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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2026

Zwischen Nähe und Distanz (Hörbuch)

Weißer Sommer
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Alma und Théo verbindet einst eine intensive, vielversprechende Liebe. Ihr erstes Kennenlernen fühlt sich nach Aufbruch an, nach etwas Großem, das vor ihnen liegt. Doch im Laufe der Zeit entstehen Risse, ...

Alma und Théo verbindet einst eine intensive, vielversprechende Liebe. Ihr erstes Kennenlernen fühlt sich nach Aufbruch an, nach etwas Großem, das vor ihnen liegt. Doch im Laufe der Zeit entstehen Risse, bis ihre Beziehung schließlich an einem Punkt angekommen ist, an dem unklar wird, ob sie noch eine gemeinsame Zukunft haben. Um Antworten zu finden, ziehen sie sich für einen letzten gemeinsamen Sommer in das Haus von Almas Eltern in Frankreich zurück. Dort wollen sie herausfinden, ob ihre Liebe noch Bestand hat oder ob es besser ist, getrennte Wege zu gehen. Zwischen Erinnerungen, Gesprächen und stillen Momenten kreisen sie um die Frage, ob man an etwas festhalten sollte, das vielleicht längst verloren ist.

Was dieses Hörbuch sofort herausstechen lässt, ist die tolle Lesung. Die Stimmen tragen die Geschichte mit viel Feingefühl und verleihen den ruhigen, nachdenklichen Passagen eine besondere Intensität. Auch sprachlich hat mich das Werk beeindruckt; der Stil ist elegant, bedacht und voller feiner Beobachtungen.

Und doch blieb bei mir eine gewisse Leere zurück. So sehr ich den Stil bewundern konnte, so wenig habe ich mich den Figuren wirklich nahe gefühlt. Alma und Théo blieben für mich auf Distanz, fast wie durch eine Glasscheibe betrachtet. Ihre Gedanken und Konflikte waren nachvollziehbar, aber nicht greifbar genug, um mich emotional mitzunehmen. Zudem hatte ich häufig das Gefühl, dass sich die Geschichte verliert. Sie schweift ab, verweilt lange in Stimmungen und Reflexionen, ohne dabei eine echte Sogwirkung zu entwickeln. Für mich fehlte dadurch ein klarer Fokus, was es schwierig machte, dauerhaft in der Geschichte zu bleiben.

Am Ende hat mich das Hörbuch leider nicht berührt. Das ist besonders schade, weil so vieles vielversprechend ist: das wunderschöne Cover, der Klappentext, die Thematik und eben auch der wirklich gute Schreibstil. Doch all das konnte für mich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die emotionale Tiefe nicht bei mir ankam. Leider!

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Nicht ganz mein Sommer (Hörbuch)

Eine Liebe ohne Sommer
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Leider hat mich dieses Hörbuch etwas zwiegespalten zurückgelassen. Ich hatte mir ehrlich gesagt mehr davon versprochen, gerade weil die Grundidee eigentlich viel Potenzial mitbringt. Aber so richtig gepackt ...

Leider hat mich dieses Hörbuch etwas zwiegespalten zurückgelassen. Ich hatte mir ehrlich gesagt mehr davon versprochen, gerade weil die Grundidee eigentlich viel Potenzial mitbringt. Aber so richtig gepackt hat mich die Geschichte nicht. Mein größtes Problem waren tatsächlich die Protagonisten. Ich bin einfach nicht richtig warm mit ihnen geworden, was es mir ziemlich schwer gemacht hat, emotional dranzubleiben. Manche Entscheidungen und Aussagen wirkten auf mich eher konstruiert als authentisch. Ein Beispiel, das mir direkt am Anfang negativ aufgefallen ist: die Frage an eine ältere Dame, ob sie mit PayPal bezahlen kann. Das sollte vermutlich witzig sein, hat bei mir aber eher für Augenrollen gesorgt. Es wirkte unpassend und unnötig, zumal das Verhalten der Figur ohnehin schon klar gemacht hat, dass sie mit moderner Technik nicht viel am Hut hat. Dadurch war ich leider relativ früh etwas raus aus der Geschichte.

Das heißt aber nicht, dass alles schlecht war: Es gab durchaus einige schöne, ruhigere und auch berührende Momente. Gerade die Suche nach dem „wahren Nikolas“ fand ich ganz interessant umgesetzt, auch wenn mich das insgesamt nicht komplett überzeugen konnte. Ein Pluspunkt ist auf jeden Fall die Sprecherin. Sie hat das Hörbuch wirklich angenehm und lebendig gelesen und konnte einiges an Stimmung transportieren, was die Geschichte selbst für mich nicht immer geschafft hat.

Unterm Strich ist es kein schlechtes Hörbuch, aber leider auch keines, das mir lange im Kopf bleibt. Ich hätte mir mehr Tiefe bei den Figuren und insgesamt mehr Gefühl gewünscht.

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Veröffentlicht am 14.04.2026

Schwer zugängliches Werk über eine düstere Thematik

Unter Wasser
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Tara Menons "Unter Wasser" hat mich leider nicht ganz überzeugen können, auch wenn die Geschichte sicherlich ihre Tiefe und Bedeutung hat. Das Thema - Trauer, Verlust und der Umgang mit inneren Dämonen ...

Tara Menons "Unter Wasser" hat mich leider nicht ganz überzeugen können, auch wenn die Geschichte sicherlich ihre Tiefe und Bedeutung hat. Das Thema - Trauer, Verlust und der Umgang mit inneren Dämonen – ist zweifellos sehr bewegend und ernst, aber der Weg dorthin war für mich eher eine Herausforderung als ein Genuss.

Der Schreibstil der Autorin wirkt zu Beginn sehr sperrig, und ich fand es schwer, richtig in die Erzählung einzutauchen. Die Sprache selbst ist nicht unbedingt schlecht, aber sie ließ mich eher distanziert zurück. Trotz der schwierigen Themen fühlte sich das Buch für mich nicht besonders mitreißend an. Es ist sicherlich eine anspruchsvolle Lektüre, aber ich hatte einfach keine richtige Verbindung zur Geschichte oder den Charakteren. Das macht es umso bedauerlicher, weil ich die Bedeutung der Thematik durchaus erkannt habe.

Die ganze Atmosphäre des Buches ist schwer und von einer Art Melancholie durchzogen, was mir zuweilen als "schwere Kost" erschien. Ich glaube, dass es vielen Lesern gefallen wird, die sich auf solch tiefgründige und emotional aufgeladene Geschichten einlassen können, für mich war es jedoch nicht der richtige Moment.

Fazit:
Es ist ein Buch, das einen Raum für Reflexion und intensives Nachdenken bietet, aber der Zugang zum Inhalt war für mich leider zu schwer. Wenn man sich für komplexe, emotionale Themen interessiert und mit einem anspruchsvolleren Schreibstil klarkommt, könnte das Buch durchaus etwas für einen sein. Für mich persönlich war es jedoch nicht die richtige Wahl.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Wichtige Botschaft, holprige Romance

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1)
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Das Jugendbuch erzählt eine Geschichte über Essstörungen, Klinikalltag und erste Gefühle. Ein sensibles Thema, das hier größtenteils aus der Perspektive der jungen Protagonistin Mila geschildert wird. ...

Das Jugendbuch erzählt eine Geschichte über Essstörungen, Klinikalltag und erste Gefühle. Ein sensibles Thema, das hier größtenteils aus der Perspektive der jungen Protagonistin Mila geschildert wird. Insgesamt hat mich das Hörbuch mit gemischten Gefühlen zurückgelassen, weshalb ich am Ende bei soliden 3 Sternen lande.

Besonders gut gefallen hat mir der Einblick in den Alltag der Klinik. Die Abläufe, Gespräche und inneren Gedanken der Figuren wirken oft nachvollziehbar und geben einen Eindruck davon, wie komplex der Umgang mit Essstörungen sein kann. Vor allem Niklas hat auf mich einen überraschend erwachsenen und authentischen Eindruck gemacht. Seine Gedanken wirkten reflektiert und glaubwürdig, wodurch er für mich eine der stärkeren Figuren der Geschichte war. Mila dagegen kam mir stellenweise deutlich jünger und naiver vor, was natürlich zu ihrem Alter passt, aber im Kontrast zu Niklas teilweise etwas unausgewogen wirkte.

Positiv hervorheben möchte ich auch die Erwähnung von Pro-Ana- und Pro-Mia-Foren. Gerade für junge Hörerinnen und Hörer können solche Hinweise wertvoll sein, weil sie zeigen, wie schnell man in gefährliche Gedankenspiralen geraten kann.

Etwas schwierig fand ich allerdings das Erzähltempo in der ersten Hälfte. Die Einweisung in die Klinik und der Weg dorthin nehmen gefühlt etwa 60 % der Geschichte ein. Ab dem Zeitpunkt, an dem Mila schließlich dort ist, wirkte vieles für mich etwas konstruiert oder weniger glaubwürdig.

Achtung, kleiner Spoiler: Besonders die Entwicklung zwischen Mila und Niklas hat mich nicht ganz überzeugt. Die beiden haben gerade einmal einen einzigen Satz miteinander gesprochen und kurz darauf lädt er sie schon zu einem romantischen Picknick ein. Mir fehlte hier einfach die Grundlage. Ein paar mehr gemeinsame Szenen oder Gespräche im Vorfeld hätten der Beziehung deutlich mehr Tiefe gegeben. So wirkte die große Liebe auf mich eher skizziert als wirklich greifbar, weshalb ich sie emotional nicht ganz ernst nehmen konnte.

Vielleicht bin ich für diese Art von Geschichte inzwischen einfach etwas zu alt oder die romantische Entwicklung hätte etwas sorgfältiger aufgebaut werden können. Trotzdem fand ich die Grundidee spannend und die Thematik wichtig.

Das Hörbuch endet zudem mit einem Cliffhanger, der neugierig auf die Fortsetzung macht. Trotz meiner Kritikpunkte bin ich durchaus gespannt, wie es weitergeht. Für den nächsten Band würde ich mir wünschen, dass die Figuren ein wenig älter oder zumindest emotional reifer wirken und die Beziehungen zwischen ihnen mehr Raum zur Entwicklung bekommen.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Berührend gedacht, nicht ganz tief genug umgesetzt

Himmelsfeuer
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"Himmelsfeuer" ist ein berührender Coming‑of‑Age‑Roman über Familie, Heimat, Gefühle und den Weg zu sich selbst. Die Geschichte spielt im Norden Schwedens und behandelt Themen wie Identität, Selbstfindung ...

"Himmelsfeuer" ist ein berührender Coming‑of‑Age‑Roman über Familie, Heimat, Gefühle und den Weg zu sich selbst. Die Geschichte spielt im Norden Schwedens und behandelt Themen wie Identität, Selbstfindung und die Balance zwischen eigenen Wünschen und den Erwartungen der Gemeinschaft. Die Idee ist stark und die Themen sind zeitgemäß und wichtig.

Leider konnte mich der Schreibstil persönlich nicht ganz überzeugen. Die Sätze wirken häufig zu kurz und abgehackt, was im Hörbuchformat noch stärker auffällt. Dadurch entsteht ein etwas unrunder Erzählfluss, und ich konnte nicht so tief in die Geschichte eintauchen, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich hätte mir mehr innere Tiefe und Nuancen gewünscht, um die Charaktere und ihre Konflikte noch intensiver zu erleben.

Für jüngere Leser:innen kann der Stil hingegen gut funktionieren. Die junge Clique, ihre Dynamik und die direkten Emotionen könnten genau die richtigen Zielgruppen ansprechen und fesselnd sein. Vielleicht liegt es also an meiner eigenen Leseerwartung – für mich war es stilistisch einfach nicht ganz passend.

Insgesamt hat "Himmelsfeuer" spannende Ansätze und behandelt wichtige Themen, hinterlässt aber bei mir einen leicht distanzierten Eindruck. Ein Buch, das sich für junge Leser*innen gut eignet, für mich persönlich aber eher solide, statt herausragend ist.

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