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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2026

Zurück im Abgrund

Zurück unter Mördern
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Zurück unter Mördern hat mich ziemlich schnell gepackt – nicht mit großen Effekten, sondern mit dieser unterschwelligen Unruhe, die sich nach und nach aufbaut. Schon nach den ersten Kapiteln hatte ich ...

Zurück unter Mördern hat mich ziemlich schnell gepackt – nicht mit großen Effekten, sondern mit dieser unterschwelligen Unruhe, die sich nach und nach aufbaut. Schon nach den ersten Kapiteln hatte ich das Gefühl, dass hier nichts wirklich sicher ist und jede Figur ihre eigenen Schatten mit sich herumträgt.

Was mir besonders gefallen hat: Die Geschichte lebt nicht nur vom Fall an sich, sondern von den Menschen dahinter. Der Protagonist wirkt auf mich greifbar, mit Ecken, Zweifeln und einer Vergangenheit, die immer wieder durchscheint. Genau das macht ihn für mich spannend, weil er eben nicht nur „ermittelt“, sondern auch mit sich selbst ringt. Diese Mischung aus äußerer Spannung und innerem Konflikt hat mich beim Lesen sehr mitgenommen.

Der Schreibstil ist direkt und klar, ohne unnötige Ausschmückungen – und gerade das passt gut zur düsteren Grundstimmung. Die Kapitel sind so aufgebaut, dass ich immer noch „nur eins“ weiterlesen wollte. Es gibt Wendungen, die mich überrascht haben, aber auch solche, bei denen ich eine Ahnung hatte. Für mich war das eine gute Balance.

Ein kleiner Punkt: An manchen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe in den Nebenfiguren gewünscht. Einige bleiben eher im Hintergrund, obwohl sie eigentlich Potenzial gehabt hätten, die Geschichte noch stärker zu tragen.

Trotzdem hat mich das Buch insgesamt wirklich gut unterhalten. Es ist spannend, ohne reißerisch zu sein, und düster, ohne ins Extreme abzudriften. Genau diese Mischung mag ich.

Zurück unter Mördern ist für mich ein solider, intensiver Thriller, der vor allem durch seine Atmosphäre und die Figur im Mittelpunkt überzeugt. Ich habe das Buch gern gelesen und bin definitiv neugierig, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Ruf der Tiefe

Die Legende der Tiefe
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Die Legende der Tiefe hat mich sofort eingesogen – wie ein Sog unter der Wasseroberfläche, der erst sanft zieht und dann nicht mehr loslässt. Ich liebe Geschichten, in denen die Welt selbst eine eigene ...

Die Legende der Tiefe hat mich sofort eingesogen – wie ein Sog unter der Wasseroberfläche, der erst sanft zieht und dann nicht mehr loslässt. Ich liebe Geschichten, in denen die Welt selbst eine eigene Stimme hat, und hier ist es ganz klar das Meer: geheimnisvoll, gefährlich und gleichzeitig irgendwie tröstlich.

Die Hauptfigur war für mich der Anker. Sie wirkt stark, aber nicht unerschütterlich – eher wie jemand, der lernen muss, mit den eigenen Ängsten zu leben, statt sie zu verdrängen. Gerade diese Mischung aus Mut und Zweifel hat sie für mich so greifbar gemacht. Ich habe ihre Entscheidungen oft hinterfragt, aber genau das hat mich noch tiefer in die Geschichte gezogen.

Was mich besonders begeistert hat, war die Atmosphäre. Man spürt die Kälte, die Dunkelheit, dieses Unbekannte, das unter der Oberfläche lauert. Gleichzeitig gibt es immer wieder Momente, die fast schon poetisch sind – kleine Lichtblicke zwischen all dem Druck und der Gefahr. Diese Balance fand ich unglaublich gut gelungen.

Auch die Dynamik zwischen den Figuren hat für mich funktioniert. Da ist Spannung, Vertrauen, Misstrauen – alles gleichzeitig. Nichts wirkt zu glatt oder vorhersehbar, und gerade das hat mich beim Lesen so gepackt. Ich wollte immer wissen, wem man wirklich trauen kann.

Einziger kleiner Punkt: An ein, zwei Stellen hätte ich mir etwas mehr Klarheit gewünscht, gerade wenn es um Hintergründe oder Zusammenhänge ging. Man wird teilweise bewusst im Dunkeln gelassen, was zur Stimmung passt, mich aber kurz rausgebracht hat.

Trotzdem überwiegt für mich ganz klar das Gefühl, eine besondere Geschichte gelesen zu haben. Die Legende der Tiefe ist düster, intensiv und gleichzeitig voller leiser Schönheit. Ein Buch, das nachhallt – wie Wellen, die noch lange an den Strand rollen, auch wenn man das Buch längst geschlossen hat.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Still unterwegs

Der Himmel ist mein Meer
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Der Himmel ist mein Meer hat mich leise abgeholt – nicht mit großen dramatischen Momenten, sondern mit einer ruhigen, fast schwebenden Atmosphäre, die mich nach und nach tiefer in die Geschichte gezogen ...

Der Himmel ist mein Meer hat mich leise abgeholt – nicht mit großen dramatischen Momenten, sondern mit einer ruhigen, fast schwebenden Atmosphäre, die mich nach und nach tiefer in die Geschichte gezogen hat. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, dass hier weniger die Handlung im Vordergrund steht, sondern vielmehr das Innenleben der Figuren und das, was zwischen den Zeilen passiert.

Besonders die Hauptfigur hat mich berührt. Sie wirkt suchend, manchmal verloren, aber gleichzeitig stark genug, sich immer wieder neu auszurichten. Ich mochte, wie ehrlich ihre Gedanken beschrieben werden – ohne Pathos, ohne künstliche Dramatik. Viele ihrer Zweifel und kleinen Hoffnungen fühlten sich sehr nah an, fast so, als würde man ihre Gedanken mitdenken.

Liis Jahns Schreibstil ist ruhig und poetisch, aber nicht überladen. Es gibt viele schöne Bilder, die lange nachklingen, besonders wenn Natur und Emotion miteinander verwoben werden. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, kurz innehalten zu wollen, einfach um einen Satz wirken zu lassen. Genau diese leise Intensität hat für mich den Reiz des Buches ausgemacht.

Gleichzeitig braucht die Geschichte ein bisschen Geduld. Das Tempo ist bewusst langsam, was gut zur Stimmung passt, mich aber an manchen Stellen etwas ausgebremst hat. Ich hätte mir dort gelegentlich etwas mehr Dynamik gewünscht, ohne dass die ruhige Grundstimmung verloren geht.

Am Ende bleibt für mich ein sehr persönlicher, nachdenklicher Roman über Aufbruch, Selbstfindung und die Frage, wohin man gehört. Der Himmel ist mein Meer fühlt sich wie ein langer Blick über den Horizont an – still, weit und voller leiser Hoffnung.

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Nicht geplant

Not My Type
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Not my type als Hörbuch hat mich schneller abgeholt, als ich erwartet hatte. Ich bin mit der Erwartung an eine leichte RomCom gestartet – geblieben bin ich wegen der Mischung aus Humor, ehrlichen Momenten ...

Not my type als Hörbuch hat mich schneller abgeholt, als ich erwartet hatte. Ich bin mit der Erwartung an eine leichte RomCom gestartet – geblieben bin ich wegen der Mischung aus Humor, ehrlichen Momenten und Figuren, die sich nicht perfekt anfühlen, sondern lebendig. Lucy Score schafft es für mich immer wieder, diese Balance zu finden: locker und witzig, aber mit genug Herz, damit es nicht oberflächlich wirkt.

Was mir beim Hören besonders gefallen hat, war die Dynamik zwischen den Hauptfiguren. Das typische „eigentlich nicht mein Typ“-Trope bekommt hier eine charmante, glaubwürdige Entwicklung. Die Dialoge wirken spontan und oft herrlich schlagfertig, sodass ich mehr als einmal laut schmunzeln musste. Gleichzeitig gibt es ruhige Szenen, die zeigen, dass hinter der Fassade mehr steckt – genau diese Momente haben die Geschichte für mich emotional gemacht.

Die Stimmen passen zu den Figuren, und besonders die kleinen Nuancen – ein ironischer Unterton, ein leises Zögern – geben den Szenen zusätzliche Tiefe. Dadurch fühlte sich vieles unmittelbarer an, fast wie ein Gespräch, bei dem man selbst daneben sitzt.

Ein kleiner Punkt, der mich minimal ausgebremst hat: Manche Passagen ziehen sich ein wenig, gerade wenn Missverständnisse länger ausgespielt werden als nötig. Ich habe verstanden, warum das für die Charakterentwicklung wichtig ist, hätte mir aber stellenweise etwas mehr Straffung gewünscht.

Trotzdem hat mich das Hörbuch sehr gut unterhalten. Es ist perfekt für unterwegs oder für Abende, an denen man einfach abschalten will, ohne auf Gefühl zu verzichten. Not my type ist für mich eine romantische Geschichte mit Witz, Herz und genau der richtigen Portion Chaos – eine, die mich immer wieder grinsen ließ und am Ende ein wohliges Gefühl hinterlassen hat.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Leises Leuchten

Ein Herz aus Papier und Sternen
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Ein Herz aus Papier und Sternen hat mich genau in der Stimmung erwischt, in der ich Geschichten brauche, die nicht beweisen wollen, wie groß sie sind, sondern mich sanft anstoßen. Cecelia Ahern hat diesen ...

Ein Herz aus Papier und Sternen hat mich genau in der Stimmung erwischt, in der ich Geschichten brauche, die nicht beweisen wollen, wie groß sie sind, sondern mich sanft anstoßen. Cecelia Ahern hat diesen stillen Zauber, bei dem Alltägliches plötzlich schimmert: ein Zettel am Kühlschrank, ein Satz im falschen Moment, ein Blick nach oben, wenn man ihn am wenigsten erwartet. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, jemand hätte meine zerknitterten Gedanken glattgestrichen und ihnen kleine Sterne aufgeklebt.

Ich mochte, wie spürbar Nähe hier wird – nicht durch große Gesten, sondern durch Dinge, die man leicht übersieht. Die Figuren wirken nahbar und unperfekt; sie stolpern, schweigen, sagen zu spät „Entschuldigung“ und manchmal gar nichts. Gerade diese Unebenheiten machen sie für mich echt. Immer wieder gibt es Sätze, die sehr einfach sind und genau deshalb treffen. Ich habe mehrfach innegehalten, weil ein Bild so leise und gleichzeitig so präzise war.

Aherns Mischung aus Realität und einem Hauch Magie funktioniert für mich besonders in den Zwischenräumen: wenn Papier nicht nur Papier ist, sondern Erinnerung; wenn Sterne nicht nur funkeln, sondern Richtung geben. Die Geschichte trägt mich, ohne zu ziehen – mit kleinen Wendungen, die nicht mit Trommelwirbel kommen, sondern wie ein warmer Luftzug durchs Fenster.

Ganz ohne Wünsche ist es nicht. Manche Zufälle fügen sich sehr glatt, und an zwei, drei Stellen ist der Ton einen Tick süßer, als ich ihn gebraucht hätte. Auch das Tempo in der Mitte hätte für meinen Geschmack einen Hauch straffer sein dürfen. Aber das sind Randnotizen zu einem Buch, das mir insgesamt genau das gegeben hat, was ich gesucht habe: Trost, ein bisschen Leuchten und das Gefühl, dass selbst aus zerknittertem Papier etwas Schönes werden kann.

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