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Veröffentlicht am 27.02.2026

Spannende Unterhaltung vor faszinierendem Hintergrund

Trügerisches La Rochelle
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Bei Arbeiten an einem Windpark auf hoher See ist ein Mann tödlich verunglückt. Sein Tod entpuppt sich schon bald als kaltblütiger Mord, aber an Bord herrscht Schweigen. Der Tote war alles andere als beliebt ...

Bei Arbeiten an einem Windpark auf hoher See ist ein Mann tödlich verunglückt. Sein Tod entpuppt sich schon bald als kaltblütiger Mord, aber an Bord herrscht Schweigen. Der Tote war alles andere als beliebt gewesen. Bis es zu einem weiteren tragischen Todesfall kommt.
Die Arbeiten werden sehr anschaulich beschrieben, trotzdem habe ich mir auf Youtube mal einige Videos solcher Aufbauarbeiten an Windparks auf hoher See angesehen. Man kann sich sonst kaum vorstellen, wie ein Schiff auf Stelzen gestellt wird, um an dem Turm eines Windrades arbeiten zu können und Rotorblätter anzubringen. Allein schon der Schauplatz dieses Mordes ist faszinierend, allerdings wahrscheinlich nicht für die Männer und Frauen, die tagaus, tagein hier ihre Arbeit verrichten müssen und das auch oft bei schlechterem Wetter, als es Chevalier bei seinen Ermittlungen hat.
Alan Poyet war Kontrolleur von Sicherheitsmaßnahmen bei der Arbeit an Windparks. Er war pingelig, nachtragend und in den Augen der Techniker und Monteure kein angenehmer Mensch. Er hatte außerdem genug Einfluss, dafür zu sorgen, dass Arbeiter ihren Job verloren, wenn er sie auf dem Kieker hatte. Ob im Affekt oder geplant, bei seinem Sturz wurde jedenfalls nachgeholfen und Chevalier und seinen Mitarbeitern obliegt nun die Suche nach dem Schuldigen. Der erste Verdächtige kommt kurz danach auf der Flucht vor Chevalier bei einem Sturz ums Leben.
Und dabei bleibt es nicht. Die Ermittler versuchen von der Motivseite die Zahl der Verdächtigen einzugrenzen. Sie sind sich sicher, dass der Schlüssel für die Morde an Bord in einem früheren Unfall zu suchen ist und konzentrieren sich daher auf die Vergangenheit. Da taucht auch so einiges an Ungereimtheiten auf, da gab es schwere Unfälle, Arbeiter kamen zu Tode oder wurden arbeitsunfähig. Und immer wieder versucht die Betreibergesellschaft, die Schuld von sich abzuwälzen, damit sie die lebenslangen Kosten nicht tragen muss.
Wir lernen die harte Seite dieser Arbeit kennen, die Menschen, die die Windräder montieren sind ohne Pause wochenlang an Bord, die Arbeit ist eng getaktet und die Regeln ausgesprochen streng gefasst.
Nachdem auch ein weiterer dringend Tatverdächtiger eines Morgens tot in seiner Kabine gefunden wird und eine nähere Begutachtung des Toten ergibt, dass auch er umgebracht wurde, müssen die Ermittlungen von vorne beginnen.
Es ist schon frustrierend, wenn die Motivsuche zwar immer wieder neue Ansatzpunkte ergibt, sich daraus aber im Endeffekt doch keine Anklage erheben lässt, weil z. B. Alibis hieb- und stichfest sind.
Natürlich werden die Morde schlussendlich geklärt, aber wir erleben den Frust der Beamten hautnah, die hohen Erwartungen der Vorgesetzten, die sich so gerne als erfolgreiche Behörde präsentieren wollen und Druck auf ihre Leute ausüben und wir erleben natürlich auch, dass Ermittler ein Privatleben haben und dass auch die Familie Ansprüche stellt, dass kleinere Unfälle das Privatleben durcheinanderbringen, allerdings auch, dass eine funktionierende und verständnisvolle Beziehung sehr viel Rückhalt geben kann.
Die Suche Chevaliers nach seiner Mutter ist ein Thema, das sich schon durch mehrere seiner Krimis zieht und möglicherweise wird es auch noch einige Bücher brauchen, um Licht ins Dunkel zu bringen. Gespannter bin ich auf die Verbindungen von Chevaliers Vorgesetzten Vignaud in obskure Kreise, da erhoffe ich mir im nächsten Band mehr Aufklärung. Vielleicht wird man ihn dann endlich los.
Für mich war es der dritte Band um Commissaire Chevalier und ich empfand ihn als spannende Unterhaltung vor einem faszinierenden Hintergrund. Ein Windpark-Errichterschiff als Schauplatz von Morden auszuwählen, das hatte etwas Besonderes und brachte dem Leser einen Arbeitsplatz näher, den man sonst nicht kennenlernt.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Morde vor hohen Wellen

Die Tote von Nazaré
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Mit »Die Tote von Nazaré« startet Miguel Silva eine neue Krimireihe – angesiedelt in Nazaré, wo der Atlantik nicht nur spektakulär, sondern auch unberechenbar ist.
Nazaré liegt ca. 100 km nördlich von ...

Mit »Die Tote von Nazaré« startet Miguel Silva eine neue Krimireihe – angesiedelt in Nazaré, wo der Atlantik nicht nur spektakulär, sondern auch unberechenbar ist.
Nazaré liegt ca. 100 km nördlich von Lissabon direkt am Meer und hat sich seit ca. 15 Jahren als Ort der Surfer etabliert. Hier gibt es die weltweit höchsten Wellen und dementsprechend treffen sich hier die Wellenreiter und ihre Fans.
Maren, Polizistin aus Köln, wurde während eines Banküberfalls schwer verletzt. Sie lag lange im Koma und kämpfte sich erst langsam wieder ins Leben zurück. Sie verglich diesen Kampf mit dem Auftauchen aus einer Riesenwelle und wahrscheinlich fiel auch deshalb ihre Entscheidung für Nazaré, den Ort, der sie endlich wieder gesund machen sollte.
Dummerweise findet sie bereits während ihres ersten Spaziergangs eine Leiche, die, nachdem sie die Polizei informiert hat, auch schon wieder verschwunden ist. Maren hat seit dem Überfall Probleme mit ihrer Erinnerung und traut sich noch nicht wieder zu, sich auf sich selbst zu verlassen. Sie hat Glück, dass der ermittelnde Inspetor João Ferreira der portugiesischen Polizei erstens fließend Deutsch spricht und ihr zweitens glaubt, zumal schon bald eine zweite Leiche auftaucht.
Nazaré ist eigentlich ein Ort, an dem man nachts die Haustüren nicht verschließen muss, die Morde erschüttern den Ort und rufen die portugiesischen Polizeikollegen auf den Plan.
Es stellt sich schließlich heraus, dass die Morde ihren Ursprung in Ereignissen in Köln hatten und dass diese Ereignisse noch weitere Morde nach sich ziehen. An Erholung ist jedenfalls für Maren erstmal nicht zu denken.
Was gefiel mir gut an diesem neuen Krimi aus Portugal?
Schon das Cover des Buches macht mit seinen blauen Kacheln klar, in welchem Land die Handlung spielt und Nazaré scheint mit seinen haushohen Wellen ein faszinierender Ort zu sein
Vor allem die portugiesischen Kommissare machten einen sehr kompetenten Eindruck und übertrafen damit ihre arroganten deutschen Counterparts um Längen, auch wenn die ihre vermeintliche Überlegenheit ständig zeigen mussten
Maren ist eine Frau mit Ecken und Kanten, nicht immer ganz einfach zu nehmen und auch gerne zu Alleingängen bereit, die sie auch in Gefahr bringen können. Da war es gut, dass Ferreira sehr besonnen war und sich bereits im Umgang mit Deutschen auskannte.
Der Krimi hatte reichlich Spannung, cozy konnte man ihn nicht wirklich nennen. Die Elemente, die noch etwas portugiesisches Lebensgefühl transportieren sollten, wie der Fado und Saudade wirkten künstlich und passten meiner Meinung nach nicht so ganz in die Handlung.
Dennoch fand ich, es war ein gut lesbarer und spannender Krimi, auf dessen Fortsetzung im nächsten Jahr ich mich schon freue.

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Eine wie sie lässt sich durch nichts und niemanden aufhalten

Stürmische Klippe
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Liv Lammers‘ zehnter Fall ist brisanter denn je und hält die erfahrene Ermittlerin auf dem sturmumtosten Sylt gefangen. Eigentlich war sie mit ihrem Lebenspartner Sebastian auf der Insel, um endlich einen ...

Liv Lammers‘ zehnter Fall ist brisanter denn je und hält die erfahrene Ermittlerin auf dem sturmumtosten Sylt gefangen. Eigentlich war sie mit ihrem Lebenspartner Sebastian auf der Insel, um endlich einen Erbstreit mit ihrer Schwester beizulegen. Da erreicht sie ein Anruf ihrer Chefin Hilke Hasselbrecht. In einer Villa in Rantum gab es einen Anschlag auf eine bekannte Politikerin, sie möge sie dort unterstützen.
Tatsächlich trachtet offenbar jemand Armgart Zabrowsky nach dem Leben und hat ihr bei dem morgendlichen Surfgang aufgelauert und sie unter Wasser gezogen.
Kann das Motiv im privaten Bereich liegen? Oder hat es mit ihrer Vergangenheit als Richterin zu tun?
Kann es auch mit ihren Plänen für Sylt zusammenhängen?
In der Villa haben sich illustre Persönlichkeiten von Sylt versammelt. Eigentlich war der 60. Geburtstag der Anlass für die Einladung, dem sollten aber politische Gespräche und Weichenstellungen folgen, die unter keinen Umständen nach draußen dringen sollten.
In einem zweiten Handlungsstrang gerät Sebastian trotz seiner Hilfeleistung an einer ehemaligen Patientin in große Schwierigkeiten und muss feststellen, dass es Kollegen gibt, die ihm seine gute Stellung und seinen Erfolg nicht gönnen.

Alles passiert vor dem Hintergrund eines verheerenden Sturmes, so dass auch keine Unterstützung vom Festland gerufen werden kann, als die Ereignisse in der Politikervilla eskalieren. Keine Straße ist mehr passierbar, Bäume sind reihenweise umgefallen, der Hindenburgdamm ist überschwemmt, kein Zug fährt mehr und auch die Schiffe haben den Betrieb eingestellt.

Auch der 10. Krimi von Sabine Weiss ist spannend, mit den Grundstücksspekulationen auf Sylt, den Tourismus-Plänen und dem Aufweichen des Naturparks Wattenmeer werden aktuelle Probleme angesprochen. Im zweiten Handlungsstrang geht es um Gewalt in Beziehungen und Femizide.
Für mich war es der zweite Krimi mit Liv Lammers und ich bin durchaus auch auf die Vorgängerbände noch gespannt.



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Veröffentlicht am 28.01.2026

Sylter Schattenseiten

Schwarze Brandung
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Am Strand vor Westerland wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die brutal ermordet wurde, lebendig begraben. Liv Lammers ist neu bei der Mordkommission Flensburg. Als sie von dem Fall hört, bittet ...

Am Strand vor Westerland wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die brutal ermordet wurde, lebendig begraben. Liv Lammers ist neu bei der Mordkommission Flensburg. Als sie von dem Fall hört, bittet sie darum, in das Ermittlerteam aufgenommen zu werden, sie kommt ursprünglich von Sylt. Außerdem hatte sich kurz vorher ihr Neffe bei ihr gemeldet, der eine Freundin vermisst. Kann es sich bei der Toten um Milena handeln?

Sylt, die Insel der Reichen und Schönen, hat auch Schattenseiten, die wir in diesem Krimi kennenlernen. So ist die Insel für die weniger betuchten „Ureinwohner“ immer mehr unbezahlbar geworden, Grundstücksbesitzer andererseits haben von dem Bauboom und den explodierenden Mietpreisen profitiert. Der florierende Tourismus zieht Arbeitskräfte aus allen möglichen Ländern an, ohne Arbeitserlaubnis sind sie oft ihren Arbeitgebern gnadenlos ausgeliefert.

Liv ist viele Jahre nicht auf Sylt gewesen. Wir erfahren auch die Hintergründe dazu. Sie ist mit ihrer Familie heillos zerstritten, seit man von ihr verlangt hat, eine Schwangerschaft, die sie mit 15 Jahren Mutter werden ließ, abbrechen zu lassen. Den Neffen, der nun mit ihr Kontakt aufnimmt, hat sie noch nie kennengelernt und ihre Tochter ist gar nicht begeistert, dass ihr der Cousin und die restliche Verwandtschaft so lange vorenthalten wurde. Aber auch an den Vater ihrer Tochter hat sie gespaltene Erinnerungen. Sanna war das Ergebnis einer Vergewaltigung, der biologische Vater weiß nichts von der Existenz seiner Tochter.

Liv trifft während der Ermittlungen auf ihn und ihr Verhalten kann als voreingenommen bezeichnet werden.

Ich hatte den 10. Band der Reihe während einer Leserunde gelesen und wollte einfach mal an den Anfang der Reihe zurückgehen und wissen, wie alles begann. Dieser Band hat mir viele Fragen beantwortet und war für mich ein spannender Beginn einer neuen Reihe rund um die Kommissarin Liv Lammers. Man kann sich als Leser schon früh denken, in welche Richtung sich die Suche nach dem Mörder bewegt, dennoch waren die letztendlich Schuldigen eine Überraschung für mich.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Einfühlsame Sports Romance

One Date to Gold
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Bei „One Date to Gold“ haben wir es mit einer Sports Romance zu tun. Die Olympischen Winterspiele finden 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Diejenigen, die dort teilnehmen, haben es weit gebracht. ...

Bei „One Date to Gold“ haben wir es mit einer Sports Romance zu tun. Die Olympischen Winterspiele finden 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Diejenigen, die dort teilnehmen, haben es weit gebracht. Amie wurde nachnominiert und damit geht ein Traum von ihr in Erfüllung. Sie ist Snowboarderin und tritt für die Vereinigten Staaten an.

Eine ihrer ersten Begegnungen in Mailand verläuft nicht gerade glatt. Einer der Hockeyspieler trifft sie mit seinem Hockeyschläger, sie revanchiert sich mit einem Gegenschlag. So lernt sie Hunter kennen, den Captain des nationalen Eishockeyteams der USA und eine Legende seiner Mannschaft. Er ist so bekannt, dass sich Menschentrauben bilden, sobald er irgendwo auftaucht. Die Presse ist ihm ständig auf den Fersen.

Hunter kämpft mit seinem schlechten Ruf und zunächst hat Amie auch tatsächlich den Eindruck, dass er diesen Ruf verdient.

So toll die Zusammenkunft von jungen Menschen aus aller Welt auch ist, so ist Olympia doch auch ein Haifischbecken. Jeder will der beste sein, will seine jahrelange Aufopferung für den Sport in einer Medaille belohnt sehen. Als Amie in den Focus der Medien gerät, bietet ihr Hunter an, die Presse für sie zu übernehmen, wenn sie sich als seine Fake-Freundin ausgibt.

Amie stimmt zu, sie ist sich mittlerweile bereits der Tatsache bewusst, dass Hunter Eindruck auf sie gemacht hat. Hunter geht es sehr ähnlich und so spielen sie zunächst einmal der Öffentlichkeit vor, ein Paar zu sein, nähern sich aber auch hinter den Kulissen immer deutlicher einander an.

Einmal abgesehen von der Liebesgeschichte der beiden fand ich es interessant, Einblicke in den Olympia-Betrieb zu erhalten. Vor allem habe ich einiges über das Snowboarding gelernt.

Es war interessant, dem Hockey-Team dabei zuzusehen, wie es langsam von Einzelspielern zu einem Team wurde. Wir kennen das von Fußballmeisterschaften, wo es dem Bundestrainer obliegt, aus den Spielern ganz unterschiedlicher Vereine eine harmonische Mannschaft zu machen, die füreinander einsteht.

Das eigentliche Thema war aber die Wiedererlangung von Selbstvertrauen, wenn es einmal gründlich zerstört worden ist. Die schlechten Erfahrungen an einem Sport College hatten Spuren bei Amie hinterlassen und es hatte lange gedauert, bis sie sich wieder auf ihren Sport konzentrieren konnte. Erst Hunter gelingt es sehr einfühlsam, sie zu ihrem alten Selbst zurückzuführen. Eingebettet in die Liebesgeschichte der beiden findet Amie wieder Zutrauen zu sich selbst und Hunter kann endlich seine Maske ablegen und zeigen, dass Empathie kein Fremdwort für ihn ist.

Optisch ist das Buch ein Hingucker. Der zartlila Farbschnitt hat mir gut gefallen, der Farbschnitt nimmt die verschneite Bergwelt auf, ihn zieren Gipfel und Schneeflocken.
Parallel zu der tatsächlich in Mailand und Cortina d'Ampezzo 2026 stattfindenden Winterolympiade dürfte das Buch für Freunde von romantischer Literatur eine sehr passende Lektüre werden.

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