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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2026

Im Meer waren wir nie

Im Meer waren wir nie
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Ein besonderes, etwas "anderes" Buch: 'Im Meer waren wir nie' von Meral Kureyshi hat mich vor allem nach dem Lesen beschäftigt. Während der Lektüre selbst fühlte ich mich nicht überfordert - vielmehr stellt ...

Ein besonderes, etwas "anderes" Buch: 'Im Meer waren wir nie' von Meral Kureyshi hat mich vor allem nach dem Lesen beschäftigt. Während der Lektüre selbst fühlte ich mich nicht überfordert - vielmehr stellt sich mir die Frage: Was genau bleibt? Und mochte ich dieses Buch nun oder nicht?

Wir begleiten eine namenlose Ich-Erzählerin in einer Phase des Aufbruchs, irgendwo zwischen Selbstverwirklichung und Verantwortung. Sie kümmert sich um Lili, die nach dem Umzug mit ihrem pflegebedürftigen Mannes in ein Heim und seinem Tod dringend Nähe und Gesellschaft braucht. Ganz fremd sind sich die beiden jedoch nicht: Lilis Enkelin Sophie ist die beste Freundin der Erzählerin, und gemeinsam ziehen sie Sophies Sohn Eric groß.
Zudem verbindet die Erzählerin und Lili die Erinnerung an den Verlust einer großen, vielleicht sogar der ersten großen Liebe.

Vieles bleibt bewusst unausgesprochen und lässt Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Eine klassische Handlung steht dabei weniger im Vordergrund. Stattdessen lebt der Roman von Momentaufnahmen und den Emotionen, die sie tragen. Er erzählt von besonderen Frauenfreundschaften, Wahlfamilien, Fürsorge, Erinnerungen und Abschieden.

Der Schreibstil ist reduziert, melancholisch und poetisch - voller schöner, leiser Sätze. Ich verstehe gut, warum viele Leserinnen und Leser diesen Roman lieben oder lieben werden. Für mich persönlich jedoch steht meist die Handlung stärker im Mittelpunkt, und ich bevorzuge eine weniger poetische Erzählweise. Deshalb war dieses Buch nicht ganz meines.

Vielleicht fiel mir diese Rezension gerade deshalb so schwer: Sie kann dem Roman kaum gerecht werden und spiegelt vor allem meinen persönlichen Geschmack wider. Am besten ist es, selbst hineinzulesen- und wenn euch dieses Buch anspricht, euch von ihm tragen zu lassen.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Frauen erzählen

MEIN SEX
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Ich muss es gleich zu Beginn gestehen: Das Cover hat mich sofort gecatcht - dafür gibt es schon einmal die volle Punktzahl. 😏
Auch inhaltlich geht es im Buch direkt zur Sache. 17 Frauen erzählen offen ...

Ich muss es gleich zu Beginn gestehen: Das Cover hat mich sofort gecatcht - dafür gibt es schon einmal die volle Punktzahl. 😏
Auch inhaltlich geht es im Buch direkt zur Sache. 17 Frauen erzählen offen und ehrlich von ihren Beziehungen und ihrer Sexualität und davon, wie sich diese im Laufe ihres Lebens verändert haben - im Positiven wie im Negativen.

Das Thema ist auf jeden Fall spannend. Mit manchen Geschichten kann man sich gut identifizieren, mit anderen weniger. Die persönlichen Einblicke liefern Denkanstöße und wirken stellenweise auch beruhigend. Zwischendurch lockern kurze, informative Experteninterviews das Ganze auf.

Mich persönlich konnte 'Mein Sex - Frauen erzählen' von Nadia Fernández und Monica Bürki jedoch nicht ganz so fesseln wie erhofft. Viele der Erzählungen ähnelten sich für mein Empfinden, vielleicht auch, weil man im eigenen Leben schon einiges erlebt oder mitbekommen hat. Durch die vielen abgeschlossenen Einzelgeschichten liest sich das Buch zwar kurzweilig, für mich ist es aber kein absolutes Muss. Wie immer gilt: Wer neugierig ist, sollte sich am besten selbst ein Bild machen.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Geheimnisse auf hoher See

BLUT
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Ich bin ein großer Fan der isländischen Thrillerautorin Yrsa Sigurdardóttir, daher musste natürlich auch der neuste Band 'Blut' mit den Polizisten Karólína und Týr sowie der Rechtsmedizinerin Iðunn bei ...

Ich bin ein großer Fan der isländischen Thrillerautorin Yrsa Sigurdardóttir, daher musste natürlich auch der neuste Band 'Blut' mit den Polizisten Karólína und Týr sowie der Rechtsmedizinerin Iðunn bei mir einziehen.

Wie gewohnt laufen mehrere Handlungsstränge parallel: Wir geraten mitten in einen eskalierenden Nachbarschaftskrieg, begleiten die Schiffsköchin Gunndís auf hoher See und versuchen gemeinsam mit Karó und Týr herauszufinden, was es mit dem Knochenfund auf einem Recyclinghof auf sich hat. Am spannendsten empfand ich den dabei den Handlungsstrang rund um Gunndís. Sie ist in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters getreten, der bei einem tragischen Brand auf See ums Leben kam - und laut Ermittlungen selbst dafür verantwortlich gewesen sein soll. Innerhalb der Mannschaft stößt sie deshalb nicht überall auf Wohlwollen.

Ganz offen muss ich jedoch sagen, dass mich dieser Band nicht so abholen konnte wie die beiden Vorgänger.
Es sind mir diesmal etwas zu viele Namen im Spiel, der Nachbarschaftsstreit konnte mich kaum fesseln und auch Týrs Familiengeschichte, die ich eigentlich mit großem Interesse verfolge, kam kaum voran. Seine leidenden Art empfand ich stellenweise sogar als etwas nervig. Insgesamt fehlte mir die atmosphärische, düstere und manchmal auch mystische Spannung, die ich an Sigurdardóttirs Romanen so liebe - ebenso kam mir das isländisches Setting diesmal zu kurz.

Nichtsdestotrotz freue ich mich sehr auf die weiteren Bücher von Sigurdardóttir, die noch auf meinem SuB schlummern. Mein Ziel ist es auf jeden Fall, noch viele ihrer früheren Werke zu lesen und auch auf neue bin ich weiterhin gespannt.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Wenn der Körper rebelliert

Junge Frau mit Katze
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Bei 'Junge Frau mit Katze' von Daniela Dröscher war ich zunächst hin- und hergerissen. Eigentlich wollte ich den Roman unbedingt lesen, gerade weil mir 'Lügen über meine Mutter' so gut gefallen hatte. ...

Bei 'Junge Frau mit Katze' von Daniela Dröscher war ich zunächst hin- und hergerissen. Eigentlich wollte ich den Roman unbedingt lesen, gerade weil mir 'Lügen über meine Mutter' so gut gefallen hatte. Doch dann tauchten die ersten Rezensionen auf - und erst dadurch wurde mir bewusst, wie stark sich das Buch um Krankheiten dreht. Da ich jemand bin, der gerne ein bisschen zu viel in sich hineinhorcht, gleichzeitig aber - anders als Ela - Ärzt*innen eher meidet 😅, hatte ich meine Bedenken.

Schließlich habe ich mich für das Hörbuch entschieden, weil ich wusste, dass ich so am ehesten dabeibleibe. Dieses Mal steht nicht die Mutter im Zentrum, sondern die Tochter Ela. Sehr schnell wird deutlich: Ela ist überfordert - und ihr Körper beginnt zu rebellieren. Alles nimmt mit einem Kloßgefühl im Hals seinen Anfang, doch mit jedem neuen Arztbesuch kommt ein weiteres Symptom hinzu.
Ein regelrechter Ärztemarathon setzt ein.

Besonders gut gefallen haben mir die Passagen über Elas Arbeit, ihr Umfeld und natürlich der Kater Sir Wilson, die dem Roman Wärme und ein Stück Leichtigkeit verleihen. Das Thema Krankheit war mir persönlich jedoch zu dominant, und ich bin mir bis heute nicht ganz sicher, worauf der Roman letztlich hinauswill. Sollen die zahlreichen Symptome vor allem Elas innere Zerrissenheit spiegeln? Oder ist sie tatsächlich körperlich krank? Diese Unentschiedenheit ließ mich etwas ratlos zurück.

Trotzdem ist das Buch sehr kurzweilig, und das Ende mochte ich wirklich gern.
Allerdings sollte man sich der Thematik unbedingt bewusst sein, bevor man zu diesem Roman greift.

Für mich persönlich konnte 'Junge Frau mit Katze' nicht ganz an den Vorgänger heranreichen.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Das Leben und die Bienen

Wilder Honig
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'Wilder Honig' von Caryl Lewis ist ohne Zweifel eine echte Cover-Schönheit.
Inhaltlich hatte ich mir allerdings ein wenig mehr versprochen.
Die Geschichte beginnt sehr melancholisch mit dem Tod von John ...

'Wilder Honig' von Caryl Lewis ist ohne Zweifel eine echte Cover-Schönheit.
Inhaltlich hatte ich mir allerdings ein wenig mehr versprochen.
Die Geschichte beginnt sehr melancholisch mit dem Tod von John und der tiefen Trauer seiner Frau Hannah.
Unterstützung findet sie bei ihre Schwester Sadie, die selbst gerade mit eigenen Zweifeln und Lebensfragen zu kämpfen hat.
Durch das Lüften eines großen Familiengeheimnisses tritt schließlich Megan in das Leben der beiden Schwestern, und eine vorsichtige Annäherung zwischen den dreien beginnt.
Besonders interessant sind die elf Briefe, die John seiner Frau hinterlassen hat.
In ihnen versucht er, auf seine ganz eigene, poetische Weise mit Hannah zu sprechen - in Metaphern, inspiriert von seiner zweiten großen Liebe: den Bienen.
Der Schreibstil ist atmosphärisch und voller schöner Naturbeschreibungen, die mir sehr gefallen haben.
Auch die zahlreichen Informationen über das Leben der Bienen fand ich äußerst spannend und lehrreich.
Leider konnten mich die Figuren selbst nicht richtig erreichen - sie blieben mir emotional eher fremd, und gerade John, der posthum eine so große Rolle spielt, hat mich mit der Zeit etwas genervt.
Zudem gab es einige kleinere Ereignisse, die für die Handlung kaum Bedeutung hatten und meinen Lesefluss ein wenig gestört haben.
Insgesamt hatte ich eine angenehme Lesezeit, auch wenn mich die Geschichte wohl nicht dauerhaft begleiten wird.
Dennoch: die liebevoll recherchierten Fakten über die faszinierende Welt der Bienen haben mir wirklich gut gefallen - allein dafür hat sich das Lesen gelohnt. 🐝

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