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Veröffentlicht am 24.02.2026

Großartig!

Ich, die ich Männer nicht kannte
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»Meine Erinnerungen reichen nicht weiter zurück als bis zu der Zeit im Keller. Kann man das überhaupt Erinnerungen nennen?« (Seite 10)

In einem Käfig, tief unter der Erde, werden vierzig Frauen gefangen ...

»Meine Erinnerungen reichen nicht weiter zurück als bis zu der Zeit im Keller. Kann man das überhaupt Erinnerungen nennen?« (Seite 10)

In einem Käfig, tief unter der Erde, werden vierzig Frauen gefangen gehalten, eine unter ihnen ist noch ein halbes Kind. Sie unterscheidet sich von den übrigen Frauen, eine andere Welt als die gegenwärtige kennt sie als einzige nicht. Ihre Wächter, sechs Männer in Uniform, sprechen nicht mit ihnen, versorgen sie lediglich mit dem Nötigsten und geben darauf acht, dass sie sich nicht berühren oder umbringen. Als eines Tages ein Alarm ertönt, fliehen die Wachen, die Tür verschließen sie bei ihrem Rückzug nicht. Die Welt, die die Frauen draußen vorfinden, bringt jedoch nicht die erhoffte Freiheit.

»Lange verliefen unsere Tage stets nach demselben Muster - dann fing ich an zu denken, und alles veränderte sich. Bis dahin hatte es nichts gegeben außer der ewigen Wiederholung des Immergleichen, die Zeit schien stillzustehen, nur verschwommen nahm ich wahr, dass sie verging und ich älter wurde. Meine Erinnerungen beginnen mit meiner Wut.« (Seite 11)

Die namenlose Erzählerin, von den anderen Frauen nur »die Kleine« genannt, schreibt nieder, was geschah, erinnert sich an die zurückliegenden Jahre und verspürt schon lange keine Wut mehr. Ungeheuerliches weiß sie zu berichten, schildert das Leben im Käfig, erzählt von der Flucht und der jahrelangen Odyssee, die dieser folgt. Einerseits passiert nicht viel, andererseits vergeht so ein ganzes Leben, man klebt an den Seiten, fiebert mit und wartet darauf, was da noch kommt.

Ich habe das Buch nicht aus der Hand legen können, bis die letzte Seite gelesen war. Die Autorin erzählt so fesselnd, dass ich am Ende etwas traurig, aber auch sehr glücklich gewesen bin, dass ich Teil der Geschichte sein durfte. Für mich ein Highlight, über das ich noch lange nachdenken und diskutieren werde, Stoff dafür bietet es genug. Ich finde das wunderbar!

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Sensationeller Reihenstart

Minnesota
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Seit dem Unfalltod seiner kleinen Tochter ist für Ermittler Bob Oz das Leben wenig lebenswert. Als ein Unbekannter einen Rachefeldzug gegen Drogenbosse und Waffenhändler in Minneapolis startet, stürzt ...

Seit dem Unfalltod seiner kleinen Tochter ist für Ermittler Bob Oz das Leben wenig lebenswert. Als ein Unbekannter einen Rachefeldzug gegen Drogenbosse und Waffenhändler in Minneapolis startet, stürzt er sich voller Eifer in die Ermittlungen, denn nur die Polizeiarbeit lässt ihn alles vergessen, auch den Umstand, wie einsam er geworden ist. Der Täter spielt indes ein Katz- und Maus-Spiel mit den ermittelnden Beamten, scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein, sodass bald unklar ist, wer hier eigentlich wen jagt.

»Sind Sie sich sicher, dass es nicht die Gefühle sind, die letztlich zu unseren Taten führen, und dass wir im Nachgang unseren Intellekt nutzen, um die Entscheidungen zu rationalisieren, bis wir wirklich daran glauben, alles sachlich abgewogen zu haben?« (Seite 113)

Braucht es einen weiteren Ermittler, der gebrochen ist, durch Frauengeschichten glänzt, dem Alkohol zugetan ist und was Freunde angeht, definitiv mehr auf der Minusseite vorweisen kann? Ich gebe zu, dass ich mit Harry Hole nie warmgeworden bin und deswegen anfangs skeptisch war, obwohl ich ansonsten jedes Buch des Autors gelesen, um nicht zu sagen verschlungen habe. Dennoch konnte ich aber nicht widerstehen, von Anfang an dabei zu sein, wenn Jo Nesbø eine neue Reihe startet und kann nun mit gutem Gewissen sagen, dass Bob Oz der Ermittler ist, auf den ich nur gewartet habe. Meine Frage kann ich also, zumindest für mich persönlich, mit einem lauten und begeisterten JA beantworten!

Eine ungewöhnliche Erzählweise, ein problembehafteter, aber dennoch charmanter Ermittler, ein zu allem entschlossener, intelligenter Täter und ein Plot voller Überraschungen und unerwarteter Wendungen, all dies hat den vorliegenden Kriminalroman zu einem Lesehighlight werden lassen, der mich nach dem Beenden des Buches bereits sehnsüchtig auf eine Fortsetzung warten lässt. Schon der erste Teil der neuen Buchreihe hat diese auf die vorderen Plätze meiner absoluten Lieblingsbücher katapultiert. Lesen!

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Veröffentlicht am 10.02.2026

David Hunter ist zurück!

Knochenkälte
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Dr. David Hunter hat sich verfahren und strandet während eines Wintersturms in dem kleinen Städtchen Edendale in den Cumbrian Mountains, deren Bewohner ihn von Anfang an spüren lassen, wie unerwünscht ...

Dr. David Hunter hat sich verfahren und strandet während eines Wintersturms in dem kleinen Städtchen Edendale in den Cumbrian Mountains, deren Bewohner ihn von Anfang an spüren lassen, wie unerwünscht er dort ist. Als der Ort aufgrund des Sturms von der Außenwelt abgeschnitten wird, findet der forensische Anthropologe auf der Suche nach einem Mobilfunksignal ein Skelett, das in einer Fichte hängt, die der Sturm entwurzelt hat. Eine Benachrichtigung der Behörden ist nicht möglich, das Strom- und Telefonnetz ist zerstört. Auf sich allein gestellt merkt David bald, dass der Mörder aufgescheucht wurde und vor weiteren Taten nicht zurückschreckt.

»Eingesponnen in ein nasses Gewirr aus Erdklumpen und Wurzeln hing das Skelett über dem Krater wie eine zerfledderte Vogelscheuche. Es war vollständig bekleidet, und die Fetzen einer Jeans, einer Cordjacke und eines Pullovers ließen keinen Zweifel daran, dass dies kein archäologischer Fund war.« (Seite 111)

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den siebten Teil der großartigen Reihe mit dem forensischen Anthropologen Dr. David Hunter. Man muss die vorherigen Bände nicht gelesen haben, um der Geschichte folgen zu können, die wichtigsten Aspekte werden beiläufig und ausführlich erwähnt. Die Fälle selbst sind in sich abgeschlossen, sodass die chronologische Reihenfolge nicht unbedingt eingehalten werden muss.

Viele Jahre hat es gedauert, bis ein neuer Band der Buchserie erschienen ist, die lange Wartezeit aber hat sich gelohnt. Anfangs war ich zwar skeptisch, denn Simon Beckett verlor sich ein paar so in den Beschreibungen der Umgebung, dass ich das Gefühl hatte, eine Lektion in Naturkunde zu lesen, im Laufe der Story gewöhnte ich mich jedoch daran. Als die Geschichte Fahrt aufnahm, war dies sowieso nebensächlich, denn die aufgebaute Spannung nahm mich vollkommen in Anspruch und ich gab mich ihr gerne hin. Es folgte ein Thriller ganz nach meinem Geschmack, teilweise hatte ich das Gefühl, selbst von der Welt abgeschnitten und in auswegloser Lage zu sein. Die Atmosphäre berauschte und die vielen unerwarteten Wendungen entzückten mich, noch auf den letzten Metern wusste der Autor mich zu überraschen. Die Auflösung war genial und ich fast enttäuscht, als es zu Ende ging. Ich hoffe, auf das nächste Abenteuer nicht so lange warten zu müssen, und freue mich sehr darauf!

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Spannung pur

Gejagt durch Brandenburg
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Ein junges Mädchen wird in der Gartenlaube ihrer Eltern tot aufgefunden, der Verdächtige ist niemand anderes als der Sohn von Kriminalhauptkommissarin Carla Stach, die daraufhin von der Ermittlung abgezogen ...

Ein junges Mädchen wird in der Gartenlaube ihrer Eltern tot aufgefunden, der Verdächtige ist niemand anderes als der Sohn von Kriminalhauptkommissarin Carla Stach, die daraufhin von der Ermittlung abgezogen wird. Schwankend zwischen Hoffnung und Gewissheit ermittelt sie auf eigene Faust, während sich die Indizien häufen. Die Ermittlungen übernimmt währenddessen ausgerechnet ihr Erzfeind aus ihrer letzten Dienststelle, für den die Schuld von Carlas Sohn unbestritten feststeht.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den vierten Teil der großartigen Kriminalreihe rund um Carla Stach, dieser Fall ist nicht nur der persönlichste für die sympathische Kriminalhauptkommissarin, sondern auch der absolute Höhepunkt der Buchserie, wie ich finde. Man muss die vorherigen Bände nicht gelesen haben, um folgen zu können, denn die wichtigsten Aspekte werden in die Geschichte eingebaut und wiederholt. Für Krimiliebhaber aber kann ich diese Reihe nur empfehlen, weil sie wirklich mehr als lesenswert ist.

Mit diesem Buch hat Richard Brandes sich selbst übertroffen, von der ersten bis zur letzten Seite konnte er mich an das Buch fesseln, bereits der Prolog versprach, was der Rest erfüllte. Spannend, voller überraschender Wendungen und mit einem unerwarteten Ausgang war dies ein Kriminalroman genau nach meinem Geschmack. Ich bin gespannt, ob ich wieder von Carla Stach lesen werde, falls es so sein sollte, dann freue ich mich sehr darauf!

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Ein Denkmal den Büchern

Ich bin der beste Freund des Menschen
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»Liebe Bücher, ihr habt mir so viel gegeben, dass ich Euch etwas zurückgeben möchte. Und welches Geschenk eignet sich besser als ein Buch? Ein Buch, das nur Euch gewidmet ist: Das Buch der Bücher.« (Seite ...

»Liebe Bücher, ihr habt mir so viel gegeben, dass ich Euch etwas zurückgeben möchte. Und welches Geschenk eignet sich besser als ein Buch? Ein Buch, das nur Euch gewidmet ist: Das Buch der Bücher.« (Seite 111)

Mit diesem Büchlein und den darin enthaltenen 100 Cartoons hat Christian Schnalke allen Büchern ein Denkmal gesetzt. Ob lustig, dramatisch, nachdenklich oder parodiert, wunderschön sind die Bilder alle, manches hätte ich gerne als Postkarte, um sie anderen buchbegeisterten Menschen schicken zu können. Zum schauen, vorzeigen und erfreuen, aber auch als Geschenk, um anderen eine große Freude zu bereiten, eignet es sich perfekt. Dieses kleine Schmuckstück wird sich gut in meinem Regal machen und mit Sicherheit regelmäßig erneut angeschaut werden. Ich liebe es!

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