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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2026

Unter der Sonne Griechenlands

Träume aus Salz
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'Träume aus Salz' ist bereits das vierte Buch von Anika Landsteiner - und da mir ihre vorherigen Werke sehr gefallen haben, habe ich mich umso mehr auf diese Geschichte gefreut. 😀

Ein besonderes Highlight ...

'Träume aus Salz' ist bereits das vierte Buch von Anika Landsteiner - und da mir ihre vorherigen Werke sehr gefallen haben, habe ich mich umso mehr auf diese Geschichte gefreut. 😀

Ein besonderes Highlight war für mich der Schauplatz: Griechenland. Ich liebe dieses Land so sehr, und genau dorthin begleiten wir das noch recht frische Paar Flo und Matty. Die Autorin fängt die Atmosphäre erneut wunderbar ein - ihr Schreibstil gefällt mir nach wie vor ausgesprochen gut. Für mich ging das Ganze ein wenig in die Richtung von 'Nachts erzähle ich dir alles', allerdings mit einigen esoterischen Eindrücken.

Flo und Matty verbringen ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf einer kleinen, nicht namentlich erwähnten griechischen Insel und lernen dort die Einheimische Sofia kennen. Zwischen den dreien entsteht schnell eine besondere Faszination: Sofia sehnt sich nach Freiheit und danach, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten - etwa durch Reisen. Flo und Matty hingegen fühlen sich von Sofias geheimnisvollen Ausstrahlung angezogen, nicht zuletzt weil sie hellseherische Fähigkeiten hat.
Vorallem Flo spürt eine starke Verbindung zu ihr, die sich mir jedoch bis zum Schluss nicht vollständig erschlossen hat.

Damit komme ich auch schon zu meinem Fazit:
Ich bin förmlich durch das Buch geflogen und habe die sommerlichen Urlaubs-Vibes in vollen Zügen genossen. Wie bereits erwähnt, mag ich Landsteiners Schreibstil sehr und habe den Roman insgesamt gerne gelesen. Allerdings wurde meine Lesefreude etwas dadurch getrübt, dass ein zunächst vielversprechender Spannungsaufbau zum Anfang gab, der aber für mich in keinem befriedigenden Höhepunkt mündete. Vieles wurde angedeutet, aber nicht konsequent weitererzählt, und auch die Figuren blieben für mich etwas distanziert. Da Esoterik ohnehin nicht ganz mein Thema ist, hätte ich diesen Aspekt nicht unbedingt gebraucht - die Geschichte hätte auch ohne ihn funktioniert.

Ich würde euch empfehlen, das Buch ohne die Erwartung eines großen Knalls zu lesen - dann könnt ihr es sicher mehr genießen. Besonders im Sommer ist es eine schöne, stimmungsvolle Urlaubslektüre.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Zurück in die Vergangenheit

Alma
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Hier hatte ich tatsächlich einen klassischen Fall von 'falschen Erwartungen', weshalb ich leider bis zum Ende keinen richtigen Zugang zur Geschichte gefunden habe.
Ich war davon ausgegangen, dass es vor ...

Hier hatte ich tatsächlich einen klassischen Fall von 'falschen Erwartungen', weshalb ich leider bis zum Ende keinen richtigen Zugang zur Geschichte gefunden habe.
Ich war davon ausgegangen, dass es vor allem um eine Rückkehr in die alte Heimat geht - um Kindheit und Jugend, familiären Verstrickungen und vielleicht auch eine wiederauflebende Jugendliebe. In Ansätzen trifft das auch zu, allerdings nimmt der Roman einen starken politischen Fokus ein, insbesondere auf die Geschichte des ehemaligen Jugoslawiens und die Rolle der Stadt Triest.

Wer sich für historische Ereignisse und politische Hintergründe interessiert oder selbst familiäre Wurzeln in dieser Region hat, wird an diesem Buch sicherlich mehr Gefallen finden.

Im Mittelpunkt steht Alma, die nach dem Tod ihres Vaters nach Triest zurückkehrt. Dort begegnet sie ihrer Jugendliebe Vili wieder, und zahlreiche Erinnerungen werden wach. Ihr Vater, ein Vertrauter Titos, war stets eine eher distanzierte Figur in ihrem Leben und glänzt nur gelegentlich mit überraschenden Besuchen.

'Alma' von Federica Manzon ist sprachlich sehr gelungen, wenn auch stellenweise anspruchsvoll zu lesen. Besonders hervorzuheben ist die Fülle an interessanten Einblicken in die Geschichte Jugoslawiens.

Da das Buch jedoch nicht meinem persönlichen Lesegeschmack entspricht, kann ich keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen - was natürlich eine rein subjektive Einschätzung ist.

Am besten macht ihr euch selbst ein Bild: Werft einen Blick in eine Leseprobe und entscheidet dann, ob euch die Geschichte anspricht.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Im Meer waren wir nie

Im Meer waren wir nie
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Ein besonderes, etwas "anderes" Buch: 'Im Meer waren wir nie' von Meral Kureyshi hat mich vor allem nach dem Lesen beschäftigt. Während der Lektüre selbst fühlte ich mich nicht überfordert - vielmehr stellt ...

Ein besonderes, etwas "anderes" Buch: 'Im Meer waren wir nie' von Meral Kureyshi hat mich vor allem nach dem Lesen beschäftigt. Während der Lektüre selbst fühlte ich mich nicht überfordert - vielmehr stellt sich mir die Frage: Was genau bleibt? Und mochte ich dieses Buch nun oder nicht?

Wir begleiten eine namenlose Ich-Erzählerin in einer Phase des Aufbruchs, irgendwo zwischen Selbstverwirklichung und Verantwortung. Sie kümmert sich um Lili, die nach dem Umzug mit ihrem pflegebedürftigen Mannes in ein Heim und seinem Tod dringend Nähe und Gesellschaft braucht. Ganz fremd sind sich die beiden jedoch nicht: Lilis Enkelin Sophie ist die beste Freundin der Erzählerin, und gemeinsam ziehen sie Sophies Sohn Eric groß.
Zudem verbindet die Erzählerin und Lili die Erinnerung an den Verlust einer großen, vielleicht sogar der ersten großen Liebe.

Vieles bleibt bewusst unausgesprochen und lässt Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Eine klassische Handlung steht dabei weniger im Vordergrund. Stattdessen lebt der Roman von Momentaufnahmen und den Emotionen, die sie tragen. Er erzählt von besonderen Frauenfreundschaften, Wahlfamilien, Fürsorge, Erinnerungen und Abschieden.

Der Schreibstil ist reduziert, melancholisch und poetisch - voller schöner, leiser Sätze. Ich verstehe gut, warum viele Leserinnen und Leser diesen Roman lieben oder lieben werden. Für mich persönlich jedoch steht meist die Handlung stärker im Mittelpunkt, und ich bevorzuge eine weniger poetische Erzählweise. Deshalb war dieses Buch nicht ganz meines.

Vielleicht fiel mir diese Rezension gerade deshalb so schwer: Sie kann dem Roman kaum gerecht werden und spiegelt vor allem meinen persönlichen Geschmack wider. Am besten ist es, selbst hineinzulesen- und wenn euch dieses Buch anspricht, euch von ihm tragen zu lassen.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Frauen erzählen

MEIN SEX
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Ich muss es gleich zu Beginn gestehen: Das Cover hat mich sofort gecatcht - dafür gibt es schon einmal die volle Punktzahl. 😏
Auch inhaltlich geht es im Buch direkt zur Sache. 17 Frauen erzählen offen ...

Ich muss es gleich zu Beginn gestehen: Das Cover hat mich sofort gecatcht - dafür gibt es schon einmal die volle Punktzahl. 😏
Auch inhaltlich geht es im Buch direkt zur Sache. 17 Frauen erzählen offen und ehrlich von ihren Beziehungen und ihrer Sexualität und davon, wie sich diese im Laufe ihres Lebens verändert haben - im Positiven wie im Negativen.

Das Thema ist auf jeden Fall spannend. Mit manchen Geschichten kann man sich gut identifizieren, mit anderen weniger. Die persönlichen Einblicke liefern Denkanstöße und wirken stellenweise auch beruhigend. Zwischendurch lockern kurze, informative Experteninterviews das Ganze auf.

Mich persönlich konnte 'Mein Sex - Frauen erzählen' von Nadia Fernández und Monica Bürki jedoch nicht ganz so fesseln wie erhofft. Viele der Erzählungen ähnelten sich für mein Empfinden, vielleicht auch, weil man im eigenen Leben schon einiges erlebt oder mitbekommen hat. Durch die vielen abgeschlossenen Einzelgeschichten liest sich das Buch zwar kurzweilig, für mich ist es aber kein absolutes Muss. Wie immer gilt: Wer neugierig ist, sollte sich am besten selbst ein Bild machen.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Geheimnisse auf hoher See

BLUT
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Ich bin ein großer Fan der isländischen Thrillerautorin Yrsa Sigurdardóttir, daher musste natürlich auch der neuste Band 'Blut' mit den Polizisten Karólína und Týr sowie der Rechtsmedizinerin Iðunn bei ...

Ich bin ein großer Fan der isländischen Thrillerautorin Yrsa Sigurdardóttir, daher musste natürlich auch der neuste Band 'Blut' mit den Polizisten Karólína und Týr sowie der Rechtsmedizinerin Iðunn bei mir einziehen.

Wie gewohnt laufen mehrere Handlungsstränge parallel: Wir geraten mitten in einen eskalierenden Nachbarschaftskrieg, begleiten die Schiffsköchin Gunndís auf hoher See und versuchen gemeinsam mit Karó und Týr herauszufinden, was es mit dem Knochenfund auf einem Recyclinghof auf sich hat. Am spannendsten empfand ich den dabei den Handlungsstrang rund um Gunndís. Sie ist in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters getreten, der bei einem tragischen Brand auf See ums Leben kam - und laut Ermittlungen selbst dafür verantwortlich gewesen sein soll. Innerhalb der Mannschaft stößt sie deshalb nicht überall auf Wohlwollen.

Ganz offen muss ich jedoch sagen, dass mich dieser Band nicht so abholen konnte wie die beiden Vorgänger.
Es sind mir diesmal etwas zu viele Namen im Spiel, der Nachbarschaftsstreit konnte mich kaum fesseln und auch Týrs Familiengeschichte, die ich eigentlich mit großem Interesse verfolge, kam kaum voran. Seine leidenden Art empfand ich stellenweise sogar als etwas nervig. Insgesamt fehlte mir die atmosphärische, düstere und manchmal auch mystische Spannung, die ich an Sigurdardóttirs Romanen so liebe - ebenso kam mir das isländisches Setting diesmal zu kurz.

Nichtsdestotrotz freue ich mich sehr auf die weiteren Bücher von Sigurdardóttir, die noch auf meinem SuB schlummern. Mein Ziel ist es auf jeden Fall, noch viele ihrer früheren Werke zu lesen und auch auf neue bin ich weiterhin gespannt.

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