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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2017

Spannender Rügen-Krimi

Leuchtturmmord
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Auf der Insel Rügen wird die Leiche der jungen Merle gefunden. Die zweifache Mutter wurde brutal ermordet. Die Ermittlungen gestalten sich für Romy Beccare schwierig, es gibt keine verwertbaren Spuren ...

Auf der Insel Rügen wird die Leiche der jungen Merle gefunden. Die zweifache Mutter wurde brutal ermordet. Die Ermittlungen gestalten sich für Romy Beccare schwierig, es gibt keine verwertbaren Spuren und die Verdächtigen haben stichfeste Alibis. Als Romy sich näher mit der Vergangenheit der Toten beschäftigt, zeigt sich, dass vier Freunde in den letzten Jahren ums Leben gekommen sind. Romy glaubt nicht an einen Zufall und konzentriert ihre Ermittlungen auf das letzte noch lebende Mitglied der Jugendclique. Aus Romys Lebensgefährte Jan Richter hat in Stralsund alle Hände voll zu tun, er ist auf der Spur eines illegalen Boxrings.

Katharina Peters präsentiert mit Leuchtturmmord den fünften Fall der Polizistin Romy Beccare. Ein spannender und gut komponierter Ermittlerkrimi mit authentischen Charakteren. Die einzelnen Handlungsstränge sind gut miteinander verwoben und lösen sich zum Ende hin schlüssig auf.
Wer die Reihe nicht kennt, wird es anfangs schwer haben aufgrund der komplexen Handlung und der vielen Figuren, zumal oft zwischen Vor- und Nachnamen gewechselt wird. Der Fall ist jedoch in sich abgeschlossen und auch ohne Kenntnis der vorherigen Bücher spannend zu lesen.

Fazit: Ein spannender Regionalkrimi mit einer sympathischen Hauptfigur, der den Fokus auf die Ermittlungsarbeit legt.

Veröffentlicht am 10.07.2017

Sehnsucht nach Meer

Nächsten Sommer
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Felix, Marc, Bernhard und Zoe sind Freunde aus Schulzeiten und könnten unterschiedlicher nicht sein: Felix, das Zahlengenie. Marc, der kiffende Musiker, immer auf der Suche nach der richtigen Melodie. ...

Felix, Marc, Bernhard und Zoe sind Freunde aus Schulzeiten und könnten unterschiedlicher nicht sein: Felix, das Zahlengenie. Marc, der kiffende Musiker, immer auf der Suche nach der richtigen Melodie. Zoe, die Businessfrau, die darauf wartet, dass ihr Chef seine Frau für sie verlässt und Bernhard, der ordnungsliebende Perfektionist, der sich ständig um seine Mutter sorgt. Als Felix von seinem Onkel ein Haus in Südfrankreich erbt, beschließen die Freunde diese Reise gemeinsam anzutreten. In Marks altem VW-Bus machen sie sich auf den Weg. Vorerst ohne Zoe, die einer Geschäftsreise den Vorzug gibt und erst später reumütig zur Gruppe stößt. Unterwegs treffen sie auf Lilith, eine bildhübsche Anhalterin, die sich ihnen anschließt.

Fünf Tage sind sie unterwegs und am Ende dieser Reise ist nichts wie zuvor. ..

Charmant und unterhaltsam erzählt Edgar Rai eine Geschichte von Freundschaft und einer Reise zu sich selbst, auf der man sich den eigenen Sehnsüchten stellt, Hoffnungen begräbt und Wünsche erkennt.
Ein wunderbar warmherziger Roman mit klugen Momenten und voller Sehnsucht, ein ewiger Sommer zwischen zwei Buchdeckeln - Lesenswert !

Veröffentlicht am 06.03.2026

Geheimnisse, Gefühle und eine faszinierende Welt

Celestial Worlds (Erbin der Wächter 2)
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Celestial Worlds von Victoria Christian ist der zweite Band der Urban-Fantasy-Dilogie Erbin der Wächter und knüpft direkt an die Ereignisse von Crystal Skies an.

Jenna hat endlich ihren Platz in der Welt ...

Celestial Worlds von Victoria Christian ist der zweite Band der Urban-Fantasy-Dilogie Erbin der Wächter und knüpft direkt an die Ereignisse von Crystal Skies an.

Jenna hat endlich ihren Platz in der Welt gefunden. Als talentierte Totenwächterin wird sie in der Gläsernen Stadt ausgebildet. Doch nächtliche Angriffe bedrohen die Stadt und auch Zac verhält sich plötzlich ungewöhnlich distanziert und geheimnisvoll. Um herauszufinden, was hinter seinem Verhalten steckt, folgt Jenna ihm nach Mystica – einer verborgenen magischen Stadt tief unter der Erde. Dort stößt sie nicht nur auf Zacs Geheimnisse, sondern auch auf dunkle Wahrheiten über ihre eigene Herkunft.

Celestial Worlds überzeugt mit einer fantasievollen Welt und einer magischen Geschichte voller Geheimnisse und Gefühle. Sowohl die Gläserne Stadt als auch die geheimnisvolle Unterwelt Mystica werden detailreich beschrieben und tragen maßgeblich zur verträumten, beinahe märchenhaften Atmosphäre des Romans bei.

Jenna wächst im Verlauf der Handlung deutlich über sich hinaus und muss lernen, Verantwortung für ihre Kräfte und ihre Vergangenheit zu übernehmen. Dadurch wirkt sie reifer und entschlossener als noch im ersten Band. Gleichzeitig bleibt sie aber eine Figur mit Ecken und Kanten – und mit einem der wohl nervigsten Doppelnamen überhaupt.

Die Beziehung zwischen Jenna und Zac nimmt erneut viel Raum ein. Ihre Dynamik lebt von Geheimnissen, unausgesprochenen Gefühlen und Missverständnissen. Gerade Zacs merkwürdiges Verhalten sorgt zunächst für Spannung und hält die Neugier aufrecht. Allerdings basiert ein großer Teil des Konflikts letztlich auf mangelnder Kommunikation zwischen den beiden, was sich über weite Strecken etwas unnötig in die Länge gezogen anfühlt.

Generell ist die Geschichte eher ruhig erzählt und legt ihren Fokus stärker auf Emotionen und Charakterentwicklung als auf actionreiche Ereignisse. Das passt zwar gut zur Atmosphäre des Romans, sorgt aber auch dafür, dass sich einige Passagen etwas ziehen. Nebenfiguren bringen zusätzliche Dynamik in die Handlung, bekommen jedoch teilweise nur begrenzt Raum für eigene Entwicklungen.

Alles in allem ist Celestial Worlds ein atmosphärischer Abschluss der Dilogie mit viel Magie, Emotionen und Geheimnissen, aber insgesamt weniger packend als erwartet. Empfehlenswert für Leserinnen und Leser romantischer Urban Fantasy, die faszinierende Welten und emotionale Charaktergeschichten mögen.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Düsterer Überlebenskampf

To Cage a Wild Bird
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„To Cage a Wild Bird” ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Brooke Fast und der erste Band ihrer dystopischen Reihe „Divided Fates”.

In der Welt von Dividium wird jedes Vergehen mit lebenslanger ...

„To Cage a Wild Bird” ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Brooke Fast und der erste Band ihrer dystopischen Reihe „Divided Fates”.

In der Welt von Dividium wird jedes Vergehen mit lebenslanger Haft im Gefängnis Endlock bestraft, einem Ort, an dem die Reichen Gefangene zur Unterhaltung jagen. Als Ravens Bruder verhaftet wird, schleust sie sich als Gefangene in Endlock ein, um ihn zu befreien. Schon bald muss sie alles daransetzen, damit sie und ihr Bruder die brutalen Spiele im Gefängnis überleben. Die einzige Hilfe, die sie dabei erhält, kommt ausgerechnet von dem mysteriösen Wachmann Vale.

Protagonistin Raven ist eine starke und zugleich verletzliche Heldin. Sie ist eine Einzelkämpferin, die ihren Bruder um jeden Preis beschützen will. Im Gefängnis muss sie notgedrungen lernen, anderen zu vertrauen, und für das Richtige einzustehen. Dabei zeigt sie eine glaubwürdige Mischung aus Härte und Sensibilität.

Vale ist eine interessante und rätselhafte Figur, seine Motivation bleibt jedoch lange Zeit unklar, was die Anziehung zwischen ihm und Raven wenig glaubwürdig erscheinen lässt. Zudem wird die emotionale Bindung zu schnell erzählt. Auch die expliziten romantisch-sexuellen Szenen wirken an mehreren Stellen deplatziert, da sie den Ton der Geschichte unterbrechen. Anstatt die düstere Stimmung zu vertiefen, nehmen sie der Handlung spürbar an Intensität. Die durch das grausame System und Ravens verzweifelten Kampf um ihren Bruder aufgebaute Spannung wird abgeschwächt, wenn der Fokus plötzlich auf körperlicher Nähe liegt.

„To Cage a Wild Bird” erzählt eine düstere und brutale Geschichte, in der Überleben, Schuld und Loyalität zentrale Themen sind. Die Grundidee der Gesellschaft Dividium und des Gefängnisses Endlock ist eindringlich und bietet viel Potenzial für Spannung und moralische Konflikte, welches jedoch nicht voll ausgeschöpft wird. Dennoch sorgen die bedrohliche Atmosphäre und der ständige Überlebensdruck, geprägt von Angst und Hoffnungslosigkeit, für einen packenden Lesefluss.

Insgesamt ist ein spannender und emotionaler Roman mit starken Ansätzen, einem dramatischen Überlebenskampf und einer mutigen Protagonistin.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Lebensnahe und recht spannende Charakterstudie

Happiness Forever
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Sylvie hat einen Job als Tierarzthelferin, die Gesellschaft ihres Telefon-Freunds Conrad und ihr lädiertes Hündchen Curtains, doch ihr Lebensmittelpunkt ist ihre Therapie, denn Sylvie ist in ihre Therapeutin ...

Sylvie hat einen Job als Tierarzthelferin, die Gesellschaft ihres Telefon-Freunds Conrad und ihr lädiertes Hündchen Curtains, doch ihr Lebensmittelpunkt ist ihre Therapie, denn Sylvie ist in ihre Therapeutin verliebt. Sie will sie küssen, sich mit ihr auf dem Boden wälzen. Sie denkt jede Sekunde an sie. Als ihre Therapeutin Sylvie eine niederschmetternde Nachricht überbringt, muss Sylvie neue Lösungen finden, in der Welt zurechtzukommen.

„Happiness Forever” ist eine Geschichte, die entweder einen Nerv trifft oder eben nicht. Die Grundprämisse einer Gesprächstherapie – jeden Gedanken auszusprechen, der einen beschäftigt, egal wie unklar oder kurios er ist – macht den Kern der Geschichte aus. Durch die Therapiesitzungen, ihre Fixierung auf die Therapeutin sowie ihre alltäglichen Gedanken und Erfahrungen lernt man Sylvie als LeserIn langsam kennen. Ihre Gedanken reichen von bizarr bis geistreich, drehen sich oft im Kreis und sind sehr symbolträchtig. Sylvie ist eine sympathische Figur, die sehr introvertiert und wenig selbstreflektiert erscheint. Sie neigt dazu, Probleme zu bagatellisieren, und oftmals hat man beim Lesen das Gefühl, dass sie den Elefanten im Raum bewusst ignoriert und sich lieber auf die Therapeutin fokussiert. Bei manchen geschilderten Erlebnissen kann man ihr das jedoch nur schwerlich verübeln. Dennoch lernt sie, sich zu öffnen und behutsam Raum zu verschaffen.

Es ist eine Geschichte, die völlig unaufgeregt daherkommt und von einer behutsamen Spannung getragen wird. Man möchte verstehen, was Sylvies Charakter ausmacht und was hinter ihrer Obsession für die Therapeutin steckt.

Adelaide Faith zeigt anschaulich, wie Gedanken unser Handeln und unsere Gefühle beeinflussen. Gespickt mit tiefgreifenden Gedanken und mitunter schreiender Symbolik erzählt sie die Geschichte einer Frau, die trotz ihrer Verletzlichkeit versucht, sich dem Leben zu öffnen und ihren eigenen Weg zu finden – authentisch, einfühlsam, offenherzig und mitunter schrecklich banal. Empfehlenswert für LeserInnen, die an Sylvies Therapieerfahrung anknüpfen können. Wer eine spannende Geschichte einer Obsession oder eine großartige Charaktentwicklung erwartet, wird vom Verlauf der Handlung wahrscheinlich gelangweilt sein. Heilung braucht Zeit und verläuft in kleinen Schritten, die oftmals recht unspektakulär erscheinen.

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