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Veröffentlicht am 27.01.2026

Benni setzt sich durch

Bennis Weg zur Inklusion / Mord kann nicht jeder. Ein Kriminalfall mit Handicap aus Tutzing
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Die Autorin Maria M. Koch, eine extrem vielschichtige Frau, schreibt in ihrem Roman, wie es Behinderten und nicht behinderten geht, wenn sie miteinander kommunizieren, oder auch nicht.

Benni hat in seiner ...

Die Autorin Maria M. Koch, eine extrem vielschichtige Frau, schreibt in ihrem Roman, wie es Behinderten und nicht behinderten geht, wenn sie miteinander kommunizieren, oder auch nicht.

Benni hat in seiner Arbeitsstelle Probleme mit einer Kollegin, aber die hat selbst mehr als genug davon, es kommt aber zwischen den beiden nicht zu einer Kommunikation. Benni will sich einen neuen Wirkungskreis suchen, dafür fährt er auf Einladung der Freundin seines Bruders Leander mit Amy und Ihm nach Tutzing. Dort will er beim König, einem Geschäftsmann, der selten in Bayern, aber oft in Thailand ist, vorstellig werden.

Das geht aber schief und nun hat Benni vorerst keinen Arbeitsplatz.

Und dann verschwindet Amys Mutter, weil sie auf eine Hausangestellte, mit der sich ihr Mann stark beschäftigt, eifersüchtig ist. Sie nimmt auch seine Hündin Bella mit, um ihn unter Druck zu setzen. Aber Bella wird getötet und nun hat sie ein Problem. Ihr Mann fragt sich allerdings auch schon, wo sie hin ist.

Benni ist also als Hausgast mitten in ein eheliches Drama geraten. Aber er will helfen und manöveriert sich dabei in eine unangenehme Lage. Denn Bella wird gefunden, Maja, Amys Mutter aber nicht. Da wird Benni sogar verdächtigt, etwas angestellt zu haben, was zwar nicht stimmt, aber er kann es nicht beweisen.

Wie komplex die Gedanken eines Behinderten sind, der sich aber keine Namen merken kann, auch kann er weder lesen noch schreiben, darüber macht man sich meistens gar keine Gedanken.

Das Buch führt aber auf behutsame und berührende Weise den Leser so weit, zumindest einmal darüber nach zu denken, mit welchen Schwierigkeiten ein behinderter Mensch oft zu kämpfen hat, welche Missverständnisse da entstehen und wie schwierig es ist, diese auszuräumen.

Ein sehr empfehlenswertes Buch, auch gut als Geschenk ( zum Nachdenken geeignet..

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Erinnerungen

Halber Stein
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Es gibt Bücher, die einen sofort fesseln, ohne dass etwas Spektakuläres, wie Mord oder Totschlag, große Liebe oder Betrug passieren.
Das Buch von Iris Wolff ist genau so eines.
Die junge Sine ...

Es gibt Bücher, die einen sofort fesseln, ohne dass etwas Spektakuläres, wie Mord oder Totschlag, große Liebe oder Betrug passieren.
Das Buch von Iris Wolff ist genau so eines.
Die junge Sine fährt mit ihrem Vater nach Siebenbürgen, weil Agneta, Sines Oma verstorben war.
Und obwohl sie sich oft und erfolgreich geweigert hatte, mit ihrem Vater in den vergangenen Jahren zu besuchen, kann sie sich vor Erinnerungen an Gespräche, Gerüche und Geräusche kaum retten. Auch Julian, der Gespiele aus Kindertagen, inzwischen ein junger Mann, ist sofort wieder präsent, sie macht mit ihm Ausflüge in die nähere Umgebung und findet jedes Mal etwas, das sie an was auch immer, erinnert.
Auch im Haus finden sich Punkte und Stellen, die ihr damals wichtig waren, als sie mit den Eltern noch dort gelebt hatte.
Freundinnen ihrer Oma kommen, um zu kondolieren und alle helfen zusammen, damit das Begräbnis ein würdiger Abschied wird, Sine ist überrascht über den intensiven Zusammenhalt im Dorf, obwohl so viele die Auswanderung vorgezogen haben, aber, wer geblieben ist, war nun da und half mit. Gespräche mit dem Pfarrer und Nachbarn offenbarten ihr eine Wahrheit über das Völkchen der Siebenbürger, die sie so nie wahrgenommen hatte.
Das Buch ist wirklich sehr berührend und interessant geschrieben und sehr lesenswert.
Das Cover und der Titel erklären sich beim Lesen von selbst.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Schöne, dekadente Welt der Reichen

Die Welt in Meran - Walzerblut
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Angesiedelt im Jahr 1872 schreibt die bekannte Autorin historischer Romane, Angela Marina Reinhardt, diesmal über die Welt der Reichen und auch der Armen im aufkommenden Kurort Meran.

Dort spielt sich ...

Angesiedelt im Jahr 1872 schreibt die bekannte Autorin historischer Romane, Angela Marina Reinhardt, diesmal über die Welt der Reichen und auch der Armen im aufkommenden Kurort Meran.

Dort spielt sich sowohl der Heirats- und Vermittlungsmarkt der Reichen aus vielen Ländern, als auch der von ihnen meist ignorierte Kampf ums Überleben der dort Dienenden, oft genug noch Kinder, ab.

Wobei nicht alle wegschauen, manche versuchen sogar zu helfen.

Insgesamt aber sind in der Mehrheit heiratsfähige junge Damen und Herren sowie die dazugehörigen Mütter und Tanten anzutreffen, selten die Väter. Da wird gejagt, getanzt, geflirtet, vermittelt, gearbeitet und gestorben.

Man sieht sich, man kennt sich, man weiß übereinander, alles ist überschaubar und mehrere Schicksale sind stellvertretend für viele, gut beschrieben und in die Handlung eingebettet.

Nicht jeder weiß, dass in der Gegend von Salurn sowohl Baumwolle als auch Seide produziert wurde, hauptsächlich von Frauen und Kindern, unter unmenschlichen Bedingungen, was sich auf die Sterblichkeitsrate natürlich auswirkte.

Aber im Roman geht es auch um etwas sehr menschliches, ein junger korsischer Adeliger, der Vicomte Jean Alexis de Benedetti, der den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 knapp überlebt hat und seither mentale Probleme mit morphinhältigen Substanzen bekämpft.

Er bekommt Hilfe vom eben zugereisten mosaischen Arzt Dr. Hirsch, der sich mit der neu in Mode gekommenen Behandlung der Seele zugewandt hat, nicht unbedingt zur Freude der Ärzteschaft vor Ort, aber geduldet.

Benedetti hat vor dem Krieg etwas getan, das ihm auch heute noch aufs Gemüt drückt und will es bei seinem Aufenthalt in Meran wieder gut machen.

Im Anhang ist sowohl eine komplette Personenliste als auch ein gut gelistetes Glossar zu finden, was ich sehr hilfreich einstufe.

Insgesamt sehe ich den Roman als sehr gut gelungen und besonders unterhaltsam an, ein Markenzeichen der Autorin.

Auch das Cover sieht sehr schön aus und passt zum Inhalt.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Schweden kocht

Hej!
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Wer sich hier einfach nur Rezepte erwartet, wird sehr überrascht sein. Die bekommt man hier mit vielen Geschichten und Hintergrundinfo serviert.

Ganz viele interessante Geschichten, präsentiert von der ...

Wer sich hier einfach nur Rezepte erwartet, wird sehr überrascht sein. Die bekommt man hier mit vielen Geschichten und Hintergrundinfo serviert.

Ganz viele interessante Geschichten, präsentiert von der Autorin Zora Klipp. Sie hat sich bei einem Besuch in Schweden unsterblich in das Land, die Leute und die Küche verliebt.

Besonders gelungen finde ich das Buch auch deshalb, weil so viele schöne Fotos das Geschriebene unterstreichen.

Ein Buch, in das man immer wieder neu einsteigen und immer wieder etwas Spannendes zum Kochen finden kann.

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Veröffentlicht am 24.12.2025

Wer anderen eine Grube gräbt....

Schatten über dem Kloster
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Manuela Schörghofer, die Autorin dieses historischen Krimis, hat sich schon einiges einfallen lassen, um ihre Leser gut zu unterhalten.

Die Handlung spielt sich im Füssen des Jahres 1376 ab und ist sehr ...

Manuela Schörghofer, die Autorin dieses historischen Krimis, hat sich schon einiges einfallen lassen, um ihre Leser gut zu unterhalten.

Die Handlung spielt sich im Füssen des Jahres 1376 ab und ist sehr spannungsgeladen.

Im Mittelpunkt steht Isabella, die recht junge Frau des Richters von Füssen.

Als ihr Mann überraschend stirbt, muß sie erst einmal um ihr Erbe kämpfen und folgende Aufgabe lösen:

Sie muß mithelfen, den Tod von Alfred Vogler, dem Bürgermeister von Füssen, einem engen Freund des Richters , aufzuklären, sonst erhält ihr Schwager, der Bruder des Richters, das Erbe.

Alfred Voglers verkohlte Leiche wurde nämlich im Gästehaus des Nonnenklosters Weissenfels gefunden und konnte nur am Ring des Bürgermeisters identifiziert werden. Niemand kann sich das wirklich erklären und Isabella steht vor einem schier unlösbaren Rätsel.

Bis sich plötzlich gleich zwei junge Männer an ihre Seite stellen und tatkräftig mithelfen.

Leo Stadler, der Stadtschreiber und Sohn des neuen Richters, er will wissen, ob sein Vater mit in der Geschichte hängt.

Magnus Bader, der Sohn des Medicus von Füssen, er will einfach helfen, weil Isabella ihm gefällt.

Und so stolpern die drei Laiendetektive in eine sehr spannende, sehr fesselnde und sehr aufschlussreiche Geschichte, in deren Verlauf sie enge Freunde werden.

Die Autorin hat es geschafft, viele Episoden so geschickt miteinander zu verknüpfen, dass man als Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag und man auf eine Fortsetzung hofft.

Das Cover vermittelt düstere Stimmung.

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