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Veröffentlicht am 15.08.2021

Roman nach einer wahren Begebenheit

Das letzte Bild
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Das Cover dieses Buches hat mich sehr angesprochen. Es zeigt einen Fotoausschnitt mit dem Gesicht einer jungen Frau, passend zum Titel des Romans. Große und kleine Blüten in weinrot und weiß gehalten schmücken ...

Das Cover dieses Buches hat mich sehr angesprochen. Es zeigt einen Fotoausschnitt mit dem Gesicht einer jungen Frau, passend zum Titel des Romans. Große und kleine Blüten in weinrot und weiß gehalten schmücken das Bild. Zusammen mit dem Titel ist es wirklich ein Hingucker.



Im Buch entdeckt Schriftstellerin Eva 2018 in einer Zeitung das Phantomfoto einer toten Frau. Sie ist perplex! Die Frau sieht sowohl ihr als auch ihrer Mutter verblüffend ähnlich. Sie durchforstet alte Familienunterlagen und befragt ihre Mutter, die ihr Ungeahntes berichten kann. Daraufhin reist Eva nach Bergen in Norwegen, wo die tote Frau 1971 gefunden wurde. Ihr Schicksal konnte nie geklärt werden. Doch Eva lässt nicht locker und kommt so der Lösung des Familiengeheimnisses immer näher.



Die wie ein spannender Kriminalfall geschriebene Geschichte spielt in verschiedenen Zeitebenen, die entweder mit Datum versehen oder durch verschiedene Schrifttypen erkenntlich sind. Das erfordert konzentriertes Lesen, birgt aber auch einen gewissen Reiz, da die Geschichte von 2 Seiten aufgerollt wird. Zudem ist das Ganze flüssig und gut verständlich geschrieben. Die Autorin hat es auch nicht versäumt, Zeugenaussagen, Quellenangaben, Indizien des recht grausamen Originalfalls und ähnliches einzubinden und hinten anzufügen. Daher ein gut recherchiertes Buch, das ich gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Unterhaltsam, aber ohne Tiefe

Die verlassene Tochter
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Im sechsten Band um die verlorenen Töchter entführt uns Soraya Lane nach Argentinien.

Wie alle jungen Frauen bisher, erhält auch Rose eine kleine Schachtel aus Hope's Hous mit Erinnerungen an ihre Urgroßmutter. ...

Im sechsten Band um die verlorenen Töchter entführt uns Soraya Lane nach Argentinien.

Wie alle jungen Frauen bisher, erhält auch Rose eine kleine Schachtel aus Hope's Hous mit Erinnerungen an ihre Urgroßmutter. Da sowohl ihre Oma als auch ihre Mutter erst vor kurzem verstorben sind, steht Rose allein da. Den nötigen Rückhalt bekommt sie durch ihre Freundin. Über einen Brief aus einer argentinischen Kanzlei erfährt sie von ihrem Erbe, einer großen Pferderanch, die Polopferde ausbildet. Obwohl sie mit Pferden nicht viel verbindet, macht sie sich auf den Weg.

Parallel wird die Geschichte von Valentina und Felipe erzählt, die zusammen auf der Pferderanch aufwuchsen und sich sehr zugetan sind. Sie wissen schon sehr früh, dass sie für immer zusammen gehören. Doch der plötzliche Tod von Valentinas Vater ändert alles. Die habgierige Mutter beraubt die minderjährige Valentina ihres Erbes und nötigt sie in eine ungewollte Ehe mit einem fremden Mann.

Aufbau und Ablauf der Geschichte ähneln den Vorgängerbänden sehr: Junge Frau erbt, trifft jungen Mann, der ihr bei der Aufklärung des Familiengeheimnisses hilft, sie verlieben sich. Und das alles in kürzester Zeit. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig und locker, geht aber nicht sehr in die Tiefe. Da hätte man mehr herausholen können. Dennoch hat mich der Roman gut unterhalten und an einen interessanten Ort gebracht. Die Charaktere sind gut beschrieben, die Handlung nachvollziehbar. Das ist mir noch gute vier Sterne wert.

Besonders gespannt bin ich auf den übernächsten, letzten Band, in dem sich dann hoffentlich Hopes Schicksal klärt.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Fesselnd bis langatmig

Heimwärts
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1959 Adelaid Hills, Australien: Eine Mutter und drei ihrer Kinder kommen bei einem Weihnachtspicknick an einem Weiher auf mysteriöse Weise ums Leben. Ein ortsansässiger Lebensmittelhändler fand sie. "Es ...

1959 Adelaid Hills, Australien: Eine Mutter und drei ihrer Kinder kommen bei einem Weihnachtspicknick an einem Weiher auf mysteriöse Weise ums Leben. Ein ortsansässiger Lebensmittelhändler fand sie. "Es sah aus, als würden sie schlafen." Vom vierten Kind, einem Baby, fehlt jede Spur. In der Jetztzeit erhält die Londoner Journalistin Jessica die Nachricht, dass ihre Oma Nora in Sydney einen Unfall hatte. Ohne zu zögern macht sie sich auf den Weg dorthin. Leider ist die Großmutter desorientiert und gibt verwirrende Aussagen von sich.

In ihrem 682 Seiten starken Wälzer beschreibt die Autorin Kate Morton in zwei Zeitebenen forschend die Geschichten der Familien Turner auf Halkyon und der Familie Turner-Bridges in Darling-House, wo Jess während ihrer Kindheit aufgewachsen ist. Mit ihrem journalistischen Gespür begibt sich Jess auf Spurensuche.

Die Autorin schafft es mit ihrem fließenden, bildhaften Schreibstil die Atmosphäre der australischen Landschaft und ihrer Bewohner lebendig werden zu lassen. Immer mehr Geheimnisse kommen nach und nach ans Licht, was auch den spannenden Aufzeichnungen des damaligen Journalisten und Autors Daniel Miller zu verdanken ist. Jede Zeugenaussage zum tragischen Familienunglück wird minutiös und von allen Seiten aufgedröselt, was mir manchmal etwas langatmig und wiederholend vorkam. Der Verbleib des Babys wurde mir auch bald klar, nur der Weg dorthin war immer wieder überraschend zu lesen. Ich kann dem beipflichten, dass Kate Morton geschickt Historie, Kriminalfall und Liebesgeschichte verknüpft. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Ausdrucksstarker Erzählstil

Altes Land
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Vera, das "Polackenkind" kommt 1945 mit ihrer Mutter auf der Flucht aus Ostpreußen ins Alte Land. Auf dem Hof von Ida und ihrem kriegsversehrten Sohn Karl kommen sie unter, doch richtig akzeptiert werden ...

Vera, das "Polackenkind" kommt 1945 mit ihrer Mutter auf der Flucht aus Ostpreußen ins Alte Land. Auf dem Hof von Ida und ihrem kriegsversehrten Sohn Karl kommen sie unter, doch richtig akzeptiert werden sie nicht. Als ihre Mutter mit einem neuen Partner den Hof verlässt, bleibt Vera bei Karl zurück.

Viele Jahre später steht Veras Nichte Anne mit ihrem Sohn vor der Tür und sucht Zuflucht.

In ihrem Roman geht es Dörte Hansen um Vergangenheit und Gegenwart, um das Zusammenleben der Menschen auf diesem Hof im Alten Land. Er ist eine Zeitreise ohne viele Höhen und Tiefen, man spürt jedoch die Liebe der Autorin zu diesem Alten Land. Authentisch zeichnet sie die Bewohner und ihre Heimat. Ein altes Haus, das jemandem gehört und doch nicht. Niemand kann etwas von dieser Erde mitnehmen, alles geht seinen Gang. Es gilt das Beste zu wollen. Ein einfühlsames Buch, das berührt, unterhält und manchmal auch amüsiert. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Gute Unterhaltung mit japanischem Flair

Das Kamelienhaus
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"Das Kamelienhaus" ist quasi die Fortsetzung der Kamelieninsel-Reihe. Sechsundzwanzig Jahre sind inzwischen vergangen, die nächste Generation, also Lucy, kehrt nach ihrer Ausbildung auf die kleine Insel ...

"Das Kamelienhaus" ist quasi die Fortsetzung der Kamelieninsel-Reihe. Sechsundzwanzig Jahre sind inzwischen vergangen, die nächste Generation, also Lucy, kehrt nach ihrer Ausbildung auf die kleine Insel in der Bretagne zurück und möchte Verantwortung übernehmen. Die Kosmetikfirma "Fleur de Camelia" von Sylvia Riwall steht gut da, doch es gibt Schwierigkeiten mit einem japanischen Lieferanten, der das nötige Tsubaki-Öl herstellt. Da Sylvia wegen Solenns akuter Herzschwäche nicht nach Japan reisen kann, überlässt sie Lucy, die als Jugendliche ein Jahr lang dort gelebt hat, die Verhandlungen. Schon auf dem Flug nach Tokio lernt Lucy den smarten Finn kennen, verbringt dort einen romantischen Tag und eine Nacht mit ihm. Leider trennen sich danach ihre Wege, da Lucy auf die Insel Soshima weiterreisen muss. Noch ahnt sie nicht, dass sich ihre Wege bald unter anderen Umständen wieder kreuzen werden.

"Das Kamelienhaus" ist die Geschichte der Rettung einer japanischen Ölmanufaktur und damit der gesamten Insel Soshima, für die sich Lucy mit Herz und Hirn einsetzt. Den Investoren sind die Schönheit der Natur, die Menschen und ihre Gebräuche völlig egal, für sie zählt nur die Rendite. Anders dagegen Lucy, die die Gesamtheit der Insel im Einklang erhalten möchte. Ihr "Kampf" beginnt, aber mit freundlichen Mitteln. Dass es dabei zu manchen Verwirrungen und Enttäuschungen kommen muss, ist klar.

Tabea Bach glänzt wieder mit ihrem erschöpfenden Wissen über Land und Leute. Bildhafte Beschreibungen wähnen die Leser*innen vor Ort. Die vielen Fremdwörter im Text, die im Glossar am Ende des Buches erklärt werden, lassen die Geschichte zwar authentisch wirken, hemmten aber meinen Lesefluss. Auch wirkte manches dann doch zu unrealistisch. Trotz allem ist "Das Kamelienhaus" eine entspannte, unterhaltsame Lektüre, für die ich gute 4 Sterne vergebe. Natürlich bin ich auch auf die Folgebände gespannt.

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