Profilbild von Schnuck55

Schnuck55

Lesejury Star
offline

Schnuck55 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Schnuck55 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2026

Ruhige Vorschulgeschichten mit pädagogischem Ansatz

Die Vorschulprofis: Wir sind die Großen in der Kita
0

In der Kita Kichererbse haben die Großen regelmäßig Vorschulgruppentreffen. Pippa, Aziz, Kisi, Emil und Alma gehören jetzt zu den Vorschulprofis. Mit ihrem Erzieher Joschi machen die fünf Kinder dann besondere ...

In der Kita Kichererbse haben die Großen regelmäßig Vorschulgruppentreffen. Pippa, Aziz, Kisi, Emil und Alma gehören jetzt zu den Vorschulprofis. Mit ihrem Erzieher Joschi machen die fünf Kinder dann besondere Spiele und Aktionen, die ihnen bei der Vorbereitung auf die Schule helfen, aber vor allem machen sie riesigen Spaß und zeigen ihnen, wie viel sie eigentlich schon können. Auch Zuhause ist einiges los, da gibt es Alltagsexperimente, Kuscheltage und Geburtstagsfeiern. Sogar der Schule dürfen die Vorschulprofis einen Besuch abstatten. Da kann ja nichts mehr schief gehen. Wenn da nur am Ende nicht der Abschied von der Kita wäre...

Mir hat das bunte Cover mit den fröhlichen Kindern, die alle tolle Sachen machen, sofort gefallen. Es fällt sehr positiv auf und macht Kindern sicher große Lust aufs Vorlesen. Das Thema Vorschulkind liegt bei uns gerade hoch im Kurs, denn ab September ist meine Enkelin genau das. Das Buch trifft auch in weiten Teilen meine Erwartungen. Die Geschichten sind insgesamt sehr ruhig und besonnen erzählt, häufig geht es ganz lustig und lehrreich zu in der Kita, aber auch bei den Kindern zuhause, wo man sie mit ihren Eltern, Kindern zu Besuch oder ihren Geschwistern erlebt. Zu jedem der 11 Kapitel gibt es Tipps für Aktionen und Spiele, die man meist ganz leicht nachmachen kann. Doch bevor es ans Buch selbst geht, darf das Vorlesekind sich auf der Rückseite des Buchdeckels und er ersten Seite austoben und seinen Namen, seine Schulstimmung und vieles Weitere eintragen. Es folgt ein kurzes Vorwort der Autorin. In der ersten Geschichte lernt man Pippa, Aziz, Kisi, Emil und Alma kennen. Auch Erzieher Joschi kommt gleich zu Anfang sehr sympathisch und engagiert im Umgang mit den Kindern rüber. Insgesamt sind die Geschichten und die darin enthaltenen Spiele und Situationen sehr lehrreich und pädagogisch aufbereitet. Dabei tritt für mich der Lesespaß oft etwas zu sehr in den Hintergrund. Zwar gibt es lustige Situationen und auch mal kurze Konflikte, aber alles ist recht gleichförmig erzählt. Meine Enkelin fand nicht jede Geschichte gleich gut und hatte schnell ihre Lieblinge. Meist waren es die, in denen die Gefühle der Kinder in den Vordergrund traten, wie z. B. die Sorge vor neuen Herausforderungen oder das Lachen bei der Geburtstagsparty. Da konnte man richtig mitgehen und das traf wohl einen Nerv.

Die Aktionen der Kinder werden am Ende als Vorschläge auf einer Art Checkliste zum Nachmachen erläutert und dabei auch deren pädagogischer Wert erläutert. Letztere Angaben habe ich am Ende nur noch überflogen. Es reicht mir zu wissen, dass die Spiele Sinn machen und dieses Kriterium erfüllt so ziemlich jedes Spielen, Basteln und Toben. Für Erzieher*innen haben diese Angaben vermutlich mehr Nutzen, um Kinder gezielt zu fördern. Mir als Erwachsener gefiel zwar, dass das Buch die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegelt (z. B. zwei Papas, ein Kind mit Hörimplantat etc.), dennoch waren mir die Charaktere insgesamt zu gleichförmig, zu homogen. Selbst, wenn ein Kind mal mehr Sorge gezeigt hat, als andere, konnte man kaum Unterschiede oder gar Schwächen erkennen. Aber auch diese Art Vielfalt gehört für mich dazu.

Superbunt und schön empfinden wir die Illustrationen, sowie die gesamte Gestaltung des Buches. Immer wieder gibt es einen QR-Code für das Vorschulprofilied, das die Gruppe bei jedem Treffen singt. Einmal gab es auch ein Video zu einem Beipsiel für ein Klatschspiel. Das ist immer mal eine tolle Abwechslung und erleichtert das Mitmachen. Auch die Spiele sind leicht vorbereitet, man hat meist alles Nötige zuhause. Deswegen erhalten die Vorschulprofis von uns 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2026

Schönes Freizeitpark-Abenteuer zum Mitbestimmen

Das Fundbüro der verlorenen Schätze - Flammensturm
0

Lotta und Karlos besuchen mit ihrem großen Bruder den Freizeitpark. Beim Erkunden stoßen die beiden auf das Fundbüro von Herrn Nox. Der berichtet über ein verschwundenes magischen Hufeisen, ohne das die ...

Lotta und Karlos besuchen mit ihrem großen Bruder den Freizeitpark. Beim Erkunden stoßen die beiden auf das Fundbüro von Herrn Nox. Der berichtet über ein verschwundenes magischen Hufeisen, ohne das die Reitershow zum Fiasko werden könnte. Vermutlich wurde es gestohlen. Die beiden Geschwister wollen helfen und du kannst bei der Suche nach dem Dieb helfen.

Meine Kinder haben früher die Insel der 1000 Gefahren geliebt. Später gab es bei Ravensburger mehr Titel der Reihe, irgendwann aber nicht mehr unbedingt für Erstleser. Daher war ich sehr begeistert, dass es für meine Enkel nun eine neue Reihe zum Mitbestimmen gibt: Das Fundbüro der verlorenen Schätze. Den Reihentitel finde ich sehr gelungen. Welches Kind wird nicht neugierig, wenn es um Schätze geht. Und auch ein Fundbüro kann so manches Geheimnis bergen. Das motiviert doch ungemein, zum Buch zu greifen.

Im ersten Band geht es um das verschwundene Hufeisen an einer Statue des Pferdes Flammensturm, das magische Fähigkeiten haben soll. Um zum Auftrag von Fundbüroleiter Herr Nox zu kommen, müssen die jungen Leser*innen schon die ersten Entscheidungen treffen. Der Freizeitpark mit seinen vielen Wegen und Möglichkeiten eignet sich als Setting dafür perfekt und viele Wege können hier ans Ziel führen. Jeder darf immer wieder zwischen zwei Möglichkeiten selbst entscheiden, wie es weitergeht und damit auch, wie schnell und mit welchem Ende der Fall gelöst wird.

Der Text ist in großer Schrift gedruckt, die beiden Entscheidungsmöglichkeiten noch etwas größer und fett. Ebenso die Aufforderung, wo man weiterlesen soll. Leider hat nicht jede Doppelseite eine Auswahl. Oft ist es nur jede zweite. Trotzdem macht es Spaß, mit Lotta und Karlos durch den Freizeitpark zu laufen und bei den Pferden nach dem Dieb Ausschau zu halten. Einige Male darf man erst nach dem Lösen eines Rätsels weiterblättern. Hier hätte ich es schöner gefunden, wenn die Lösung der Rätsel der Hinweis auf die nächste Seite gewesen wäre. So kann man auch einfach weiterblättern. Allerdings wollten wir unsere Rätselfähigkeiten auf jeden Fall testen und haben Labyrinth und Worträtsel geknackt. Sehr motivierend und beim Lesen unterstützend sind die farbigen Illustrationen von Nikolai Renger, dessen Bilderbücher uns schon immer gut gefallen. Das Ende war in Ordnung, man kann das Buch natürlich nochmals lesen und andere Wege testen, bis man alles ausprobiert hat. Das Fundbüro aus dem Reihentitel kam uns insgesamt fast ein bisschen zu kurz, denn eigentlich geht es mehr um den betroffenen Teil des Freizeitparks, aber das kann sich natürlich in den nächsten Bänden noch ändern. Für Kinder dürfte das Buch auf jeden Fall ein großer Spaß sein, was dazu führt, dass Lesen gar nicht mehr langweilig ist. So soll es sein. Wir vergeben 4 gute Sterne für diesen ersten Band.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.01.2026

Unterhaltsam, aber ohne Tiefe

Die verlassene Tochter
0

Im sechsten Band um die verlorenen Töchter entführt uns Soraya Lane nach Argentinien.

Wie alle jungen Frauen bisher, erhält auch Rose eine kleine Schachtel aus Hope's Hous mit Erinnerungen an ihre Urgroßmutter. ...

Im sechsten Band um die verlorenen Töchter entführt uns Soraya Lane nach Argentinien.

Wie alle jungen Frauen bisher, erhält auch Rose eine kleine Schachtel aus Hope's Hous mit Erinnerungen an ihre Urgroßmutter. Da sowohl ihre Oma als auch ihre Mutter erst vor kurzem verstorben sind, steht Rose allein da. Den nötigen Rückhalt bekommt sie durch ihre Freundin. Über einen Brief aus einer argentinischen Kanzlei erfährt sie von ihrem Erbe, einer großen Pferderanch, die Polopferde ausbildet. Obwohl sie mit Pferden nicht viel verbindet, macht sie sich auf den Weg.

Parallel wird die Geschichte von Valentina und Felipe erzählt, die zusammen auf der Pferderanch aufwuchsen und sich sehr zugetan sind. Sie wissen schon sehr früh, dass sie für immer zusammen gehören. Doch der plötzliche Tod von Valentinas Vater ändert alles. Die habgierige Mutter beraubt die minderjährige Valentina ihres Erbes und nötigt sie in eine ungewollte Ehe mit einem fremden Mann.

Aufbau und Ablauf der Geschichte ähneln den Vorgängerbänden sehr: Junge Frau erbt, trifft jungen Mann, der ihr bei der Aufklärung des Familiengeheimnisses hilft, sie verlieben sich. Und das alles in kürzester Zeit. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig und locker, geht aber nicht sehr in die Tiefe. Da hätte man mehr herausholen können. Dennoch hat mich der Roman gut unterhalten und an einen interessanten Ort gebracht. Die Charaktere sind gut beschrieben, die Handlung nachvollziehbar. Das ist mir noch gute vier Sterne wert.

Besonders gespannt bin ich auf den übernächsten, letzten Band, in dem sich dann hoffentlich Hopes Schicksal klärt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.10.2025

Fesselnd bis langatmig

Heimwärts
0

1959 Adelaid Hills, Australien: Eine Mutter und drei ihrer Kinder kommen bei einem Weihnachtspicknick an einem Weiher auf mysteriöse Weise ums Leben. Ein ortsansässiger Lebensmittelhändler fand sie. "Es ...

1959 Adelaid Hills, Australien: Eine Mutter und drei ihrer Kinder kommen bei einem Weihnachtspicknick an einem Weiher auf mysteriöse Weise ums Leben. Ein ortsansässiger Lebensmittelhändler fand sie. "Es sah aus, als würden sie schlafen." Vom vierten Kind, einem Baby, fehlt jede Spur. In der Jetztzeit erhält die Londoner Journalistin Jessica die Nachricht, dass ihre Oma Nora in Sydney einen Unfall hatte. Ohne zu zögern macht sie sich auf den Weg dorthin. Leider ist die Großmutter desorientiert und gibt verwirrende Aussagen von sich.

In ihrem 682 Seiten starken Wälzer beschreibt die Autorin Kate Morton in zwei Zeitebenen forschend die Geschichten der Familien Turner auf Halkyon und der Familie Turner-Bridges in Darling-House, wo Jess während ihrer Kindheit aufgewachsen ist. Mit ihrem journalistischen Gespür begibt sich Jess auf Spurensuche.

Die Autorin schafft es mit ihrem fließenden, bildhaften Schreibstil die Atmosphäre der australischen Landschaft und ihrer Bewohner lebendig werden zu lassen. Immer mehr Geheimnisse kommen nach und nach ans Licht, was auch den spannenden Aufzeichnungen des damaligen Journalisten und Autors Daniel Miller zu verdanken ist. Jede Zeugenaussage zum tragischen Familienunglück wird minutiös und von allen Seiten aufgedröselt, was mir manchmal etwas langatmig und wiederholend vorkam. Der Verbleib des Babys wurde mir auch bald klar, nur der Weg dorthin war immer wieder überraschend zu lesen. Ich kann dem beipflichten, dass Kate Morton geschickt Historie, Kriminalfall und Liebesgeschichte verknüpft. 4 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.10.2025

Ausdrucksstarker Erzählstil

Altes Land
0

Vera, das "Polackenkind" kommt 1945 mit ihrer Mutter auf der Flucht aus Ostpreußen ins Alte Land. Auf dem Hof von Ida und ihrem kriegsversehrten Sohn Karl kommen sie unter, doch richtig akzeptiert werden ...

Vera, das "Polackenkind" kommt 1945 mit ihrer Mutter auf der Flucht aus Ostpreußen ins Alte Land. Auf dem Hof von Ida und ihrem kriegsversehrten Sohn Karl kommen sie unter, doch richtig akzeptiert werden sie nicht. Als ihre Mutter mit einem neuen Partner den Hof verlässt, bleibt Vera bei Karl zurück.

Viele Jahre später steht Veras Nichte Anne mit ihrem Sohn vor der Tür und sucht Zuflucht.

In ihrem Roman geht es Dörte Hansen um Vergangenheit und Gegenwart, um das Zusammenleben der Menschen auf diesem Hof im Alten Land. Er ist eine Zeitreise ohne viele Höhen und Tiefen, man spürt jedoch die Liebe der Autorin zu diesem Alten Land. Authentisch zeichnet sie die Bewohner und ihre Heimat. Ein altes Haus, das jemandem gehört und doch nicht. Niemand kann etwas von dieser Erde mitnehmen, alles geht seinen Gang. Es gilt das Beste zu wollen. Ein einfühlsames Buch, das berührt, unterhält und manchmal auch amüsiert. 4 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere