Wenn du weit genug reist, begegnest du dir selbst
Zugvögel wie wirEin Satz heißt, man kann nicht vor sich selber davonlaufen, weil, man nimmt sich immer mit. Die Protagonistin in diesem Buch scheint auch vor etwas davonzulaufen, es wirkt wie spontan, dabei wird ihr Gefühl ...
Ein Satz heißt, man kann nicht vor sich selber davonlaufen, weil, man nimmt sich immer mit. Die Protagonistin in diesem Buch scheint auch vor etwas davonzulaufen, es wirkt wie spontan, dabei wird ihr Gefühl sie schon lange dazu aufgefordert haben, tu was. Eva besucht eine Freundin in Schweden, sieht das Naturwunder der Kraniche und beschließt spontan sich ihnen anzuschließen und sie bis Frankreich mit dem Fahrrad zu begleiten. Besonders ein kleines Kranichkind, was sie gefunden hat, was gechipt wurde und sie über eine App sieht wo es gerade hinfliegt. Eva scheint in einer schwierigen Verfassung, sieh hat auf ihrer Arbeit eine Abfindung bekommen, sie ist geschieden und das Verhältnis zu ihrer Tochter ist angespannt. Ein Satz aus dem Text ist „Eine Stille, die zu groß ist, um mich in ihr zu ertragen“. Mich hat dieses Buch getragen, der Schreibstiel ist einfach, aber tiefgründig, irgendwie erzählt es in Metaphern was in Evas Leben geschehen ist. Sie fährt einen verletzten Kranichkind hinterher, ist das Sinnbildlich für ihre Tochter, hat sie sie verletzt? Sie quält sich Berge hoch und runter, wie das im Leben eben so ist, es geht immer wieder hoch, aber auch leider wieder runter, Hauptsache ist, man bleibt in Bewegung. Begegnet einem jungen Mann und sieht in ihm ihren möglichen Sohn? Eva ist umtrieben, scheint jegliche Träume und Kraft verloren zu haben. Aber wann ist eine Sache verloren? Die Probleme die Eva so belasten werden im Laufe der Geschichte mit eingewoben, für mich als Leser war es oft so, dass man den Eindruck hatte, man selber muss innehalten um weiteratmen zu können. Das Ende des Buches finde ich persönlich stimmig, das Cover gefällt mir sehr gut, diese warmen, tragenden Farben haben einen Schein von Hoffnung, Bewegung und Leben. Es gibt diejenigen, die reisen, um sich zu verirren, es gibt diejenigen, die reisen, um sich selbst zu finden, besangt ein Sprichwort, gefunden hat sich Eva nicht, aber sie wird einige Schritte schaffen, und wer weiß, oft braucht es gar nicht die große Veränderung, sondern einfach mal einen Blick in die andere Richtung, Dinge annehmen um letztendlich etwas loslassen zu können. Ich durfte vorher „Unter Wasser ist es still“ lesen, ein Buch was mich schon sehr begeistert hat, „Zugvögel wie wir“ ist wärmend und tragend und macht bereits jetzt Lust auf ein weiteres Buch der Autorin. Kleine Anmerkung, schon Albert Einstein hat gesagt, "Das Leben ist wie ein Fahrrad. Um das Gleichgewicht zu halten, muss man sich vorwärtsbewegen". Liebe Grüße