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Veröffentlicht am 08.02.2026

So schön

Am Ende der Straße die Schlei
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Konstantin Wagner steht kurz vor seinem 40. Geburtstag. Entscheidungen stehen an. Eine schicke Eigentumswohnung in Hamburg wird gesucht und ist seine Freundin die Frau, mit der er Kinder haben und alt ...

Konstantin Wagner steht kurz vor seinem 40. Geburtstag. Entscheidungen stehen an. Eine schicke Eigentumswohnung in Hamburg wird gesucht und ist seine Freundin die Frau, mit der er Kinder haben und alt werden möchte? Als seine Eltern ihn bitten das Haus der Großmutter an der Schlei zu verkaufen, reist er für ein verlängertes Wochenende hin um Besichtigungen durchzuführen. Doch irgendwas passiert dort mit ihm. Eine innere Ruhe stellt sich ein, ein Gefühl der Verbundenheit. Den Drang einem Kaufinteressenten zuzusagen hat er auch nicht. Aus dem verlängerten Wochenende werden mehrere Tage. Will er wirklich zurück nach Hamburg?

Eine berührende Suche nach sich selbst. Lars Haider gelingt hier eine traumhafte Atmosphäre. Die Beschreibung der Straßen, der Personen und der Landschaft sind so präzise, da hatte ich das Gefühl direkt dabei zu sein. Er will uns nicht bekehren, sondern ermutigt uns Leser auf unser Bauchgefühl zu hören, auf unsere Bedürfnisse und Gefühle einzugehen. Das ist so wunderbar gelungen, dass man direkt selber über einige Entscheidungen im Leben nachdenkt. Still, melancholisch und nachdenklich wird geschrieben. Das Leben an der Schlei wird jetzt nicht komplett idealisiert, auch da ist nicht immer alles schön. Aber diese wunderschöne Natur macht was mit den Menschen, lässt sie zur Ruhe kommen, das Telefon abschalten, sich selbst spüren. Ja und was ist eigentlich Heimat? Der Ort, an dem wir aufgewachsen sind? Der Ort, an dem wir die schönsten Erinnerungen haben? Oder einfach da wo der Arbeitsplatz ist?

Eine berührende Reise zu sich selbst, feinfühlig und warmherzig. Empfehle ich euch ganz unbedingt weiter.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Toll

Ich bin Legende
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Eine Seuche verbreitet sich, die niemand aufhalten kann. Menschen werden zu Untoten, zu Vampiren. Der letzte Mensch ist Robert Neville. Nachts stehen die Vampire vor seinem Haus, doch er verbarrikadiert ...

Eine Seuche verbreitet sich, die niemand aufhalten kann. Menschen werden zu Untoten, zu Vampiren. Der letzte Mensch ist Robert Neville. Nachts stehen die Vampire vor seinem Haus, doch er verbarrikadiert sich. Überall hängt er Knoblauch auf. Er recherchiert über die Seuche. Versucht Erklärungen zu finden. Tagsüber geht er raus, sucht nach Nahrung und tötet die Infizierten. Doch wie lange kann er das noch durchhalten?

Ein absoluter Klassiker, den ich bisher noch nie gelesen habe. Den Film mit Will Smith, den kenne ich. Kann mich nicht mehr an alles erinnern aber die Grundidee hat mich damals fasziniert. Nun also als Buch. Meistens sind die ja besser als die Filme. Hier ist das auch so. Der Leser ist direkt mitten im Geschehen. Erklärungen bekommt man im Laufe des Buches. Da gibt es einige Rückblicke. Sehr gruselig war es für mich nicht unbedingt. Da waren die Gedanken und Rückblicke von Robert faszinierender. Spannend wie er mit der Situation umgeht. Trotz seines alleinigen Daseins versucht er mehr über den Virus herauszufinden, hat den Ehrgeiz die Vampire zu vernichten. Ich hab das Buch fast in einem Rutsch gelesen. Es hat mich fasziniert, war nie langweilig. Könnte es direkt nochmal lesen. Ich freu mich ja immer über Romane mit Vampiren für Erwachsene ohne toxische Lovestory. Genau das wurde hier geboten. Die Originalausgabe ist 1971 erschienen, das merkt man dem Buch überhaupt nicht an. Auch die Gestaltung der Neuauflage ist sehr gelungen.

Für alle Fans von düsteren Geschichten ein Muss. Das Buch gehört ins Bücherregal.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

So schön

Vom Glück unserer Freundschaft
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Die kleine Anna hat ganz viele Fragen. Wie kann sie eine gute Freundin sein? Wozu braucht man überhaupt Freunde? Und noch ganz viele mehr. Sie macht sich mit Hund Happy auf den Weg und möchte es herausfinden. ...

Die kleine Anna hat ganz viele Fragen. Wie kann sie eine gute Freundin sein? Wozu braucht man überhaupt Freunde? Und noch ganz viele mehr. Sie macht sich mit Hund Happy auf den Weg und möchte es herausfinden. Happy hat viele Antworten und gemeinsam entdecken sie wie wichtig Freundschaften eigentlich sind.

So ein warmherziges, zauberhaften Buch. Ja es ist ein Buch für Kinder aber ich geb es nicht wieder her. Wunderschöne Illustrationen finden wir hier mit vielen Lebensweisheiten. Auch das Cover ist ein Traum. Hardcover und der Aufdruck in Goldschrift. Dieses Buch ist sehr gut geeignet für Kinder, die gerade entdecken was Freundschaft bedeutet. Ich empfehle dieses Buch aber auch alles Menschen, die schöne Bücher lieben und ab und an gern mal in sich gehen.

Ein Aufruf, sich auf sich zu besinnen, auf das Herz zu hören und Liebe zuzulassen. Denn Freundschaft ist ja eigentlich auch nur ein anderes Wort für Liebe.

Ganz toll, ich bin ganz verzaubert und empfehle es allen Bücherliebhabern.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Wow

Der andere Arthur
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Arthur Opp lebt zurückgezogen in seinem Haus in Brooklyn. Er hat starkes Übergewicht und sein Haus seit über 10 Jahren nicht mehr verlassen. Essen ist sein einziger Trost und er liest gern. Sonst gibt’s ...

Arthur Opp lebt zurückgezogen in seinem Haus in Brooklyn. Er hat starkes Übergewicht und sein Haus seit über 10 Jahren nicht mehr verlassen. Essen ist sein einziger Trost und er liest gern. Sonst gibt’s da nicht mehr viel. Sein Haus ist runtergekommen aber er bekommt sowieso nie Besuch. Da ist ihm alles egal. Der einzige Kontakt besteht zu Charlene. Sie kennen sich seit vielen Jahren und halten Kontakt über Briefe. Selten wird telefoniert, getroffen gar nicht. Als Charlene ein Treffen vorschlägt, muss sich Arthur aus seiner gewohnten Situation bewegen und versuchen wieder am Leben teilzunehmen.

Kel Keller lebt 30 km von ihm entfernt. Seine Mutter ist Charlene. Meist ist sie betrunken und bekommt wenig von Kel mit. Er möchte am liebsten Baseball Profi werden. Die Schule liegt ihm nicht so aber dafür Baseball umso mehr. Als seine Mutter stirbt, wird sein Leben auf den Kopf gestellt. Wo soll er hin? Von was soll er leben? Und wohin mit dem ganzen Schmerz, den Selbstzweifeln und den Schuldgefühlen?

Was für ein berührendes und liebenswertes Buch. Arthur, so ein warmherziger und liebevoller Mensch, der ganz allein ist und mit seinem Leben nicht mehr zurecht kommt. Daneben Kel, der in einer Welt lebt, in die er eigentlich nicht gehört und keine Familie mehr hat. Die Protagonisten sind so wunderbar authentisch und tiefgründig. Man möchte sie in den Arm nehmen, helfen, beistehen. Das Buch lässt sich wunderbar lesen. Ich konnte es kaum noch weglegen. Mitten ins Herz hat mich die Geschichte getroffen und an manchen Stellen rollten die Tränen.

Eine heilsame, zutiefst berührende Geschichte über zwei verlorene Seelen, die eigentlich nur gesehen und geliebt werden wollen. Ich bin sehr begeistert und möchte euch dieses Buch ganz dringend ans Herz legen.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

So schön

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Bo ist 89 Jahre alt und lebt mittlerweile alleine zu Hause. Seine Frau erkennt ihn nicht mehr, lebt im Pflegeheim. Viel passiert nicht mehr in seinem Leben. Am liebsten bleibt er direkt in der Küche, schläft ...

Bo ist 89 Jahre alt und lebt mittlerweile alleine zu Hause. Seine Frau erkennt ihn nicht mehr, lebt im Pflegeheim. Viel passiert nicht mehr in seinem Leben. Am liebsten bleibt er direkt in der Küche, schläft auf der harten Küchenbank. Sein Sohn kommt ab und an zu Besuch und die Enkelin auch. Sie kümmern sich um ihn. Regelmäßig telefoniert er mit seinem alten Freund Ture. Die Pflegekräfte kommen regelmäßig und sind ihm teilweise auch sehr wichtig geworden. Aber das wichtigste, das ist sein Hund Sixten. Er ist immer an seiner Seite, ist sein treuer Begleiter. Doch Bos Körper lässt ihn immer mehr im Stich. Es fällt ihm immer schwerer mit Sixten lange Spaziergänge zu unternehmen. Sein Sohn Hans will Sixten weggeben aber was ist mit Bo? Wie soll er ohne Sixten weiterleben?

Dieser Roman hat mich komplett zerstört. Ab ca. der Hälfte liefen mir immer wieder die Tränen. So traurig und doch so schön sind die Worte, die Liza Ridzen hier gefunden hat. Zu lesen wie Bos Welt immer kleiner wird, sein Körper immer weniger macht was er soll, ist so unglaublich traurig. Aber zu lesen wie viel Liebe in seinem Leben war, ist so unglaublich schön. Seine Frau, sein Sohn, die Enkelin, Sixten. Auch die meisten Pflegekräfte sind so warmherzig und verständnisvoll. Bo reflektiert sein Leben, denkt auch über seine Eltern nach. Zu seinem Vater hatte er ein schwieriges Verhältnis. Einfach war es nicht.
Bo ist authentisch, hat Ecken und Kanten. Er vermisst seine Frau so sehr, sie war seine große Liebe. Es ist so zauberhaft wie er über sie spricht. Die Sprache ist ruhig und poetisch, die Atmosphäre manchmal beklemmend, manchmal liebevoll. Bos innere Stimme voller Wut, Verzweiflung, Bitterkeit aber auch voller Wärme.
Das Buch macht was mit dem Leser und das ist gut so. Was ist am Ende wichtig? Was bleibt, wenn fast nichts mehr übrig ist vom einstigen Leben?

Ein grandioser Roman über Verlust, Einsamkeit und Tod. Erzählerisch eine absolute Wucht.

Ich kann ihn euch gar nicht einfach nur empfehlen. Jeder, der lesen kann, muss dieses Buch lesen!!!!

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