Zwischen Nähe und Distanz (Hörbuch)
Weißer SommerAlma und Théo verbindet einst eine intensive, vielversprechende Liebe. Ihr erstes Kennenlernen fühlt sich nach Aufbruch an, nach etwas Großem, das vor ihnen liegt. Doch im Laufe der Zeit entstehen Risse, ...
Alma und Théo verbindet einst eine intensive, vielversprechende Liebe. Ihr erstes Kennenlernen fühlt sich nach Aufbruch an, nach etwas Großem, das vor ihnen liegt. Doch im Laufe der Zeit entstehen Risse, bis ihre Beziehung schließlich an einem Punkt angekommen ist, an dem unklar wird, ob sie noch eine gemeinsame Zukunft haben. Um Antworten zu finden, ziehen sie sich für einen letzten gemeinsamen Sommer in das Haus von Almas Eltern in Frankreich zurück. Dort wollen sie herausfinden, ob ihre Liebe noch Bestand hat oder ob es besser ist, getrennte Wege zu gehen. Zwischen Erinnerungen, Gesprächen und stillen Momenten kreisen sie um die Frage, ob man an etwas festhalten sollte, das vielleicht längst verloren ist.
Was dieses Hörbuch sofort herausstechen lässt, ist die tolle Lesung. Die Stimmen tragen die Geschichte mit viel Feingefühl und verleihen den ruhigen, nachdenklichen Passagen eine besondere Intensität. Auch sprachlich hat mich das Werk beeindruckt; der Stil ist elegant, bedacht und voller feiner Beobachtungen.
Und doch blieb bei mir eine gewisse Leere zurück. So sehr ich den Stil bewundern konnte, so wenig habe ich mich den Figuren wirklich nahe gefühlt. Alma und Théo blieben für mich auf Distanz, fast wie durch eine Glasscheibe betrachtet. Ihre Gedanken und Konflikte waren nachvollziehbar, aber nicht greifbar genug, um mich emotional mitzunehmen. Zudem hatte ich häufig das Gefühl, dass sich die Geschichte verliert. Sie schweift ab, verweilt lange in Stimmungen und Reflexionen, ohne dabei eine echte Sogwirkung zu entwickeln. Für mich fehlte dadurch ein klarer Fokus, was es schwierig machte, dauerhaft in der Geschichte zu bleiben.
Am Ende hat mich das Hörbuch leider nicht berührt. Das ist besonders schade, weil so vieles vielversprechend ist: das wunderschöne Cover, der Klappentext, die Thematik und eben auch der wirklich gute Schreibstil. Doch all das konnte für mich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die emotionale Tiefe nicht bei mir ankam. Leider!