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Veröffentlicht am 12.07.2017

Ein Food Truck namens Nancy

Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg
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Nach fast einem Jahr durfte ich wieder auf die Gezeiteninsel nach Mount Polbearne reisen und mit Polly, Huckle und meinem Lieblingsvogel Neil Zeit verbringen.
Schnell tauchte ich wieder in der Geschichte ...

Nach fast einem Jahr durfte ich wieder auf die Gezeiteninsel nach Mount Polbearne reisen und mit Polly, Huckle und meinem Lieblingsvogel Neil Zeit verbringen.
Schnell tauchte ich wieder in der Geschichte ein, doch obwohl mich der Schreibstil von Jenny Colgan schon im ersten Buch überzeugen konnte, sprang der Funken diesmal nicht ganz über.

Polly hat sich in Mount Polbearne gut eingelebt und ist mit Huckle und Neil in den Leuchtturm eingezogen. Alles scheint perfekt zu laufen bis Mrs Manse, die Vermieterin der Bäckerei, stirbt. Nachfolger wird ihr Neffe Malcolm, der Pollys Ideen von gutem Backwerk nicht teilt und stattdessen effizient und billig arbeiten möchte. In Plastik verpackte Eclairs und Brötchen mit Ablaufdatum bis zum Nimmerleinstag sind da nur einige Ideen, die er umsetzten will. Es dauert nicht lange bis sich Malcolm und Polly in die Haare kriegen und sie schlussendlich kündigt. Bald sind Pollys Geldreserven aufgebraucht, der Leuchtturm gehört saniert und der Kauf eines Food Trucks verschlingt das letzte Pfund. Huckle will Polly helfen und geht zurück in die Staaten, um mehr Geld zu verdienen und sie zu unterstützen. Er versucht der Freundin seines Bruders Dubose auf der Farm unter die Arme zu greifen, die sein kleiner Bruder mit der ganzen Arbeit einfach hängen gelassen hat und stattdessen in der Weltgeschichte herumfährt. Zu guter Letzt taucht auch noch die Witwe von Tarnie in Mount Polbearne auf....

Polly war mir im ersten Buch sehr sympathisch. Leider konnte ich in diesem Band keine großartige Entwicklung bei ihr feststellen - im Gegenteil! Nachdem sie von Malcolm nur schikaniert wird und er alles versucht, dass sie mit ihren Backwaren keinen Fuß mehr auf die Insel setzen kann, wirkt Polly hilflos und verschüchtert. Wo bleibt die starke Frau aus dem ersten Band?
Polly kam mir im ersten Teil stärker vor und hatte mehr Durchsetzungsvermögen. Gegenüber von Malcolm ist sie so eingeschüchtert, dass es sogar mir, die sich auch nur schwer durchsetzen kann, zu bunt wurde. Sooo nett kann man doch gar nicht sein, dass man sich all diese Schikanen gefallen lässt! Polly versinkt in Selbstmitleid. Sie vermisst Huckle und Neil, den sie auf Anraten von Tierarzt Patrik wieder in die Papageienkolonie gebracht hat. Bis sie aus ihrer Lethargie erwacht, haben sich einige Längen in die Geschichte eingeschlichen.
Leider verliert auch Huckle an Sympathie. Er ist eigentlich ein netter Typ, doch die Beweggründe noch länger in seiner Heimat zu bleiben, konnten mich nicht wirklich überzeugen. Nicht nur die Entfernung, sondern auch die Unvernunft der Beiden, alles zu beschönigen und die Probleme nicht anzusprechen, beginnt sie immer weiter auseinander zu bringen. Der Kitschfaktor, der im ersten Band fehlte, kommt diesmal doch ein bisschen zum tragen.

Der Charme des ersten Teiles kann sich leider nur teilweise durchsetzen. Die Geschichte wirkt manchmal etwas plump und einige Dinge kennen wir schon aus Band Eins. Trotzdem kommt gerade an diesem Punkt, wo sich Pollys Schicksal wiederholt, wieder mehr Schwung in die Handlung. Einige unvorhersehbare Wendungen und die tolle Beschreibung des Lebens auf der Gezeiteninsel konnten ebenfalls punkten.
Ich werde sicherlich auch noch den dritten Band der Reihe rund um Polly, Huckle und Neil lesen, der in der Weihnachtszeit spielen wird.

Noch ein Tipp:
Man sollte zuerst "Die kleine Bäckerei am Strandweg" lesen, sonst könnte man mit den vielen Personen und deren Schicksale etwas überfordert sein!

Schreibstil:
Auch schon in Band 1 konnte mich Jenny Colgans flüssiger und sehr bildhafter Schreibstil überzeugen. Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt und zu Beginn jedes Kapitels ist ein Leuchtturm abgebildet.
Die vielen facettenreichen Nebencharaktere bereichern den Roman und natürlich ist Neil, der Papageientaucher, wieder der Liebling aller, auch wenn er diesmal nicht so

Fazit:
Leider reicht Band 2 nicht an die süße Geschichte aus dem Vorjahr heran. Sie wirkt diesmal etwas plumper und kitschiger, aber für alle Freunde von Polly, Huckle und Neil liest sich auch "Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg" nett und lädt zum Entspannen ein.

Veröffentlicht am 26.06.2017

Oxfords Geheimngesellschaften

Die Schule der Nacht
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Bei diesem Buch hat mich die Inhaltsangabe wirklich sehr neugierig gemacht und so landete der Roman sehr schnell auf meiner Wunschliste. Ehrlich gesagt wusste ich aber nicht genau welchem Genre ich "Die ...

Bei diesem Buch hat mich die Inhaltsangabe wirklich sehr neugierig gemacht und so landete der Roman sehr schnell auf meiner Wunschliste. Ehrlich gesagt wusste ich aber nicht genau welchem Genre ich "Die Schule der Nacht" zuordnen sollte, denn alleine von der Beschreibung des Inhaltes konnte es sich um Fantasy/Mystery, als auch um Gegenwartsliteratur handeln. Auch die Frage, ob Jugendbuch oder Erwachsenenliteratur stellte sich.
Wer nun genauso neugierig ist wie ich, dem kann ich verraten, dass es sich hier eher um Gegenwartsliteratur im Erwachsenenbereich mit kleinen Mysteryelementen zum Ende hin handelt. Da ich eher kein Fantasyleser bin, war es für mich perfekt und stimmig. Ähnliche Elemente findet man auch in der "Diana & Matthew Trilogie" von Deborah Harkness. Für ausgesprochene Fantasyleser wird dieser Roman aber sicher eine Enttäuschung sein.

Unsere Protagonistin Cassandra, genannt Cassie, hat eine schwere Kindheit hinter sich. Nachdem ihre Mutter Selbstmord begangen hat, wuchs sie in verschiedenen Pflegefamilien auf. Erst ein mysteriösen Päckchen aus England rüttelt sie wach. Die Botschaft an ihre verstorbene Mutter lautet: »Du kannst dich nicht für immer vor der Wahrheit verstecken. Bitte komm zurück, und bring alles zu einem guten Ende.«
Dabei liegt ein Foto ihrer Mutter in der Robe der Raleigh University in Oxford. Um an diese priviligierte Universität zu gelangen, benötigt Cassie allerdings eine passende Schulausbildung. Sie gibt ihr verpfuschtes Leben auf und beginnt die Schule nachzuholen, bis sie zu den besten Studentinnen gehört. Ihr Ziel ein Auslandstipendium an der Raleigh University zu bekommen lässt sie nie aus den Augen, denn sie muss unbedingt herauszufinden, was diese mysteriöse Botschaft bedeuten soll und warum ihre Mutter England plötzlich verlassen und ihren Namen geändert hat. Mit Mitte Zwanzig hat Cassie ihr Ziel erreicht und erhält das begehrte Auslandssemester....
Ich muss zugeben, dass mir diese Erklärung, wie Cassie es doch noch nach England geschafft hat, etwas unglaubwürdig erschien. Da aber das Raleigh College eine fiktive Universität ist, drücke ich hier mal ein Auge zu.

Die Geschichte beginnt mit der Ankunft von Cassie in Oxford. Die junge Frau versucht sich einzuleben und die Abläufe an der Universität kennenzulernen. Anna A. McDonald führt dabei die Leser langsam in die Umgebung ein. Das Leben an der Uni wird sehr detailliert beschrieben und nimmt nur sehr langsam an Fahrt auf. Von Beginn an steht Cassie im Mittelpunkt und erst nach und nach lernt man weitere Charaktere kennen - genauso wie Cassie sich wohl selbst als neue Mitstudentin fühlen muss. Sie ist eine eher zurückgezogene junge Frau, die in ihrem Leben schon jede Menge erlebt hat. Immer ihr Ziel vor Augen forscht sie in alten Unterlagen und stöbert in Kellern und Bibliotheken. Erst nach und nach findet sie Anschluss. Ihre Mitbewohnerin Evie versucht sie in ihrem Freundeskreis zu integrieren, die alle der höheren Gesellschaftsschicht angehören. Hier lernt sie auch Olivia und ihren Kusin Hugo kennen, einen gut aussehenden jungen Mann mit einer dunklen Aura, von der sie zugleich angezogen und abgestoßen wird. Und sie hört das erste Mal von der Schule der Nacht, über die auch Evie ihre Abschlussarbeit schreiben möchte. Doch Cassie tritt mit ihren Nachforschungen auf der Stelle....leider nicht nur unsere Hauptprotagonistin, sondern an dieser Stelle auch der Leser.
Denn nach der Einführung begleiten wir Cassie nur während ihres Studiums an der Universiät und der Bibliothek, so dass sich immer mehr Längen einschleichen. Ich hoffte auf etwas mehr Spannung und Tempo.
Doch dann gibt es einen Paukenschlag und ab der Hälfte kommt nun endlich die erhoffte Dramatik auf. Es geschehen Dinge, die Cassandra in große Gefahr bringen. Die düstere Atmosphäre, die zuerst unterschwellig vorhanden ist, nimmt immer mehr zu und spannende Wendungen und unvorhersehbare Ereignisse ließen mich wieder zurück in die Geschichte finden. Die Geheimnisse rund um die Schule der Nacht, eine Geheimgesellschaft unter den Mauern des alten Colleges, in der Prestige, Ehre und Tradition über alles gestellt wird, werden spannend erzählt, aber erst im letzten Drittel richtig aufgegriffen. Eine Liebesgeschichte gibt es im Roman nicht, was ich gut fand, auch wenn es zwei Männer gibt, die Cassies Leben ein bisschen durcheinander bringen.
Der Roman hat seine Auf und Abs, hat mich eigentlich gut unterhalten, aber insgesamt fehlte mir jedoch das gewisse Etwas...

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, anschaulich und sehr bildhaft. Während Cassie sehr authentisch beschrieben wurde, blieben die anderen Figuren für mich eher blass. Punkten kann die Autorin allerdings mit einer sehr bildhaften Beschreibung der Orte und Umgebung. Ich hatte die Universität immer vor Augen, ebenso die unheimlichen unteriridischen Gänge oder die Parks und Gärten in den Cassie ihre Joggingrunden drehte.


Fazit:
Ein Roman, der erst ab der Hälfte an Fahrt aufnimmt. Die tollen Ortsbeschreibungen und die düstere Atmosphäre in der Erzählung hat mir gut gefallen, während der Rest ein bisschen auf der Stelle tritt. Meiner Meinung kamen die Geheimnisse rund um die Schule der Nacht etwas zu kurz, das Collegeleben wurde hingegen sehr detailliert beschrieben. Mich hat der Roman gut unterhalten, aber insgesamt fehlte mir das gewisse Etwas.

Veröffentlicht am 22.03.2026

Plätscherte für mich zu sehr dahin

Die Trümmerschule – Jahre der Kinder
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Der zweite Band der Trümmerschule hat mich leider nicht wirklich abgeholt bzw. fehlte es mir irgendwie an Höhen und Tiefen.

Nachdem Direktor Pfeifer in den Ruhestand entlassen wurde, brechen schwere Zeiten ...

Der zweite Band der Trümmerschule hat mich leider nicht wirklich abgeholt bzw. fehlte es mir irgendwie an Höhen und Tiefen.

Nachdem Direktor Pfeifer in den Ruhestand entlassen wurde, brechen schwere Zeiten für Stella im Lindengymnasium an. Deimel, der neue Direktor hat ihr schon im Vorfeld Steine in den Weg gelegt und übt nun seine Macht gegenüber Stella noch mehr aus. Mit seiner NS Gesinnung und den dementsprechenden Erziehungsmethoden macht er es nicht nur Stella schwer, sondern auch einigen Schülern. Vor allem Norbert, der aus der Hauptschule ins Gymnasium wechseln durfte, möchte er mit ungerechtfertigten Noten wieder hinausschmeißen. Stella und eine ihrer Kolleginnen kämpfen für Norbert, wobei beide mit viel Vorsicht vorgehen müssen, um nicht ihren Arbeitsplatz zu verlieren.
Leopold bekommt Bruno, einen neuen Lehrling an seine Seite gestellt. Dieser kommt aus dem berüchtigten Hyrtl'schen Waisenhaus, verheimlicht aber seine Vergangenheit. Gemeinsam mit Günther, einem der neuen Schüler in Stellas Klasse, war er auf der Flucht. Bruno flüchtetet aus dem Waisenhaus und Günther vor der Einberufung, um nicht im Volkssturm an die Front gerufen zu werden.

Beate Maly widmet sich neben Stellas Problemen an der Schule den Traumata der verlorenen Generation. Das Schicksal von Bruno und Günther hat mich sehr bewegt. Beider erleiden schlimme Dinge, die sprachlos machen. Als Bruno plötzlich ohne ein Wort verschwindet und Leopold sich über seinen bisher pflichtbewussten Lehrling wundert, kommen nach und nach einige Dinge ans Licht, die einiges verändern könnten.

Angelehnt an die Lebensgeschichte der Pädagogin Stella Klein-Löw hat die Autorin Historie und Fiktion gekonnt verbunden. Wie immer ist der damalige Zeitgeist perfekt eingefangen und den LeserInnen wird vieles über die Kinder der Kriegsgeneration vermittelt. Der leicht lesbare Schreibstil lässt einem - trotz mancher schweren Themen - durch die Geschichte eilen.
Trotzdem konnte mich "Jahre der Kinder" nicht wirklich mitreißen.

Fazit:
Der zweite Band plätscherte für meinen Geschmack leider etwas zu sehr vor sich hin und blieb hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Geschichte der Flucht von Bruno und Günther war für mich der spannendste und emotional bewegendste Teil. Im Vergleich dazu fehlte es den übrigen Abschnitten an Dynamik, Höhen und Tiefen, sowie an echter Spannung.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Tolles Setting und Olympiafeeling, aber der Rest o8/15

One Date to Gold
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Irgendwie hatte ich Lust auf eine Sports Romance zwischen all den Thrillern und Romanen. Passend zu den Olympischen Winterspielen in Mailand fiel mir "One Date to Gold" ins Auge.
Statt einer Eiskunstläuferin ...

Irgendwie hatte ich Lust auf eine Sports Romance zwischen all den Thrillern und Romanen. Passend zu den Olympischen Winterspielen in Mailand fiel mir "One Date to Gold" ins Auge.
Statt einer Eiskunstläuferin (ich liebe alles mit Eiskunstlauf oder Ballett) hatte ich hier eine Snowboarderin und einen Eishockeyspieler als Protagonisten. Als Schiläuferin fand ich deshalb auch mal Snowboarden als Thema interessant und das Thema Olympische Winterspiele sowieso. Ich verfolge diese seit meiner Kindheit mehr oder weniger regelmäßig.

Amie ist Snowboarderin und geht für das amerikanische Olympiateam an den Start, genauso wie Hunter, der Mannschaftskapitän des US Eishockey Teams. Dass sie beide bald als Paar in den Medien sind, hätte sich Amie nicht gedacht - auch wenn es sich (zuerst) nur um Fake-Dating handelt....

Erzählt wird sowohl aus der Sicht von Hunter, als auch von Amie. Beide haben ihr Päckchen zu tragen. Hunter leidet unter seinem besonderen Status in der Eishockeymannschaft, der daraus resultierenden PR-Maschinerie und dass er als Mannschaftskapitän eingesetzt wird. Mit dieser Rolle kommt er nur schwer zurecht. Zusätzlich kämpft er mit seinen Ruf als Frauenheld und seiner schwierigen Familiensituation.
Amie leidet unter dem hohen Erwartungsdruck, nachdem die Favoritin der amerikanischen Snowboard-Mannschaft verletzungsbedingt ausfällt. Hinzu kommt, dass ihr ihr ehemaliger Trainer noch heute Alpträume beschert, weil seine Methoden missbräuchlich waren und Amie mehr geschadet als geholfen haben. Als dieser mit einem neuen Schützling auch bei den Spielen auftaucht, bekommt Amie wieder verstärkte Selbstzweifel. Um der unerwünschten Pressemeute zu entkommen, bietet ihr Hunter seine Hilfe an. Sie soll seine Fake Freundin spielen. Der Grund ist ein Werbevertrag für einen Schokoriegel, der die Familie in den Vordergrund stellt. Hunters Ruf als Frauenheld passt jedoch nicht wirklich in diese Schiene. Mit einer Freundin an seiner Seite hätte er wesentlich bessere Chancen....

Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gelesen und so war ich umso neugieriger, wie mir ihr Buch gefallen wird. Gleich vorab: Mir war die Geschichte teilweise zu spicy. Das ist aber meine ganz individuelle Meinung, denn ich finde diese Entwicklung bei Liebesgeschichten nicht so toll. Vor allem, wenn sich die beiden Protagonisten noch gar nicht wirklich gut kennen.
Hingegen haben sich meine Erwartungen betreffend dem Thema Olympia ziemlich erfüllt. Für mich hätte es sogar noch mehr davon geben können und weniger Bettszenen, die unnötig ausführlich sind. Das Olympische Dorf, die Trainingseinheiten, der Rummel um die Sportler und die Pressekonferenzen haben die erwünschten Vibes erfüllt.

Die beiden Protagonisten entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter und sind lebendig dargestellt. Einige der Nebenfiguren habe ich bald ins Herz geschlossen, wie Hunters Schwester Evie, Amies Trainerin Francis oder einige der Hockeyspieler.
Hunter ist eine absolute "Green Flag", was ich zu übertrieben fand. Er ist einfach zu gut, um wahr zu sein ;) Einige Szenen fand ich auch sehr kitschig und den Schreibstil manchmal etwas holprig.
Einige kleine Logikfehler und kleine Längen in der Mitte des Buches sind weitere Kritikpunkte.

Dafür hat die Autorin aber neben den typischen Sports Romance Klischees auch wichtige Themen aufgegriffen, wie der Einfluss von Profisport auf die Familien und auf Freundschaften, der Umgang mit der Öffentlichkeit und vor allem auf die teils unfaire und frauenfeindliche Behandlung im Profisport. Da hat ja auch erst vor kurzem selbst der amerikanische Präsident genau in dieselbe Kerbe gehauen...einfach nur zum Kotzen!

Fazit:
Eine Sports Romance, die nur wegen dem Thema Winterolympiade und dem Setting Mailand 2026 heraussticht, sonst aber eher mittelmäßige Kost ist. Es gab Themen, die mir gefallen haben, aber auch andere, die ich unnötig fand. Kann man lesen, muss man aber nicht.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Nach "Love, Mom" leider enttäuschend

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Nachdem mich letztes Jahr "Love, Mom" von Iliana Xander extrem begeistert hat, war es klar, dass ich auch ihren neuen Thriller lesen werde. Leider kann dieser so gar nicht mit dem Vorgänger mithalten. ...

Nachdem mich letztes Jahr "Love, Mom" von Iliana Xander extrem begeistert hat, war es klar, dass ich auch ihren neuen Thriller lesen werde. Leider kann dieser so gar nicht mit dem Vorgänger mithalten.

Nathalie und Cara sind beste Freundinnen, die sich gemeinsam eine WG in New York teilen. Nach einer ausgelassenen Nacht in einem Club wird Cara am nächsten Morgen bewusstlos an einer Bushaltestelle gefunden und liegt seitdem im Koma. Ihr wurde ein Nervengift verabreicht und Cara kämpft ums Überleben.
Nathalie möchte wissen, wer ihrer Freundin dies angetan hat und macht sich entschlossen auf die Suche nach dem rothaarigen "Hauptgewinn", wie Cara ihren Aufriss nannte. Als sie am Zeitungskiosk sein Bild auf dem Cover eines Magazins erkennt, ist sie wie elektrisiert. Es ist Geoffrey Rosenberg, ein Multimillionär, der mit Kryptowährung demnächst an die Börse gehen will. Sie fasst einen riskanten Plan und bewirbt sich als Aushilfskellnerin in seiner Villa. Sie möchte herausfinden, ob dieser Mann Cara in in diese Lage gebracht hat. Als sie erfährt, dass es noch zwei weitere Mädchen gibt, die mit demselben Gift im Körper im Krankenhaus liegen, reift ein Plan in ihr. Sie möchte dem Boss eine Falle stellen....

Ich habe die 337 Seiten im Flugzeug von Colombo nach Wien in kürzester Zeit weggelesen. Die Story liest sich einfach und ist wieder sehr temporeich. Man fällt in einem ähnlichen Sog, wie bei "Love, Mom" und dennoch konnte mich "Der Boss" nicht wirklich abholen.
Nach dem spannenden Epilog flachte die Story ab und der Zufall, wie Nathalie an den Job in der Villa kommt, war mir viel zu weit hergeholt. Hier muss man definitiv ein Auge zudrücken, um die restliche Story zu "genießen".
Von Beginn an ist klar, dass Nathalie in großer Gefahr schwebt. Die Atmosphäre in der Villa ist beängstigend und man hat das Gefühl, dass dort etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist. Die Angestellten sind zurückweisend und man bemerkt schnell, das sie Angst vor ihrem Boss haben. Jeder muss sich an bestimmte Regeln halten und Nathalie fällt dies ganz besonders schwer. Ihre Ideen, die oftmals sehr naiv gedacht sind, konnte ich nicht immer nachvollziehen. Manchmal stolpert man über Dinge, die mir seltsam oder unrund vorkamen.

Die Story wird hauptsächlich aus der Sicht von Nathalie erzählt. Dazu gibt es noch Kapitel eines "Unbekannten", der noch etwas mehr Rätselraten beim Leser erzeugt. Die Autorin spielt gekonnt mit Misstrauen, Manipulation und psychologischer Spannung.
Obwohl man durch die Story nur so fliegt, hatte sie für mich zu wenig Thrill und ist arg überzogen. Die Figuren sind sehr schwarz-weiß gemalt und man kann sie perfekt in die üblichen Schablonen zuordnen. Der erwartete Plot-Twist kommt fast zu früh, doch dann wird es sehr spannend und die Handlung zieht rasant an. Vor allem zum Ende hin hatte ich jedoch das Gefühl in einem billigen Agententhriller gelandet zu sein.
Den Hintergrund und die Auflösung fand ich hingegen gelungen.


Fazit:
Nach "Love,Mom", welches von mir 5 Sterne bekommen hat, ist "Der Boss" leider eine Enttäuschung. Mich konnten weder die Charaktere, noch die Storyline wirklich überzeugen. Vieles war sehr überzogen dargestellt. Ich vergebe gerade noch 3 Sterne.

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