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tinten_fischchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2025

SOS-Handbuch in schwierigen Situationen

Unbedingt lesen, wenn ...
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Dr. Julie Smith hat das Buch für Menschen geschrieben, die in einer emotional schwierigen Situation niemanden zum Reden haben. Oder für Menschen, die gerne Dinge mit sich selbst ausmachen. Sinn des Buches ...

Dr. Julie Smith hat das Buch für Menschen geschrieben, die in einer emotional schwierigen Situation niemanden zum Reden haben. Oder für Menschen, die gerne Dinge mit sich selbst ausmachen. Sinn des Buches ist es, als Leser in einer solchen Situation eine vielleicht gesündere Perspektive einzunehmen. Manche Kapitel helfen auch das eigene Leben zu reflektieren. Der Stil des Buches orientiert sich an einem Gespräch mit einer guten Freundin. Jedes Kapitel beginnt mit einem persönlichen Brief an den Leser. Dann erst kommt die Theorie und Übungen.

Dr. Smith hat einen sehr direkten und lockeren Schreibstil. Das ist erstmals ungewohnt für ein Sachbuch. Auch der Hinweis, dass man Übungen auf dem youTube Kanal der Autorin findet ist als modern anzusehen. Schlimmer wird es, wenn die Autorin bei den Übungen darauf hinweist, dass diese in ihrem anderen Buch zu finden sind.

Man muss sich im klaren sein, dass das Buch nur kurzfristigen Perspektivenwechsel in schwierigen Situation und keine Therapie anbieten will. Es ist zum Lesen auch in Normalsituation ganz nett, da man aus dem Buch immer wieder neue Einsichten generieren kann.

Im großen und ganzen bin ich Zwiegespalten. Ich muss zugeben, meine Erwartungshaltung war etwas höher. Aber durch die Vielzahl an Themen konnte ich gleichzeitig sehr viele erhellende Dinge für mein eigenes Leben mitnehmen.

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Veröffentlicht am 24.01.2025

Ein Schlag in die Magengrube

Dancing Queen
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Anders als der Titel es vermuten lässt, ist „Dancing Queen“ ein eher deprimierendes Buch. Die argentinische Autorin Camila Fabri setzt sich mit schwierigen Themen auseinander und streckenweise ist das ...

Anders als der Titel es vermuten lässt, ist „Dancing Queen“ ein eher deprimierendes Buch. Die argentinische Autorin Camila Fabri setzt sich mit schwierigen Themen auseinander und streckenweise ist das Buch brutal. Psychisch als auch psychisch. Am Erschreckendsten fand ich, dass die Ich-Erzählerin Pauline einfach alles so hingenommen hat. Da wird über körperliche und seelische Gewalt ausgeübt durch den Bruder so gesprochen als über so etwas belangloses wie das Wetter.

Obwohl die Geschichte mit einem Autounfall beginnt, dauert es eine Weile bis wirklich etwas passiert. In den ersten Kapiteln haben wir es mit einer Protagonistin zu tun, deren Leben auf Stand-By zu laufen scheint. Sie schafft es weder zu sich selbst noch zu anderen eine wirkliche Beziehung aufzubauen und es bleibt lange unklar, ob sie das überhaupt möchte. Dann im letzten Teil nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung und die Ereignisse überschlagen sich.

Das Buch lässt mich etwas ratlos zurück, weil ich erwartet hätte, dass noch mehr kommt. Ein richtiges Happy End. Das fehlende Happy End macht die Geschichte aber realistischer.

Die Stimme einer Mid-30er Person wurde gut eingefangen, die Erzählstruktur fand ich nicht sonderlich kompliziert. Camila Fabri ist eine begnadete Schriftstellerin, ich hatte in manchen Kapiteln das Gefühl mitten drinn, Haut nah dabei zu sein. Hervorheben ist dabei die Zeit nach dem Autounfall inklusive Krankentransport.

Dadurch ist das Buch trotz der Träge und manchmal fast bleirnen Schwere gut lesbar. Ich hatte es recht flott durch, es ist auch nicht sonderlich dick.

Auch das Cover entspricht dem Zeitgeist.

Leider hat es bei mir keinen wirklichen Nachhall ausgelöst, dazu blieben mir Geschichte und Figuren zu fremd. Das Buch ist nicht schlecht, aber das gewisse etwas hat mir gefehlt.

Die Autorin werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.

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Veröffentlicht am 04.12.2024

Alles was Sie immer schon über Geschmack wissen wollten

Flavorama
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Warum sind Kinder beim Essen oft so wählerisch? Warum gibt es so viele verschiedene Salzsorten? Was ist eigentlich Glutamat? Warum sind unsere Kindheitserinnerung oft mit Gerüchen verbunden? Warum sind ...

Warum sind Kinder beim Essen oft so wählerisch? Warum gibt es so viele verschiedene Salzsorten? Was ist eigentlich Glutamat? Warum sind unsere Kindheitserinnerung oft mit Gerüchen verbunden? Warum sind Cookies mit Milch gleich doppelt so lecker? Was bedeutet es einen feinen Gaumen zu haben und kann man das auch erlernen?

All das und noch so viel mehr beantwortet Flavorama. Und falls sie sich nun fragen: „Wozu brauche ich das?“ hat das Buch auch eine Antwort parat: Zum Kochen.

Dr. Arielle Johnson ist promovierte Chemikern und spezialisiert auf Geschmackswissenschaften. Zudem hat sie für einem der besten Restaurants der Welt Norma, zum Thema Geschmack geforscht.

Ihre kulinarischen Erfahrung fließen auch ins Buch ein. Natürlich handelt es sich nicht um ein Kochbuch im klassischen Sinne, die Rezepte dienen mehr zur Übung um mit verschiedenen Zutaten sowie Kochtechniken besser vertraut zu werden.

Ich fand es toll mich einzulesen und ein paar Rezepte durchzuprobieren. Meine Art zu Kochen und einzukaufen hat sich dank des neu erworbenen Wissens verändert.

Der Schreibstil ist recht locker, manchmal ein wenig langatmig. Das Buch macht sich gut im Bücherregal, das Cover und die Farbgestaltung fallen auf. Es ist aber schon ein richtiger Wälzer und man braucht Zeit und Muse dafür. Aber es zahlt sich aus.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Augenöffner

Break the Cycle
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Vorweg: Ich habe jahrelang eine Therapie gemacht. Als ich über meine Kindheit/Eltern sprechen wollte, wurde ich von der Therapeutin unterbrochen mit dem Hinweis, dass die Vergangenheit vorbei ist und ich ...

Vorweg: Ich habe jahrelang eine Therapie gemacht. Als ich über meine Kindheit/Eltern sprechen wollte, wurde ich von der Therapeutin unterbrochen mit dem Hinweis, dass die Vergangenheit vorbei ist und ich auf das JETZT und nach vorne schauen muss.

Heute weiß ich, dass meine damalige Therapeutin gut daran täte, das Buch von Dr. Mariel Buque zu lesen.

Unsere Kindheit und Ahnen haben sehr wohl Einfluss auf das Jetzt. Und zwar stärker als uns vielleicht lieb ist. Das Buch erklärt und zeigt wie das funktioniert. Ich fand mich und meine Verwandten im Buch wieder.

„Break the cycle“ basiert auf dem therapeutischen Ansatz von Dr. Buque und ist daher keine einfache Lektüre. Es ist zudem sehr übungslastig. Ohne die Übungen macht es meiner Meinung nach keinen Sinn das Buch durchzuarbeiten. Das kenne ich auch aus meiner Therapie. Leider sind die Übungen nicht immer gut beschrieben. Es fehlen Bilder um darzustellen was man tun soll.

Die Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Kindheit kann die Augen öffnen, aber auch schmerzhaft sein. Daher findet man am Anfang des Buches den Hinweis, dass man sich wenn nötig, professionelle Hilfe holen soll. Ich denke, dass das Buch vor allem begleitend zu einer Therapie sehr hilfreich sein kann. Natürlich bei dem richtigen Therapeuten der sich mit komplexen generationsübergreifenden Mustern auskennt. Vielleicht gibt das Buch den einen oder anderen auch den Anstoß eine Therapie zu starten.

Als Leser muss man aber auch akzeptieren, dass die Auseinandersetzung Arbeit bedeutet und dauert. Einfach nur das Buch lesen und gut ist, spielt sich nicht. Das Buch kann einem nur Anregungen geben und einem helfen Dinge in einem neuen Licht zu sehen. z.B. hab ich erst gestern zufällig ein Kleidungsstück gefunden, dass ich als Kind in der Schule genäht habe. Ich musste gleich wieder an ein abwertendes Kommentar meiner Werklehrerin denken. Durch das Wissen das ich aus „Break the cycle“ mitnehmen konnte, sah ich das plötzlich in einem neuen Licht. Ich hab immer gedacht: „Warum sagt sie so etwas unterschwellig gemeines zu mir?“ Nun aber verstehe ich, dass es ihr wohl unbewusst raus gerutscht ist. Es war ein Satz, den sie als Kind auch immer wieder gehört hat. Dadurch ist plötzlich ein besseres Verständnis und vielleicht auch Heilung, möglich. Ich konnte mit dieser Situation abschließen.

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Veröffentlicht am 30.01.2026

Gruselig aber schwächer als der Vorgänger

Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab
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Nachdem wir „Flammenrad“ verschlungen haben, warteten wir sehnsüchtig auf den zweiten Teil der Reihe. Auch der Nachfolger bietet reichlich Spannung für Gruselfans und etwas ältere Leser, reicht jedoch ...

Nachdem wir „Flammenrad“ verschlungen haben, warteten wir sehnsüchtig auf den zweiten Teil der Reihe. Auch der Nachfolger bietet reichlich Spannung für Gruselfans und etwas ältere Leser, reicht jedoch nicht ganz an die durch das „Flammenrad“ hochgelegte Messlatte heran.

Positiv hervorzuheben ist, dass das Buch weniger düster ausfällt als der Vorgänger. Damit eignet es sich auch für etwas zartbesaitetere Kinder. Zwar wird die Vorgeschichte in wenigen Sätzen angerissen, man kann der Handlung aber auch ohne Vorkenntnisse problemlos folgen.

Für Kenner des ersten Teils ist es jedoch enttäuschend, dass die Kinder ständig nach logischen Erklärungen für das Mysteriöse suchen und fürchten, man würde ihnen keinen Glauben schenken. In Anbetracht des gemeinsamen Abenteuers mit ihren Eltern im ersten Band wirkt dieses Verhalten völlig unlogisch. Hier zeigt sich eine weitere Schwäche. Während der erste Teil den Leser lange im Unklaren ließ, ob die Geschehnisse real oder eingebildet sind, wurde das Tor zum Übernatürlichen am Ende bereits weit aufgestoßen. Als Leser erwartet man nun, dass man es wieder mit Geistern zu tun hat und dadurch verliert das Buch an Spannung.

Zudem braucht die Handlung recht lange, bis sie an Fahrt gewinnt und gruselig wird. Dieser langsame Aufbau könnte dazu führen, dass jüngere Leser vorzeitig das Interesse verlieren.


Wir schwanken zwischen 3 und 4 Punkten

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