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Veröffentlicht am 03.02.2026

Eine Frau und Ihre Töchter

Ein anderes Leben
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Anlässlich des Todes ihres Vaters blickt die Tochter auf das Leben ihrer ebenfalls bereits verstorbenen Mutter Hanna zurück. Hanna heiratete nacheinander drei ihrer Studienfreunde und bekam mit jedem eine ...

Anlässlich des Todes ihres Vaters blickt die Tochter auf das Leben ihrer ebenfalls bereits verstorbenen Mutter Hanna zurück. Hanna heiratete nacheinander drei ihrer Studienfreunde und bekam mit jedem eine Tochter. Für mich war „Ein anderes Leben“ von Caroline Peters vor allem wegen der töchterlichen Sicht auf die Mutter so besonders. Hanna ist exzentrisch und eckt mit dem was sie sagt und tut an. Sie hat Lyrik im Kopf und nicht den Alltag. Während sie sich bemüht, den Erwartungen zu entsprechen, verleugnet sie einen Teil ihrer Selbst. Dabei habe ich Hanna oft als omnipräsent und teilweise lieblos empfunden.

Caroline Peters, bekannt als Schauspielerin, beweist hier eindrucksvoll ihr Talent als Autorin. Sie lässt Persönliches einfließen. Der Roman besticht durch seine prägnante Sprache und die vernünftige Darstellung der Protagonistin, die mit den Herausforderungen des Lebens konfrontiert wird. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, allerdings nicht gerade sympathisch. Hanna ist ignorant und gleichgültig, die Schwestern untereinander sind ziemlich gehässig.

Insgesamt ist „Ein anderes Leben“ eine lesenswerte und bewegende Familiengeschichte, die mich zum Nachdenken angeregt hat. Es ist eine Geschichte über Veränderung.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Was willst Du, Kora?

Die Liebe, später
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Die Autorin gibt sich wirklich alle Mühe, dem Leser das Seelenleben von Kora nahe zu bringen und prinzipiell kann ich das ganze Zweifeln und ihre Depressionen gut nachvollziehen, auch ihre Gedanken über ...

Die Autorin gibt sich wirklich alle Mühe, dem Leser das Seelenleben von Kora nahe zu bringen und prinzipiell kann ich das ganze Zweifeln und ihre Depressionen gut nachvollziehen, auch ihre Gedanken über Freiheit. Kora muss eine aufwühlende Herzoperation verarbeiten, steckt in einer späten Midlife Crisis, hadert mit ihrer beruflichen Situation und dem Renteneintritt ihres Mannes; sie fühlt sich einerseits krank und alt, andererseits noch nicht bereit, in den kürzer oder gar in den Ruhestand zu treten. Und daher auch nicht, sich über die Freizeitpläne ihres Mannes zu freuen oder diese gar zu teilen. Stundenlang liest man von ihrem Zweifeln, ihrem Betrug (ja, so habe ich das empfunden) an ihrem wirklich tollen Mann und ihren kopflosen Aktionen.

Kora hat einiges durchmachen müssen, ja, aber sie hatte jederzeit Unterstützung, sicherlich auch eine private Krankenversicherung, lebt privilegiert. Sie hat so viel mehr als andere: einen großartigen Ehemann, Wohlstand, Sicherheit, Zeit und Geld. Aber sie seht sich nach einer leeren kleinen Wohnung in Berlin, nach ihrem Exfreund, der sie betrogen hat und ihren beruflichen Anfängen.

Für ihren verzweifelten Freund, dessen Frau spurlos verschwunden ist, hat sie keinen Nerv, weil sie nur um sich selbst kreiselt. Mich ärgerte, dass sie ihm immer wieder unterstellt, selbst schuld an dem Verschwinden seiner Frau zu sein, einfach nicht glauben will, dass es keine Eheprobleme gab. Auch für ihre Mentorin Gabriella hat sie keinen Nerv, obwohl es ihr offensichtlich gesundheitlich sehr schlecht geht. Kora ist eine Person, die andere Menschen verletzt, die keine Dankbarkeit empfinden kann und meint, das Leben wäre ihr etwas schuldig.

Fazit: Kann ich verstehen, dass Kora sich neu finden will? Ja, absolut. Aber ging sie mir mit ihren Gedankenkreiseln und ihrer Unsicherheit tierisch auf die Nerven? Ebenfalls ja.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Femizid

Lilianas unvergänglicher Sommer
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Liliana, die Schwester der Autorin Cristina Rivera Garza (was für ein toller Name!) wurde während ihres Architekturstudiums in Mexiko Stadt ermordet. Der Mörder - Lilianas damaliger Ex-Freund wurde identifiziert, ...

Liliana, die Schwester der Autorin Cristina Rivera Garza (was für ein toller Name!) wurde während ihres Architekturstudiums in Mexiko Stadt ermordet. Der Mörder - Lilianas damaliger Ex-Freund wurde identifiziert, aber nie zur Rechenschaft gezogen. Knapp 30 Jahre nach dem Mord begibt sich nun die Autorin auf Spurensuche. Sie rekonstruiert anhand von Notizbüchern, Briefen, Interviews und sonstigen Aufzeichnungen die Lebenssituation ihrer Schwester, versucht zu verstehen und Gerechtigkeit für Liliana zu finden.

Mein Hauptkritikpunkt liegt gleich zu Anfang der Geschichte - warum beginnt die Suche erst 29 Jahre nach dem Mord? Dazu wird kein Grund angegeben. Ich habe meinen Bruder vor 7 Jahren verloren und fände es jetzt schon schwierig, mich an Einzelheiten zu erinnern, jedem muss doch klar sein, dass das nach einer 4x so langen Zeit fast unmöglich ist. Die damaligen Weggefährten von Liliana haben doch längst andere Wege eingeschlagen und die Ermittlungsakten wurden wer weiß wo archiviert. Unter diesem Gesichtspunkt - dem Zu-Spät-seins - wirkt die Geschichte auf mich unglaubwürdig.

Nichts desto trotz ist das Thema - Femizid, Gewalt gegen Frauen und Patriarchat - egal auf welchem Kontinent - ein relevantes Thema, welches auch heute noch kleingeredet wird. Es kann gar nicht oft genug beschrieben werden!

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Veröffentlicht am 23.09.2020

konnte mich nicht restlos begeistern

Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau
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Ich bin auf das Buch von Marie-Renée Lavoie gestoßen, als ich mich über das diesjährige Partnerland Kanada bei der Frankfurter Buchmesse informiert habe. Das freche Cover fand ich sehr ansprechend und ...

Ich bin auf das Buch von Marie-Renée Lavoie gestoßen, als ich mich über das diesjährige Partnerland Kanada bei der Frankfurter Buchmesse informiert habe. Das freche Cover fand ich sehr ansprechend und da ich selbst schon ein paar Jahre Ehe auf dem Buckel habe, die auch nicht immer nur harmonisch waren, interessieren mich Bücher über Frauen in ähnlichem Alter und Lebensstadium. Als ich das Buch dann hier bei der Leserunde entdeckt und auch noch gewonnen habe, war die Freude groß. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal, dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte!

Das Buch startet mit der bissigen Meinung der Hauptprotagonistin Diane über die Ehe und zeichnet im weiteren Verlauf ein kritisches Bild unserer Gesellschaft voller Doppelmoral und egoistischer Männer. So wird die einst gemeinsame Entscheidung für Familie und Haus ab der Trennung zu einer, die die Frau alleine schultern muss. Die Schuld für die misslungene Ehe wird auf die Frau abgewälzt. Dazu kommt, dass der Ehemann, obwohl er seiner Frau gerade eröffnet hat, dass er sich nach 28 gemeinsamen Ehejahren von ihr wegen einer jüngeren Frau trennen wird („Ich bin einfach nicht mehr glücklich mit Dir!“), dennoch ihre gemeinsame Silberhochzeit feiern möchte, um den Schein zu wahren („denn das erwarten alle und sie haben es verdient“). Diane platzt der Kragen und ab jetzt geht sie mit der buchstäblichen Axt zu Werke. Sie lässt nichts aus – Verleugnung, Zusammenbrüche, Kurzschlussreaktionen, Rachepläne, Zerstörungsorgien bis hin zur Suche eines neuen Ichs und Neuanfang.

„Schreiend komisch“ wie vom Verlag beworben, würde ich dieses Buch jetzt nicht betiteln. Ab und zu musste ich schmunzeln aber so laut wie das Cover ist die Handlung nicht. Eigentlich sind die Situationen, in die Diane gerät mehr traurig als komisch.
Mir blieb Diane relativ fremd. Ihre Aktionen konnte ich meist nicht nachvollziehen und fand sie übertrieben. Der Schreibstil ist flüssig und das Buch ist in kurze Kapitel geteilt, die sich schnell weglesen lassen. Jedoch ist die Geschichte nicht fesselnd oder mitreißend. Man folgt Diane von einer Episode zur nächsten, erlebt mit ihr Alltagsbanalitäten und viele Fremd-Schäm-Aktionen. Ein bisschen hat mich auch gestört, dass Diane (natürlich) aus sehr gut betuchten Verhältnissen kommt und sich um Geld keine Gedanken zu machen braucht. Sie kann einfach aus dem Vollen schöpfen, Dinge zerstören und neu ersetzen. Das geht nicht Jedem so und macht sie für mich noch ein bisschen unsymphatischer.

Dennoch schafft Marie-Renée Lavoie ein Zusammengehörigkeitsgefühl und ruft uns Frauen einen Appell zu „Bleibt, wie ihr seid, egal ob langweilig oder nicht und lebt euer Leben.“ Wer entscheidet schon, was langweilig ist und was nicht?

Schönstes Zitat: „Niemand besteigt ein Boot mit dem Gedanken, dass es untergehen wird. Aber Boote gehen nun mal unter. …Die Liebe ist genau wie das Meer das Risiko wert, auf das wir uns einlassen.“

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Veröffentlicht am 29.08.2020

Das große Finale

Stronger than Fate
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Der 3. Teil der Stronger-Reihe von Meghan March gibt endlich einige Antworten. In diesem Teil passiert mehr als in den beiden ersten Bänden. Zu viel!
Ich freue mich natürlich für Meghan und Cricket samt ...

Der 3. Teil der Stronger-Reihe von Meghan March gibt endlich einige Antworten. In diesem Teil passiert mehr als in den beiden ersten Bänden. Zu viel!
Ich freue mich natürlich für Meghan und Cricket samt Anhang und für die beiden alten Männer über das Happy End.
Aber was die Autorin alles aus dem Hut zaubert um die Geschichte zu Ende zu bringen, ist definitiv too much: es gibt grosses Drama auf jeder Seite, Lügen, unglaubliche Offenbarungen und sogar Mord und Totschlag. Mir schwirrt noch richtig der Kopf! Meiner Meinung nach leidet die Glaubwürdigkeit unter dieser Vielzahl und das Ende war fast schon lachhaft.
Natürlich gibt es immer noch massenhaft Schuldgefühle und dementsprechend viele Entschuldigungen, nicht minder viele (sinnlose) Versprechen und auch einige Sexszenen.
Mögen die Überlebenden glücklich bleiben bis ans Ende ihrer Tage und falls sie nicht gestorben sind, dann leben sie vielleicht noch heute...

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