Spannend, düster, atmosphärisch und emotional
City of Mirth and Malice (Order and Chaos Band 2) – Packende Rivals to Lovers RomantasyNachdem mich bereits der erste Band mit seinem düsteren Setting, dem interessanten Magiesystem und der spannenden Welt überzeugen konnte, hatte ich sehr hohe Erwartungen an City of Mirth and Malice
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Nachdem mich bereits der erste Band mit seinem düsteren Setting, dem interessanten Magiesystem und der spannenden Welt überzeugen konnte, hatte ich sehr hohe Erwartungen an City of Mirth and Malice
Den ersten Teil habe ich als Hörbuch erlebt und mit 4,5 Sternen bewertet. Besonders die Atmosphäre, die Welt und die Grundidee konnten mich damals begeistern. Gleichzeitig hatte ich aber kleinere Schwierigkeiten, wirklich vollständig in die Geschichte hineinzufinden, da das Worldbuilding teilweise sehr kompakt war und ich bei den vielen Familiennamen und Figuren gelegentlich durcheinanderkam.
Bei Band zwei hatte ich deshalb zunächst Sorge, dass der Einstieg als gelesenes Buch schwieriger werden könnte. Aber genau das Gegenteil war der Fall: Ich war ab der ersten Seite komplett gefesselt.
Was mich direkt begeistert hat, war der Einstieg in die Geschichte. Besonders gelungen fand ich die Struktur der beiden Handlungsstränge. Camillas Perspektive im Hightower war intensiv, bedrückend und emotional. Ihr Überlebenskampf und gleichzeitig ihre innere Entwicklung haben mich unglaublich gepackt. Gleichzeitig war aber auch Nikolais Perspektive genauso spannend, denn die Rettungsmission hatte stellenweise fast etwas von einer kleinen DnD- oder Six of Crows-artigen Truppe: unterschiedliche Charaktere mit eigenen Fähigkeiten, Dynamiken und Aufgaben. Diese Gruppendynamik hat unglaublich Spaß gemacht. Normalerweise hat man bei Perspektivwechseln oft einen Liebling, hier überhaupt nicht. Beide Seiten waren so interessant, dass ich nie das Gefühl hatte, „zurück“ zu einer weniger spannenden Handlung zu müssen. Zusätzlich bekommen wir über Nikolais Handlung deutlich mehr Hintergrundinformationen über die Welt, die Nachkommen und das Magiesystem. Dadurch fühlte sich der zweite Band auch deutlich größer und umfangreicher an als sein Vorgänger.
Spannung & Pacing – der größte Pluspunkt des Buches
Die größte Stärke dieses Buches ist für mich ganz klar das Pacing. Auf über 600 Seiten gab es kein Moment, in den sich die Handlung gezogen hat. Es passiert ständig etwas: neue Gefahren, neue Enthüllungen, neue Konflikte oder emotionale Entwicklungen. Trotzdem wirkt die Geschichte nie gehetzt, zumindest bis zum Ende des Buches.
Gerade weil sich die Figuren permanent in Gefahr befinden, fühlt sich dieses hohe Tempo unglaublich passend an. Es gibt kleinere ruhigere Momente zum Durchatmen, humorvolle Szenen oder emotionale Gespräche, aber die Grundspannung bleibt immer erhalten. Genau diese konstante Spannung hat dafür gesorgt, dass ich teilweise ganze Leseabschnitte am Stück verschlungen habe.
Charakterdynamik & Nebenfiguren
Auch die Charakterdynamik war wieder ein riesiges Highlight. Die gesamte Familie Attano hat mir unglaublich gut gefallen. Trotz der vielen Figuren entsteht schnell dieses warme „(Found) Family“-Gefühl. Gerade die Szenen mit den Cousins haben oft Leichtigkeit in die düstere Handlung gebracht und für viele charmante oder humorvolle Momente gesorgt. Besonders die Dynamik zwischen Camilla und Nikolai funktioniert für mich weiterhin hervorragend. Dieses neckische, leicht provokante, aber gleichzeitig unglaublich fürsorgliche Verhalten zwischen den beiden hat mich sehr unterhalten. Nikolais absolute Obsession für Camilla war intensiv, emotional und teilweise genau die Art von übertriebener Loyalität, die ich in solchen Geschichten liebe. Dabei verliert die Geschichte aber nie komplett ihre Ernsthaftigkeit. Zwischen den humorvollen oder romantischen Szenen bleibt immer diese unterschwellige Gefahr bestehen.
Kleine Kritikpunkte
Trotz meiner Begeisterung gab es einige kleinere Dinge, die mich gestört haben. Zum einen die Namenswahl mancher Figuren. Namen wie Marcus, Mike und Marco innerhalb kürzester Zeit oder auch Jasper und Vesper waren teilweise unnötig verwirrend. Gerade in einer ohnehin komplexen Welt hätte ich mir hier deutlich unterschiedlichere Namen gewünscht. Außerdem gab es kleinere Momente, in denen mir bestimmte Aspekte des Magiesystems nicht vollständig klar waren. Vor allem Camillas Fähigkeiten waren in manchen Szenen unglaublich anschaulich beschrieben, in anderen wiederum so knapp dargestellt, dass ich Schwierigkeiten hatte, mir genau vorzustellen, was gerade passiert. Ähnlich ging es mir teilweise mit den Alchemisten. Ihre Rolle und ihre Fähigkeiten wirkten interessant, aber noch nicht vollständig erklärt.
Das Ende – spannend, aber etwas zu überhastet
Mein größter Kritikpunkt betrifft tatsächlich die letzten etwa 50 bis 60 Seiten. Während sich die Autorin vorher unglaublich viel Zeit für Atmosphäre, Beschreibungen und emotionale Wirkung genommen hat, wirkte das Finale plötzlich deutlich schneller erzählt. Gerade Szenenwechsel, Ortswechsel oder größere magische Abläufe wurden nur noch knapp beschrieben, wodurch ich teilweise Schwierigkeiten hatte, mir die Situationen genau vorzustellen.
Ein kleiner Tipp am Rande: Die letzten rund 100 Seiten sollte man am besten in einem Rutsch oder zumindest in sehr kurzer Zeit lesen, da die Handlung dort extrem kompakt und ereignisreich ist und man sonst schnell den Anschluss und die Intensität der Szenen verliert.
Trotzdem fand ich die eigentlichen Ereignisse des Finales spannend: Die Enthüllungen, Twists und Konflikte haben mir gefallen und die Geschichte wird grundsätzlich zufriedenstellend abgeschlossen. Gleichzeitig bleiben aber noch genug offene Fragen und Potenzial für weitere Geschichten in dieser Welt zurück.
Und ehrlich gesagt: Ich wäre sofort bereit, dorthin zurückzukehren.
Fazit
Trotz kleinerer Kritikpunkte hat mich City of Mirth and Malice komplett gepackt. Selten hatte ich beim Lesen so eine starke Sogwirkung und das Gefühl, einen regelrechten Kinofilm vor Augen zu haben. Die Atmosphäre war unglaublich intensiv, die Szenen so bildgewaltig beschrieben, dass ich mich jeden Abend darauf gefreut habe, wieder in diese Welt einzutauchen. Gleichzeitig wollte ich die Geschichte eigentlich gar nicht beenden, weil ich gerne noch mehr Zeit mit den Figuren und in dieser faszinierenden Welt verbracht hätte.
Für mich war es definitiv ein absolutes Highlight und verdiente 5 Sterne