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Veröffentlicht am 24.01.2026

Eine Frau weiß sich zu helfen

Das Signal
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Viola Decker verliert bei einem Unfall ein Bein. Ihr Ehemann Adam kümmert sich um alles notwendige, bereitet das Erdgeschoss ihres Hauses für Violas Rückkehr aus dem Krankenhaus vor und engagiert eine ...

Viola Decker verliert bei einem Unfall ein Bein. Ihr Ehemann Adam kümmert sich um alles notwendige, bereitet das Erdgeschoss ihres Hauses für Violas Rückkehr aus dem Krankenhaus vor und engagiert eine Pflegerin. Viola steht Adams Aktivität in nichts nach, gewissenhaft macht sie ihre Übungen und kann es kaum erwarten, ihre Selbstständigkeit zurück zu gewinnen. Denn von der Pflegerin und auch Adam fühlt sie sich nicht nur ständig beobachtet, sondern auch bevormundet und eingeschränkt. Um Hilfsmittel außerhalb ihres Blickfelds schnell finden zu können, stattet sie sie mit Trackern aus und erweitert diese Überwachung bald auch auf Adam, da sie seinen Tagesablauf nachverfolgen können will. Er scheint ihr nicht immer die Wahrheit zu erzählen.
Eine schöne Idee ist der Wiener Stadtplan mit Positionsmarkierungen vorne und hinten im Einband.

Viola erzählt aus ihrer Ich-Perspektive, sie hat Humor und macht sich nichts vor, weckt meine Neugier mit Andeutungen zu ihrer Vergangenheit und hat eine vage, nicht ausgesprochene Ahnung in Bezug auf den Unfall, sie bleibt dem Leser gegenüber eher auf Distanz. Unterschwellige Spannung entsteht durch die Frage, wie genau es zu dem Unfall kam und wie sich die Beziehung zu Adam weiter entwickeln wird. Viola ist eine Protagonistin, die mit ihrer Beharrlichkeit überzeugt und mich überraschen konnte. Wie sie mit ihrer körperlichen Einschränkung zurecht kommt, finde ich glaubwürdig beschrieben.

Ursula Poznanskis eingängiger Schreibstil ist wie gewohnt sehr angenehm zu lesen und sie hat mehrere in der Geschichte angesprochene Themen meiner Meinung nach gut recherchiert und sich eine ungewöhnliche Ausgangssituation für 'Das Signal' einfallen lassen. Mich hat das Buch mit dem schönen, auffälligen Cover und einigen unerwarteten Wendungen gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Spannend und geschickt aufgebaut

This Story Might Save Your Life
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Joy Moore und Benny Abbott sind beste Freunde und betreiben einen sehr erfolgreichen Comedy-Podcast, in dem es um Ideen rund um das Überleben skurriler Abenteuer geht, die auf wahren Begebenheiten beruhen. ...

Joy Moore und Benny Abbott sind beste Freunde und betreiben einen sehr erfolgreichen Comedy-Podcast, in dem es um Ideen rund um das Überleben skurriler Abenteuer geht, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Eines Tages ist Joy spurlos verschwunden, genau wie ihr Ehemann. Benny sucht Joy verzweifelt und gerät bald in den Fokus der Polizei.

Erzählt wird abwechselnd aus Joys und Bennys Perspektive, so dass ich ihren Gedanken und Gefühlen ganz nah bin, auch Hintergrund und Vergangenheit der Hauptfiguren kommen zur Sprache. Beide machen in ihren Erzählsträngen Andeutungen, die ich zunächst nicht interpretieren kann, so dass die Geschichte nicht nur in chronologischer Hinsicht spannend bleibt. Aber auch Emotionen wie Freundschaft und Liebe spielen eine große Rolle und erweitern den Thriller um einen berührenden Aspekt.

Tiffany Crums Schreibstil ist angenehm zu lesen, sie schreibt lebendig und schafft glaubwürdige Charaktere. Joys und Bennys Umgang miteinander ist von Humor geprägt und vertrauensvoll, es wird deutlich, dass ihr enges Verhältnis etwas besonderes ist. Der Spannungsbogen bleibt durchgehend erhalten und es gibt Wendungen, die mich überrascht haben. Am Ende bleiben keine Fragen offen. 'This story might save your life' mit dem auffälligen Cover und einem interessanten Setting im Umfeld von Podcastern ist mit Bennys chronologischer Erzählperspektive und Joys Manuskript, das mit den Anfängen beginnt, geschickt aufgebaut und hat mich gut unterhalten. Der Autorin ist ein fesselndes Roman-Debüt gelungen, Respekt!

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Spannend und unterhaltsam

The Final Act
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Vor zwanzig Jahren schien Madison James eine glänzende Filmkarriere bevor zu stehen, doch dann geriet sie in Vergessenheit und arbeitet schon seit Jahren als Kellnerin. Als Madisons Handtasche versteckt ...

Vor zwanzig Jahren schien Madison James eine glänzende Filmkarriere bevor zu stehen, doch dann geriet sie in Vergessenheit und arbeitet schon seit Jahren als Kellnerin. Als Madisons Handtasche versteckt in einem Park am Fuß des Hollywood-Schriftzugs gefunden wird, gerät sie wieder ins Rampenlicht der Berichterstattung, besonders auf Social Media. Sarah Delaney und Rob Moreno vom LAPD, Abteilung für vermisste Personen, versuchen, Madisons Verschwinden aufzuklären.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen und aus den wechselnden Perspektiven Madisons und Sarahs. Von Beginn an lerne ich Madisons Hintergrund und ihre Hoffnungen kennen, und ihr Talent wird durch Filmkritiken deutlich, die, wie auch andere Medienberichte, eingestreut sind und meinen Blickwinkel erweitern wie auch für eine kurzweilige Lektüre sorgen. Madison ist ein nahbarer und berührender Charakter.

Lisa Gray schreibt bildhaft und lebendig, und mir gefällt besonders der Aufbau der Geschichte: Kapitel aus Madisons Perspektive haben Bezug zu Sarahs Ermittlungsschritten, hier wie da rücken die gleichen Figuren in den Focus.
Thematisiert werden auch die dunklen Seiten der Filmindustrie und die anfangs ahnungslose Madison macht verletzende Erfahrungen, die erst sehr viel später zur #MeToo-Bewegung führten oder ein Beispiel für die sogenannte 'Cancel Culture' sind.

Madisons Figurenzeichnung und die Darstellung einiger Nebenfiguren ist gelungen, während Sarah erst in Verlauf der Ermittlungen greifbarer wird. Es hat mir Spaß gemacht, Vermutungen über Madisons Verbleib anzustellen. Ich habe 'The Final Act' gern gelesen, der spannende Thriller mit seinen überraschenden Wendungen und aktuellem Bezug hat mich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Düster und hart

The Puppet Master
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Nach vier Suiziden innerhalb von drei Tagen in der gleichen Gegend ist Cara Elliott, Leiterin der Einheit für Schwerverbrechen, sicher, dass nicht mehr von Zufall auszugehen ist. Jemand manipuliert die ...

Nach vier Suiziden innerhalb von drei Tagen in der gleichen Gegend ist Cara Elliott, Leiterin der Einheit für Schwerverbrechen, sicher, dass nicht mehr von Zufall auszugehen ist. Jemand manipuliert die Opfer und treibt sie zum Selbstmord.
Caras kleines Ermittlerteam steht mit der steigenden Zahl von Suiziden zunehmend unter Zeitdruck. Die Abteilung tut sich sehr schwer, Anhaltspunkte zum Wie und Warum und überhaupt eine Verbindung zwischen den Toten zu finden und es gibt zu wenig Kollegen, die in dieser gefährlichen Einheit arbeiten wollen. Immer wieder werden die verlustreichen Ereignisse der Vergangenheit erwähnt, von denen die Vorgängerbände handeln. Wobei der erste Band der Reihe, The Echo-Man, erst im Herbst 2026 auf deutsch erscheinen wird. Und auch zu The Twenty, bei uns erschienen im Dezember 2024, gibt es mehrere Spoiler, was ich sehr schade finde.

Der psychische Zustand der Selbstmörder wird glaubhaft geschildert und auch die Emotionen der in der Vergangenheit traumatisierten Ermittler machen die Charaktere nahbar und menschlich. Ich habe sehr gern die Entwicklung der Protagonisten verfolgt, die mir aus The Twenty bereits bekannt waren und interessante neue Charaktere kennengelernt. Auch Nebenfiguren überzeugen, selbst wenn sie nur einen kurzen Auftritt haben. Die Figurenzeichnung profitiert offensichtlich vom Psychologiestudium der Autorin. Mir war allerdings die Einbindung des familiären Hintergrunds Caras und Griffins zu viel, mir hätten die berufsbedingten schmerzhaften Erfahrungen gereicht.

Sam Holland schreibt klar, bildhaft und fesselnd, schockt gelegentlich auch mit grausamen Szenen. Erzählt wird der spannende Thriller aus verschiedenen, auch überraschenden, Perspektiven.
The Puppet Master hat mich mit einer makabren Geschichte und unerwarteten Wendungen gut unterhalten und ich freue mich auf das Finale der Reihe, das Sam Holland im Nachwort ankündigt.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Vielfältige Anthologie böser Kurzgeschichten rund um Weihnachten

Arsen und Butterplätzchen
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Der aufschlussreiche Titel und das unmissverständliche Cover deuten bereits an, was mich erwartet: ungewöhnliche Geschichten von 17 bekannten Autoren und Autorinnen rund um Weihnachten. Sie sind bitterböse, ...

Der aufschlussreiche Titel und das unmissverständliche Cover deuten bereits an, was mich erwartet: ungewöhnliche Geschichten von 17 bekannten Autoren und Autorinnen rund um Weihnachten. Sie sind bitterböse, skurril, makaber, haben viel schwarzen Humor und sind größtenteils spannend.
Jede Kurzgeschichte hat ihren eigenen Charme, es geht um Beziehungsprobleme, Komplotte, Missverständnisse und einmal geht es im 17. Jahrhundert auf einen Markt, diese außergewöhnliche Geschichte fand ich besonders atmosphärisch geschrieben. Einige Texte haben mich nachdenklich gemacht oder überlegen lassen, wie die Geschichte sich über das Ende hinaus weiter entwickeln könnte.

Die einfallsreichen Kurzgeschichten sind gut geschrieben und angenehm zu lesen und fast alle haben mir gefallen. Eine gute Idee finde ich die Kurzvorstellung der Autoren und Autorinnen samt Angabe ihrer Homepages, so dass es mir leicht gemacht wird, mich ausführlicher zu informieren.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen, es hat mir einige unterhaltsame Adventsstunden beschert.