in den Thrillern dieser Reihe hauptsächlich um verrückte Psychopathen und Serienkiller wie BTK oder Zodiac. In „Das 14. Verbrechen“ wagen wir uns nun in etwas andere Gefilde und erleben einen aufregenden und brutalen Roman, der im Drogenmilieu spielt. Und während die Gangster in ihren schicken Windjacken umherziehen, wünscht sich kein Beamter des San Francisco Police Departments oder der Staatsanwaltschaft, eine erschütternde Wahrheit zu Tage bringen zu müssen!

Der Roman ist ein wilder Ritt, bei dem die Kapitel wie Hot Wheels über die Seite flitzen. Mit einem genialen Aufbau und einem Schreibstil, der so spritzig ist, dass man das Gefühl hat, einen Energydrink zu konsumieren, fesselt er sofort. Die mini-kurzen Kapitel, die nur ein bis drei Seiten lang sind, sorgen dafür, dass man in einem Tempo liest, das man nie von sich selbst erwartet hätte. Lindsay erzählt ihre Erlebnisse in der Ich-Form, während die Perspektiven sich immer wieder zu anderen Charakteren in der dritten Person winden – das ist wie ein literarisches Tango! Oft folgen drei bis fünf Kapitel am Stück in einer Szene bzw. in einem Strang, und ehe man sich versieht, hat man die Seiten umgeblättert wie ein Profi beim Karten-Trick – ein echter Pageturner!

Im aufregenden Figurenmix des „Club der Ermittlerinnen“ tummeln sich nicht nur die vier Hauptfreundinnen, sondern auch eine ganze Riege an Lebensgefährten und ehemaligen Kollegen, die regelmäßig auftauchen – fast wie alte Bekannte, die man auf einer Party wiedertrifft und sich fragt, wie man eigentlich miteinander verwandt ist. Jeder neue Band kommt mit einem kurzen „Hallo, wir sind die Hauptfiguren“ daher, sodass selbst Neulinge ohne jegliche Ahnung sofort ins Geschehen einsteigen können, als wären sie schon immer dabei gewesen. Diese gelungene Mischung aus bekannten Gesichtern und frischen Abenteuern sorgt dafür, dass jeder Teil der Reihe so frisch ist wie ein Croissant aus der Bäckerei – immer einladend und nie langweilig!

Jede der vier Damen im Ermittlerinnen-Club hat in diesem spannenden Thriller ihre ganz eigene Mission. An dieser Stelle kann ich nicht umhin, auf meinen Artikel über die Thriller-Reihe um den »Women’s Murder Club« von James Patterson zu verweisen. Dort gebe ich euch einen allgemeinen Überblick über die Hauptfiguren und das Setting. Lasst euch das nicht entgehen!

Die Nervenkitzel in diesem Thriller sind der Wahnsinn! Beim Lesen hat man das Gefühl, man sitzt mitten in einem spannenden Film mit Popcorn in der Hand. Kein Wunder, dass mir die Thriller dieser Reihe ständig Erinnerungen an coole US-Polizeiserien wie Criminal Minds, The Mentalist oder FBI wecken. Wenn du also auf der Jagd nach einer fesselnden Lektüre bist, dann schnapp dir unbedingt »Das 14. Verbrechen« – ein Thriller, den man einfach empfehlen muss!

Teile diesen Blogbeitrag in den sozialen Medien und lass auch deine Freunde an dieser packenden Geschichte teilhaben!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Spannung pur - mit Lindsay Boxer

Die 13. Schuld
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In der Welt der Spannung und unerwarteten Wendungen ist „Die 13. Schuld“ von James Patterson und Maxine Paetro erneut ein fesselnder Thriller, der die Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. ...

In der Welt der Spannung und unerwarteten Wendungen ist „Die 13. Schuld“ von James Patterson und Maxine Paetro erneut ein fesselnder Thriller, der die Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Inmitten von vier Freundinnen und ihren Partnern, inmitten von San Franciso und seinem Police Departement SFPD finden sich die Leser in einem Geflecht von Fällen und Konflickten, die sehrt komplex sind und alle gelöst werden müssen. Tauche ein in „Die 13. Schuld“ und erlebe ein sympathische Figurenensemble bei der Lösung von Verbrechen.

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In der Stadt mit der riesengroßen Brücke, wo das Glück oft in Form von Hochzeiten gefeiert wird, stehen Yuki (Bezirksstaatsanwältin) und Brady (Chef der Mordkommission) kurz davor, den Bund fürs Leben zu schließen, während die Vorfreude auf ihre Feier alle Herzen erwärmt.

Doch die Stimmung wird jäh von dienstlichen Belangen gestört, als eine geheimnisvolle Welle von Explosionen die Stadt erschüttert, ausgelöst durch ahnungslose Burgerliebhaber, die sich plötzlich in einem Albtraum wiederfinden. Lindsay und ihr Ermittlungspartner Rich bekommen eine knifflige aufgabe.

Gleichzeitig kehrt eine Serienkillerin, die vor Jahren entkam, zurück, um ihre finstere Rache zu vollstrecken und die Stadt in Angst und Schrecken zu versetzen. Die Journalistin Cindy rückt ihr auf die Pelle.

Drei Schicksale, die auf dramatische Weise miteinander verwoben sind oder auch nicht, während das Böse droht, das Glück der Hochzeitsfeier zu verschlingen.

Wie auch in den zwöf Romanen zuvorbeharren die Autoren nicht auf einen einzigen Fall, sondern legen mehrere Konflickte und Fälle parallel an. Damit wird ein erster Spannungsbogen bereits damit gebildet, indem die Leser rätseln dürfen, ob das alles zusammeheört oder alles getrennt bleibt.

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Der Roman entfaltet sich mit einem dynamischen Stil und einem durchdachten Kapitelaufbau, der den Leser sofort in seinen Bann zieht. Die sehr kurzen Kapitel von nur ein bis drei Seiten lassen das Tempo rasant erscheinen, während Lindsay ihre Erlebnisse packend in der ersten Person erzählt. Dazwischen wechseln die Perspektiven zu anderen Charakteren, die in der dritten Person beleuchtet werden, was eine spannende Abwechslung schafft. Oft folgen drei bis fünf Kapitel hintereinander innerhalb eines Strangs, was das Gefühl verstärkt, dass man die Seiten nur so umblättert – ein wahrer Pageturner.

Im Figurenensemble der Reihe um den Club der Ermittlerinnen entfaltet sich ein lebendiges Netzwerk von Figuren, das weit über die vier Freundinnen hinausgeht. Neben Lebenspartnern und ehemaligen Kollegen tauchen immer wieder vertraute Gesichter aus anderen Abteilungen auf, die den Lesern wie alte Bekannte vorkommen. Jeder neue Roman bietet eine kurze Einführung in die Hauptfiguren, sodass auch Quereinsteiger ohne Vorwissen problemlos in die spannende Welt der Ermittlungen eintauchen können. Diese gelungene Mischung aus Bekanntem und Neuem sorgt dafür, dass jeder Teil der Reihe frisch und einladend bleibt.

So hat jede der vier Frauen im Club der Ermittlerinnen (Woman’s Murder Club) eine Aufgabe in diesem Thriller. Gerne verweise ist an dieser Stelle auf meinen Artikel Thriller-Reihe um den »Women’s Murder Club« von James Patterson, in dem ich einen Überblick über die Hauptfiguren und das Setting der Reihe gebe.

Die Nervenkitzel in diesem Thriller sind überwältigend, das Lesen vermittelt das Gefühl, Teil eines mitreißenden Films zu sein. Es ist kein Wunder, dass die Thriller dieser Reihe mich stark an bekannte amerikanische Polizeiserien wie Criminal Minds, The Mentalist oder FBI erinnern. Wer spannende Lektüre sucht, sollte sich unbedingt »Die 13. Schuld« zu Gemüte führen – ein Thriller, den man unbedingt empfehlen kann.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Unverzichtbar für den Weltfrieden

Das vierte Protokoll
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Mit diesem Roman beschäftige ich mich erneut mit einem Spionagethriller von Frederick Forsyth. Wieder fällt auf, wie aktuell der Roman ist, besonders im Hinblick auf die aktuelle Situation zwischen Russland ...

Mit diesem Roman beschäftige ich mich erneut mit einem Spionagethriller von Frederick Forsyth. Wieder fällt auf, wie aktuell der Roman ist, besonders im Hinblick auf die aktuelle Situation zwischen Russland und der Ukraine sowie den amerikanischen Präsidenten.

Die Handlung des Romans ist in der Zeit zwischen der Mitte und dem Ende der 1980er Jahre angesiedelt, während Margeret Thatcher in Großbritannien im Amt ist. Der Kalte Krieg ist nach wie vor aktiv. Während Thatcher eine vorzeitige dritte Amtszeit anstrebt, versucht Russland, innerhalb der Labour-Partei eine radikale Linke zu fördern und die Wähler im Kontext des Atomausstiegs und des Klimaschutzes zu beeinflussen, um deren Stimmen zu gewinnen.

Dafür soll in Großbrittanien sogar ein kleine Atombombe gezündet werden, um den Wählern die Folgen aufzuzeigen und ihnen für die bevorstehende Wahl einen Schubs zu geben.

Frederick Forsyth gilt als ein Experte für komplexe Intrigen. Seine Handlungen sind so geschickt konstruiert, dass der Ausgang des Romans oft erst kurz vor dem Finale klar wird. Zudem finden sich sowohl große, übergeordnete Intrigen als auch private Konflikte zwischen den Charakteren.

Für zahlreiche Leser könnte der Schreibstil dieses Autors gewöhnungsbedürftig sein. Frederick Forsyth verwendet kaum konkrete Handlungen oder Dialoge. Stattdessen nimmt er die Rolle eines Erklärers ein und überschaut das Geschehen aus einer hohen Perspektive. Man könnte dies mit einer weiten Kameraführung im Film vergleichen, bei der alles aus der Ferne in einer Totalen betrachtet wird. Detaillierte Einblicke gibt es nur, wenn es wirklich erforderlich ist.

Dieser Schreibstil ist äußerst aufschlussreich und vermittelt den Lesern ein umfassendes Verständnis der gesamten Situation. Frederick Forsyth gewährt auf fesselnde Weise Einblicke in die Abläufe der Geheimdienste, die Befehlshierarchien und die Denkweisen bedeutender Politiker. Dabei beschränkt er sich nicht nur auf die Akteure Großbritannien und die Sowjetunion, sondern beleuchtet auch die Aktivitäten der Stasi in der DDR, des Bundesnachrichtendienstes der BRD, des israelischen Mossad und weiterer Organisationen. Seine umfassende Expertise in diesen Bereichen hat Forsyth bereits in früheren Romanen eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

„Das vierte Protokoll“ von Frederick Forsyth ist allein aus dem Grund lesenswert, dass es tiefgehende Einblicke in die Vergangenheit bietet und damit das Verständnis für die gegenwärtigen Geschehnisse fördert. Wer sich mit der Spionage im Kalten Krieg beschäftigt, erhält wertvolle Erkenntnisse, die helfen, die aktuelle Dynamik zwischen Trump und Putin besser nachzuvollziehen.

Zu guter Letzt möchte ich auf einige der bekanntesten Werke dieses britischen Autors hinweisen, um euch eine bessere Einordnung zu ermöglichen. Meiner Meinung nach ist sein bekanntester Thriller „Der Schakal„, der bereits mehrfach als Film umgesetzt wurde. In einer der erfolgreichen Verfilmungen übernahm der britische Schauspieler Edward Fox die Hauptrolle, während in einem späteren Remake Bruce Willis zu sehen war.

Der Thriller „Die Akte Odessa„, der mit Jon Voight in der Hauptrolle besetzt ist, gehört zu den fast ebenso bekannten und erfolgreichen Verfilmungen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026

Veröffentlicht am 17.01.2026

Ein neuer Fall für Cormoran Strike

Weißer Tod
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Dieser Roman von Robert Galbraith aka J.K. Rowling ist zugegebnermaßen mein erster Roman aus dieser Reihe, obwohl es eigentlich der vierte der Autorin ist. Und Leser meines Blogs wissen, dass meine Kollegin ...

Dieser Roman von Robert Galbraith aka J.K. Rowling ist zugegebnermaßen mein erster Roman aus dieser Reihe, obwohl es eigentlich der vierte der Autorin ist. Und Leser meines Blogs wissen, dass meine Kollegin Marion von Buchwelten alle Strike-Romane vorgestellt hat.

Ein verwirrter junger Mann, Billy Knight, sucht die Unterstützung des Privatdetektivs Cormoran Strike, um ein Verbrechen aufzuklären, das er – so ist er überzeugt – als Kind beobachtet hat. Strike fühlt sich unwohl: Billy hat offensichtlich mit psychischen Herausforderungen, wie die Ticks zu erkennen geben, zu kämpfen und kann sich nur an bruchstückhafte Erinnerungen halten, doch seine Aufrichtigkeit ist spürbar. Bevor Strike jedoch die Gelegenheit hat, tiefere Fragen zu stellen, läuft der Mann panisch davon. In seinem Kopf schwirrt der Begriff „Weisser Tod“, der mit der dunklen Vergangenheit verwoben ist.

Um das Geheimnis von Billys Geschichte zu lüften, begeben sich Cormoran Strike und Robin Ellacott – einst seine Assistentin und nun seine Geschäftspartnerin – auf eine komplexe Spurensuche. Diese führt sie durch die schattigen Gassen Londons, in die hohen politischen Kreise des Parlaments und schließlich zu einem prachtvollen, wenn auch unheimlichen Herrenhaus auf dem Land. Überraschenderweise bringt ihnen dieser Fall nicht nur einen neuen Auftrag für ihr Detektivbüro, sondern auch eine finanzielle Einnahmequelle, denn von Billy selbst können sie wenig finanzielle Unterstützung erwarten.

Gleichzeitig läuft Strikes Leben alles andere als nach Plan: Als Ermittler ist er berühmt geworden und kann sich nicht mehr unbemerkt im Hintergrund verstecken. Dazu kommt, dass das Verhältnis zu seiner ehemaligen Assistentin komplizierter ist als ein IKEA-Möbelstück ohne Anleitung – Robin ist zwar geschäftlich unverzichtbar, aber privat ist die Sache ein echtes Tohuwabohu!

Der Stil des Romans ist so facettenreich wie das Liebesleben von Strike und Ellacott – das heißt, man weiß oft nicht, ob man gerade einen Krimi liest oder in der nächsten Episode einer chaotischen Reality-Show gelandet ist. Während die beiden Protagonisten versuchen, ihre beruflichen Verpflichtungen mit ihren turbulenten Privatleben in Einklang zu bringen, fragt man sich, ob die echte Spannung nicht eher im Dating-Dschungel als im Verbrechen selbst zu finden ist. Hier gibt es mehr Herzschmerz als Leichenschau, und die einzige Leiche, die man findet, ist wahrscheinlich das Gefühl, das man hat, wenn man keinen Platz mehr auf dem Sofa hat für all die Beziehungsdramen. Ein voluminöser Roman, der einem das Lachen und das Mitgefühl gleichzeitig entlockt!

Spannung und Plot sind essenzielle Elemente eines fesselnden Krimis. Obwohl es bis zur ersten Leiche einige Zeit dauert, verspüren die Leser ständig den Drang, mehr über die Ermittler, deren Arbeit und das Leben der Charaktere zu erfahren. Das Miträtseln, wer hinter den Verbrechen steckt und wie alles zusammenhängt, wird zur aufregenden Herausforderung, da die faszinierenden Zusammenhänge und Wendungen des Falls oft unerwartet und komplex sind. Letztendlich bleibt dem Leser nichts anderes übrig, als den Roman bis zur letzten Seite zu genießen, um die Lösung des Rätsels zu entdecken.

Besonders schön fand ich die Klammer um die Erinnerung von Billy. Sie eröffnet den Roman und beendet ihn. Und dazwischen lieget der tatsächliche Kriminalfall. Schön gemacht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das umfangreiche Leseerlebnis seine Leser fesselt, auch wenn es bis zur ersten Leiche einige Zeit dauert. Der Drang, mehr über die komplexen Verstrickungen der beiden Geschäftspartenr und die Geheimnisse der Detektei zu erfahren, bleibt ungebrochen. Doch gerade die Komplexität des Kriminalfalls und das umfassende Universum rund um die Detektei macht es notwendig, den Roman bis zur letzten Seite zu lesen, um die vollständige Wahrheit zu enthüllen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2026