Die spanische Jungfrau in Nöten und ihr wortkarger Ritter in glänzender Rüstung
Spanish Love Deception – Manchmal führt die halbe Wahrheit zur ganz großen LiebeElena Armas Debütroman war auch mein erster Roman der Autorin. Ich will ehrlich sein: Bis ungefähr zur Hälfte war ich schon einige Male nah dran, das Buch abzubrechen. Zu sehr war ich frustriert von der ...
Elena Armas Debütroman war auch mein erster Roman der Autorin. Ich will ehrlich sein: Bis ungefähr zur Hälfte war ich schon einige Male nah dran, das Buch abzubrechen. Zu sehr war ich frustriert von der ständigen Hilfsbedürftigkeit der tollpatschigen und gefühlsgesteuerten Protagonistin Lina und zu sehr war ich genervt von diesen ständigen genervten Seufzern des männlichen Protagonisten Aaron, der offenbar keine Lust hatte, Lina ständig aus der Patsche zu helfen, aber es wohl trotzdem immer wieder tun musste. Zu diesem Zeitpunkt ahnte der geneigte Leser bereits, dass Aaron tiefe Gefühle für Lina hegt, konnte sich aber mitnichten erklären, wo diese wohl herkommen, nachdem er eigentlich die ganze Zeit nur angenervt von ihr zu sein schien.
Die Story gewann für mich in dem Moment an Qualität, in dem die beiden amerikanischen Boden verlassen und sich die Geschichte nach Spanien verlagert. Die Non-Kommunikation der beiden ist nach wie vor frappierend, doch durch die Interaktion mit der restlichen spanischen Verwandtschaft entdeckt man an beiden plötzlich äußerst liebenswerte Facetten. Vor allem Aaron entpuppt sich nach und nach als totaler Bilderbuch-Boyfriend, der es mit seinem Charme schafft, sogar die Abuela um den gut durchtrainierten Finger zu wickeln.
Die Autorin hat den Ruf, eine Queen des Slow Burn zu sein. Ja, das kann ich so nur unterschreiben. Die Lovestory entwickelt sich in der Tat richtig langsam, was für mich aber ein großes Plus an diesem Buch war. Die Geschichte wird zum Ende hin sogar noch richtig spicy, aber auf eine gute und gefühlvolle Art.
Mein Fazit: Ich kann den Hype um dieses Buch nur bedingt nachvollziehen - Lina wird leider von Anfang an viel zu sehr in das Klischee der hilflosen, tollpatschigen und gerne hysterischen Frau hineingepresst, das bei mir immer ein echt schlechtes Gefühl auslöst. Zum Ende hin hat mir die Geschichte dann aber richtig gut gefallen, so dass ich noch 3 von 5 Sternen vergeben kann. Der Folgeband steht schon in den Startlöchern...