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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2026

So viel mehr als ein Travel-Guide

Hidden Japan
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Reiseführer gibt es ja wie Sand am Meer und obwohl ich in Vorbereitung von Urlauben meistens mindestens einen kaufe, lande ich bei der Feinplanung meist doch bei Google oder auf Social Media. Dieser Reiseführer ...

Reiseführer gibt es ja wie Sand am Meer und obwohl ich in Vorbereitung von Urlauben meistens mindestens einen kaufe, lande ich bei der Feinplanung meist doch bei Google oder auf Social Media. Dieser Reiseführer hier vereint gefühlt das beste aus beiden Welten: ich habe etwas in der Hand, wo ich Post-Its und Notizen machen kann, aber es fühlt sich an wie die Urlaubshacks einer Freundin. Und dazu kommt es in einer ganz wundervollen, hochwertigen Aufmachung.

Wer hier die klassischen Reiseführer-Fotos à la Lonely Planet und den „Tokio in 1/3 oder 5 Tagen“ Guide erwartet, für den ist dieses Buch nichts. Stattdessen bekommt man super schöne, detailverliebte Illustrationen, handverlesene Informationen, die nicht überladen, sondern wirklich relevant und interessant sind und sehr authentische, nahbare Empfehlungen

Ich kann mir diesen Guide auch super ergänzt durch eigene Fotos, Notizen und kleine Andenken als eine Art Scrapbooking-Souvenir nach der Reise vorstellen, da das wunderschöne Design dazu einlädt, genutzt zu werden.

Die vorgeschlagenen Tourrouten und Empfehlungen bieten eigentlich für jeden Geschmack die passende Auswahl. Dazu gibt es interessanten hilfreiche Fakten, die die Orientierung erleichtern.

Dieser Reiseführer ist schon so ein kleines Gesamtkunstwerk und lädt auch einfach zum Schmökern ein. Mir gefällts und der Japanurlaub kann nun kommen

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Veröffentlicht am 20.02.2026

So eine schöne Geschichte

Die Mitternachtsbäckerei
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Ich hab inzwischen einige japanische Romane gelesen, die ein ähnliches Konzept verfolgen und in denen ein Ladengeschäft und die Begegnungen eine zentrale Rolle spielen. Und trotzdem war dieses Buch gefühlt ...

Ich hab inzwischen einige japanische Romane gelesen, die ein ähnliches Konzept verfolgen und in denen ein Ladengeschäft und die Begegnungen eine zentrale Rolle spielen. Und trotzdem war dieses Buch gefühlt nochmal ganz anders und hat mich auf besondere Art berührt.

An dieser Geschichte ist nichts magisch oder übernatürlich, wie das bei ähnlichen Romanen oft der Fall ist. Warum die Bäckerei also unbedingt nachts geöffnet sei mal dahingestellt und spielt auch eher eine untergeordnete Rolle. Zentral sind die Menschen, die dort arbeiten und die, die zum Kundenkreis gehören.

Auch hier könnte man sagen, handelt es um Kurzgeschichten innerhalb der Geschichte. Nur, dass die Kunden, um die sich die Geschichten drehen, nicht verschwinden, sondern zu einem Teil der Bäckerei-Familie werden und die Geschichte. So aufeinander aufbauen und die Einzelschicksale sich gegenseitig beeinflussen. Das fand ich besonders schön.

Auch, dass hier zwei Kinder im Mittelpunkt stehen, fand ich sehr besonders. Generell sind alle, die mit der Bäckerei in Kontakt treten, eher speziell und stehen eher am Rande der Gesellschaft, was der Geschichte eine tiefgründige Note gibt.

Ich fand die Geschichte nicht nur berührend, sondern auch positiv bestärkend und habe sehr viel schönes daraus für mich mitgenommen.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Berührend

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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Titel und Cover sind bei diesem Buch nicht nur wunderbar aufeinander abgestimmt, sondern auch auf den Inhalt des Buches. Die Geschichten rund im den anonymen Brieffreunde-Service und die abgedruckten Briefe ...

Titel und Cover sind bei diesem Buch nicht nur wunderbar aufeinander abgestimmt, sondern auch auf den Inhalt des Buches. Die Geschichten rund im den anonymen Brieffreunde-Service und die abgedruckten Briefe haben mir sehr gut gefallen und stellenweise wirklich berührt und zum nachdenken angeregt.

Es gefällt mir, dass die Geschichte, anders als bei asiatischen Romanen häufig, nicht episodisch in Einzelgeschichten sondern kontinuierlich erzählt wird. Es gibt zwar auch hier Begegnungen mit den verschiedensten Kunden, die ganz eigene Wünsche, Sorgen und Hoffnungen haben, aber man trifft auch diese immer wieder, sodass man sie näher kennenlernt und ihre Entwicklung verfolgen kann.

Vor allem Protagonistin Hyoyeong und ihre Familiengeschichte fand ich bewegend und neben den Briefen selbst ist sie für mich das Herzstück der Geschichte. Die Themen rund um Familie, Liebe, Verlust, Einsamkeit, Orientierungslosigkeit und Suche nach Bestätigung sind sehr authentisch und ich fand es sehr heilsam, wie unbekannte Menschen sich hier Mut zusprechen, einander bestärken und aufrichtig bewundern. Das ganze Buch ist dadurch so freundlich und herzlich.

Ich habe die Geschichte sehr genossen und werde bestimmt noch oft an dieses Buch zurückdenken.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Viel Schein, wenig Sein

Alle glücklich
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Das Buch geht auf eine Art an die Nieren, die ich nicht erwartet hatte. Das oberflächlich betrachtet schöne, privilegierte Leben der Familie Holtstein, gerät gehörig ins Wanken während alle Familie Mitgliedern ...

Das Buch geht auf eine Art an die Nieren, die ich nicht erwartet hatte. Das oberflächlich betrachtet schöne, privilegierte Leben der Familie Holtstein, gerät gehörig ins Wanken während alle Familie Mitgliedern versuchen, ihre Unsicherheiten und Probleme mit sich auszumachen.

Es ist schon bemerkenswert wie die Familie aneinander vorbeilebt und es trotzdem alle, jeder für sich selbst, schaffen, sich der Lebebssituation und dem Verhalten der anderen aufzureiben. Und sich gegenseitig zu verletzen.

Das Ende war schon tough. Als generell die ganze Geschichte war eine wilder Achterbahnfahrt aus toxischen Verhaltensmustern, fehlender Kommunikation und Desinteresse, aber das Ende war nochmal richtig heftig. Der Titel kommt einem da wie purer Hohn vor. Das Buch macht betroffen, man beginnt eigene Beziehungsmuster zu hinterfragen- kann man sich schleichend verlieren?

Die stetig wechselnden Perspektiven haben mir gut gefallen, auch wie jedes Kapitel durch eine Frage eingeleitet wird, die den Kern dessen widerspiegelt, was die Figuren umtreibt. Die Autorin schreibt einfühlsam, scheut aber auch nicht vor Konfrontationen zurück, was mir richtig gut gefällt.
Die Geschichte zeigt gut, dass Idylle trügerisch sein kann und ein vermeintlich schönes Leben nicht für sich erfüllend sein muss. Wie gut kennt man die Menschen, die man liebt, wirklich? Stark, tolles Buch.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Richtig cooler Suspense-Roman

Firewatch
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Ich mochte bereits Hadlers letztes Buch, aber dieses hier finde ich vom Suspense-Teil her nochmal stärker. Die Geschichte ist verworren, moralisch irgendwo im Graubereich angesiedelt und alle habe irgendwie ...

Ich mochte bereits Hadlers letztes Buch, aber dieses hier finde ich vom Suspense-Teil her nochmal stärker. Die Geschichte ist verworren, moralisch irgendwo im Graubereich angesiedelt und alle habe irgendwie was zu verbergen. Stark geplottet und einfach spannungsgeladen.

Die Geschichte schwankt zwischen Gegenwart und der Zeit kurz vor Aarons Verschwinden. Die Perspektiven konzentrieren sich auf Aaron selbst und seinen besten Freund Robin, der versucht herauszufinden, was eigentlich passiert ist. Es gibt eigentlich die gesamte Zeit über nur einen Verdächtigen für Robin. Doch nichts ist so leicht, wie es schien-vor allem Aaron selbst nicht.

Das Setting der Feuer-Wachtürme fand ich super gewählt- mal was anderes und zugleich direkt atmosphärisch. Und auch Robins Wechselbad der Gefühle was Kian betrifft fand ich sehr authentisch und nachvollziehbar. Die gesamte Situation ist vulnerabel und dadurch mitreißend.

Und dann kommt ein Ende, das einem den Boden unter den Füßen wegreißt. Phänomenal, absolut spektakulär und grausig.

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