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Veröffentlicht am 22.03.2026

Gunni Hilding ermittelt in Trelleborg

Tatort Trelleborg - Gunni Hilding ermittelt
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Der Autor startet mit diesem Buch in eine neue Krimireihe, in deren Mittelpunkt die Ermittlerin Gunni Hilding steht. Die Streifenpolizistin wird für einen Fall in das Dezernat für Gewaltverbrechen ausgeliehen ...

Der Autor startet mit diesem Buch in eine neue Krimireihe, in deren Mittelpunkt die Ermittlerin Gunni Hilding steht. Die Streifenpolizistin wird für einen Fall in das Dezernat für Gewaltverbrechen ausgeliehen und das Ende lässt hoffen, dass sie dort dauerhaft arbeiten wird.

Im Sommer 1989 wird der achtjährige Robin erschlagen im Moor des nahen Waldes aufgefunden. An Verdächtigen mangelt es nicht, obwohl der Ort nur aus einer Handvoll Häusern besteht. Es gibt dort reichlich schräge Figuren. Die Polizei kommt im ersten Teil des Buches nicht so gut weg, sie ermittelt nicht strukturiert. Es kommt zu einigen Kurzschlussreaktionen und als die Polizei unter Erfolgsdruck gerät, zieht sie einen Psychologieprofessor hinzu, der es richten soll. Der Fall wird so auf eine für damalige Zeiten sicherlich spektakuläre Art gelöst. Die unterschiedlichen Beteiligten bleiben mit dem Erlebten verletzt zurück.

Nach fünf Jahren scheint sich der Fall zu wiederholen, ohne dass das jemand wahrhaben will. Gunni, die wieder die Leiche eines Kindes findet, fühlt sich an den Fall vor fünf Jahren erinnert und zieht ganz eigene Schlüsse. Die Streifenpolizisten versucht alles, damit der alte Fall mit dem aktuellen Fall in Verbindung gerät, stößt jedoch auf Widerstand. Sie findet aber auch Unterstützung bei unvermuteten Kollegen und so machen sie sich auf eigene Faust an die Arbeit.

Neben dem Kriminalfall, nimmt das Privatleben von Gunni viel Raum ein. Sie hat als junge Frau eine streng regelbasierte Glaubengemeinschaft verlassen und leidet an der Abkehr der Familie. Sie versucht den Kontakt zu beleben, stößt jedoch auf Unwillen.

Das Buch ist in viele sehr kurze Kapitel unterteilt und in einer eingängigen einfachen Sprache erzählt. Gelegentlich gab es für mich ein paar Längen, aber gegen Ende konnte mich das Geschehen wieder mitreißen. Die Arbeit der Polizei kommt hier nicht richtig gut weg, aber das ist vielleicht auch manchmal so. Gunni ist eine Interessante Hauptfigur, die aufgrund ihrer Kindheitserlebnisse eine außergewöhnliche Zerrissenheit zeigt, von der sie sich jedoch nicht unterkriegen lässt. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, das Privatleben endet mit einem Cliffhanger.

Gelungener Reihenauftakt mit kleinen Schwächen.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Erinnerungen an eine verheimlichte Verwandte

Die verheimlichte Großmutter
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Die Familie Mühlberger aus Reit im Winkel ist weit verzweigt, viele Kinder zu haben, war vor dem ersten Weltkrieg üblich. Erst nach dem Tod des Großvaters stößt Helene auf ein Holzkreuz mit dem ihr unbekannten ...

Die Familie Mühlberger aus Reit im Winkel ist weit verzweigt, viele Kinder zu haben, war vor dem ersten Weltkrieg üblich. Erst nach dem Tod des Großvaters stößt Helene auf ein Holzkreuz mit dem ihr unbekannten Namen Therese Mühlberger. Die Nachforschungen zu dieser ihr unbekannten Frau kann man hier nachlesen.

Therese Mühlberger wurde 1898 geboren. Sie ist nach Beendigung der Schule nicht als Magd auf einen großen Hof gegangen, wie es dort für Mädchen wie sie üblich war, sondern ging als Hausmädchen in ein Krankenhaus in der Stadt. Später wurde sie Hebamme und übte diesen Beruf in der alten Heimat gerne aus. Doch dann erfuhr ihr Leben einige Schicksalsschläge, sie wurde krank und dies war in der mittlerweile hereingebrochenen NS-Zeit ein Makel, der tragisch verlaufen konnte.

Das Buch erzählt in einfacher Sprache von der Geschichte der Mühlbergers, insbesondere von Therese. Das Buch lässt sich gut vorlesen und kann durch die große Schrift auch gut von Menschen mit Sehschwäche gelesen werden. Der Stil ist teils etwas holprig und distanziert, konnte mich aber noch gut im Buch halten.

Die Geschichte endet - wie so viele aus dieser Zeit - leider tragisch. Es war interessant zu lesen, was alles noch herausgefunden werden konnte. Das Schweigen, das in dieser Zeit und danach oft vorherrschte, wurde durch die vehementen Nachfragen und Recherchen gebrochen. Sicherlich heilsam für die Familie, die eigene Geschichte aufzuarbeiten, aber auch wichtig für die Allgemeinheit, um zu mahnen, dass so etwas nie wieder geschehen darf. Die Gräuel des NS-Regimes gegenüber Kranken und Hilflosen sollten niemals vergessen werden.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Macht neugierig auf mehr

Wo ist denn da der Unterschied?
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"Wo ist den da der Unterschied" ist ein tolles Kindersachbuch. Die Zielgruppe ist ab 8 Jahren angegeben.

Das Buch ist großformatig, sehr stabil und wertig. Es liegt gut in der Hand, bleibt aufgeklappt ...

"Wo ist den da der Unterschied" ist ein tolles Kindersachbuch. Die Zielgruppe ist ab 8 Jahren angegeben.

Das Buch ist großformatig, sehr stabil und wertig. Es liegt gut in der Hand, bleibt aufgeklappt liegen und lässt sich gut gemeinsam anschauen und lesen. .

Die Wissensvermittlung erfolgt über Vergleiche, wobei die zu vergleichende Dinge erklärt und Unterschiede hervorgehoben werden. Die Seiten sind wunderschön illustriert und die Bilder passen sehr gut zu den vorgestellten Themen.

Im Buch finden sich Vergleiche zu den Themen: Weltall, Wissenschaft, Fortbewegung, die Erde, Umweltfreundlich handeln, Pflanzen, Tiere, Berufe und Hobbys, Essen, Körper, Geschichte, bunt gemischt, Technik. Es wird also ein breites Spektrum abgedeckt, wobei man das Buch nicht chronologisch lesen muss, sondern ganz nach belieben bestimmte Themen heraussuchen kann. Das nicht alles gleichermaßen interessant für jedes Kind ist, bringen solche Bücher mit sich, aber hier findet sich vieles, was neugierig macht und auch zu weiteren Recherchen einlädt. Die kurzen Texte können von Leseanfängern gut bewältigt werden.

Ich habe das Buch mit einem noch achtjährigen und einem sechsjährigen Kind gelesen, wobei beide gerne und viel "lesen". Der Achtjährige kannte einiges schon und hätte sich oftmals mehr Informationen gewünscht, dafür etwas weniger Themen. Der Sechsjährigen gefiel das Buch sehr gut. Es gab viel zu entdecken und da wo sie mehr wissen wollte, haben wir angefangen in anderen Büchern oder dem Internet weiter zu forschen.

Je nach Interesse des Kindes ist es ratsam vor dem Kauf einen Blick ins Buch zu werfen. Aufgrund der guten Aufbereitung und vielseitigen neugierig machenden Themen ist es evtl. eine Gelegenheit auch kleine Lesemuffel an den Start zu bekommen.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Von einer die auszog das Fürchten zu lernen

Fritzi Furchtlos
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Die kleine Ziege Fritzi hat vor gar nichts Angst, daher begibt sie sich öfters in Situationen, in der sie leichtfertig in Gefahr gerät. Sie selbst kommt da immer gut heraus, da ihre Gelassenheit ihr eine ...

Die kleine Ziege Fritzi hat vor gar nichts Angst, daher begibt sie sich öfters in Situationen, in der sie leichtfertig in Gefahr gerät. Sie selbst kommt da immer gut heraus, da ihre Gelassenheit ihr eine schlafwandlerische Sicherheit zu verleihen scheint, aber sie gefährdet mit ihrem Beispiel andere. Hauptsächlich das stört die anderen Ziegen, die allesamt eher ängstlich sind und dies für den Normalzustand halten. Schließlich schicken sie Fritzi fort, damit sie in der Fremde auf sich gestellt das Fürchten lernt. Dieser Plan geht zunächst nicht auf, dafür findet Fritzi einen echten Freund, der so ganz anders ist als sie, der sie aber auch so akzeptiert wie sie ist. Nach einem Unglück, empfindet Fritzi anders und schätzt Situationen anders ein.

Das Buch zeigt sehr schön auf, das Angst nicht negativ besetzt sein muss, sondern dass eine gesunde Angst auch zu Vorsicht führen kann, oder eine Angst aus Sorge um jemanden entsteht. Es gibt Situationen, in denen man zurecht Angst hat und dennoch mutig sein kann. Angstlos zu sein kann bedeuten, dass man naiv an Situationen herangeht, diese Unbekümmertheit kann, wenn sie ausufert, zur Gefahr werden. Die Waage zu finden ist wichtig. Fritzi lernt dass Angst auch etwas mit Fürsorge zu tun hat.

Das Buch ist sehr schön geschrieben, der Text passt sprachlich und hinsichtlich der Länge zur Zielgruppe. Besonders gefallen mir die schönen Zeichnungen. Das Buch ist sehr liebevoll illustriert, wobei die großen Bilder nicht zu überladen sind. Es gibt genug zu entdecken, es wurde sich aber auf Wesentliches beschränkt. Die Emotionen sind genau an den Gesichtern und der Körpersprache abzulesen. Die Botschaft wird nebenbei vermittelt und kommt ohne einen erhobenen Zeigefinger aus. Insgesamt finde ich das Buch kindgerecht.

Meine Lesekinder mochten jedoch nicht, dass die überängstliche Herde Fritzi einfach weggeschickt hat. Ihr Anderssein hat sie ausgegrenzt, und sie fanden diese Reaktion unmöglich. Zum Glück machte es der mutigen Fritzi nichts aus. Ich kann diesen Kritikpunkt der Kinder gut verstehen und wollte ihn hier nicht verschweigen. Insgesamt gefällt uns das Buch aber sehr gut und wir werden es noch öfter lesen. Die Ziegen sind einfach zu niedlich und das Buch bietet über die Geschichte hinaus Gesprächsanlässe.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Originell

Mord im Nacktschnecken-Milieu
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Wieder ein fantastisches Tier-Garten Sachbuch aus dem Hause Ulmer. Hier wird das Wissen über Garten und darin lebende Tiere über Kriminalfälle vorgestellt, eine sehr originelle Idee, die toll umgesetzt ...

Wieder ein fantastisches Tier-Garten Sachbuch aus dem Hause Ulmer. Hier wird das Wissen über Garten und darin lebende Tiere über Kriminalfälle vorgestellt, eine sehr originelle Idee, die toll umgesetzt wurde.
In den 20 Kriminalfällen zum Miträtseln kann man viel lernen und Spaß haben. Die 20 Fälle wurden in die drei Rubriken Einbruch und Vandalismus, Raub und Diebstahl, Mord und Totschlag unterteilt, der Tatort liegt jeweils im Garten.
Der Aufbau ist immer gleich gestaltet: Der Fall wird vorgestellt, dann folgt eine Übersicht zu Tatort, Indizien, Zeugen und auf der nächsten Doppelseite werden vier Verdächtige beschrieben.
Auf der nachfolgenden Doppelseite gibt es die "Aufklärung", der Täter wird benannt und das Motiv erklärt.

Die Autorin stellt das Alles mit einem Augenzwinkern und viel Fachwissen vor, man merkt dem Buch an, dass hier mit viel Liebe zum Detail recherchiert wurde. Die Fälle sind gut aufbereitet und die Fotos und Zeichnungen sind sehr gelungen. Es macht Spaß in dem Buch zu schmökern, ein toller Genre-Mix.

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