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Veröffentlicht am 04.04.2026

Wenn die Charaktere nicht überzeugen

Hold me in Summer. Eine berry kissed Romance
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Eigentlich lebt Archer seinen persönlichen Traum als Starkoch in Paris, als ihn ein Schicksalsschlag nach Dream Harbor bringt. Er erfährt nicht nur, dass er eine kleine Tochter hat, sondern auch, dass ...

Eigentlich lebt Archer seinen persönlichen Traum als Starkoch in Paris, als ihn ein Schicksalsschlag nach Dream Harbor bringt. Er erfährt nicht nur, dass er eine kleine Tochter hat, sondern auch, dass ihre Mutter verstorben ist und er ab sofort für die kleine Olive verantwortlich ist. Statt Sterneküche versucht er nun, das heruntergekommene Diner wieder auf Vordermann zu bringen. Um Arbeit und seine Tochter unter einen Hut zu bekommen, beschließt er, eine Nanny einzustellen. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass Iris nicht nur seiner Tochter, sondern auch ihm den Kopf verdreht.
Nachdem ich von den letzten Teilen nur bedingt begeistert war, war ich relativ skeptisch, wie mir diese Geschichte gefallen würde. Der Single-Dad-x-Nanny-Trope gehört sowieso nicht unbedingt zu meinen Favoriten, aber hier fand ich die Umsetzung noch einmal deutlich schwächer. Archer und Iris wirken auf mich wie zwei hormongesteuerte Teenager, die sich absolut nicht im Griff haben. Beide finden sich gegenseitig attraktiv, aber was sie sonst noch aneinander mögen, bleibt für mich bis zum Schluss ein Rätsel. Das hält sie aber nicht davon ab, sich quasi die ganze Zeit zu bespringen. Eigentlich soll Archer sich um seine Tochter bemühen, aber jedes Mal denkt er zuerst an die Nanny, bevor er auch nur einen Gedanken an Olive verschwendet. Dazu ist er vollkommen überheblich und selbstüberzeugt, was ihn nicht gerade sympathisch macht. Außerdem fand ich es äußerst seltsam, dass der Tod von Olives Mutter so eine kleine Rolle spielt. Zwar wird es ab und zu erwähnt, aber ich hätte erwartet, dass das für ein Kind in ihrem Alter eine deutlich größere Bedeutung hat. Auch mit Iris bin ich nicht wirklich warm geworden und als dann noch der Pregnancy-Trope auftaucht, war es für mich endgültig vorbei. Wie kann sie bewusst auf ein Kondom verzichten, wenn ihr doch absolut klar ist, dass sie es nicht schafft, ihre Pille regelmäßig einzunehmen? Und statt dann ehrlich mit Archer zu sprechen, haut sie einfach ab. Das zeigt für mich noch einmal deutlich, wie unreif Iris wirklich ist, falls einem das nicht schon vorher bewusst war. Ich habe keine Ahnung, wie diese Frau nicht nur für ein, sondern gleich für zwei Kinder verantwortlich sein soll. Das Einzige, was mich an dieser Geschichte wirklich überzeugen konnte, war das Setting und die zahlreichen amüsanten Nebencharaktere inklusive Olive, die für ein Kind eigentlich ganz süß war. Das reicht für mich aber einfach nicht aus, um die Geschichte als Ganzes zu mögen.
Leider konnte mich diese Geschichte absolut nicht überzeugen und ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich den Rest der Reihe überhaupt noch lesen werde.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Wiederholungen und Ungereimtheiten

Frostblumen in den Highlands
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Notfallchirurgin Zara Khan zieht für einen Neuanfang in die schottischen Highlands. Dort soll sie das Team der Glencoe Mountain Rescue unterstützen. Allerdings hat sie nicht mit dem attraktiven, grummeligen ...

Notfallchirurgin Zara Khan zieht für einen Neuanfang in die schottischen Highlands. Dort soll sie das Team der Glencoe Mountain Rescue unterstützen. Allerdings hat sie nicht mit dem attraktiven, grummeligen Einsatzleiter Duncan gerechnet, der ihre Gefühle auf den Kopf stellt.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig, sodass ich gut in die Geschichte starten konnte. Besonders das Setting hat mir sehr gefallen und war für mich ein Grund, die Geschichte lesen zu wollen. Leider enden hier auch größtenteils die positiven Aspekte. Zara war zunächst noch sympathisch, doch im Verlauf der Handlung hat sich dieser Eindruck stark verändert. Immer wieder beharrt sie stur auf ihrer Meinung, ohne die Auswirkungen ihres Handelns zu bedenken. Obwohl sie eigentlich eine erwachsene, selbstbewusste Frau sein soll, wirkt ihr Verhalten häufig wie das eines Teenagers. Hinzu kommt, dass sie Duncan nach nur einer Begegnung ihm diese immer wieder vorhält und ihn für alles verantwortlich macht, obwohl sie selbst der eigentliche Auslöser war. Von ihrem Verhalten während des Schneesturms will ich gar nicht anfangen.
Duncan mochte ich deutlich lieber, allerdings fehlt ihm über die gesamte Geschichte hinweg Tiefe. Zudem wiederholen sich Situationen und teilweise ganze Unterhaltungen mehrfach, was das Lesevergnügen schmälert. Teilweise liegt das daran, dass die Geschichte aus beiden Perspektiven erzählt wird, doch vieles wirkt unnötig doppelt. Manchmal scheint es, als hätten die Charaktere vergessen, was vorher geschehen ist und das sollte einfach nicht passieren. Auch sonst fallen mehrere Ungereimtheiten auf, die den Lesefluss deutlich stören.

Unsympathische Protagonistin, Wiederholungen und Ungereimtheiten stören den Lesefluss. Insgesamt konnte mich die Geschichte nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Zwischen Krieg und Worten

Divine Rivals
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Iris hat es sich zum Ziel gesetzt, den begehrten Kolumnistenjob bei der Oath Gazette zu bekommen. Doch sie ist nicht die Einzige, die diesen Posten will, und so muss sie sich gegen den arroganten, aber ...

Iris hat es sich zum Ziel gesetzt, den begehrten Kolumnistenjob bei der Oath Gazette zu bekommen. Doch sie ist nicht die Einzige, die diesen Posten will, und so muss sie sich gegen den arroganten, aber durchaus charmanten Roman Kitt behaupten. Zur gleichen Zeit herrscht ein grausamer Krieg zwischen den Göttern, und Iris versucht, ihrem Bruder an der Front Briefe zu schicken. Durch eine alte magische Verbindung landen diese jedoch bei einem völlig Fremden, und es entsteht eine ungewöhnliche Brieffreundschaft. Doch der Krieg rückt immer näher, und schon bald muss Iris eine folgenschwere Entscheidung treffen.

Ehrlich gesagt muss ich zugeben, dass ich versehentlich mit dem zweiten Teil der Geschichte begonnen habe und nun endlich den ersten Teil nachholen wollte. Der Schreibstil war angenehm, und ich bin gut in die Geschichte gestartet. Trotzdem konnte sie mich nicht richtig fesseln. Über weite Strecken hinweg passiert einfach nicht viel, und das „große“ Geheimnis wurde bereits im Klappentext verraten, sodass keine wirkliche Spannung mehr aufkam. Im Nachhinein wundert es mich nicht, dass ich beim Lesen des zweiten Teils nicht das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben. Leider konnten mich auch die Charaktere nicht überzeugen. Da die Geschichte ausschließlich aus Iris’ Perspektive erzählt wird, konnte ich zu Roman keine richtige Verbindung aufbauen. Dadurch fiel es mir schwer, ihre Beziehung und die entstehenden Gefühle nachzuvollziehen. Der Krieg steht über weite Teile im Vordergrund, wobei man kaum merkt, dass es sich dabei um einen Konflikt zwischen Göttern handelt. Die magischen Elemente spielen insgesamt nur eine sehr kleine Rolle, was ich für eine Fantasygeschichte schade finde. In vielen Momenten hätte die Handlung auch einfach in einem historischen Setting spielen können. Insgesamt hat mir der zweite Teil daher deutlich besser gefallen als dieser Auftakt.

Eine interessante Grundidee mit einem angenehmen Schreibstil, die jedoch zu wenig Spannung und Magie bietet, um wirklich mitreißend zu sein.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Briefe aus einer vergangenen Zeit

Feldpost
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Von einer Unbekannten erhält Cara neben einem Stapel Briefe aus dem Zweiten Weltkrieg auch Unterlagen zum Verkauf einer alten Villa. Kurz darauf ist die fremde Frau verschwunden, und Cara beschließt, der ...

Von einer Unbekannten erhält Cara neben einem Stapel Briefe aus dem Zweiten Weltkrieg auch Unterlagen zum Verkauf einer alten Villa. Kurz darauf ist die fremde Frau verschwunden, und Cara beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei stößt sie nicht nur auf eine große Ungerechtigkeit, sondern auch auf eine tragische Familiengeschichte. Eine verbotene Liebe in Zeiten des Krieges, eine Familie, die durch Schuld, Verrat und Geheimnisse auseinandergerissen wurde.

Durch den angenehmen Schreibstil der Autorin bin ich direkt gut in die Geschichte gestartet. Allerdings muss ich zugeben, dass bei mir keine echte Spannung aufkam. Die Handlung läuft so vor sich her, bis am Ende plötzlich alles recht schnell aufgelöst wird. Viele wichtige Themen der damaligen Zeit werden angerissen, passieren aber gleichzeitig, sodass keiner der Handlungsstränge wirklich in die Tiefe geht. Das ist schade, denn jeder einzelne hätte Potenzial gehabt, intensiv ausgearbeitet zu werden. Dadurch bleiben auch die einzelnen Charaktere blass und es fällt einem schwer sich in sie hineinzuversetzen. Etwas unklar blieb für mich außerdem, welche Teile tatsächlich auf wahren Begebenheiten beruhen und welche frei erfunden sind. Gerade bei historischen Romanen finde ich das immer interessant und hätte mir hier mehr Hinweise oder ein Nachwort gewünscht. Gut gefallen hat mir dagegen, dass die Geschichte kein klassisches Happy End hat. Das macht sie für mich deutlich realistischer und hinterlässt einen nachdenklichen Eindruck.

Eine ruhige, teilweise berührende Geschichte über Liebe, Verlust und die Folgen des Krieges. Trotz des gelungenen Settings und angenehmen Schreibstils bleibt das Potenzial leider ungenutzt.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Märchen, Brutalität und Erotik – eine schwierige Mischung

Mountains Made of Glass / Apples Dipped in Gold
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Normalerweise schreibe ich immer eine kurze Zusammenfassung vor meiner Rezension, aber in diesem Fall bin ich damit ehrlich gesagt etwas überfordert. Die beiden Novellen sind irgendwas zwischen Horror, ...

Normalerweise schreibe ich immer eine kurze Zusammenfassung vor meiner Rezension, aber in diesem Fall bin ich damit ehrlich gesagt etwas überfordert. Die beiden Novellen sind irgendwas zwischen Horror, Märchen und Erotikliteratur, wobei das in meine Augen nicht unbedingt die beste Kombi ist. Vor allem die Brutalität in den Geschichten hat dafür gesorgt, dass ich mehrfach am liebsten abgebrochen hätte. Leider kann man das weder dem kurzen Klappentext noch dem Cover oder Titel entnehmen und dadurch wusste ich nicht was mich erwartet. Die Idee einer Neuerzählung bekannter Märchen fand ich wirklich interessant, aber ehrlich gesagt ist es eher eine Mischung aus einzelnen Aspekten vieler Märchen mit vielen erfundenen Ergänzungen.

Die erste Geschichte bestand gefühlt zu 10% Plot und hat sich die restliche Zeit nur darum gedreht, wie die beiden Protagonisten miteinander ins Bett gehen oder wie sie daran denken es zu tun. Dazwischen gibt es noch ein paar unnötig brutale Szenen und das war es auch schon. Dazu kommt, dass Casamir einfach furchtbar unsympathisch ist und sich in Sachen „Liebe“ wie der letzte Idiot anstellt. Dagegen ist Gesela schrecklich naiv und mir ist absolut schleierhaft was sie in Casamir sieht, aber vermutlich hat sie auch einfach kein gutes Beispiel wie ein guter Mann sein sollte. Der einzige Charakter, den ich in der Geschichte mochte war eigentlich Wolf, denn er scheint Gesela immerhin unterstützen zu wollen.

Die zweite Geschichte hat mir dann doch etwas besser gefallen, aber leider war auch sie mir an einigen Stellen einfach etwas zu grausam. Dafür mochte ich die beiden Protagonisten deutlich lieber oder fand sie zumindest weniger anstrengend. Die Anziehung zwischen Samara und Lore war für mich zumindest teilweise nachvollziehbar, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass sie noch mehr Raum haben sich kennenzulernen und Tiefe zu entwickeln. Auch in dieser Geschichte konnten mich die tierischen Charakter Fuchs, Maus und Gockel wieder begeistern und ich war ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht, dass wir bei zwei von ihnen nicht wirklich erfahren haben, wie die Geschichte für sie ausgeht.

Ehrlich gesagt war das nichts für mich und ich würde es auch nicht unbedingt weiterempfehlen. Die zwei Sterne sind schon recht gut gemeint und liegen hauptsächlich an der zweiten Geschichte und ein paar sympathischen Nebencharakteren.

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