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Cydonia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.07.2025

Wider des Vergessens

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
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Henning Sussebach geht in seinem Buch auf eine Frage ein, die sicher viele Menschen bewegt: Was bleibt von uns nach unserem Tod? Der Anfang seines Buches mit der These, dass jeder Mensch zweimal stirbt, ...

Henning Sussebach geht in seinem Buch auf eine Frage ein, die sicher viele Menschen bewegt: Was bleibt von uns nach unserem Tod? Der Anfang seines Buches mit der These, dass jeder Mensch zweimal stirbt, hat mir gut gefallen. Der erste Tod ist der biologische, der zweite, wenn die Erinnerung an einen Menschen vollständig erlischt. Das führt zur Frage, was von uns bleibt und was wir über unsere Vorfahren wissen.

Der Autor beschreibt das Leben seiner Urgroßmutter Anna, über die er kaum etwas weiß und die keiner von den noch lebenden Familienmitgliedern persönlich kennengelernt hat. Es gibt lediglich einen winzigen Nachlass von ihr.

Interessant fand ich, wie sie sich in einer von Männern dominierten Welt behauptet hat und ihren Mut, einen 19 Jahre jüngeren Mann zu heiraten.

Allerdings stellt mir der Autor zu viele Mutmaßungen und Theorien an, z.B. alleine drei Theorien, warum sie den jüngeren Mann heiratete. Hier wäre in meinen Augen die Romanform eine geeignetere Wahl gewesen.

Henning Sussebach vermischt die Schilderungen zu Annas Leben mit vielen geschichtlichen Informationen, die zwar interessant, aber für die Geschichte nur teilweise relevant sind und den Lesefluss stören. Diese Informationen hätte man auch im Anhang geben können.
Ein gut recherchiertes Buch über eine beeindruckende Frau, auch wenn mir die Umsetzung nicht zu 100 % gefallen hat.

Veröffentlicht am 25.07.2025

Trau keinem im Paradies

The Island - Auf der Flucht
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Lola muss schnell aus Hongkong und ihrem letzten Job verschwinden. Dank ihres ehemaligen Kollegen Moxham hat sie einen neuen Job als stellvertretende Hotelmanagerin auf einer Insel im Paradies. Ein Paradies ...

Lola muss schnell aus Hongkong und ihrem letzten Job verschwinden. Dank ihres ehemaligen Kollegen Moxham hat sie einen neuen Job als stellvertretende Hotelmanagerin auf einer Insel im Paradies. Ein Paradies auf Erden für Reiche scheint die Insel zu sein, nicht jedoch für die Angestellten, die in einer heruntergekommenen Unterkunft untergebracht sind.

Bereits der erste Satz des Buches lässt die Dekadenz ahnen, die auf der Insel herrscht, als Lola gleichzeitig mit Champagnerkisten und Trüffeln im Boot ankommt. Dass der Beluga-Kaviar nicht ankommt, ist ein Riesenproblem. Doch bald tauchen wirkliche Probleme auf. Moxham wird ermordet und Lola findet ihn. Sie versucht, gemeinsam mit ihrer Zimmerkollegin, den Mörder zu ermitteln. Moxham hat sie gewarnt: sei auf alles vorbereitet und trau keinem. Leider beherzigt Lola das nicht. Sowohl die Gäste als auch die anderen Angestellten sind nicht so, wie sie scheinen.

Den Anfang fand ich spannend, da die Frage, warum Lola so plötzlich aus Hongkong fliehen musste, zunächst offen blieb. Die Spannung flaut jedoch ziemlich ab und nach ca. einem Drittel des Buches war ich mir nicht sicher, ob ich weiterlesen sollte. Die Handlung nahm aber noch einmal Fahrt auf und wurde spannend, obgleich mich die Erzählung nicht so überzeugt hat. Lola war mir zu naiv und vertrauensselig.

Mein Fazit: Kein schlechtes Buch, aber auch keines, das man gelesen haben muss.

Veröffentlicht am 24.07.2025

Spannendes Thema, für mich etwas enttäuschend umgesetzt

Die feindliche Zeugin
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Der Anfang des Buches beginnt mit der Tat und der Festnahme des Schwarzen Emmett, der einen Weißen ermordet haben soll. Die junge und in Strafsachen unerfahrene ebenfalls schwarze Anwältin Rosa ist in ...

Der Anfang des Buches beginnt mit der Tat und der Festnahme des Schwarzen Emmett, der einen Weißen ermordet haben soll. Die junge und in Strafsachen unerfahrene ebenfalls schwarze Anwältin Rosa ist in derselben Gegend aufgewachsen wie der Angeklagte und bekommt den Fall, wohl als Gefallen, weil ihre Großmutter bei einem Rechtsberater geputzt hat.

Rosa kniet sich in den Fall und vernachlässigt darüber alles andere, besonders ihre Freunde und ihre familiären Verpflichtungen. Sie hat selbst jede Menge Probleme. Rosa hat ihr Leben überhaupt nicht im Griff, was nicht zum Bild der taffen Anwältin passt und meines Erachtens einen (zu) großen Raum im Buch einnimmt. Vielleicht wollte die Autorin damit zeigen, wie viel Zeit man investieren muss, um als Anwältin erfolgreich zu sein.
Im Gegensatz dazu wird der Angeklagt sehr positiv beschrieben. Er kümmert sich um seine Großmutter, seinen Gefängniszellengenossen, verrät seine "Freunde" nicht.

Das Thema des Buches fand ich sehr spannend, die Umsetzung hat mich jedoch enttäuscht. Mir fehlte das Hintergrundwissen zum englischen Rechtssystem, auf das nur kurz eingegangen wurde, der gewählte Titel erschließt sich mir nicht.
Gut fand ich, dass die Autorin gezeigt hat, dass sich ein Fall manchmal völlig anders zugetragen hat als der erste Anschein vermuten lässt.
Mein Fazit: ein Buch, das sich zwar flüssig lesen lässt, das man aber nicht gelesen haben muss.

Veröffentlicht am 11.02.2026

Nicht mein Geschmack

Verbrenn das Negativ
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Unter Thriller mit Gruselfaktor hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Ein Thriller war es für mich nicht, dazu hat es mir an Spannung gefehlt. Ich würde das Buch ins Genre „gemäßigter Horror“ einordnen. ...

Unter Thriller mit Gruselfaktor hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Ein Thriller war es für mich nicht, dazu hat es mir an Spannung gefehlt. Ich würde das Buch ins Genre „gemäßigter Horror“ einordnen.

Der Schreibstil war gut und flüssig. Aus dem Plot hätte man einen tollen Thriller machen können, doch leider wurde das Potential in meinen Augen verschenkt.

Die Journalistin Laura wird von ihrem Chef und Exfreund nach L.A. geschickt, um über ein Remake zu berichten, ein Remake von „The Guesthouse“, einem Horrorfilm, in dem sie selbst als kleines Mädchen – gezwungen von ihrer Mutter - die Hauptrolle spielte. Damals starben während der Dreharbeiten diverse Kollegen unter mysteriösen Umstände. Die jeweilige Todesart entsprach dem Drehbuch und man munkelte von einem Fluch. Kaum kommt Laura in L.A. an, beginnt die Todesserie erneut und Laura muss sich mit ihrer Vergangenheit befassen.

So weit ganz spannend. Für mich zog sich das Buch „Verbrenn das Negativ“ dann aber wie Kaugummi und ich war mehrmals nah dran, abzubrechen. Man hätte das Geschehen wesentlich konzentrierter schildern können und die Personen glaubwürdiger. Die Idee mit dem Medium fand ich z.B. sehr gut, die Figur dann allerdings enttäuschend.
Mir hat die Buchidee an sich gut gefallen, die Umsetzung im Buch leider nicht. Als Drehbuch für einen Film kann ich es mir jedoch wunderbar vorstellen.