Realistisches Jugendbuch mit Fantasie
Die verborgenen BilderFrieke ist 12 und todunglücklich. Ihre Eltern haben sich getrennt, ihr Vater lebt jetzt mit einem Mann zusammen. Und Frieke muss mit ihrer Mutter und ihrer Schwester auch noch umziehen. Die Wohnung findet ...
Frieke ist 12 und todunglücklich. Ihre Eltern haben sich getrennt, ihr Vater lebt jetzt mit einem Mann zusammen. Und Frieke muss mit ihrer Mutter und ihrer Schwester auch noch umziehen. Die Wohnung findet sie anfangs nur furchtbar, bis sie in einem Zimmer Zeichnungen an der Wand entdeckt. Und sie stellt fest, dass sie 1 x am Tag beim Berühren der Zeichnungen in die Vergangenheit reisen kann. Sie landet in der gleichen Wohnung im Jahr 1928 bei einer Familie Vosser. Mit deren Tochter freundet sie sich bald an und fühlt sich mehr und mehr in der Familie heimisch und geborgen. Dort gibt es scheinbar keine Probleme wie in ihrer eigenen Familie. Bis sich die Familie für die Nazis begeistert …
Das Buch ist absolut gelungen und wunderbar geschrieben. Vor allem die Beschreibungen der Gefühle und Zwiespälte von Frieke mit ihrer eigenen Familie und der aktuellen Situation sind sehr gut nachvollziehbar und kommen authentisch rüber. Man möchte Frieke einfach nur in den Arm nehmen und trösten und ihre teilweise heftigen Reaktionen sind komplett verständlich. Auch, dass sie sich in der Vergangenheit erst mal sehr wohlfühlt und viel neues entdeckt, ist eine Mischung aus Abenteuerlust und Kompensation. Immer wieder wird die Vergangenheit mit der Gegenwart verglichen und das ohne pädagogischen Zeigefinger, sondern auf sehr subtile Art. Die Gefahren werden aufgezeigt und der Leser kann sich ein eigenes Urteil bilden. Das finde ich sehr gut. Von mir gibt es absolut eine Leseempfehlung.