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Veröffentlicht am 19.03.2026

Trotz Schwächen eine interessante Story

Evil Elite – Der Kodex der Ehre
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„Ist ein Mensch ein Monster, nur weil er einer Welt voller Monster entsprungen ist?“

Nach den Weihnachtsferien gerät das Leben von Francesca Sorrentino, der Tochter eines gnadenlosen Mafiosos, immer weiter ...

„Ist ein Mensch ein Monster, nur weil er einer Welt voller Monster entsprungen ist?“

Nach den Weihnachtsferien gerät das Leben von Francesca Sorrentino, der Tochter eines gnadenlosen Mafiosos, immer weiter aus dem Gleichgewicht: Ihr Vater schickt sie nicht nur mit einem gewagten Auftrag zurück nach Fort Rock, sondern auch mitsamt ihres Bruders, der zu unberechenbaren Persönlichkeitswechseln neigt. Aber als wären Mission Harmonika und Charlies Handhabe nicht schon genug, um das sich die Teenagerin während ihrer knapp bemessenen Freizeit in der elitären und hoch gesicherten Universität kümmern muss, soll sie unter allen Umständen den zweiten Neuzugang meiden: Hector Olmeda. Der Sohn des Mannes, den ihre Familie vor knapp zehn Jahren hinter Gitter befördert hat. Liegt sein plötzliches Auftauchen vielleicht in Rache begründet? Oder will er das Werk von El Tigre selbst beenden? Was auch immer hinter seinem Schulwechsel liegt, Frankie ist bereit. Ist sie doch diejenige, deren Herz nach Vergeltung dürstet.
Als sie plötzlich mysteriöse Nachrichten erhält und die Parallelen zu einem noch frischen Vermisstenfall größer werden, braucht Frankie Hilfe von dem Jungen, der ihr bei jeder Begegnung verdeutlicht, wie falsch das alles – dieses Leben, dieser Name, diese Bürde – ist. Mit ausgewählten Verbündeten kommen die beiden etwas auf die Spur, dass selbst Iggy den Eisernen aus der Fassung bringt und richtungsweisend für den gefährlichen Weg von Frankie und Hector ist.

„Evil Elite“ ist ein Dark-Academia-Suspense-Jugendroman von Aline Atman, der uns nach Fort Rock bringt, eine fast unmöglich einzunehmende Schule, eingebettet in die Kaskadenkette nahe der kanadischen Grenze. Hier lernen die Nachkömmlinge der berüchtigtsten Mafia-Clans ihr Handwerk, um eines Tages das Familiengeschäft fortführen zu können. Am besten, ohne im Knast zu landen. In Frankies Welt stehen Treue und Loyalität zum eigenen Fleisch und Blut über allem. Nur, dass Tommaso und seine Meute nicht ihr Fleisch und Blut sind …

Wir werden einzig aus der Sicht von Francesca durch das Geschehen geführt, erhaschen einen Blick in den strukturierten Alltag, den Unterricht und auf die SchülerInnen sowie die Lehrkräfte der Akademie. Diesen Aspekt fand ich interessant und die Idee originell. Jedoch wirkten nur wenige der Figuren, als gehörten sie in ein System, das von Kaltblütigkeit lebt, bar jeglicher Skrupel ist. Dennoch treffen wir auf findige Nachwuchs-Kriminelle, allen voran E.J. und Nastya, die Frankie nicht nur bei der Suche nach ‘Stalker-Shakespeare’ zur Seite stehen, sondern der misstrauischen Einzelgängerin ein Gefühl von Freundschaft und Zusammenhalt vermitteln. Ohne diese und andere Genies des zukünftigen organisierten Verbrechens wäre Frankie zudem niemals so weit gekommen … Hector, seine Intentionen, sein wahres Wesen, blieben lange im Dunkeln, doch der gutaussehende Mexikaner überraschte. Ein ums andere Mal. Schnell wird Francesca sich der Tatsache bewusst, dass sie Hector nicht für die Taten anderer verurteilen kann, dass sie ihn nicht hassen kann. Durch El Tigres Sohn hinterfragt Sorrentino die Strukturen, denen sie sich angepasst, die Regeln, denen sie sich gefügt hat. Untersucht die Werte, die Tommaso ihr eintrichterte, und die Zukunft, die vor ihr liegen soll. Wir werden mit Zorn und Wut ob all der Ungerechtigkeiten konfrontiert, mit Verzweiflung und nie verjährtem Verlust, mit einer Perspektive, die von Gewalt geprägt sein wird, von blutigen Händen. Doch wie soll die gebürtige Irin dem entkommen, was niemals ihr Schicksal hätte sein sollen?

Während die Clique den Zettelbotschaften und dem Verschwinden von Solana Garcia nachgeht, sich in riskante Manöver stürzt, ist es Charlie, der mit seiner wankelmütigen, penetranten Art für Gefahr sorgt. Und Hector, der Frankie mit Wahrheiten konfrontiert, die alles ändern, die zehn Jahre Dankbarkeit über ihr zusammenbrechen lassen.

Aline Atmans Stil ist verständlich und schnörkellos, wenn auch einige Formulierungen hier und da unrund schienen und so manch Gedanke/Erkenntnis aus einem Phrasen-Kalenderblatt stammen könnte.
Das Setting, dem eine beklemmende, dunkle Atmosphäre anhaftet, kam vorstellbar zur Geltung und auch die von Vorsicht durchzogene Stimmung war präsent. Frankies Entwicklung wurde griffig herausgearbeitet, genau wie ihr Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung. Der Enemies-to-Lovers-Romance sowie der Forbidden-Love fehlte es jedoch an Rivalitäten, an Konflikten, an Dramatik. So wirkte diese Komponente sehr einfach, dabei war das Ende richtig cool. Die relevanten Nebencharaktere bekamen ihre Rollen, waren gut integriert und brachten öfter Kreativität, Hirn und Humor ein. Besonders fand ich, dass diese Geschichte die eigenen Familienbande- und erwartungen sowie die Moral- und Wertvorstellungen infrage stellen lässt. Die Aussage, dass Monster nicht geboren, sondern erzogen werden, und sich jeder Mensch mit seinen Entscheidungen täglich neu positioniert, schwingt subtil mit.

Obwohl sich das Buch insgesamt unterhaltsam gestaltet, es der Handlung nicht an Gefühl, Zwiespälten und Twists mangelt, tritt die Storyline häufig auf der Stelle, dreht sich im Kreis. Einige Male hatte ich den Eindruck, dass nicht nur Frankie ihr Ziel aus den Augen verliert, sondern sich auch die Autorin in den sich stets vermehrenden „Hürden/Aufgaben/Verdächtigen“ verstrickt.
Ich habe über eine Woche gebraucht, um das Buch zu beenden, dabei lese ich 445 Seiten sonst binnen zwei Tagen. „Evil Elite“ ist definitiv nicht schlecht, basiert auf einer interessanten Idee, regt zum Nachdenken an, aber geizt an Tempo, an Spannung(en), Konsequenz und Fokus.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Mangelhaftes Worldbuilding, loses Ende

Steingladiole. Erde vergisst nie
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„Steingladiole. Erde vergisst nie.“ ist wider Erwarten nicht das Finale über „Die Bücher der Macht“, sondern lediglich Band drei, der auch gut als zweiter hätte durchgehen können. Denn erst jetzt erhielt ...

„Steingladiole. Erde vergisst nie.“ ist wider Erwarten nicht das Finale über „Die Bücher der Macht“, sondern lediglich Band drei, der auch gut als zweiter hätte durchgehen können. Denn erst jetzt erhielt der Plot – nach den eher schwammigen und monotonen Vorgängern – mehr Schwung und Tiefe, bekam Abwechslung und schien voranzukommen, wenn auch weiterhin vieles unklar bleibt. Gerade in Sachen Worldbuilding hätte ich mir mittlerweile mehr Substanz erhofft.

Liza Grimm führt die Geschehnisse aus „Feuerlilie“ fort – Nara wurde entführt und Katso bleibt nichts anderes übrig, als in Lort auszuharren, ruhelos. Immer wieder treten Gerüchte an den Sonnengebundenen heran, die sich um ihn als potenziellen Verdächtigen ranken und um Nara, die freiwillig mit der vermutlich rebellischen Gruppierung gegangen sein soll.
Aber die sanfte Mondgebundene eine Mitwisserin und Verräterin jenes Systems, das das ganze Land vor einem Krieg bewahrt?
Unvorstellbar.

Indes muss sich Nara in Geduld üben, mit Bedacht vorgehen, das Vertrauen ihrer EntführerInnen gewinnen und dabei ihre Enttäuschung, ihre Wut ob all der verlorenen Jahre, der Täuschungen verbergen. Durch die Gesandte aus Kori entdecken und erleben wir bisher unbekannte Gefilde der hier geschaffenen Welt, werfen vorgefertigte Meinungen über Bord, werden zum Umdenken gebracht. Zum Verstehen. Gleichzeitig sorgt ihre Perspektive für ein unbestimmtes Gefühl von Gefahr, entfacht Vorsicht. Denn haben wir bereits in der Academy und in Lort mit Intrigen und perfiden Plänen zu ringen, mit Missgunst und Zwietracht, mit der Frage, wer welches Ziel verfolgt, so treffen wir nun auf weitere undurchsichtige Figuren mit fragwürdigen Intentionen.
Dass sich Nara den Umständen und ihrem emotionalen Aufruhr, der Ungewissheit darüber, was mit ihr geschieht und welche Rolle sie spielt, zum Trotz respektvoll – Mensch, Magie, Natur und Tier gegenüber – und einfühlsam zeigt, macht sie zu einem eindrucksvollen Charakter, der selbst im Auge tosender Stürme Ruhe ausstrahlt, etwas Sanftes, und doch nicht schwächelt.

Obgleich seiner Sorgen und Selbstzweifel kann sich auch Katso dem Neuen, das auf ihn einprasselt, nicht entziehen: Tatsachen und Offenbarungen, die alles verändern, samt Ungereimtheiten und nagenden Fragen, die ihn immer wieder straucheln lassen. In diesem Teil kommt der introvertierte, vorsichtige Sonnengebundene endlich der komplizierten Verbindung zu seinem Seelenbuch auf die Spur, kommt der Erfüllung seiner heimlichen, verbotenen Vereinbarung nach und schließt Bündnisse, gar Freundschaften. Und hat weiterhin die Ehre, Anwärter des „Rituals des Lichts“ zu sein. Doch zu welchem Preis?

Wieder verfolgen wir aus der Sicht dieser beiden die Geschehnisse und fiebern durch sie der sich zuspitzenden Situation entgegen, gehen mit Nara und Katso unterschiedlichen Geheimnissen und Hintergründen auf den Grund und finden Puzzlestücke, die das Bild klarer erscheinen lassen. Zwar sind auch andere Figuren schemenhaft involviert, doch hauptsächlich bereichern Kaya, Pulta, Tris und Eurini den Verlauf, wobei Grimm es schafft, dass niemand ohne Misstrauen betrachtet werden kann. Die „gesichtslose Fußnote“ meldet sich seltener zu Wort, sorgt aber des Öfteren für ungute Vorahnungen, während der Wettkampf und die Magie weiterhin eine enttäuschende Komponente mimen.

Im Vergleich zu „Eislotus. Wasser findet seinen Weg.“ und „Feuerlilie. Asche spendet Leben.“ ist „Steingladiole. Erde vergisst nie.“ insgesamt spannender, unterhaltsamer und interessanter. Der bisher im Stillen brodelnde, sich langsam aufbauende Konflikt zwischen den Ländern und einzelnen Gruppierungen tritt immer mehr an die Oberfläche und auch die gesellschaftskritischen Themen werden genauer konturiert. Lizas Stil ist einfach zu lesen und zu verstehen, wird der anvisierten Komplexität mMn aber nicht gerecht. Ein wenig mehr Raffinesse, mehr Anspruch hätten der Geschichte gutgetan. Dafür kam das Setting bildreich zur Geltung und auch die Gefühle und moralischen Zwiespälte der Protagonisten, ihre Veränderungen und Einsichten wurden wiederholt griffig inszeniert. Außerdem gewinnt die Serie mit Tashi einen tierischen Sidekick.

Band drei über die „Bücher der Macht“ holt Unbequemes ans Licht, lässt die Überzeugungen und den Glauben der Elementgesandten wanken, stellt das bisher verehrte System, blinde Loyalität und die eigenen Motivationen infrage. Katso und Nara müssen sich entscheiden, ob sie jetzt, wo sie hingesehen haben, die Augen wieder schließen, einfach weitermachen, den bekannten Weg gehen können oder ob sie bereit sind, aktiv einem riskanten, opferfordernden Wandel beizuwohnen. Was sind ihnen die Freiheit und die Selbstbestimmung der wichtigsten Ressourcen ihrer Welt wert?

Das Ende kommt abrupt und lässt uns entweder in der Luft hängen oder … ist endgültig.
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Veröffentlicht am 27.02.2026

Nicht sein bester Thriller

Kill for Me
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Kennt ihr das Buch oder die Verfilmung zu „Der Fremde im Zug“?

Steve Cavanagh zählt dank seiner cleveren Justizthriller um Eddie Flynn zu jenen wenigen Autoren, von denen ich jedes Buch lesen muss. So ...

Kennt ihr das Buch oder die Verfilmung zu „Der Fremde im Zug“?

Steve Cavanagh zählt dank seiner cleveren Justizthriller um Eddie Flynn zu jenen wenigen Autoren, von denen ich jedes Buch lesen muss. So war ich unheimlich auf „Kill for Me“ gespannt, konnte mich Cavanagh mit seinen temporeichen und ausgeklügelten Plots, dem trockenen Humor und der Tiefe, die seinen Storys zugrunde liegt, bisher stets überzeugen.

Aber auch jetzt?

Stell dir vor, du verlierst alles, was du liebst, bleibst alleine zurück, traumatisiert und in Schmerz gefangen. Gerechtigkeit? Gibt es nicht. Denn wie so oft versagt das System. Jenes, das die Menschen doch eigentlich schützen, ihnen helfen, sie sehen soll.

Als Amanda Wendy kennenlernte, hatte sie bereits Pläne geschmiedet, um den Mörder ihrer Tochter auszuschalten, war so kurz davor, den Grund für den Tod ihres Mannes zu eliminieren. Mit dem Gefühl, auf sich alleine gestellt zu sein, dem Wunsch, ihre Liebsten unter allen Umständen rächen zu müssen, andere Eltern vor diesem Schrecken zu schützen, ist Amanda verletzlich, verzweifelt und ein leichtes Ziel …

Ruth hat den Angriff eines Serienkillers knapp überlebt – während ihre körperlichen Wunden zu Narben werden, bekommen die seelischen nie die Chance, zu verheilen. Nicht, solange der Täter frei herumirrt. Ruth isoliert sich, wird von Panikattacken und Alpträumen geplagt. Selbst Scott kann ihr Leid nicht lindern, kann ihr ihre Unsicherheiten und Ängste nicht nehmen …

​Eine weitere, wenn auch selten zu Wort kommende Perspektive ist Andrew Farrow, der mit seiner Partnerin Karen Hernandez in beiden Fällen ermittelt. Wir treffen hier auf einen engagierten Detective, auf Mitgefühl und die Bereitschaft, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um Monster zu fassen. Doch auch er weiß, dass die Mühlen der Justiz nicht die schnellsten sind und wenig für die Opfer übrig haben.

Steve Cavanagh lässt uns an dem Alltag, der Geschichte, den Gedanken verschiedener Persönlichkeiten teilhaben und spinnt so ein weitreichendes Netz aus – oftmals unspektakulär erscheinenden – Ereignissen und Vermutungen. Nur langsam entsteht ein greifbares und dynamisches Geschehen um die einzelnen Figuren, ihre Konflikte, Probleme und Motivationen. Aber Verständnis, das gab's von Anfang an: Ich konnte Amandas Ziel, ihren Wunsch, ihre Bereitschaft, Vergeltung zu erzwingen, verstehen. Ihren Schmerz fühlen. Selbstjustiz ist keine Lösung? Ist rechtswidrig? Erzähl das einem Menschen, dem das Liebste auf brutalste Weise genommen wurde.

Aufgrund der recht kurzen Kapitel und der damit einhergehenden Perspektivwechsel sind eine durchgängige Entwicklung und ein flottes Vorankommen gegeben. Von Seite zu Seite kommen wir diversen, sich zuspitzenden Situationen und Abgründen, unsichtbaren Verbindungen näher. Wie schon bekannt, konzipierte der Autor weder einen eindimensionalen Plot noch farblose Charaktere. Die im Fokus stehenden Frauen wurden mit Hintergrund und nachvollziehbaren Zügen gezeichnet, mit ambivalenten Empfindungen, Trauer, Trauma und Hass. Es war aufregend, ihre Wege zu verfolgen, herauszufinden, was sie tun würden und werden. Und gleichzeitig schwang eine beklemmende Nuance mit, eine Sicherheit, die trügerisch schien. Obgleich hier die psychologische Spannung dominiert, wartet die eine oder andere blutige Angelegenheit auf uns, überraschende Wendungen und logisch abgestimmte Wahrheiten samt einiger unvorhergesehener Twists. Tatsächlich sind es die letzten 25 %, bevor „Kill for Me“ zu einem runden Abschluss kommt, in denen der Autor mit Tempo und Zeitdruck kräftig punktet.

Trotz der positiven Aspekte gab es für mich auch Enttäuschendes: Dieses Mal kam mir Cavanaghs Stil sehr, sehr einfach vor. Unelegant, regelrecht plump. Zusätzlich finden sich zahlreiche Längen mit irrelevanten Informationen – bspw. Anekdoten aus den verschiedenen Leben oder bis ins Kleinste festgehaltene Beschreibungen von Tätigkeiten und Umgebungen. Was wahrscheinlich der Atmosphäre und dem Einfinden zugutekommen soll, brachte lediglich die Handlung ins Stocken und bremste dabei die Spannung aus. Dabei basiert das Geschehen auf einer intelligenten, merklich durchdachten Idee, auf Themen und Situationen, die zum Nachdenken anregen. Steve Cavanagh animiert die LeserInnen konstant dazu, Zusammenhänge zu suchen, mitzurätseln und aufmerksam zu bleiben, bevor er sie vollkommen aus der Bahn wirft.

Nicht der beste, aber ein lesenswerter Thriller.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Nette RomCom

Josh and Hazel's Guide to Not Dating
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Jahre sind vergangen, seit sich
Hazel und Josh während ihrer Collegezeiten kennengelernt haben. Nun haben die beiden Lehrkräfte die Chance, um Freunde zu werden. Und gerade Josh kann gerade dringend eine ...

Jahre sind vergangen, seit sich
Hazel und Josh während ihrer Collegezeiten kennengelernt haben. Nun haben die beiden Lehrkräfte die Chance, um Freunde zu werden. Und gerade Josh kann gerade dringend eine Freundin gebrauchen, setzt ihn doch eine kürzliche Trennung stark zu.
Hazel – Dauersingle – überredet ihren attraktiven und überaus charmanten Kumpel dazu, mit ihr auf „Blind Double Dates“ zu gehen. Was könnte einen Menschen schneller von Herzschmerz ablenken, als gemeinsam mit der besten Freundin ein wenig im Singlepool zu tauchen?
Nur, dass jedes Date im Chaos endet, nichts und niemand passt – außer die beiden zueinander.

Christina Lauren erzählen ihre romantische Komödie in einem lockeren, leichten Stil, ohne an Gefühl zu sparen.
Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, wobei Hazel – ein Wirbelwind, laut, unbeholfen, bunt und extrovertiert – den Hauptpart mimt. Im Gegensatz zu ihr ist Josh strukturiert und aufgeräumt, ordentlich und setzt auf leise Töne.
Während die beiden mal mehr, mal weniger ambitioniert versuchen, den Partner/die Partnerin für sich zu finden, wird ihre Beziehung intensiv und intim. Viel mehr als für eine rein platonische Freundschaft üblich ist. Josh und Hazel kommen sich immer näher – auch aufgrund der die Handlung dominierenden offenen und ehrlichen Gespräche, sowie dem beidseitigen Selbstbewusstsein, Fehler zu machen und einander jede Seite zu zeigen.

Es war herrlich, dieses Miteinander zu verfolgen, den verschiedenen, wenn auch etwas im Hintergrund verlaufenden Dates beizuwohnen und die Protagonisten – ihre Wesenszüge, ihre Zweifel und Wünsche, ihre Verletzlichkeiten – kennenzulernen. Dass die Nebenfiguren blasse Schemen bleiben tut der Romance, die mit einer passenden Portion Spice samt schräger Situationskomik unterlegt ist, hierbei keinen Abbruch.
Jedoch war es schade, dass die softe, unterhaltsame Gemütlichkeit der ersten Hälfte im fortschreitenden Verlauf durch die Fokussierung auf Körperliches abgelöst wird und Klischees die Storyline vereinnahmen. Ebenso wirkte das Ende und die vorherigen, abrupten Entwicklungen übereilt.

Dennoch ist „Josh and Hazel's Guide to Not Dating“ eine kurzweilige, humorvolle RomCom mit Wohlfühl-Charme und Gefühl.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Neuauflage Rezension

Von Blut & Magie
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So viel habe ich von Melanie Lanes „Anderswelt-Serie“ gehört, dass ich jetzt, wo die Neuauflage erschienen ist, selbst einen Blick wagen musste.



Lilly ist eine attraktive, introvertierte Kellnerin – ...

So viel habe ich von Melanie Lanes „Anderswelt-Serie“ gehört, dass ich jetzt, wo die Neuauflage erschienen ist, selbst einen Blick wagen musste.



Lilly ist eine attraktive, introvertierte Kellnerin – und allein. Schon immer hat sich die Mittzwanzigerin eine Familie gewünscht, gab es doch immer nur sie und ihre Mum, die eher einer Freundin gleichkam.

Als sie eines Nachts plötzlich von zwei Männern entführt wird, in einem luxuriösen Zimmer erwacht und einer der Übeltäter gar nicht so fremd ist, kann sie nicht glauben, was diese von sich geben: Sie soll Lillianna Callahan sein? Thronfolgerin Alliandoans und der sieben Welten? Herrscherin über ein Paralleluniversum, das es eigentlich nur in Büchern gibt? Tz … (Un-)Glücklicherweise sind die Beweise hierfür beängstigend real. Das Knistern von Magie in der Luft, blaue Flammen, die auf ihrer Haut tanzen, die Verbundenheit zu Nickolas, der ihr Bruder ist, und die überirdisch attraktiven Unsterblichen um sie herum. Vor allem Lucan Vale, der zwar nicht das Haupt vor ihr senkt, sie aber stetig mit einem herablassenden, intensiven Blick mustert, und seine dunkle Kriegerschar ziehen Lilly in ihren Bann.

Je mehr die vermeintlich „einfache Sterbliche“ über ihre Herkunft und die tragische Geschichte der Anderswelt erfährt, umso sicherer ist sich die Prinzessin, dass sie hier richtig ist, dass das ihre Bestimmung, ihr Platz ist. Denn sie sieht, was jenen, die schon immer in einem System aus Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt gefangen sind, nicht sehen. Fokussiert nicht ihre eigenen Vorteile, Annehmlichkeiten und den Prunk, sondern gräbt in Abgründen, in Sklavenhandel, in Hass und Niedertracht. Hinterfragt altbackene, ideologische Gedankenmuster, archaische Strukturen und eine Regentschaft, die sich bereichert, alles hat und nichts gibt. Dass es gerade der Engelsadel, ihre Spezies, ist, der an der Spitze der Unsterblichen steht, hält Lillianna nicht davon ab, ihre Wut zu zeigen, sich Gehör zu verschaffen und die Veränderungen einzuleiten – schon bald werden die ersten Bündnisse geschlossen, Buße getan, Opfer befreit. Lilly wirbelt mit ihrer taffen Art und dem frischen Blick, mithilfe von neuen FreundInnen und Kriegern, die Anderswelt auf. Sehr zum Verdruss der snobistischen Minister. Aber weder die Vorbehalte aus dem engsten Kreis, Feinde, die nicht einzig aus dämonischen Reihen stammen, noch die Anschläge auf ihr Leben, halten den Halbengel davon ab, verstehen zu wollen und nach Lösungen zu suchen.

Während die Magie Lilly noch im Stich lässt, widmet sich die junge Frau mit Euphorie und Tatendrang ihrem körperlichen Training, lebt sich in die Politik der Reiche und in ihre Verantwortung ein. Immer an ihrer Seite, immer in ihrem Kopf: Lucan Vale – König der Assassinen, der gefürchtetste und geächtetste Mann der Anderswelt. Gefährlich für ihr Herz.



„Von Blut & Magie“ ist Band 1 einer sechsteiligen Urban-/High-Fantasy-Serie und der Beginn eines komplexen, aufregenden Abenteuers. Die Geschichte geht sofort los und bleibt in großen Teilen bis zum Schluss unterhaltsam und interessant. Mir persönlich fehlte es aber stellenweise an Ereignissen und Abwechslung. Viele ausführliche (oder sich wiederholende) Monologe, Beobachtungen und Zweifel der Protagonistin sowie Stillstand ziehen die Story in die Länge. Zudem geschehen etliche zwischenmenschliche Entwicklungen im Off, sodass es schwierig war, Resultate – wie Freundschaften oder romantische Gefühle – wirklich nachzuvollziehen. Zwar wirkt Lilly – abgesehen von ihren politischen Ambitionen und ihrem Verständnis – nicht immer wie die 27-Jährige, die sie ist, schafft es aber dennoch, mit Mut, Stärke und Schlagfertigkeit einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Denn Alliandoans Thronfolgerin hat Feuer, bietet dem Adel die Stirn, ist sich der Vorurteile und Gegenwinde bewusst und schreckt trotzdem nicht davor zurück, Altes auszuhebeln und für sich und die unterdrückten Unsterblichen einzustehen.

Schon in diesem Band vollzieht die Protagonistin eine deutliche Entwicklung. Wir dürfen also gespannt sein, womit uns Lillianna Callahan in den weiteren Büchern überrascht.


Lucan ist der geheimnisvolle Bad-Boy – kühl, harsch und abweisend. Obgleich ich ihn als mysteriösen Loveinterest anziehend fand, blieb er lange ein nicht zur Gänze einschätzbares Hintergrundrauschen, ebenso konturlos wie Lillys aufkeimende Empfindungen für ihn. Nur stückchenweise entsteht aus heimlichen Informationen, harten Wahrheiten, kleinen Gesten, Fürsorge und Rückhalt ein konturiertes Bild dieses Mannes. Eines, das sein Verhalten, seine Distanz erklärt und ihn gleichzeitig zugänglicher und weicher macht.


Was mich besonders faszinierte, war das ausgefeilte, aufwendige Worldbuilding; der Fokus deutlich auf den Missständen, die gleichzusetzen sind mit denen, die wir in unserer Welt finden. Melanie Lane beschäftigt sich in ihrer Serie viel mit Politik, dem Patriarchat und mit der Ausgrenzung von „Minderheiten“, von Wesen, deren Wert ihnen von der herrschenden Rasse abgesprochen wird. Allein dieser ernste und detailreich ausgearbeitete Aspekt und die Botschaft, die die Autorin durch das Handeln ihrer Protagonistin ausdrückt, heben die Story auf ein komplett anderes Level. Denn manchmal braucht es nur einen anderen Blickwinkel, nur eine Person, um Veränderungen zu generieren. Weil Stillstand nie besser ist als Wandel. Weil „das war schon immer so“ selten „gut“ ist. Dementsprechend ereilen uns in „Von Blut & Magie“ zahlreiche Informationen über die Anderswelt, um die Strukturen – und Lillys Zorn, ihr Bestreben – zu verstehen. Einige Reiche lernen wir in diesem Band bereits genauer kennen – und es war ein Erlebnis, die Thronfolgerin bei ihren Erkundungstouren zu begleiten; mächtigen Gelehrten, Ausgestoßenen, Dämonen und Harpyien, Ghoulen und Formwandlern zu begegnen.

Lane lässt uns bildreich in die Welten eintauchen, die Wunder samt den Flecken hinter dem glänzenden Schein sehen, Wut und die Faszination fühlen. Abgesehen von diesen Ortswechseln, den königlichen Verpflichtungen und Lillys Einfinden in ihre neue Rolle sind es die Nebenfiguren, die Abwechslung bringen, für Leben sorgen, Vielfalt symbolisieren. Vor allem ins Herz geschlossen habe ich Duncan, aber auch King, Alina, Malik, Olli und Nick sind stets an der Seite der zukünftigen Regentin und wurden mit Feinheiten gezeichnet, mit Tiefe und Entwicklung. Gerade Nick, festgefahren und glatt, wächst durch Lillys Sichtweise. Und Cora, Drake und Odile? Die wirbelten die Handlung mit Individualität und Direktheit gehörig auf.


Durch Misstrauen, allerhand Fragen und die erwarteten Bedrohungen ist der Verlauf oft angespannt. Hingegen sind spritzige Geplänkel, wagemutige Pläne, Trotz und offene Gespräche der Leichtigkeit zuträglich, während die Schlagabtausche und Flirts zwischen Lilly und Lucan eine gewisse Reibung bringen. Es warten actionreiche Szenen, bewegende Momente, erschütternde Offenbarungen und einiges an Humor, wunderschöne Freundschaften und nötige Konflikte. Aufgrund des authentischen, direkten und klaren Stils von Melanie ist es unproblematisch, sich in die Story einzufinden und alles zu verstehen. Lillys Ängste und Verzweiflung, ihren Schmerz und ihre Enttäuschung zu spüren. In den letzten Kapiteln nehmen Tempo und Spannung nochmal Fahrt auf, Entdeckungen und Ereignisse überschlagen sich und münden in einem Ende, dem unbedingt weiter nachgegangen werden muss. Aber auch die Neugier auf die übrigen Teile der Anderswelt, die scheinbar aussichtslose Romance und Lilliannas Pläne animieren dazu, diese Geschichte weiterzuverfolgen.


Kritisch anmerken möchte ich die Fehlerzahl, die in der überarbeiteten Neuauflage zu finden ist. Und den nicht durchweg optimalen Buchsatz.

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