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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2026

Man kann es lesen, muss man aber nicht

Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen?
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Meinung: Ich lese die Bücher der Autorin wirklich sehr gern, deshalb war meine Erwartungshaltung entsprechend hoch. Und tatsächlich bin ich wie gewohnt schnell in die Geschichte hineingekommen. Die Grundidee ...

Meinung: Ich lese die Bücher der Autorin wirklich sehr gern, deshalb war meine Erwartungshaltung entsprechend hoch. Und tatsächlich bin ich wie gewohnt schnell in die Geschichte hineingekommen. Die Grundidee rund um die bewegungsunfähige Ehefrau, die ihrer Umwelt komplett ausgeliefert ist, erzeugt sofort eine beklemmende und intensive Atmosphäre. Auch wenn dieses Konzept nicht völlig neu ist und ich das Gefühl hatte, Ähnliches schon einmal gelesen zu haben, funktioniert es hier dennoch gut. Besonders das abgelegene Anwesen und die stetig mitschwingende Bedrohung haben mir richtig gut gefallen und tragen zur Spannungbei.
Der Schreibstil ist unglaublich flüssig, die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man regelrecht durch die Seiten fliegt. Ich habe das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Die Figuren bleiben lange Zeit undurchsichtig und auf Distanz, was ich als sehr gelungen empfunden habe. Man hinterfragt ständig, wem man überhaupt trauen kann. Die wechselnden Perspektiven und vor allem die Tagebucheinträge verstärken die Spannung zusätzlich und führen einen immer wieder in die Irre. Mehrmals dachte ich, ich hätte alles durchschaut, nur um im nächsten Moment wieder zu zweifeln. Dieses Spiel mit den Erwartungen gelingt der Autorin wirklich gut.
Allerdings hat mir diesmal der ganz große Überraschungsmoment gefehlt. Auch das Ende ging mir persönlich etwas zu schnell und wirkte leicht überhastet, was bei mir einen kleinen faden Beigeschmack hinterlassen hat.
Insgesamt ein spannendes Buch für zwischendurch, das mich gut unterhalten hat, aber nicht vollständig überzeugen konnte

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Leider konnte mich dieses Buch nicht überzeugen

Good Night, Pretty Girl
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Meinung: Nachdem mir ihr letztes Buch wirklich gut gefallen hat, war für mich klar: Dieses hier muss ich auch lesen. Cover und Titel haben sofort meine Aufmerksamkeit geweckt und ich war richtig neugierig, ...

Meinung: Nachdem mir ihr letztes Buch wirklich gut gefallen hat, war für mich klar: Dieses hier muss ich auch lesen. Cover und Titel haben sofort meine Aufmerksamkeit geweckt und ich war richtig neugierig, was mich erwartet. Die Grundidee klingt nämlich eigentlich richtig spannend: zwei Mordnächte, zwei Überlebende und ein Satz, der alles miteinander verbindet. Das hat für mich nach einem Thriller geklungen, der voller Geheimnisse steckt und bei dem man unbedingt wissen will, was wirklich passiert ist. Doch während des Lesens hatte ich immer mehr das Gefühl, dass die Geschichte sich in zu vielen Strängen verliert. Es tauchen immer wieder neue Perspektiven und Handlungsabschnitte auf, die zwar interessant wirken, aber mich eher verwirrt als gepackt haben. Manche davon empfand ich als unnötig oder zu ausführlich, sodass ich irgendwann gemerkt habe, wie meine Konzentration nachgelassen hat und ich innerlich etwas abgeschaltet habe.
Was ich allerdings sehr mochte, war der Schreibstil. Er ist flüssig, angenehm zu lesen und stellenweise wirklich atmosphärisch. Auch das Setting hat mir richtig gut gefallen diese Stimmung, die sich langsam aufbaut und unterschwellig etwas Bedrohliches vermittelt, war definitiv da. Gerade die Umgebung und die düstere Atmosphäre. Leider blieben mir viele der Charaktere zu blass. Dadurch blieb auch die Spannung für mich eher auf Distanz. Ich habe zwar gelesen, was passiert, aber ich habe es nicht richtig gefühlt.
Und genau das war am Ende auch mein größter Kritikpunkt: mir hat diese packende Spannung gefehlt dieses Gefühl, dass man unbedingt weiterlesen muss, weil man sonst nicht zur Ruhe kommt. Auch das Ende konnte mich leider nicht überzeugen. Es kam für mich zu abrupt, fast so, als würde plötzlich einfach ein Schlussstrich gezogen

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Veröffentlicht am 03.02.2026

ein nettes Buch für zwischendurch

Alle glücklich
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Meinung: Manchmal greife ich ganz bewusst zu Büchern, die eigentlich nicht meinem üblichen Beuteschema entsprechen. Familienromane gehören normalerweise nicht dazu, doch diesmal hatte ich Lust auf etwas ...

Meinung: Manchmal greife ich ganz bewusst zu Büchern, die eigentlich nicht meinem üblichen Beuteschema entsprechen. Familienromane gehören normalerweise nicht dazu, doch diesmal hatte ich Lust auf etwas anderes.
Der Roman erzählt von einer Familie, die nach außen hin scheinbar alles hat: Erfolg, Harmonie und ein funktionierendes Leben. Je tiefer man jedoch in die Geschichte eintaucht, desto deutlicher wird, dass dieses Glück vor allem eine Fassade ist. Wirklich neu ist diese Erkenntnis nicht schließlich wissen wir alle, dass jede Familie ihre Geheimnisse, Risse und unausgesprochenen Konflikte hat. Dennoch fand ich es spannend, hinter diese vermeintlich heile Welt blicken zu dürfen.
Der Schreibstil ist angenehm leicht und flüssig, wodurch sich das Buch sehr schnell lesen lässt. Besonders gefallen hat mir die wechselnde Erzählperspektive aus Sicht der einzelnen Familienmitglieder. Dadurch wird spürbar, wie unterschiedlich dieselben Situationen wahrgenommen werden und wie sehr jeder für sich allein kämpft. Das Thema Kommunikation oder vielmehr das Fehlen davon wird dabei sehr gut herausgearbeitet. Jede Figur trägt ihre eigenen Sorgen, Ängste und Wünsche mit sich, doch niemand spricht offen darüber. Es ist traurig zu beobachten, wie sehr diese Familie nebeneinander statt miteinander lebt und wie Nähe, Offenheit und gegenseitige Unterstützung im Alltag verloren gegangen sind.
Trotzdem blieb bei mir eine gewisse emotionale Distanz. Die Figuren sind zwar liebevoll gezeichnet, doch ich konnte mich nicht vollständig in sie hineinversetzen. Viele Entwicklungen waren für mich vorhersehbar und konnten mich kaum überraschen. Gegen Ende wurde mir die Geschichte zudem zu viel: Die Ereignisse wirkten zunehmend überzogen und verloren für mich an Glaubwürdigkeit. Das Finale empfand ich daher eher als absurd denn als berührend.
Insgesamt ist es ein gut lesbarer Familienroman mit einer interessanten Grundidee, der mich thematisch angesprochen, emotional jedoch nicht ganz abgeholt hat

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Veröffentlicht am 22.01.2026

toller Kriminalroman

Snø - Ohne jeden Zeugen: Ein Fall für Snø
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Meinung: Cover hat mich sofort neugierig gemacht, und so habe ich eine neue Autorin für mich entdeckt. Die Geschichte spielt in einem ungewöhnlich heißen norwegischen Sommer und beginnt mit einer scheinbar ...

Meinung: Cover hat mich sofort neugierig gemacht, und so habe ich eine neue Autorin für mich entdeckt. Die Geschichte spielt in einem ungewöhnlich heißen norwegischen Sommer und beginnt mit einer scheinbar harmlosen Situation: Die Studentin Sonja bemerkt einen Schatten im Haus ihrer verreisten Nachbarn und ruft die Polizei. Die junge Polizistin Snø geht dem Hinweis nach. Zwar wirkt zunächst alles unauffällig, doch dieses leise, ungute Gefühl bleibt. Als Sonja kurz darauf verschwindet, nimmt der Fall eine deutlich düsterere Wendung.
Der Schreibstil ist angenehm leicht und sehr flüssig. Besonders die extrem kurzen Kapitel sorgen für ein hohes Tempo und machen das Buch ausgesprochen spannend. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Die häufigen Perspektiv- und Szenenwechsel steigern zwar die Spannung, waren für mich zu Beginn jedoch etwas verwirrend, da viele Figuren eingeführt werden. Mit der Zeit fügt sich jedoch alles zusammen, und die Charaktere erweisen sich als gut ausgearbeitet.
Die Handlung startet ohne lange Einführungen direkt im Geschehen und entwickelt sich schnell zu einem intensiven Thriller. Cozy Crime darf man hier definitiv nicht erwarten. Leichenteile in einer Müllentsorgungsanlage, mehrere Vermisstenfälle und eine Ermittlerin, die sich nicht immer an Regeln hält, sorgen für durchgehenden Nervenkitzel.
Einige Beschreibungen sind nichts für schwache Nerven und gehen stellenweise deutlich unter die Haut. Besonders überzeugend fand ich Snø. Sie wirkt authentisch, mit nachvollziehbaren Motiven, Schwächen und Entscheidungen. Gerade ihre innere Zerrissenheit und ihr Drang, auf eigene Faust zu ermitteln, machen sie interessant. Weniger gelungen empfand ich hingegen die Nebenhandlung rund um ihren Bruder, vor allem deren Auflösung, die für mich etwas konstruiert wirkte.
Thematisch greift das Buch zudem ein aktuelles und brisantes Thema auf: Macht, Geld und die Energiewirtschaft rund um das Ölgeschäft. Gegen Ende spitzt sich die Handlung noch einmal deutlich zu, es wird gefährlich für Snø, und eine überraschende Wendung sorgt für einen insgesamt runden Abschluss.
Eine Leseempfehlung meinerseits.


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Veröffentlicht am 04.01.2026

tolles Debüt, das mich nicht komplett überzeugen konnte

Es ist noch nicht vorbei
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Meinung: Das Cover hat mich sofort angesprochen düster, geheimnisvoll, genau mein Beuteschema. Entsprechend neugierig bin ich in die Geschichte gestartet. Zurück blieb bei mir jedoch ein sehr zwiegespaltenes ...

Meinung: Das Cover hat mich sofort angesprochen düster, geheimnisvoll, genau mein Beuteschema. Entsprechend neugierig bin ich in die Geschichte gestartet. Zurück blieb bei mir jedoch ein sehr zwiegespaltenes Gefühl. Die Grundidee hat mich direkt gepackt: Ermittlerin Julia Harte wird von einem Fall aus dem Jahr 1994 eingeholt, der sie traumatisiert und in den Ruhestand getrieben hat. Als die Mordserie trotz des Todes des damaligen Täters erneut beginnt, wird schnell klar, wie persönlich dieser Fall für Julia ist. Diese Ausgangslage war stark und hat mich regelrecht in die Geschichte gezogen. Leider wurde ich immer wieder aus der Spannung gerissen vor allem durch die Ermittlungsarbeit. Sie wirkte auf mich unlogisch und frustrierend. Wichtige Hinweise werden übersehen, und als Leserin war ich den Ermittlern oft voraus. Dadurch ging für mich viel Spannung verloren. Auch der Umgang zwischen Julia und ihrem Kollegen hat mich zunehmend genervt und den Lesefluss gebremst.
Der Schreibstil ist angenehm, die kurzen Kapitel und der Wechsel zwischen 1994 und 2024 haben mir gut gefallen. Besonders berührt hat mich der Blick auf Julia: wie sie früher war und wie sehr sie das Leben gezeichnet hat. Emotional blieb ich den Figuren dennoch etwas zu fern.
Das Ende bringt zwar überraschende Wendungen, kam für mich aber zu abrupt und wirkte nicht ausreichend vorbereitet. Am Ende blieb bei mir der Eindruck zurück, dass hier mehr auf düstere Effekte als auf logisch saubere Ermittlungsarbeit gesetzt wurde.

Ein solides Debüt, das sein Potenzial nicht vollständig ausschöpft. Trotzdem bin ich neugierig auf Amys nächste Geschichte

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