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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2026

Ein Denkmal den Büchern

Ich bin der beste Freund des Menschen
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»Liebe Bücher, ihr habt mir so viel gegeben, dass ich Euch etwas zurückgeben möchte. Und welches Geschenk eignet sich besser als ein Buch? Ein Buch, das nur Euch gewidmet ist: Das Buch der Bücher.« (Seite ...

»Liebe Bücher, ihr habt mir so viel gegeben, dass ich Euch etwas zurückgeben möchte. Und welches Geschenk eignet sich besser als ein Buch? Ein Buch, das nur Euch gewidmet ist: Das Buch der Bücher.« (Seite 111)

Mit diesem Büchlein und den darin enthaltenen 100 Cartoons hat Christian Schnalke allen Büchern ein Denkmal gesetzt. Ob lustig, dramatisch, nachdenklich oder parodiert, wunderschön sind die Bilder alle, manches hätte ich gerne als Postkarte, um sie anderen buchbegeisterten Menschen schicken zu können. Zum schauen, vorzeigen und erfreuen, aber auch als Geschenk, um anderen eine große Freude zu bereiten, eignet es sich perfekt. Dieses kleine Schmuckstück wird sich gut in meinem Regal machen und mit Sicherheit regelmäßig erneut angeschaut werden. Ich liebe es!

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Eiskalte Spannung

Lügennebel
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Eine Gruppe von sechs Studenten kommt für eine Woche zusammen, die jungen Leute möchten ihre Skiferien mit Feiern, Spielen sowie viel Alkohol verbringen. Nach einem besonders turbulenten Abend ist eine ...

Eine Gruppe von sechs Studenten kommt für eine Woche zusammen, die jungen Leute möchten ihre Skiferien mit Feiern, Spielen sowie viel Alkohol verbringen. Nach einem besonders turbulenten Abend ist eine Person aus der Gruppe tot, man findet die Leiche draußen im eisigen Schnee. Eine Untersuchung wird ergeben, ob es sich um einen tragischen Unfall oder aber Mord handelt. Die Studenten machen es Polizeikommissarin Hanna Ahlander und ihrem Kollegen Daniel Lindskog jedoch nicht leicht und lügen, dass sich die Balken biegen.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich bereits um den vierten Teil der großartigen Buchreihe mit Hanna Ahlander und ihren Kollegen. Man muss die vorherigen Bücher nicht gelesen haben, um dem Fall folgen zu können, für ein besseres Verständnis der Beziehungen einzelner Personen zueinander, wäre dies allerdings von Vorteil. Die wichtigsten Informationen werden allerdings nebenbei eingestreut.

Hanna Ahlander ermittelt zum vierten Mal und meine Faszination bleibt ungebrochen, was zum Teil an dem wirklich tollen Schreibstil liegt, zum Teil aber auch den interessanten und sympathischen Figuren geschuldet ist. Die außergewöhnlichen und komplexen Fälle tragen ihr Übriges dazu bei, dass es insgesamt ein rundes und perfektes Leseerlebnis wird. Der private Alltag der ermittelnden Personen nimmt genau die richtige Menge an Platz ein und führt dazu, dass auch in diesem Bereich keine Langeweile aufkommt. Insgesamt ein spannender und unterhaltsamer Band der Reihe, der mich bereits jetzt ungeduldig auf die Fortsetzung warten lässt. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Brutale Poesie

Eden
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Markus Stegner überrascht seine zwölfjährige Tochter Sofie und schenkt ihr Karten für ein Konzert ihrer Lieblingssängerin. Begleitet wird Sofie von Markus Schwester Isabel und deren Tochter Lotte, er selbst ...

Markus Stegner überrascht seine zwölfjährige Tochter Sofie und schenkt ihr Karten für ein Konzert ihrer Lieblingssängerin. Begleitet wird Sofie von Markus Schwester Isabel und deren Tochter Lotte, er selbst wartet in der Nähe, um später mit Sofie nach Hause zu fahren. Nachdem der letzte Ton verklungen ist, macht sich Markus auf den Weg zu Sofie, als das Unbegreifliche passiert: es wird ein Anschlag verübt und Sofie ist unter den Opfern.

»Er sucht, am Boden liegend, die Fläche ab, er reißt die Augen auf, stellt alle Sinne scharf, durchdringt den Nebel, und dann denkt er noch einmal, dass der Nebel bleiben muss, der Nebel muss alles zudecken, was er sieht, alles luftdicht verpacken und verhüllen, wirklich alles, für immer.« (Seite 62)

Gerade erst hat Sofie ihren Schulfreund Tobias zu sich nach Hause eingeladen, mit ihm und ihrem Vater einen tollen Nachmittag verbracht. Man kann hier nicht von Schmetterlingen im Bauch sprechen, aber für Tobias war es schon nah dran. Die Zukunft wird schön, einfach wunderbar. Eine große Überraschung hat Markus geplant, Kerstin, die Mutter, bleibt zu Hause, ohne Tochter und Mann. Man konnte nicht ahnen, nicht wissen, nicht einmal daran denken, was dann passiert ist. Wie lebt man danach weiter? Wie überlebt man, was geschah?

»Nein, du irrst dich. So wie du dich geirrt hast, als du die Konzertkarten gekauft hast. Und als du losgefahren bist, in die falsche Richtung, an den falschen Ort, am falschen Tag. Ich muss dir sagen, dass du dich irrst und dass ich dir nicht vergeben kann, was du getan hast. Unwissentlich, ja, aber das nutzt mir nichts. Es spielt keine Rolle, du bist verantwortlich. Du bist schuld.« (Seite 167)

Schritt für Schritt führt Jan Costin Wagner gewohnt routiniert durch ein schwieriges Thema, durch diese Tragödie, teilt diese in Tage, in ein Davor und ein Danach. Ich teile Sofies Begeisterung, die Freude von Tobias, den Stolz von Markus und fühle Kerstins Schmerz, danach. Wie unterschiedlich Menschen trauern, das wird mit jeder Seite klar; manchen verschlägt es die Sprache, andere suchen die Heilung und nicht wenige die Konfrontation, besessen von Wut und Hass auf alles, was nicht in ihr Weltbild passt. Ohne den erhobenen Zeigefinger, emphatisch und bewegend kreiert der Autor ein Drama, das mich tief berührt hat. Dies in einer Sprache, die begeistert, mancher Satz poetisch und brutal gleichermaßen. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Tragisch und wunderschön

Das Geschenk des Meeres
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Es ist Winter in Schottland des Jahres 1900, ein kleiner Junge wird an die Küste des kleinen Fischerdorfes Skerry gespült. Dorothy nimmt das Kind bei sich auf, das eine unheimliche Ähnlichkeit mit ihrem ...

Es ist Winter in Schottland des Jahres 1900, ein kleiner Junge wird an die Küste des kleinen Fischerdorfes Skerry gespült. Dorothy nimmt das Kind bei sich auf, das eine unheimliche Ähnlichkeit mit ihrem Sohn aufweist. Ihrem Sohn, der vor Jahren in einer stürmischen Nacht im Meer verschwand. Niemand weiß, was damals passiert ist, aber alle tuscheln hinter vorgehaltener Hand, besonders über Dorothy und Joseph, der so viel für sie empfand.

»Nachdem er gegangen ist, sinkt sie tiefer in ihren Sessel und legt die Hände fest um ihre Teetasse, um das Zittern zu unterdrücken, denn die Vergangenheit steht wieder vor der Tür, hämmert drängend gegen das Holz und versucht hereinzukommen.« (Seite 76)

Im Wechsel zwischen Jetzt und Damals erzählt Julia R. Kelly eine Geschichte, die schöner, tragischer und trauriger könnte nicht sein. Hierbei lässt sie anfangs vieles weg, das sie erst langsam verrät, dadurch wird das Buch spannender, als ich es erwartet hätte. Eine junge Frau kommt voller Hoffnung und Zuversicht ins Dorf, die Gemeinschaft empfängt sie, aber anders als erwartet. Es wird getuschelt, es gibt Tratsch und Klatsch, Gerüchte entstehen, auf Hoffnung folgt Streit. Liebe kommt auf leisen Sohlen, wird im Keim erstickt, es gibt Scham, Lügen und sowas wie ein Happy End, das schnell ins Gegenteil umschlägt, aber etwas bleibt. Es folgt ein Drama, das anhält, bis das Meer etwas gibt, das anders ist, als es scheint.

Dieses Buch ist der wunderbarste und berührendste Roman, den ich in der letzten Zeit lesen durfte. Ganz unschuldig fing er an, dann entfaltete er eine Wucht, der ich mich nicht entziehen konnte, ich legte ihn irgendwann einfach nicht mehr aus der Hand. Drama, Tragödie, eine Prise Krimi, eine Liebesgeschichte und ein Familienroman, all dies vereint in einer Story, die mich tief bewegt und berührt hat. Die Autorin überraschte mich immer wieder mit Wendungen und Enthüllungen, die ich nicht kommen sah. Ich bangte und fühlte, litt und weinte, lächelte und schmunzelte, war entsetzt und wütend, wünschte und hoffte - es war wirklich wunderbar. Ein Herzensbuch und ein Jahreshighlight!

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Vom Loslassen und Festhalten

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen versteckt sich in der Schublade einer Kommode vor russischen Soldaten. Die Malerin Wilma, die ihr dabei geholfen hat, nimmt das junge Waisenmädchen bei sich auf. ...

Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen versteckt sich in der Schublade einer Kommode vor russischen Soldaten. Die Malerin Wilma, die ihr dabei geholfen hat, nimmt das junge Waisenmädchen bei sich auf. In ihrem Versteck findet Marlen ein Porträt, das sie an sich nimmt. Jahrzehnte später, Berlin 2023: Hannah Borowski wird plötzlich und unerwartet von ihrem Vater kontaktiert, den sie nicht kennt. Angeblich haben Hannahs Mutter und Großmutter das so gewollt.

Nach »Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid« und »Bei euch ist es immer so unheimlich still« legt Alena Schröder mit dem vorliegenden Buch, das wieder einen ungewöhnlichen Titel trägt, den Abschluss ihrer Trilogie vor. Ich kenne das erste Buch nicht, bin in der Mitte eingestiegen und habe nun mit dem Ende weitergemacht. Wenn man sich die Klappentexte anschaut, könnte es egal sein, in welcher Reihenfolge man die Bücher liest, ich hatte jedenfalls beim Lesen des mittleren Teils nicht das Gefühl, dass mir Informationen fehlen, was hier ebenfalls nicht der Fall war. Ich kann nicht sagen, ob es ratsam gewesen wäre, vor dem Abschluss das erste Buch zu kennen, schließlich zieht sich die Geschichte des auch hier thematisierten Bildes durch alle drei Bände.

Wie bereits der zweite Teil, lässt auch dieser Roman mich nach dem Lesen restlos begeistert zurück. Auf zwei Zeitebenen und mittels verschiedener Perspektiven führt die Autorin durch die Geschichte und lässt mich durch kleine Hinweise Dinge wissen, die ihren Figuren verschlossen bleiben. Dies führt zu einer gewissen Intimität, die mich berührt und manches mal ein Taschentuch brauchen lässt. Die komplexe Geschichte und der feine Humor ergänzen sich wunderbar und hinterlassen fast ein Gefühl der Leere, als das Buch ausgelesen ist. Großartig!

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