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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2026

Wendungsreich und intensiv

Kalt wie die Luft
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Eine Leiche in einem Bunker, eine vermisste 19-jährige, die sich auf ihre Aufnahmeprüfung zur Polizeihochschule freut und beim Joggen verschwindet. Dann eine weitere verschwundene Joggerin, eine Bloggerin, ...

Eine Leiche in einem Bunker, eine vermisste 19-jährige, die sich auf ihre Aufnahmeprüfung zur Polizeihochschule freut und beim Joggen verschwindet. Dann eine weitere verschwundene Joggerin, eine Bloggerin, die einigen Ruhm genießt. Für Noora fängt ihr neuer Job in Bodo nicht gerade harmlos an. Dabei ist sie aus Oslo hierher geflüchtet, um traumatische Erlebnisse in Oslo zu verarbeiten. Was ihre Kollegen vor Ort natürlich nicht wissen. Die haben alle selbst ihre Päckchen zu tragen. Jakob, der über die Trauer um seine verstorbene Frau nicht hinwegkommt. Der Vorgesetzte Rakstad, der ihr unverhohlen mitteilt, dass er sich eine andere Kandidatin für den Posten, den Noora nun besetzt, gewünscht hätte. Fine, die mit ihrer Ehefrau die Betreuung der Tochter teilt, was für beide oft nicht leicht zu managen ist. Und so weiter. Insgesamt wird die Geschichte in kurzen stringenten Kapiteln jeweils aus der Sicht der handelnden Personen erzählt, das hält den Lesefluss und die Spannung hoch. Die Personen werden auf diese Weise vorgestellt. Dazwischen immer wieder kursiv gedruckte Abschnitte, in denen ein unheilvoller Täter seine Sicht der Dinge verbreitet. Es sind sehr viele Personen und während der Ermittlungen viele Verdächtige im Spiel. Aber es ist oft nichts, wie es den Anschein hat und es gibt zahlreiche Abzweigungen in der Geschichte bis zum wendungsreichen Schluss. Der zugleich die Tür für den nächsten Band öffnet. Der Auftakt zur Reihe ist schon einmal gelungen.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Wenn niemand einem glaubt

Bezahl mit deinem Herzblut
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Maryan hat eine blühende Phantasie und mischt sich gerne mal in das Leben ihrer Freund*innen ein. Dabei überspannt sie den Bogen schon mal. Sie verspricht zwar Besserung. Das hält nicht lange vor, als ...

Maryan hat eine blühende Phantasie und mischt sich gerne mal in das Leben ihrer Freund*innen ein. Dabei überspannt sie den Bogen schon mal. Sie verspricht zwar Besserung. Das hält nicht lange vor, als sie erneut ihre beste Freundin in Gefahr vermutet. Als sie von einer Vermissten hört, die sie vermeintlich in Begleitung des Ex ihrer Freundin gesehen haben will, steigert sie sich dermaßen in die Sache hinein, dass ihre Besessenheit zur Trennung vom Freund führt und sie in Zweifel stürzt. Da ihr niemand Glauben oder Beachtung schenkt, begibt sie sich selbst auf Spurensuche und bringt sich selbst in Gefahr. Eine sehr flott geschriebene Geschichte, in kurzen Kapiteln und Szenenwechseln. Ein guter Spannungsbogen und wendungsreich erzählt. Da sowohl Täter- als auch Opferseite zu Gehör kommen, wird dem Leser langsam eine perfide Hintergrundstory enthüllt. Lange bevor die Ermittler in drei Vermisstenfällen überhaupt aufwachen. Großes Lob für die kurz und stringent gehaltenen Kapitel.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Nahe am Pageturner

Anne Munk und der geraubte Wind
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Herausgeholt aus ihren freien Tagen, mit denen sie ihr Überstundenkonto abbauen will, ist Anne Munk alles andere als erfreut, dass sie offenbar zu einem Unfall gerufen wurde. Wirklich nicht ihr Ressort. ...

Herausgeholt aus ihren freien Tagen, mit denen sie ihr Überstundenkonto abbauen will, ist Anne Munk alles andere als erfreut, dass sie offenbar zu einem Unfall gerufen wurde. Wirklich nicht ihr Ressort. Ein herrenloses Boot wird gefunden. Der Besitzer scheint über Bord gegangen zu sein. Das Boot gehört einem Politiker, weswegen man mit Vorsicht an die Sache herangehen und nichts übersehen will. Als der Politiker kurz darauf tot in einer Bucht treibend gefunden wird, deutet immer noch alles auf einen Unfall hin. Aber dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Politiker saß in einem Ausschuss, der über ein milliardenschweres Windparkprojekt entscheiden sollte. Er war erbitterter Gegner. Dann verschwindet eine Journalistin, die zu eben jenem Windparkprojekt und die daran beteiligten „Player“ recherchierte. Und der Unfall entpuppt sich als Mord. Anne läuft zur Hochform auf, muss aber feststellen, dass sie von allen Seiten ausgebremst wird. Man ahnt schon, wie es ausgehen wird. Das Ende hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. Zügig und intensiv erzählt, auch aus unterschiedlichen Perspektiven. Nahe am Pageturner.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Mal was Anderes

Geisterreich Berlin
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Was Bernd da bei seinem Unfall im Einsatz der Berliner E-Bike-Staffel passiert, wirkt wirklich unglaublich. Und wird von seinem Umfeld auch nicht geglaubt. Samurai-Schwerter werfende Nonnen sind nur ein ...

Was Bernd da bei seinem Unfall im Einsatz der Berliner E-Bike-Staffel passiert, wirkt wirklich unglaublich. Und wird von seinem Umfeld auch nicht geglaubt. Samurai-Schwerter werfende Nonnen sind nur ein Teil, der scheinbar gestörten Wahrnehmung von Bernd, der sich im Krankenstand mit dem Geist eines Ex-Kommissars, auf einer Truhe sitzend, konfrontiert sieht. Einer Truhe voller Cold Cases eben dieses Ex-Kommissars, bereits 1939 verstorben. Der will, dass ein aktueller Fall des Todes eines hochbetagten Bankiers in einem Nobelbordell, der als Unfall eingestuft wurde, genauer untersucht wird. Von Bernd, der damit seine Kompetenzen völlig überschreiten würde. Sein Vermögen (damit sind nicht seine Finanzen gemeint) ohnehin. Gennant (der auf der Truhe Sitzende) verweist dabei auf einen Fall von 1921, den er nicht lösen konnte, aber hierbei gleich mit gelöst sehen will. Machen wir es kurz: Bernd gelingt das Unmögliche (wobei er auf beträchtliche Unterstützung einiger Freunde und insbesondere seiner Kollegin zurückgreifen kann) . Es ist sehr kurzweilig zu lesen, wie extrem unbedarft und tollpatschig er dabei vorgeht, wer ihm wie hilft und wen er völlig falsch einschätzt. Wirklich mal eine andere Lektüre. Spannend, ein bisschen aberwitzig, skurril und gelegentlich auch zum Lachen verführend.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Urig

Alpenmord und Almgedudel
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Die Brunners, Vater, Mutter, Tochter und Sohn verschlägt es im Urlaub nach Tirol. Beim Wandern in der Tiefenbachklamm allerdings entdecken sie eine leblose Person, offenbar in die Tiefe gestürzt. Man klettert ...

Die Brunners, Vater, Mutter, Tochter und Sohn verschlägt es im Urlaub nach Tirol. Beim Wandern in der Tiefenbachklamm allerdings entdecken sie eine leblose Person, offenbar in die Tiefe gestürzt. Man klettert mühselig einen steilen Abstieg hinunter - Vater Brunner ist Arzt und will sehen, ob man die Person noch retten kann. Die ist jedoch schon seit längerem tot. Verunfallt u.a. wegen ungeeigneten Schuhwerks, wie die herbeigerufene Polizei konstatiert und daher wenig unternimmt. Brunners kommt das merkwürdig vor, zumal der vermeintlich Verunfallte als erfahrener Bergsteiger galt, der niemals mit derart ungeeigneter Fußbedeckung in der Klamm abseits gesicherter Wege gekraxelt wäre. Man begibt sich recht einfallsreich auf Beweissuche, um einen Tötungsdelikt nachweisen zu können, u.a. Mit einem selbstgebastelten Dummy für Wurfversuche. Das Ergebnis scheint eindeutig. Die Polizei nimmt jedoch die spinnerten Wiener nicht ernst. Und so müssen die Brunners den Fall selbst aufklären, was sie letztlich auch tun, nicht ohne zuvor in ernste Gefahr zu geraten. Locker-leicht und urig geschrieben, sehr einfallsreich und voller Humor.

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