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Veröffentlicht am 11.02.2026

Verdacht. Verwirrung. Wahrheit?

Station 22. Wo bist du sicher?
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Unvoreingenommener Einstieg – und positiv überrascht

Ohne vorher auf Bewertungen oder Rezensionen zu achten, habe ich mich allein vom Klappentext leiten lassen – und wurde im Großen und Ganzen absolut ...

Unvoreingenommener Einstieg – und positiv überrascht

Ohne vorher auf Bewertungen oder Rezensionen zu achten, habe ich mich allein vom Klappentext leiten lassen – und wurde im Großen und Ganzen absolut überzeugt. Ich wollte einen spannenden Psychothriller lesen, habe auch mit bestimmten Elementen gerechnet, aber das Buch hat mich auf einer anderen Ebene noch einmal deutlich mehr abgeholt als erwartet.

Das Hörbuch – großartig gesprochen

Ein besonderes Lob geht an Sprecherin Sarah Dorsel. Sie hat Idas Gedankenwelt grandios transportiert, mit feinen Nuancen, Betonungen, Pausen und emotionaler Tiefe. Gerade bei einem so gedankenlastigen Stil ist eine gute Sprecherin entscheidend und hier wurde das wirklich hervorragend umgesetzt.

Ruhiger Beginn mit starker Atmosphäre

Der Thriller startet zunächst sehr ruhig. Erzählt wird aus der Perspektive von Ida, einer Krankenschwester auf der psychiatrischen Station 22. Zu Beginn lernen wir ihren Alltag, die Klinik und vor allem ihre Gedankenwelt kennen. Die Spannung baut sich langsam auf – fast schleichend.

Erst als die ersten Figuren verschwinden, beginnt sich die Geschichte enger zuzuziehen. Die Verstrickungen zwischen den verschiedenen Personen sind dabei sehr gelungen konstruiert. Nach und nach entfaltet sich ein komplexes Netz aus Beziehungen, Geheimnissen und Andeutungen.

Der Schreibstil – fordernd, aber wirkungsvoll

Der Schreibstil ist stark gedankengeprägt und teilweise sehr sprunghaft. Ida reflektiert viel, stellt sich selbst Fragen, verliert sich in Gedankenspiralen. Diese Gedankenfetzen werden oft direkt und ohne große Übergänge eingebunden. Viele Leserinnen und Leser hatten offenbar Schwierigkeiten damit, ich persönlich empfand diesen Stil jedoch als sehr passend.

Gerade im Hörbuch wurde dieser innere Monolog hervorragend umgesetzt. Man bekommt das Gefühl, direkt in Idas Kopf zu sein: ihre Angst, ihre Wut, ihre Unsicherheit und ihr Gedankenkarussell sind intensiv spürbar. Das hat für mich enorm zur Atmosphäre beigetragen.

Natürlich gibt es Szenen, die sehr abrupt wechseln: von einer Krankenhaus-Szene direkt in eine völlig andere Situation, etwa in eine Bar, ohne klare Übergänge oder Kapitelmarkierungen. Das kann herausfordernd sein und verlangt Aufmerksamkeit. Doch genau dieses Stilmittel verstärkt die zentrale Frage des Buches:
Was ist real – und was nicht?

Amnesie, Hypnose und wachsende Spannung

Ein zentrales Element ist Idas Amnesie. Sie versucht verzweifelt, ihre verlorenen Erinnerungen zurückzuerlangen. Mit Beginn von Hypnosesitzungen nimmt die Spannung deutlich zu.

Ab diesem Punkt wird es wirklich fesselnd. Als Leser oder Zuhörer schwankt man ständig zwischen verschiedenen Theorien. Kaum glaubt man, eine Ahnung zu haben, wird diese wieder erschüttert. Verdächtigungen wechseln, neue Hinweise tauchen auf, alte Vermutungen werden wieder verworfen. Dieses permanente Hin- und Her hat mir sehr gefallen, es hält die Spannung konstant hoch.

Die Auflösung und Fazit

Das Finale war überraschend und hat mich emotional gepackt. Dennoch bleiben zwei Kritikpunkte: Die Auflösung wirkte stellenweise etwas zu überhastet und ließ für meinen Geschmack ein paar Fragen offen. Einige Aspekte hätten etwas ausführlicher erklärt werden können. Der Schreibstil ist fordernd und nicht für jeden geeignet, entfaltet aber besonders im Hörbuch... eine starke Wirkung.

„Station 22 – Wo bist du sicher?“ ist ein atmosphärischer, psychologisch intensiver Thriller, der sich Zeit nimmt, seine Figuren und deren innere Konflikte aufzubauen. Trotz kleiner Schwächen in der Auflösung bleibt die Geschichte im Kopf. Sie hat mich gepackt, überrascht und begeistert.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Eine märchenhafte Fantasy für zwischendurch

Eventyr-Saga 1: Tochter des Nebelwalds
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Tochter des Nebelwalds ist ein märchenhaftes, atmosphärisches Fantasy-Buch über Hexen, Armut, Geheimnisse und den Zusammenhalt von Familie und Gemeinschaft. Die Geschichte wird aus der Perspektive eines ...

Tochter des Nebelwalds ist ein märchenhaftes, atmosphärisches Fantasy-Buch über Hexen, Armut, Geheimnisse und den Zusammenhalt von Familie und Gemeinschaft. Die Geschichte wird aus der Perspektive eines Erzählers geschildert, der uns von Ava und Lynn berichtet; zwei Schwestern, die inmitten eines geheimnisvollen Waldes aufwachsen, in einer Welt voller Hunger, Kälte und Magie.

Schon früh verlieren die beiden ihre Mutter und wachsen fortan allein mit ihrem Vater auf. Das Leben ist hart, Essen ist knapp, und die Welt außerhalb des Waldes wirkt ebenso bedrohlich wie rätselhaft. Besonders gelungen fand ich die geheimnisvolle Atmosphäre rund um den Wald und die Vergangenheit der Familie. Stück für Stück werden kleine Mysterien aufgebaut, man rätselt mit, hinterfragt Motive anderer Figuren und fragt sich immer wieder: Wer ist hier eigentlich gut? Wer verfolgt eigene Ziele? Schwarz-Weiß-Denken gibt es in dieser Geschichte nicht und genau das macht sie so spannend.

Ein großes Highlight war für mich das originelle Magiesystem. Zwar greift das Buch klassische Hexenmotive auf, schlägt dabei aber einen frischen, eigenen Weg ein. Die Magie fühlt sich anders an als in vielen anderen Fantasy-Geschichten vertraut und doch neu interpretiert. Das hat der Geschichte eine besondere Note verliehen.

Besonders eindrucksvoll ist Avas Innenleben dargestellt. Man bekommt tiefe Einblicke in ihre Gedanken, Zweifel und Entscheidungen. Der zentrale thematische Kern: Zusammenhalt zwischen Schwestern, Familie, Freunden und letztlich auch einer Gemeinschaft aus Straßenkindern und Bettlern wird ruhig und harmonisch erzählt. Es sind keine epischen Schlachten oder gewaltigen Wendungen, sondern kleine, bedeutungsvolle Handlungen, die zeigen, wie wichtig Solidarität und Mitgefühl sind. Gerade dieser Fokus auf Gemeinschaft verleiht Ava als Protagonistin einen starken, glaubwürdigen Charakter.


Zwar könnte man es grundsätzlich auch einer jüngeren Zielgruppe empfehlen, allerdings spielen Themen wie Hunger, Armut, Tod und Verlust eine wichtige Rolle. Diese werden zwar sensibel und in einem magisch-verklärten Setting behandelt, sind aber dennoch ernst präsent.

Für mich ist Tochter des Nebelwalds eine ruhige, atmosphärische Geschichte über ein junges Mädchen, das zu sich selbst findet, schwierige Entscheidungen trifft und gemeinsam mit anderen Kindern versucht, das Richtige zu tun.

Ich vergebe 3,5 bis 4 Sterne – besonders empfehlenswert für alle, die eine märchenhafte, etwas leisere Fantasygeschichte mit Herz und Geheimnissen suchen.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Ein beinahe Fünf-Sterne-Highlight

A City of Flames
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A City of Flames – Glühende Rache hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte war so fesselnd, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage beendet habe, was bei mir eher selten vorkommt. ...

A City of Flames – Glühende Rache hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Die Geschichte war so fesselnd, dass ich das Buch innerhalb weniger Tage beendet habe, was bei mir eher selten vorkommt. Meine Neugier darauf, was als Nächstes passiert, wurde konstant aufrechterhalten, und genau das hat mir unglaublich gut gefallen.

Perspektive & Erzählweise

Die Geschichte wird vollständig aus der Ich-Perspektive von Nara erzählt. Diese Erzählform hat für mich hervorragend funktioniert, da man ihren Gedanken und Gefühlen sehr nahekommt. Gerade Naras innere Zerrissenheit, ihre Wut und ihre Motivation waren dadurch sehr greifbar. Ich hatte das Gefühl, emotional direkt an ihrer Seite zu sein, was das Lesen besonders intensiv und mitreißend gemacht hat.

Schreibstil

Der Schreibstil ist locker, treibend und sehr zugänglich. Emotionen spielen eine große Rolle und werden offen und häufig thematisiert, ohne dabei überladen zu wirken. Die Handlung ist actionreich, leicht verständlich und größtenteils sehr bildlich beschrieben, ich konnte mir die Welt, die Kämpfe und die Figuren lange Zeit hervorragend vorstellen.
Erst gegen Ende des Buches gab es für mich kleine Schwächen: In den finalen Abschnitten ließ die Bildhaftigkeit etwas nach, und ich konnte mir manche Szenen nicht mehr ganz so klar vorstellen wie zuvor. Bis dahin war der Stil jedoch durchweg sehr stimmig und atmosphärisch.

Welt, Magiesystem & Grundidee

Besonders spannend fand ich das Magiesystem und den Weltenaufbau. In dieser Welt gibt es Gestaltwandler, die sich entweder in drachenähnliche Wesen oder in monströse Schlangenkreaturen verwandeln können und anschließend wieder eine menschliche Gestalt annehmen. Auch ich habe erst etwa zur Mitte des Buches vollständig verstanden, dass diese Kreaturen eine menschliche Form besitzen, was rückblickend ein sehr spannender Effekt war. Die Gestaltwandler werden gejagt und gelten als böse, während die sogenannten Venatoren als eine Art militärische Einheit ausgebildet werden, um gegen sie zu kämpfen. Diese Konstellation fand ich sehr interessant, vor allem in Verbindung mit Naras persönlicher Geschichte: Ihr Vater wurde von einem Drachen getötet, weshalb sie voller Hass den Venatoren beitritt und sich zur Kämpferin ausbilden lässt.

Charaktere & Dynamiken

Besonders interessant fand ich Naras persönliche Entwicklung: Ausgehend von ihren klaren Werten, Überzeugungen und ihrem tief verwurzelten Hass habe ich ihren Weg und die inneren Konflikte, die sich daraus ergeben, sehr gern verfolgt, auch wenn mir ihre Entscheidungen zum Ende hin nicht immer ganz logisch erschienen, war der Weg dorthin für mich nachvollziehbar, spannend und gut aufgebaut. Die Nebencharaktere haben mir besonders gut gefallen. Während ihrer Ausbildung lernt Nara mehrere Figuren kennen, die der Geschichte Tiefe, Humor und emotionale Wärme verleihen. Die Gruppe besteht aus sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten, von schüchtern über egoistisch bis hin zu herzlich, was für Abwechslung sorgt und Naras Entwicklung glaubwürdig unterstützt.

Auch die romantische Komponente hat mir überraschend gut gefallen. Zwar wird von Romantasy gesprochen, doch lange Zeit bleibt offen, in welche Richtung sie sich entwickelt. Zwei Figuren kommen potenziell infrage, ohne dass frühzeitig Klarheit geschaffen wird. Diese Zurückhaltung empfand ich als sehr erfrischend. Das Buch kommt vollständig ohne Spice aus; es gibt lediglich ein paar zarte romantische Momente wie Küsse. Der Fokus liegt klar auf dem Kennenlernen, auf aufkeimenden Gefühlen und inneren Konflikten und weniger auf körperlicher Nähe. Für mich war das ein großer Pluspunkt, da es Raum für Entwicklung lässt, vermutlich erst in Band zwei.

Besonders spannend fand ich zudem die Katze-und-Maus-Dynamik mit einer weiteren Nebenfigur. Es handelt sich hierbei nicht um ein klassisches Enemies-to-Lovers, sondern eher um ein Spiel aus Misstrauen, Geheimnissen und dem Hinterfragen von Motiven. Nara nutzt diese Figur zeitweise als Mittel zum Zweck, wägt ihre Entscheidungen ab und bewegt sich in einem moralischen Graubereich. Diese Dynamik hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und war für mich einer der stärksten Aspekte der Geschichte.

Handlung & Kritikpunkte

Bis kurz vor Schluss hatte ich stark das Gefühl, ein absolutes Fünf-Sterne-Highlight zu lesen. Leider gab es im letzten Teil des Buches einige Punkte, die mich etwas gestört haben.
Zum einen traten für mich kleinere Logikfehler auf: Bestimmte Handlungen einzelner Figuren wirkten nicht ganz konsequent oder nachvollziehbar, vor allem im Hinblick auf frühere Entscheidungen. Die daraus resultierenden Konsequenzen kamen für mein Empfinden zu spät.
Zum anderen war das Pacing im großen Finale nicht mehr ganz rund, und der Schreibstil konnte dort nicht mehr vollständig mit der Intensität der Handlung mithalten.

Zusätzlich (ich habe das Hörbuch gehört) fiel es mir stellenweise schwer, den Überblick über die vielen Figuren zu behalten, insbesondere über die männlichen Charaktere. Durch die hohe Anzahl und teils sehr ähnlich klingende Namen habe ich oft eher in Rollen und Funktionen als in konkreten Namen gedacht. Bei den weiblichen Figuren empfand ich die Übersicht deutlich einfacher.
Gleichzeitig fand ich es grundsätzlich positiv, dass auch kleinere oder einmalige Figuren nicht anonym bleiben, sondern selbst in kurzen Szenen mit einem Namen versehen werden. Das verleiht der Welt mehr Tiefe und Authentizität, kann im Hörbuch jedoch auch verwirrend wirken, wenn neue Namen auftauchen, die nur ein- oder zweimal erwähnt werden und sich nicht klar zuordnen lassen.

Dennoch möchte ich betonen, dass sich diese Kritik wirklich nur auf die letzten Seiten und einzelne Aspekte bezieht. Der Weg dorthin war durchgehend spannend, unterhaltsam und emotional fesselnd. Im Laufe des Buches wird zudem ein kleines Mysterium aufgebaut, das sich durch subtile Hinweise und Andeutungen zieht und den Leser immer wieder zum Grübeln anregt. Auch wenn wir am Ende erfahren, was geschehen ist, bleibt dennoch genug offen, um eine neue Richtung für die Handlung anzudeuten, eine vollständige Auflösung bleibt aus und macht definitiv neugierig auf Band zwei.

Fazit

A City of Flames – Glühen der Rache ist ein mitreißender Auftakt mit einer spannenden Welt, starken Charakterdynamiken, einer angenehm zurückhaltenden Romance und einer fesselnden Ich-Perspektive. Trotz kleiner Schwächen im Finale hat mich das Buch sehr überzeugt und hervorragend unterhalten.
Für mich liegt die Bewertung bei 4 bis 4,5 Sternen – je nachdem, wie stark man die Logik- und Pacing-Probleme am Ende gewichtet.

Band 2 werde ich auf jeden Fall lesen.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Wenn die Fantasy überzeugt, die Liebe aber stolpert

The Ordeals
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The Ordeals von Rachel Gleenlaw hat mir insgesamt sehr viel Spaß gemacht und war für mich auch das erste Buch dieser Art mit tödlichen Spielen bzw. Prüfungen. Genau dieses Element hat mich sofort angesprochen. ...

The Ordeals von Rachel Gleenlaw hat mir insgesamt sehr viel Spaß gemacht und war für mich auch das erste Buch dieser Art mit tödlichen Spielen bzw. Prüfungen. Genau dieses Element hat mich sofort angesprochen. Die Geschichte punktet mit originellen Themen, kreativen Fantasy-Elementen und einem sehr packenden Einstieg, der mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat.

Erzählstil & Perspektive

Das Buch ist klar und übersichtlich strukturiert. Zu Beginn bekommen wir einen gelungenen Einstieg in die Handlung. Erzählt wird die Geschichte ausschließlich aus der Ich-Perspektive von Sophia. Dadurch ist man sehr nah an der Protagonistin und kann ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen. An manchen Stellen wirkte diese Perspektive jedoch etwas einseitig, da mir gelegentlich andere Blickwinkel oder zusätzliche Informationen gefehlt haben. Das ist jedoch nicht ausschließlich dem Erzählstil geschuldet.

Schreibstil & Atmosphäre

Der Schreibstil ist insgesamt sehr treibend, atmosphärisch und sorgt dafür, dass man schnell durch die Seiten fliegt. Nur in wenigen Szenen fiel es mir etwas schwer, mir alles bildlich vorzustellen, was jedoch meinen Lesefluss kaum gestört hat. Besonders positiv fand ich die Kapitelüberschriften, da sie die Stimmung gut einfangen haben

Welt & Setting

Die Welt wirkt auf den ersten Blick modern, Autos werden zumindest einmal erwähnt, rückt jedoch nicht stark in den Vordergrund. Dadurch bleibt viel Raum für die eigentliche Handlung und das Magiesystem. Man kann sich eine eher moderne, aber nicht zu dominante Umgebung vorstellen, die vor allem als Bühne für die Fantasy-Elemente dient.

Magiesystem & Akademie

Ein großer Pluspunkt des Buches ist das Magiesystem. Es gibt Illusionisten, Botaniker, Alchemisten sowie Gestaltwandler, die sogenannten Maskierer. Obwohl einige dieser Magiearten zunächst vertraut erscheinen, ist ihre konkrete Ausgestaltung kreativ und interessant umgesetzt. Besonders die Akademie, an der diese Wirkmagie gelehrt wird, spielt eine zentrale Rolle und trägt stark zur Atmosphäre der Geschichte bei.

Die Ordeals: Prüfungen, Spannung & Mystery

Im Mittelpunkt der Handlung stehen die sogenannten Ordeals, tödliche Prüfungen, die Sophia bestehen muss, um eine vollwertige Studentin der Akademie zu werden. Dieses Setting sorgt für eine konstant hohe Spannung. Man bangt mit der Protagonistin und weiß nie, was als Nächstes passieren könnte. Zusätzlich gibt es mehrere Morde, deren Hintergründe lange im Dunkeln bleiben, was der Geschichte eine starke mysteriöse Komponente verleiht.

Nebencharaktere, Dynamik

Die Nebencharaktere haben mir insgesamt sehr gut gefallen. Sie sind abwechslungsreich gestaltet, nicht eintönig und besitzen klare Charakterzüge. Besonders die Dynamik zwischen Sophia und den anderen Figuren, vor allem innerhalb der Ordeals; hat mir viel Spaß gemacht und zur Spannung sowie zur emotionalen Tiefe der Geschichte beigetragen.

Auch die Dynamik zwischen den beiden zentralen Protagonisten hat mir zu Beginn sehr gut gefallen. Durch die Umstände der Ordeals kommen sie sich gezwungenermaßen näher, was zu vielen humorvollen, neckerischen Momenten führt. Dieses spielerische, leicht sarkastische und zugleich respektvolle Miteinander hat für mich sehr gut funktioniert und war einer der Aspekte, die ich besonders gern gelesen habe. In dieser Phase wirkten sie eher wie Freunde oder Verbündete, die sich langsam annähern und genau das hatte für mich großes Potenzial. Leider konnte mich die spätere Entwicklung nicht überzeugen, obwohl die Dynamik zwischen den beiden grundsätzlich stimmig war, wirkte der Übergang von dieser freundschaftlich-neckischen Beziehung hin zu romantischen Gefühlen für mich zu abrupt und nicht ausreichend aufgebaut. Viele der romantisch gemeinten Szenen hätten meiner Meinung nach auch ohne explizite Liebesaspekte funktioniert. Gerade weil die anfängliche Dynamik so gelungen war, hätte man hier deutlich mehr herausholen können, etwa durch eine langsamere Entwicklung oder eine stärkere Verschiebung dieses Elements in den zweiten Band.

Ende & Fazit

Das Ende ist intensiv, spannend und lässt viele Fragen offen. Genau das macht neugierig auf die Fortsetzung. Neben der weiteren Entwicklung des Magiesystems und der Handlung verspricht auch die übergeordnete Geschichte großes Potenzial für Band zwei.

The Ordeals ist ein spannender und origineller Fantasyroman mit einem starken Magiesystem, einer interessanten Protagonistin und einer fesselnden Grundidee. Trotz Schwächen im Romance-Bereich konnte mich das Buch insgesamt überzeugen.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Wenn mitreißende Dark Fantasy und Spice kollidieren

Rabid
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Kurzmeinung: Atmosphärisch und intensiver Schreibstil, aber der furchtbare derbe Spice/Smut schadet der Geschichte mehr, als er ihr nutzt.

Einstieg & Atmosphäre

Der Einstieg ist vergleichsweise ruhig ...

Kurzmeinung: Atmosphärisch und intensiver Schreibstil, aber der furchtbare derbe Spice/Smut schadet der Geschichte mehr, als er ihr nutzt.

Einstieg & Atmosphäre

Der Einstieg ist vergleichsweise ruhig und introspektiv. Über einen längeren Abschnitt begleiten wir Seneca fast ausschließlich durch ihre Gedanken, ohne viele Interaktionen mit anderen Figuren. Diese lange Einleitung hat mir geholfen, eine emotionale Bindung zur Protagonistin aufzubauen und ihre innere Zerrissenheit zu verstehen.
Atmosphärisch ist das Buch durchgehend stark: düster, roh, intensiv – eindeutig Dark Fantasy / Dark Romance. Brutalität, Gewalt und eine sehr direkte Sprache gehören fest zum Ton der Geschichte und werden nicht beschönigt.

Schreibstil & Perspektive

Die Geschichte wird vollständig aus der Ich-Perspektive von Seneca erzählt. Wir erleben alles ausschließlich durch ihre Wahrnehmung, ihre Gefühle und vor allem ihre Gedankenwelt. Das Buch lebt stark von inneren Monologen: Senecas Ängste, Zweifel, Wut und ihre Auseinandersetzung mit dem Wolfsgeist nehmen deutlich mehr Raum ein als klassische Dialoge.
Der Schreibstil ist dabei sehr intensiv, fragmentiert und mitreißend. Kurze Sätze, Gedankensprünge und emotionale Einschübe erzeugen das Gefühl, direkt in Senecas Kopf zu stecken. Genau das macht das Lesen so fesselnd, man wird regelrecht durch die Geschichte getragen. Wer dialoglastige Romane bevorzugt, könnte das als anstrengend empfinden, für mich war es jedoch erfrischend und ungewöhnlich.

Welt & Fantasy-Aspekte

Besonders überzeugt hat mich die originelle Interpretation des Werwolf-Mythos. Die Gestaltwandler teilen sich ihren Körper mit einem eigenständigen Wolfsgeist, einem Wesen mit eigener Persönlichkeit, eigenen Instinkten. Dieses Konzept verleiht der Geschichte Tiefe und hebt sie deutlich von klassischen Gestaltwandler-Erzählungen ab.
Die Welt selbst ist modern angelegt, mit Handys, Autos und Bussen, doch diese Elemente bleiben bewusst im Hintergrund. Stattdessen dominiert ein starkes Natur- und Rudelsetting, was der Atmosphäre sehr zugutekommt. Die verschiedenen Wolfsrudel unterscheiden sich nicht nur kulturell, sondern auch visuell (von moderner Kleidung bis hin zu Leder und Leinen), was ihnen eine klare Identität verleiht.

Dark Elements & Brutalität

Das Buch spart nicht an harten Inhalten. Gewalt, Tod und psychische Traumata werden thematisiert. Auch die Wortwahl ist oft derb und provokant. Teilweise funktioniert das sehr gut und unterstreicht die raue Welt, teilweise wirkt es überzeichnet. Hier wird schnell klar: Dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter.

Charaktere & Entwicklung

Seneca ist eine spannende, komplexe Hauptfigur. Ihre Flucht, ihr Trauma und ihr innerer Kampf mit dem Wolfsgeist sind gut dargestellt. Besonders gelungen fand ich die Dynamik zwischen ihr und dem zweiten Hauptcharakter, die sich langsam, über Gespräche, Nähe und gegenseitiges Verstehen entwickelt.
Auch die Nebenfiguren und das Rudel als Gemeinschaft sind stimmig ausgearbeitet und vermitteln ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Action- und Verwandlungsszenen sind intensiv geschrieben und gehören für mich zu den Highlights des Buches.

Der größte Kritikpunkt: Spice

Der Punkt, der mich fast zum Abbruch gebracht hätte, sind die expliziten Szenen. Auf rund 430 Seiten gibt es nur wenige (4) davon, aber insbesondere die erste wirkt extrem fehlplatziert. Sie kommt recht früh, mitten nach bzw. in einer traumatischen Phase der Protagonistin, ohne emotionale Vorbereitung oder nachvollziehbare Entwicklung. Die Szene fühlt sich komplett losgelöst von der Handlung an, ohne nachvollziehbaren Grund, und mit einer Wortwahl, die ich als überzogen und unangenehm empfunden habe. Ich war ehrlich gesagt schockiert und kurz davor, das Buch wegzulegen.

Zum Glück bleibt es dabei nicht dauerhaft so. Nach dieser Szene verlagert sich der Fokus deutlich auf Handlung, Charakterentwicklung und Beziehungen. Spätere Annäherungen sind zwar weiterhin sehr direkt formuliert und Geschmackssache, aber emotional nachvollziehbarer, weil sie auf einer tatsächlichen Dynamik und Entwicklung basieren. Dennoch hätte das Buch für mich mit deutlich weniger oder sogar ganz ohne diese Szenen besser funktioniert.

Kritik an Zeit & Trauma-Darstellung


Ein weiterer Kritikpunkt ist der sehr kurze erzählte Zeitraum. Die Handlung spielt sich innerhalb von etwa 4- ca.10 Tagen ab – in dieser Zeit geschehen extrem viele einschneidende Dinge. Die Verarbeitung schwerer Traumata wirkt dadurch unrealistisch schnell.

Positiv hervorzuheben ist zunächst, dass das Buch diese Erfahrungen nicht romantisiert. Seneca benennt immer wieder, dass ihr Schreckliches widerfahren ist, und die Gewalt wird klar als das dargestellt, was sie ist. Dennoch bleibt ihre eigene psychische Verarbeitung auffallend vage. Obwohl sie sich noch mitten im Trauma befindet, wird dieses selten wirklich reflektiert oder eingeordnet. Es entsteht stellenweise der Eindruck, als sei das Erlebte für sie „einfach passiert“ und müsse nun hingenommen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich um eine Kombination aus sexualisiertem Trauma und sehr expliziten spice Szenen handelt, die für mich in dieser Form nicht stimmig zusammenpassen.

Besonders auffällig ist, dass Begriffe wie PTBS zwar im Buch auftauchen, jedoch ausschließlich in Bezug auf Nebenfiguren – nie explizit auf Seneca selbst angewendet werden. Gerade weil wir die Geschichte vollständig aus ihrer Ich-Perspektive erleben, hätte ich mir hier deutlich mehr innere Auseinandersetzung, Benennung und Raum für Verletzlichkeit gewünscht.

Fazit

Lange Zeit schwankte meine Bewertung zwischen 2,5 und 3 Sternen, hauptsächlich wegen der expliziten Inhalte. Doch wenn man diese Szenen ausklammert oder überspringt, bleibt eine überraschend starke, originelle und atmosphärische Geschichte mit einem intensiven Schreibstil, spannender Fantasy-Idee und einer überzeugenden Hauptfigur. Das Ende ist rund, emotional stimmig und hat letztlich dafür gesorgt, dass ich das Buch deutlich positiver in Erinnerung behalte.

Wer mit Dark Fantasy, Brutalität und sehr direkter Sprache umgehen kann und bereit ist, einzelne Szenen zu überspringen, bekommt hier eine wirklich mitreißende Story mit viel Atmosphäre, Action und innerer Tiefe.


Bewertung: 3,5 bis 4 Sterne – trotz (und nicht wegen) des Spices.

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