Profilbild von ReiShimura

ReiShimura

Lesejury Star
offline

ReiShimura ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ReiShimura über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2017

Fesselnde Verschwörung im alten Ägypten

Tage des Seth
0

"Tage des Seth" entführt den Leser ins alte Ägypten, genauer ins Jahr 1156 vor Christus oder in der Zeitrechnung der Ägypter ins Jahr 32 des Pharao Ramses III. (Leben, Heil, Gesundheit).


Und es sind ...

"Tage des Seth" entführt den Leser ins alte Ägypten, genauer ins Jahr 1156 vor Christus oder in der Zeitrechnung der Ägypter ins Jahr 32 des Pharao Ramses III. (Leben, Heil, Gesundheit).


Und es sind wahrlich stürmische Zeiten. Das einfache Volk leidet unter der Armut und dem Hunger und auch die Reichen und Mächtigen sind nicht sonderlich zufrieden mit dem alternden Herrscher. Doch auch der Nachfolger lässt innerhalb des Palastes keine Jubelstürme ausbrechen, erwartet man sich doch vom Horus-im-Nest auch nicht viel mehr als von seinem Vater.
So passiert es dass sich einige Verschwörer, darunter auch die königliche Nebenfrau Tija und der Heiler Cheru-ef sich zusammen schließen und einen fast unglaublichen Plan schmieden. Der Pharao und sein Sohn müssen sterben um Ägypten wieder zu dem zu machen, dass es einmal war. Ein prachtvolles, ruhmreiches und glückliches Land.


Die Autorin Judith Mathes schafft es von Anfang an eine unglaublich realistische Atmosphäre zu schaffen. Ohne großes Vorwort steigt sie mitten in die Geschichte ein und zieht den Leser mit.
Zu Beginn ist die Fülle an Namen, Personen und Berufsbezeichnungen fast ein wenig überwältigend und man braucht einige Seiten bis man den Überblick hat wer wer ist. Das Glossar am Ende des Buches kann hierbei durchaus hilfreich sein. Ich persönlich hätte es angenehmer gefunden, wenn dies am Anfang zu finden gewesen wäre. Da ich erst nach Beendigung des Buches darüber gestolpert bin.


Im Gegensatz zu vielen anderen historischen Romanen ist "Tage des Seth" an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Und auch Leser die sich mit den Sitten und Gebräuchen des alten Ägyptens nicht so gut auskennen, können dank der ausführlichen Erklärungen der Autorin dem Roman ohne Probleme folgen.


Besonders hervorheben möchte ich, dass dieser Roman ohne das klassische schwarz-weiß Denken auskommt. Bei einer Verschwörung gegen einen Herrscher denkt man automatisch daran, dass es die Guten und die Bösen gibt. Doch dies sucht man vergebens in "Tage des Seth". Jedes Mal wenn man denkt, dass man endlich verstanden hat wer gut und wer böse ist, wirft die Geschichte alle Überlegungen über einen Haufen.
Die Hauptpersonen sind vielschichtig, tiefgründig und offenbaren immer wieder Wünsche, Sehnsüchte und Schwächen die man im ersten Augenblick nicht erwartet hat.


"Tage des Seth" ist ein wunderbar spannender, aufregender und packender Roman, der definitiv nicht nur für Ägypten Fans geeignet ist.

Veröffentlicht am 15.03.2026

Vom Sammeln, Staunen und Fühlen – ein Buch für kleine Abenteurer

Stock & Stein
0

Autorin Anne-Kathrin Behl hat hier ein wirklich entzückendes Kinderbuch erschaffen, dass sowohl kleine als auch große Leser begeistern kann und die Fantasie anregt.

Bereits das Cover ist ein echter Hingucker ...

Autorin Anne-Kathrin Behl hat hier ein wirklich entzückendes Kinderbuch erschaffen, dass sowohl kleine als auch große Leser begeistern kann und die Fantasie anregt.

Bereits das Cover ist ein echter Hingucker und springt einem förmlich ins Auge. Die Farbkomposition ist sehr gelungen und stimmungsvoll. Stock und Stein dominieren das Coverbild und verdeutlichen gleich, worum es in dem Buch geht. Das Buch hat ein handliches Format und ist hochwertig verarbeitet. Es weist eindeutig die gewohnt gute Qualität eines Buches aus dem Baumhaus Verlag auf.

Die Altersempfehlung des Buches wird vom Verlag mit vier Jahren angegeben. Die Geschichte ist meiner Meinung nach allerdings recht einfach gehalten und somit auch für jüngere Kinder geeignet. Der kleine Leser, mit dem ich das Buch gelesen habe, ist knapp drei Jahre alt und hat die Lektüre des Buches sehr genossen. Ich denke allerdings, dass Kinder mit vier Jahren und darüber die Geschichte auf eine andere Art und Weise aufnehmen und die Geschichte auf ihre eigene Art und Weise weitererzählen können.
Liest man das Buch mit jüngeren Kindern muss man allerdings vorsichtig sein, denn die Seiten sind dem empfohlenen Lesealter angepasst, was ihre Stärke betrifft. Hiermit meine ich, dass es sich nicht mehr um die klassischen dicken Bilderbuchseiten handelt, die man aus den ersten Bilderbüchern für Kleinkinder kennt.

Die Zeichnungen sind großformatig angelegt und dominieren eindeutig die Seiten. Der Text ist in einer sehr gut lesbaren Schrift abgedruckt und die Schriftgröße sehr groß gewählt. Die Illustrationen sind lustig und detailreich und laden ein, dass man länger auf den einzelnen Seiten des Buches verweilt. Außerdem finde ich, dass die Bilder, natürlich in Kombination mit dem Text, zum Fantasieren anregt. Hier war für mich besonders interessant auf welche Ideen der kleine Leser gekommen ist, was man denn mit einem Stock und einem Stein alles machen kann. Kreativität wird in diesem Buch definitiv großgeschrieben.

Das Buch erscheint auf den ersten Blick ein wenig simpel und einfach. Beschäftigt man sich aber länger damit, merkt man erst wie viel dieses Buch eigentlich zu bieten hat. Besonders gut gefallen hat mir auch die Bandbreite an Emotionen die Stock und Stein in dieser Geschichte durchleben. Hervorheben möchte ich, dass sich Autorin Anne-Kathrin Behl nicht nur auf die sonnigen Seiten des Lebens beschränkt, sondern auch die nicht ganz so schönen Emotionen wie Trauer, Angst und Besorgnis in die Geschichte eingeflochten hat.

Das Buch hat dem kleinen Leser und mir sehr gut gefallen und vor allem die Erwachsenen im Haushalt gehen jetzt ein wenig gelassener mit der Tatsache um, dass sich ständig in jeder Hosen- oder Jackentasche Steine oder Stöcke befinden. Dieses Buch kann ich allen ans Herz legen die auch Kinder haben die Stöcke und Steine lieben und die auf der Suche nach einem Buch sind, dass die Fantasie anregt und einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Cover
  • Illustrationen
Veröffentlicht am 20.02.2026

Zwischen Dorfidylle, Humor und mildem Krimiflair

Mord & Breakfast
0

Anne Gordons Auftakt ihrer Melody Moss Serie ist eine gelungene Mischung aus Landroman, cosy crime und humorvoller Liebesgeschichte. Eingefleischte Krimifans, vor allem diejenigen die Spannung und Nervenkitzel ...

Anne Gordons Auftakt ihrer Melody Moss Serie ist eine gelungene Mischung aus Landroman, cosy crime und humorvoller Liebesgeschichte. Eingefleischte Krimifans, vor allem diejenigen die Spannung und Nervenkitzel in ihren Büchern brauchen, damit sie sie genießen können, werden hier allerdings weniger auf ihre Kosten kommen und sollten eher die Finger von dem Buch lassen.

Der Einstieg in das Buch ist mir recht leichtgefallen und ich konnte mich in der Geschichte recht schnell zu recht finden. Dies liegt natürlich einerseits daran, dass die Handlung nicht allzu kompliziert ist, aber auch daran, dass die Autorin sich zu Beginn ein wenig Zeit nimmt, um in die Gänge zu kommen. Bereits nach kurzer Zeit wird klar, dass es sich hier nicht um einen nervenaufreibenden Krimi, sondern um einen gemütlichen Cosy Crime Roman handelt. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass dies bereits nach dem ersten Blick auf das Cover und kurzer Studie des Klappentextes klar gewesen sein sollte.

Anne Gordons Schreib- und Erzählstil hat mir gut gefallen und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Die Beschreibungen der Personen und der Landschaft hat mir sehr gut gefallen und ich fand diese Ausführungen weder langweilig noch langatmig. Wie es sich für einen Landkrimi gehört, gibt es sehr viele doch recht skurrile Personen und alles ist gewürzt mit einer ordentlichen Prise Humor. Alle klassischen Zutaten, die man für diese Art von Buch braucht, hat die Autorin verwendet und meiner Meinung nach auch Großteiles richtig dosiert.

Die Charaktere sind wie bereits erwähnt teilweise sehr skurril und schräg. An manchen Stellen wandert die Autorin auf einem schmalen Grad zwischen übertrieben absurd und gerade noch angemessen witzig. In den meisten Fällen schafft sie es noch auf die richtige Seite. Da es sich aber um einen Reihenstart handelt, bin ich gespannt, wie das ganze weitergehen wird. Natürlich darf auch ein tierischer Sidekick nicht fehlen, der das ganze abrundet.
Die Handlung ist recht interessant und wartet mit der einen oder anderen mehr oder weniger überraschenden Wendung auf. Als spannungsgeladen würde ich das Buch jetzt nicht unbedingt bezeichnen und die Kriminalromanelemente geraten sehr oft ein wenig in den Hintergrund.

Das Hörbuch wird von Sandrine Mittelstädt gelesen. Ihre Stimme passt perfekt zur Geschichte und rundet das Hörbucherlebnis auf eine eindrucksvolle Art und Weise ab. Sowohl der Klang ihrer Stimme wie auch ihre Art die Wörter zu betonen, passt einfach perfekt zur Handlung und zum Setting des Buches. In diesem Fall musste ich nicht einmal die Hörgeschwindigkeit erhöhen, wie ich es sonst meistens mache, denn auch das Tempo war hervorragend gewählt. Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder ein Hörbuch mit der Stimme von Sandrine Mittelstädt in den Händen halten werde.

Alles in allem war es ein angenehmes und kurzweiliges Erlebnis und ein wunderbares Buch für zwischendurch. Besonders hohe Ansprüche an den Kriminalteil sollte man allerdings nicht haben. Fans von den Agatha Raisin Romanen werden hier aber auf ihre Kosten kommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2026

Ein fein gesponnenes Netz aus Identität, Liebe und Wissenschaft

Real Americans
0

Der Verlag „Kiepenheuer & Witsch“ hat diesen Roman für seine „Deutschland liest ein Buch“ Aktion ausgewählt, da der Verlag der Meinung ist, dass ganz Deutschland dieses Buch lesen sollte. Und auch wenn ...

Der Verlag „Kiepenheuer & Witsch“ hat diesen Roman für seine „Deutschland liest ein Buch“ Aktion ausgewählt, da der Verlag der Meinung ist, dass ganz Deutschland dieses Buch lesen sollte. Und auch wenn ich nicht in Deutschland lebe, kann ich die Intention des Verlages sehr gut nachvollziehen.

Rachel Khong erzählt in diesem Roman auf eine beeindruckende und dennoch äußerst zurückhaltende und sanfte Art und Weise die Geschichte einer chinesisch-amerikanischen Familie. Besonders begeistert hat mich dabei, dass die Autorin nicht nur die Probleme und Nöte der einzelnen Familienmitglieder sehr gut transportieren konnte, sondern sie auch in einen gesellschaftlichen Kontext setzt. Das Hineinversetzen und Verstehen der Protagonisten ist mir dadurch sehr leichtgefallen, obwohl ich einen völlig anderen kulturellen Hintergrund habe.
In diesem Roman geht es um Fragen der Identität und inwieweit unsere Herkunft unser Sein prägt, es geht um Macht und Geld, aber auch um die Frage wie weit darf Wissenschaft gehen.

Den Schreib- und Erzählstil der Autorin habe ich als sehr angenehm empfunden und es gab nur wenige Abschnitte im Buch auf die ich gerne verzichtet hätte oder die für meinen Geschmack kürzer hätten ausfallen können. Einen Spannungsbogen im klassischen Sinne gibt es bei diesem Buch wie erwartet nicht wirklich.

Das Buch selbst ist in drei große Teile unterteilt und in jedem dieser Abschnitte steht eines der Familienmitglieder im Zentrum der Aufmerksamkeit. Hierbei hat mir besonders gut gefallen, dass obwohl Mei, Lilly und Nick unter völlig anderen Umständen in einer komplett unterschiedlichen Zeit leben, es so viele Gemeinsamkeiten in den drei Generationen gibt. Obwohl die drei Handlungsstränge in gewisser Weise voneinander unabhängig sind, da sie in drei verschiedenen Zeitebenen spielen, ergeben sie natürlich zusammen ein großes Ganzes.

Rachel Khons Roman ist nicht besonders aufregend, sondern besticht eher mit leisen Tönen und lässt einen, mich zumindest, nachdenklich zurück. Ich empfehle dieses Buch allen, die gerne Bücher lesen, die gerne ihren Horizont erweitern und den großen Fragen des Lebens und der Wissenschaft gegenüber offen sind.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2026

Ein Kaleidoskop aus guten Wünschen und liebevollen Gedanken

Love and be loved
0

Autorin Cleo Wade hat für ihre beiden Töchter ein Gedicht geschrieben, in dem sie ihre ganze Liebe, Zuneigung und guten Wünsche für die beiden verpackt hat und aus diesem Gedicht ist nun dieses Buch entstanden. ...

Autorin Cleo Wade hat für ihre beiden Töchter ein Gedicht geschrieben, in dem sie ihre ganze Liebe, Zuneigung und guten Wünsche für die beiden verpackt hat und aus diesem Gedicht ist nun dieses Buch entstanden. In jeder Zeile spürt man eine tiefe Verbundenheit und wer empfänglich dafür ist, kann daraus bestimmt viel Stärke und Kraft erhalten.

Die Illustrationen des Buches finde ich sehr ansprechend. Die Bilder sind farbenfroh und ergänzen den Text des Buches auf eine sehr angenehme Art und Weise. Der Leser oder die Leserin wird von den Illustrationen nicht erschlagen, dennoch ziehen sie den Blick auf sich und es macht Spaß die vielen kleinen Details zu betrachten. Beim Durchblättern des Buches haben mich viele Seiten an Glückwunsch- oder Motivationskarten erinnert. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich die eine oder andere Seite auch an einer Wand als inspirierender Schmuck gut machen würde.
Das Buch wird als berührendes Bilderbuch für Erwachsene beworben. Ich würde die Zielgruppe des Buches aber gar nicht so eng fassen. Denn das Buch ist meiner Meinung nach auch für Jugendliche und Kinder geeignet.

Der Inhalt bzw. die Textmenge des Buches ist überschaubar. Wie bereits ganz am Anfang erwähnt, handelt es sich hierbei ursprünglich um ein Gedicht. Die Autorin schafft es dennoch viele verschiedene Themen anzusprechen und Mut zu machen. In schwierigen Zeiten kann dieses Buch und seine liebevollen Gedanken Trost spenden und erinnert immer daran, dass man geliebt wird. Aber vor allem auch, dass man sich selbst lieben soll. Viele der Zeilen des Buches erinnern mich an „irish blessings“.

Auffällig und nicht ganz meinem Geschmack entsprechend ist die Schriftart, in der der Text in dem Buch verfasst ist. Über die Tatsache, dass alles in Großbuchstaben geschrieben ist, hätte ich noch hinwegsehen können und dies als künstlerische Freiheit abgetan. Allerdings hat man sich hier entschieden, dass die Punzen, die Hohlräume oder „Löcher“ in gewissen Buchstaben, schwarz eingefärbt, also ausgemalt, wurden. Ich hatte es zwar nicht für möglich gehalten, aber dadurch ist mir das Lesen des Textes sehr schwergefallen.

Die verschiedenen guten Wünsche des Buches haben mich persönlich mal mehr und mal weniger angesprochen. In Summe war es ein sehr kurzes, aber dennoch angenehmes Leseerlebnis.
Es handelt sich hierbei um ein klassisches Geschenkebuch, welches man mit vielen guten Absichten einem geliebten Menschen schenken kann. Es richtet sich meiner Meinung nach vornehmlich an Personen, die eine Begeisterung für motivierende Sprüche haben und daraus viel Kraft und Trost ziehen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung