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Veröffentlicht am 28.03.2026

Solide Jugend-Dystopie, die neugierig macht

Gameshow – Der Preis der Gier
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Cass lebt in einer Welt, in der man durch die Gameshow alles gewinnen kann oder mit seinem Leben bezahlt. Als Cass plötzlich ganz unten in der Gesellschaft angekommen ist und dazu gezwungen ist, an den ...

Cass lebt in einer Welt, in der man durch die Gameshow alles gewinnen kann oder mit seinem Leben bezahlt. Als Cass plötzlich ganz unten in der Gesellschaft angekommen ist und dazu gezwungen ist, an den Spielen teilzunehmen, bekommt sie unerwartet Hilfe von dem mysteriösen Jax, dem besten Spieler bei den Games. Aber was steckt wirklich hinter der Gameshow?

Meine Gedanken:

Gameshow hat sich von Anfang an durch einen schnellen und flüssigen Schreibstil sehr gut lesen lassen. Die Welt rund um New London, Cass, ihre Familie und Freunde ist spannend aufgebaut und dennoch hätte ich mir an einigen Stellen vor allem in Bezug auf diese neue Weltordnung mehr Tiefe und Informationen gewünscht.

Die Gameshow ist dadurch für mich etwas schwammig geblieben und das Potential hätte mehr ausgeschöpft werden können. Für ein Jugendbuch war das Ausmaß und die Tiefe jedoch vollkommen in Ordnung und nachvollziehbar. Einige Szenen und die Atmosphäre haben mich dabei an Dystopie-Klassiker wie "Tribute von Panem", "Die Bestimmung" oder auch an den Sci-Fi-Film "In Time" erinnert, was ich sowohl cool als auch schade fand, weil dadurch eben nichts Neues und Einzigartiges geschehen ist.

Das Lesen hat mir trotzdem wahnsinnig viel Spaß gemacht und die Charaktere - Cass und Jax vor allem - und ihre Diskussionen und kleinen Streitereien waren lebendig und einfach toll zu lesen. Einige Nebenfiguren konnte man recht schnell ins Herz schließen. Andere wiederum haben misstrauisch gemacht und die Spannung hoch gehalten.

Die Spannung hat sich gut aufgebaut, zu den Spielen hätte ich gerne mehr gelesen. Der Fokus lag dann doch sehr auf der Beziehung der Protagonisten. Diese kam recht schnell, war aber auch okay, nur an Tiefe hat es auch hier ein wenig gemangelt.

Am größten war die Spannung durch die Erinnerungen von Cass und am Ende. Fieser Cliffhanger und einige offene Fragen sind geblieben, das macht nur noch mehr Lust auf die Fortsetzung. Gameshow ist eine spannende Dystopie über ein grausames Spiel, menschliche Abgründe und die Rebellion für eine bessere Welt.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Was für ein atemberaubendes Buch!

WHISPERS. Die Wahrheit wird dich zerstören
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Die geheimnisvolle App Whispers hat die Studenten der Harvard University fest im Griff. Als sich fünf von ihnen einer nächtlichen Herausforderung stellen und nur vier die Nacht überleben, steht ihr Leben ...

Die geheimnisvolle App Whispers hat die Studenten der Harvard University fest im Griff. Als sich fünf von ihnen einer nächtlichen Herausforderung stellen und nur vier die Nacht überleben, steht ihr Leben plötzlich Kopf. Auf einmal erhalten nur die vier Alphas Challenges, die sie immer tiefer in ein Netz aus Lügen, Intrigen und Geheimnissen ziehen. Einer von ihnen soll der Mörder sein und Whispers will ihn entlarven...

Meine Gedanken:

Der Schreibstil von Ayla Dade ist sehr packend und lässt sich wahnsinnig schnell lesen. Ich war überrascht, wie viele unterschiedliche Perspektiven es gibt und meine Sorge, dass ich sie durcheinander bringen würde, war total unbegründet. Die Charaktere sind so unterschiedlich und dadurch so greifbar und real wie es selten der Fall ist. Die Geheimnisse und die damit verbundenen Wendungen waren mal mehr, mal weniger spannend, aber wie diese vier Menschen zu einer Freundesgruppe zusammenwachsen, war wunderschön mitzuerleben.

Den Mord wollte ich ihnen allen nicht zutrauen, war aber immer wieder hin und hergerissen. Das Theorien-aufstellen und Miträtseln hat Spaß gemacht und die Challenges waren spannend. Teilweise hätte ich gerne noch mehr über diese erfahren, bis auf die große Challenge am Anfang, waren sie nämlich eher zügig vorbei und der Fokus lag mehr auf den Beziehungen der Charaktere untereinander.

Was mir bei dem Roman nicht gefallen hat, war der Spice. Der war irgendwie unpassend und wirkte wie nachträglich hinzugefügt. Für mich hätte es den Spice in dem Ausmaß gar nicht gebraucht.

Und dann kam das Ende: rasant und spannungsgeladen. Teilweise haben sich Theorien bewahrheitet, andere Ideen weniger, aber die Auflösung war gut durchdacht und nachvollziehbar. Ich habe mich auf das Happy End gefreut und wurde dann ein letztes Mal überrascht. Der Epilog hat mich seelisch zerfetzt und mich alles hinterfragen lassen, was ich bis dahin geglaubt habe. Hier ist der Buchtitel wirklich Programm: Die Wahrheit hat mich zerstört.

Gänsehaut pur mit minimalem Gruselfaktor. Whispers wird garantiert nicht mein letztes Buch von Ayla Dade gewesen sein.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Emotionale Young-Adult-Romance zum Mitfühlen

Living / Living for the lectures you gave me
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Bianca und Josh sind glücklich zusammen. Zumindest geben sie das vor. Aber in ihrem tiefsten Inneren sieht alles anders aus - und komplizierter. Bianca fühlt, das etwas in ihr nicht im Einklang ist. Und ...

Bianca und Josh sind glücklich zusammen. Zumindest geben sie das vor. Aber in ihrem tiefsten Inneren sieht alles anders aus - und komplizierter. Bianca fühlt, das etwas in ihr nicht im Einklang ist. Und auch Josh kann seine widersprüchlichen Gefühle für Bianca und seine Austauschpartnerin Selina nicht ganz einschätzen.

Meine Gedanken:

Ich bin so gut in die Geschichte reingekommen und der Schreibstil ist so schön flüssig, dass ich den Roman innerhalb von nur zwei Tagen durchgelesen hatte. Die Gefühle werden hier so echt und roh rübergebracht, dass ich nicht anders konnte, als mit den Charakteren mitzufühlen. Diese handeln zwar ihrem Alter entsprechend, aber man merkt deutlich, wie sie mit der Zeit über sich hinaus wachsen und reifer werden.

Themen wie Selbstfindung, Selbstakzeptanz und Heilung spielen dabei eine wichtige Rolle und werden gefühlvoll übermittelt. Der Roman zeigt auch, wie eine gute Beziehung aussehen sollte und wie nicht, zum Beispiel, wenn es um Einverständnis geht. Das wurde im ganzen Verlauf des Romans sehr schön dargestellt.

Dass man die Ereignisse aus Band 1 aus verschiedenen Perspektiven erneut miterlebt, fand ich spannend.. Besonders die Sichtweise von Bianca war sehr emotional und hat gezeigt, dass ein Mensch oft mehr ist, als er nach außen vorgibt zu sein und dabei nicht selten eine Maske trägt, die sein wahres Ich verbirgt. Ihre Charakterentwicklung war wirklich fantastisch und ich hätte sehr gerne viel mehr aus ihrer Sicht erfahren.

Ein paar Rechtschreib- und Grammatikfehler haben den Lesefluss ab und zu etwas stocken lassen, ansonsten hat mich der zweite Band der Living-Reihe aber ziemlich berührt.

Der Schreibstil von Natalia Möller ist einfach, aber schafft es oft, das Herz anzusprechen und mit ihren Worten einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ich würde die Reihe Young-Adult-Fans empfehlen, die gerne tiefgründige Geschichten lesen.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Anders als erwartet

Diamond Empress. A Million Reasons
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Ein Kreuzfahrtschiff, eine Gruppe unterschiedlicher Menschen und die Chance ihres Lebens. Der Plan den Safe des Luxusschiffes Diamond Empress auszuräumen klingt viel zu verrückt, um wirklich zu funktionieren, ...

Ein Kreuzfahrtschiff, eine Gruppe unterschiedlicher Menschen und die Chance ihres Lebens. Der Plan den Safe des Luxusschiffes Diamond Empress auszuräumen klingt viel zu verrückt, um wirklich zu funktionieren, oder ist es gerade deswegen einfach genial?

Meine Gedanken:

Der Roman hat mir oft die Vibes von Ocean's Eleven und Haus des Geldes vermittelt. Dazu das Setting auf einem Kreuzfahrtschiff, das vor Luxus nur so strotzt und es war um mich geschehen.

Der einnehmende Schreibstil hat es mir leicht gemacht durch die Seiten zu fliegen und die Handlung baute sich schnell auf. Zu Beginn und zum Ende hin war die Spannung greifbar, nur im Mittelteil hat die Story sich für mich hin und wieder gezogen, da man sich erst mit den vielen Charakteren zurecht finden musste und alles noch neu war.

Obwohl mir die Charaktere sympathisch waren, hat es eine ganze Zeit lang gedauert, bis ich mit ihnen warm geworden bin. Die Reaktionen kamen mir manchmal merkwürdig vor, weil ich sie nicht nachvollziehen konnte, aber zum Schluss hin, fiel es mir leichter mich sowohl in Noemi als auch in Viktor hineinzuversetzen.
Ihre Anziehung zueinander war mir zu Beginn noch schleierhaft und abrupt, doch auch diese wurde gegen Ende nachvollziehbarer.

Noemis Entwicklung hat mir dabei wahnsinnig gut gefallen. Sie ist im Verlauf der Geschichte angekommen, bei sich selbst und im Hier und Jetzt. Sie hat ihre innere Ruhe gefunden und das hat man deutlich herausgelesen. Für mich war diese Entwicklung ein echtes Highlight.

Ich habe das Setting, die unterschiedlichen Charaktere und die Art, wie sie alle zu einer Familie zusammenwachsen, geliebt. Auch wenn Raubzug-technisch hier noch nicht viel geschehen ist, bin ich neugierig auf die Fortsetzungen. Die Geschichte ist mysteriös, der Plan, ein Kreuzfahrtschiff auszurauben wahnsinnig spannend und hat viel Potential.

Trotz eines längeren Mittelteils allein wegen des Settings eine Empfehlung. Der Cliffhanger, bei dem man mit offenem Mund zurückbleibt, macht neugierig darauf, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Rasante Urban Fantasy mit bösem Cliffhanger

Obsidian 3: Opal. Schattenglanz
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Katy und ihre Freunde haben es geschafft und konnten Dawson vor dem VM und einer Geheimorganisation retten. Sie und Daemon könnten zusammen nicht glücklicher sein. Doch damit fangen die Probleme erst richtig ...

Katy und ihre Freunde haben es geschafft und konnten Dawson vor dem VM und einer Geheimorganisation retten. Sie und Daemon könnten zusammen nicht glücklicher sein. Doch damit fangen die Probleme erst richtig an. Denn Dawsons Freundin Beth wird immer noch gefangen gehalten und plötzlich kehren Gegenspieler zurück, die nur ihren eigenen Vorteil im Sinn haben...

Meine Gedanken:

Opal, der dritte Teil der Obsidian-Reihe, war für mich bis jetzt der Teil, in dem am meisten passiert ist und der spannungstechnisch am meisten zu bieten hatte.

Auch die Charaktere haben sich hier deutlich weiterentwickelt und sind erwachsener geworden, wobei einige Entscheidungen immer noch etwas unüberlegt erscheinen. Darüber kann man hinwegsehen, denn ohne diese dummen Entscheidungen hätte es auch die Spannung in diesem Ausmaß nicht gegeben. Fast immer ist etwas Spannendes geschehen, da haben sich die ruhigen Momente zwischendurch schon eher wie Fremdkörper in der Geschichte angefühlt, die leider auch etwas langatmig waren und in den Situationen im Allgemeinen unpassend wirkten.

Durch Zeitsprünge ging für mich oftmals auch das Gefühl verloren, nicht unbedingt zwischen den Charakteren selbst, sondern in Form von den Reaktionen auf zum Beispiel einen Verlust oder ähnliches. Gerade da hätte ich mir mehr Auswirkungen auf die Handlung gewünscht, was dann durch die Zeitsprünge jedoch schnell abgefrühstückt wurde. Eine Ausnahme gab es dabei, und die fand ich wirklich hervorragend gemacht!

Das Ende hat noch einmal alles gegeben und konnte mich restlos begeistern. Bei dem Cliffhanger greift man unweigerlich zum nächsten Band, denn das Ende kann man so einfach nicht stehen lassen.

Merete Brettschneider hat die Geschichte von Katy und Daemon wieder sehr lebendig werden lassen und es hat Spaß gemacht, ihr zuzuhören.

Zusammengefasst eine gute, spannende Fortsetzung mit ein paar Längen, über die man jedoch hinwegsehen kann. Ich bin gespannt auf mehr aus der Obsidian-Welt.

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