Diese schöne Sammlung an Redensarten steht „Rede und Antwort“
Duden – Wer hat den Teufel an die Wand gemalt?Die über 700 Sprichwörter und Redewendungen in Wer hat den Teufel an die Wand gemalt? sind übersichtlich von A bis Z aufgelistet. Das ist praktisch, um gezielt nach der Redensart zu suchen, die einen gerade ...
Die über 700 Sprichwörter und Redewendungen in Wer hat den Teufel an die Wand gemalt? sind übersichtlich von A bis Z aufgelistet. Das ist praktisch, um gezielt nach der Redensart zu suchen, die einen gerade interessiert. Bei mir ist es „Perlen vor die Säue werfen“. Diese finde ich unter „P“ und bin erstaunt, dass es diese Redensart auch in anderen europäischen Sprachen gibt.
Manchmal gibt es Querverweise, wenn eine Redensart auch unter einem anderen Buchstaben zu finden ist und dort bereits erklärt wird. So werden Wiederholungen vermieden, was mir sehr gefällt.
Superdurchdacht ist der Aufbau der einzelnen Redewendungen. Erst wird sie genannt, dann ihre heutige Bedeutung erklärt und anschließend ihre Herkunft, sofern ermittelbar, aufgedeckt. Dieses Muster sorgt für eine klare Struktur.
Der Schreibstil ist dabei sehr zugänglich. Rolf-Bernhard Essig schreibt sachkundig, aber trotzdem leicht und nie belehrend. Er verbindet genaue sprachwissenschaftliche Erklärungen mit einem angenehm humorvollen Ton. So werde ich nicht nur informiert, sondern gleichzeitig auch unterhalten.
Schön finde ich außerdem die Illustrationen zu den einzelnen Buchstaben, die jeweils ein passendes Sprichwort aufgreifen.
Einen besonderen Mehrwert haben die zehn kleinen Exkurse als thematischer Hintergrundblock. Hier wird auf die sprachlichen Einflüsse ganzer Sprachkulturen geblickt. Dabei wird gezeigt, dass Redensarten nicht nur aus bestimmten Berufen, historischen Situationen oder dem biblischen Kontext entstehen können, sondern auch durch kulturelles Zusammenleben und Sprachkontakt.
Insgesamt gefällt mir Wer hat den Teufel an die Wand gemalt? sehr gut. Es macht Spaß, sich durch die Redensarten zu lesen. Von sehr alten Wendungen, die schon seit Jahrhunderten im Umlauf sind, bis hin zu modernen Ausdrücken. Immer wieder bleibe ich an Sprichwörtern hängen, die ich schon tausendmal gehört, aber noch nie hinterfragt habe.
Natürlich begegnen mir auch Redewendungen, die ich noch nicht kenne. So habe ich zum Beispiel noch nie „den heiligen Ulrich angerufen“ oder „jemandem einen Persilschein ausgestellt“.
Besonders spannend fand ich zudem, wie sich die Bedeutung mancher vertrauter Redewendungen verändert hat. „X für ein U verkaufen“ oder „Tomaten auf den Augen haben“ kenne ich zwar gut, doch ihre ursprüngliche Bedeutung war mir neu.
Fazit:
Ob Wer hat den Teufel an die Wand gemalt? nun „das Nonplusultra“ ist, kann ich nicht beurteilen, aber diese schöne Sammlung an Redensarten steht „Rede und Antwort“, wenn es darum geht, Herkunft und Bedeutung unserer Redewendungen aufzuschlüsseln. Ein Buch, das sich sowohl zum Durchlesen als auch zum Nachschlagen immer wieder lohnt.