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Veröffentlicht am 09.03.2026

Komponenten passen nicht zueinander

Falling for No. 89
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Nachdem ich bei der Reihe von Alicia Sommer erst sehr spät aufgesprungen bin, habe ich den zweiten Band, „Falling For NO. 89“, sehr schnell nachgezogen und habe mich wieder an das Hörbuch gegeben. Da kann ...

Nachdem ich bei der Reihe von Alicia Sommer erst sehr spät aufgesprungen bin, habe ich den zweiten Band, „Falling For NO. 89“, sehr schnell nachgezogen und habe mich wieder an das Hörbuch gegeben. Da kann ich sagen, dass mir die weibliche Stimme, Anna Döing, nicht zugesagt hat. Auch wenn ich Protagonistin Shaila als zart wahrgenommen hat, aber ich fand, dass die Stimme das zu übertrieben aufgefangen hat. Ich konnte mich in dem Hörbuch auf jeden Fall nicht verlieren und glaube auch, dass die Stimme zusätzlich einen Beitrag zu dem geleistet hat, was ich dann inhaltlich kritisieren würde.

Mir hatte an dem ersten Band so gut gefallen, dass Sommer sich im Bereich der Sports Romance mit Randthemen beschäftigt, indem in Band 1 die Protagonistin es als Coach schaffen will oder wie hier in Band 2, dass mit Kayce das Thema mentale Gesundheit im Profisport aufgegriffen wird. Das lasse ich auch hier gerne als fetten Bonus stehen, denn Kayces Situation ist mit allen Ausflüchten, mit allen Rückschlägen und auch mit den Hochs überzeugend dargestellt worden. Da gerade die olympischen Spiele wieder mal über die Bühne gegangen sind, wo dieses Thema auch immer wieder sehr präsent ist, fand ich es sehr passend und anschlussfähig und habe deswegen auch gedacht, dass es sehr realistisch rüberkam. Wie Kayce sich fühlt, wie andere darauf reagieren und was die Konsequenzen daraus sind.

Aber Kayces Geschichte hat nichts daran geändert, dass ich ihn als Figur leider nicht wirklich mochte. Damit hatte ich vorab nicht gerechnet, da er in Band 1 schließlich auch schon eine Rolle spielte und ich ihn dort als sehr offen und unterstützend für seine Teamkameraden empfunden habe. Das Buch nun durch seine Perspektive zu verfolgen hat, hat zwangsweise mehr Profil möglich gemacht, aber es waren mir zu viele Ecken und Kanten, vor allem dann auch rückblickend, wenn ich am Ende weiß, was ihn aus seiner Heimatstadt Ojai vertrieben hat, dann ist das Bild für mich einfach nicht rund. Es ist für mich einfach unlogisch, dass über die ganzen Jahre nach seiner Flucht da nie Begegnungen erzwungen wurde. Für mich wirkt der Grund, warum Shaila über ihren Schatten springt und für die LA Vipers spielt, total konstruiert und unrealistisch. Und wenn man die Auflösung kennt, dann verhält er sich oft genug wie ein kompletter Idiot, gerade im Hinblick darauf, dass wir in Rückblenden einen sehr empathischen Kayce erleben, der Shaila immer besser als alle anderen verstanden hat. Davon ist in der Gegenwart nicht viel übrig und gerade weil Sheila sehr schüchtern und unerfahren ist, wirkt es sehr hart, wie er manchmal denkt und agiert.

Das war dann auch die Diskrepanz, wo die gewählte Stimme für Shaila, besonders auffiel, denn sie klang immer so hilflos, obwohl die Figur durchaus ihren Weg finden wollte. Aber die Stimme hat mein Empfinden zu ihr sehr stark beeinflusst. Dennoch hatte ich den Blick offen dafür, dass sie sich sehr entwickelt hat. Gleichzeitig geht ihre Entwicklung nicht ohne Kayce, weil sie ihm durchgängig verfallen ist. Da hätte ich mir einfach mehr Resilienz an manchen Stellen gewünscht, damit Kayce mal sein Fett wegbekommt. Stattdessen wirkte sie eher hörig und hat dann nur bei gemeinsamen Aktivitäten immer mehr Mut gefunden. All das nun im Rahmen von mentaler Gesundheit macht es noch schwieriger, weil es unweigerlich zu dem Thema führt, wann jemand krank ist, ob man dadurch Verhaltensweisen entschuldigen kann oder will. In Band 1 hätte ich mir gerne von allem etwas mehr gewünscht, hier hätte ich mir eher einen konkreten Austausch von einzelnen Elementen gewünscht, um die Charaktere mehr feiern zu können und dem Thema mentale Gesundheit eine stärkere Plattform geben zu können.

Fazit: „Falling for NO. 89“ hat für mich leider den guten Eindruck des Auftakts der LA Vipers nicht bestätigen können. Ich fand die einzelnen Komponenten nicht ideal gewählt, sodass das von Sommer so wichtig gewählte Thema der mentalen Gesundheit einen Beigeschmack bekommen hat. Ich bin leider nicht verliebt gewesen.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Klappentext beeinflusst

This Story Might Save Your Life
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An der Coverfarbgebung von „This Story Might Save Your Life” vorbeizukommen, das war ein Ding der Unmöglichkeit. Es sah einfach leuchtend aus und wenn das schon geschafft ist, dann ist der Klappentext ...

An der Coverfarbgebung von „This Story Might Save Your Life” vorbeizukommen, das war ein Ding der Unmöglichkeit. Es sah einfach leuchtend aus und wenn das schon geschafft ist, dann ist der Klappentext nicht fern und im Nachhinein muss ich sagen, dass ich ihn mal besser nicht gelesen hätte, weil ich finde ihn nicht geschickt gewählt, was ich in meiner folgenden Rezension etwas näher ergründe.

In dem Genre des Buchs habe ich in den letzten drei Jahren wirklich viel gelesen und dass ich immer noch dazu greife, zeigt, dass ich es gerne lese, auch wenn schon fast logisch nicht alle Bücher die gleiche Qualität habe. Umso reizvoller sind dann neue Autoren, wie nun Tiffany Crum. Denn wenn man den Stil von Autoren kennt, dann wird es schon mal vorhersehbar, weswegen ich auch schon ewig nichts mehr Sebastian Fitzek gelesen habe. Jetzt war aber Crum dran, die im Gepäck auch viele sehr Modernes hat. Die besten Freunde Joy und Benny haben zusammen einen Podcast, der ihnen den Durchbruch beschert hat, sodass sie keine Unbekannten mehr sind. Zudem arbeitet die Autorin sehr geschickt mit verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen. Es ist also ein komplexer Aufbau, den es für solche Geschichten auch braucht, weil man die ganze Zeit Informationen bekommt und sie nur schwer sortieren kann. Dadurch liegen nicht alle Lösungen sofort auf der Hand.

Der Klappentext hat sich nun darauf gestützt, Benny als besten Freund als suspekt zu betrachtende Figur zu inszenieren. Wenn ich nun den gesamten Inhalt kenne, kann ich es irgendwie verstehen, dann aber wiederum gar nicht. Denn die Skepsis ihm gegenüber kommt erst sehr spät in der Geschichte vor, weswegen es sich wie ein ständiges Warten anfühlt, nur um dann im Zeitpunkt der Geschichte sich schon wieder enttäuscht zu fühlen. Ich bin mir echt sicher, dass ich das Buch anders gelesen hätte, wenn es den Klappentext in der Tonart nicht gegeben hätte. Denn so war ich angeleitet, alles zu Benny abzuwägen und zu hinterfragen und habe dadurch einen Fokus gehabt, der wiederum anders verhüllt hat.

Das ist dann letztlich so ärgerlich, weil das Buch von Crum wohl so nicht angelegt war. Ich habe extra auch mal den Original-Klappentext verglichen, der nicht so eindeutig Benny in den Vordergrund schiebt. Dementsprechend werde ich so beeinflusst das Leseerlebnis nicht mehr für mich neu rekreieren können. Wenn ich jetzt den Teil etwas ausblende, dann kann ich aber erkennen, dass Crum gewisse Enthüllungen clever gesetzt hat. Sie hat immer Fragezeichen schwebend im Raum gehalten, sodass es immer ein Ziel für mich als Leserin gab. Ich finde auch, dass die Autorin ein sehr wichtiges Thema einbindet, was für mich durch die Perspektive wie eine Nebenbaustelle wirkte, was aber wohl eher als Zentrum gedacht war. Insgesamt denke ich daher, dass mir das Buch wohl viel besser gefallen hätte, aber ich habe mich zwischendurch zu sehr geärgert und das ist leider nicht einfach auszublenden.

Ich habe das Geschehen durch die Stimmen von Christiane Marx und Richard Barenberg begleitet. Es sind beides Stimmen, die in dem Genre sehr erfahren sind, gleichzeitig habe ich mir die Figuren aber etwas jünger vorgestellt und hätte wohl andere Stimmen gewählt. Dennoch sind beide letztlich zu Joy und Benny geworden.

Fazit: Für mich hat „This Story Might Save Your Life” dank des missglückten Klappentextes leider nicht die Wirkung entfaltet, die vielleicht ohne möglich gewesen wäre. Im Versuch zu verschleiern wurde irregeführt. Bei Thrillern leider einfach sehr schwierig, weil es ein anderes Lesegefühl ist, wenn man nur mit dem eigenen Päckchen an eine Geschichte rangeht. Äußere Einflüsse können dann schon eine Richtung mitgeben, die schadet. Das ist hier passiert, aber ich habe über meinen persönlichen Ärger hinweg doch erahnen können, dass der Thriller zu den guten gehört. Also an alle andere: Nicht den Klappentext lesen!

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Wird Stil zu vorhersehbar?

Sophie L.
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Nach „Anna O.“ von Matthew Blake habe ich „Sophie L.“ nun auch kennenlernen wollen. Ich habe den Thriller als Hörbuch gelesen und bin durch die Handlung von den Stimmen von Vera Teltz und Achim Buch geführt ...

Nach „Anna O.“ von Matthew Blake habe ich „Sophie L.“ nun auch kennenlernen wollen. Ich habe den Thriller als Hörbuch gelesen und bin durch die Handlung von den Stimmen von Vera Teltz und Achim Buch geführt worden. Sie habe ich schon öfters gehört und sie war als Stimme von Olivia sehr angenehm. Bei Buch fand ich schade, dass er alle Männerperspektiven übernehmen musst. Es wurde aber immer gleich am Anfang des Kapitels gesagt, wer nun folgt, deswegen war das nicht tragisch, aber ich merke immer mehr, dass ich auch so viele Stimmen wie Perspektiven habe, weil dann auch ein Sprecher oder eine Sprecherin leichter zu einer Figur werden kann.

An „Anna O.“ fand ich die Thematik mit dem Schlafen sehr interessant und ich wurde auch mehrfach überrascht, dementsprechend wollte ich den Stil unbedingt nochmal entdecken. Ich kann jetzt aber schon sagen, dass sich Blake möglicherweise schnell abnutzt. Zwar war das Hörbuch nicht lang, somit war fehlende Kurzweiligkeit nicht das Problem, aber ich fand das Geschehen diesmal sehr vorhersehend und ich fand auch die angerissene Thematik mit vergrabenen Erinnerungen nur unzureichend dargestellt. Ich bin dementsprechend dran geblieben, weil ich wissen wollte, ob meine Theorien stimmten. Ich habe letztlich nicht alle Details erwischt, aber die großen Ideen, da lag ich komplett korrekt mit und das bereits sehr, sehr früh und das ist für einen Thriller immer gefährlich.

Im ersten Buch von Blake ist die wissenschaftliche Seite sehr interessant beleuchtet worden, aber Olivias Berufsfeld ist hier gar nicht ähnlich adäquat aufgegriffen worden. Stellenweise fand ich sogar, dass sie relativ dilettantisch erschien, manche Aspekte zu durchschauen, obwohl sie angeblich Expertin ist. Ich fand Olivia nicht unsympathisch, aber ich fand sie auch nicht sonderlich clever, sondern eher hilflos. Andere Figuren wiederum haben bei mir gar keinen Eindruck hinterlassen. Beim Rest sollte aufgrund der Handlung alles undurchschaubar bleiben und das hilft nicht gerade, um einen emotionalen Anker zu finden.

Mein liebster Teil waren dann tatsächlich die Rückblenden in die Zeit in Paris unmittelbar nach Kriegsende 1945. Das war so ein Kapitel Geschichte, das ich so noch nicht kannte. Das war also sehr interessant. Alles andere blieb wie gesagt vorhersehbar. Was ich nun nicht weiß, war „Sophie L.“ einfach zu vorhersehbar geschrieben, oder ist der Stil und wie man bei Blake um die Ecke denken muss, zu ähnlich wie „Anna O.“? Ich weiß wirklich nicht, ob ich den Autor weiter verfolgen möchte. Wahrscheinlich entscheidet der nächste Klappentext oder Eindrücke von Rezensenten, die ich schätze.

Fazit: „Sophie L.“ war zwar ein kurzweiliges Hörerlebnis, aber nicht wegen der Qualität des Inhalts. Die verschiedenen Baustellen haben neugierig gemacht, aber es gab zu wenig interessante Figuren und die meisten Handlungen am Ende habe ich zu früh gewusst. Da waren also zu wenig Zutaten für einen guten Thriller dabei.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Übernatürlicher Stimmungskiller

Middle of the Night
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Nachdem ich „Hope’s End“ von Riley Sager vor wenigen Jahren richtig gut fand, habe ich zwischendurch mit „Schwarzer See“ noch ein älteres Buch zwischen geschoben, was mich ebenfalls zu unterhalten wusste. ...

Nachdem ich „Hope’s End“ von Riley Sager vor wenigen Jahren richtig gut fand, habe ich zwischendurch mit „Schwarzer See“ noch ein älteres Buch zwischen geschoben, was mich ebenfalls zu unterhalten wusste. Mit „Middle of the Night“ geht es jetzt zurück zum Autor und seinem neusten Werk.

Ich habe für meine Verhältnisse und vor allem für einen Thriller sehr lange an „Middle of the Night“ gelesen, was kein gutes Zeichen ist. Auch wenn mit Hemlock Cove, wo mehrere Familien schon jahrelang eine eingeschworene Nachbarschaft bilden, eine intime Atmosphäre geboten wird, wollte für mich einfach nicht so eine Stimmung aufkommen, wie ich es von Sager als Autor kenne. Was sicherlich noch zusätzlich nicht mein Fall war, das waren die übernatürlichen Andeutungen und Anlehnungen. Auch wenn das nur Ausflüge sind und keinesfalls das Hauptthema des Buchs ist, aber ich hatte damit nicht gerechnet und dann hat es in mir einfach nicht ausgelöst und das hat fast die gesamte erste Hälfte sehr zäh gemacht.

In der zweiten Hälfte wurde es allmählich besser, weil dann auch mehr Sagers Erzählweise hervorkommt, die ich schätze. Irgendwann fielen die Verdächtigungen auf alle mal und es gab immer geschickt eingesetzte Rückblenden in die unmittelbare Tatnacht, als Billy verschwand. Klar, je früher die Perspektive auftaucht, desto unwahrscheinlicher war die Hauptbeteiligung, aber ich fand es dennoch interessant, wie so ganz simple Kleinigkeiten als Motiv ausgereicht hätten, denn nicht hinter jedem Mord steckt ein aufwendig geschmiedeter Plan.

Wir haben Ethan, der mit Billy im Zelt geschlafen hat, in der Gegenwart als zentralen Erzähler. Er war jetzt nicht unbedingt ein Charakter, der gut greifbar war. Warum, das wird irgendwann noch aufgeklärt, aber auch so fand ich es doch tragisch an ihm dargestellt, wie so ein Ereignis in der Kindheit alles auf den Kopf stellt und aus ihm einen gebrochenen Mann gemacht hat. Anfangs wirkt er auch sehr lustlos, aber die zweite Buchhälfte lebt dann auch davon, dass er immer zielstrebiger wird und auch Verrücktes anstellt. Bei der finalen Auflösung hatte ich gewisse Ideen, einige sind eingetroffen, andere nicht. Das zeigt also auch an diesem wichtigen Punkt, dass ich ein sehr zwiespältiges Gefühl hatte.

Fazit: „Middle of the Night“ kann für mich die Faszination von „Hope’s End“ nicht reproduzieren. Ich fand den Einstieg und dann fast gut die Hälfte sehr zäh. Gerade die ganzen übernatürlichen Andeutungen waren nicht meins. In der zweiten Hälfte war Sager als Autor für mich dann deutlicher wahrzunehmen. Da kam mehr Zug rein und obwohl es am Ende nochmal einen Sog gab, ist es für mich bedingungslos zu empfehlender Thriller.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Falsche Themen für Gwen & Bash

Wild Card
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Im Elsie Silver-Universum verfliegt Zeit einfach anders, zumal die Autorin auch wirklich fix im Schreiben ist. Daher sind wir mit „Wild Card“ jetzt schon wieder am Ende ihrer Reihe angekommen, die uns ...

Im Elsie Silver-Universum verfliegt Zeit einfach anders, zumal die Autorin auch wirklich fix im Schreiben ist. Daher sind wir mit „Wild Card“ jetzt schon wieder am Ende ihrer Reihe angekommen, die uns nach Rose Hill entführt hat. Wie ist der Abschluss gelungen?

Ich habe die ersten drei Bände alle als Hörbuch gehabt, da war es dann jetzt mal ein Bruch von mir, auf die Ebook-Ausgabe zurückzugreifen, obwohl der Wechsel so herum auf jeden Fall einfacher ist. Aber ich werde die Reihe eindeutig mehr mit Stimmen verbinden. Kommen wir jetzt aber zum Inhalt. Age Gap bei Liebesgeschichten ist ein Trope, der sehr spaltet und hier wird es durch den Inhalt auch noch etwas auf die Spitze getrieben, weil Gwen mal mit dem Sohn von Bash zusammen war. Ja, das klang schon etwas gewöhnungsbedürftig, ich muss aber sagen, dass es im Buch selbst gar nicht so rüberkam, was vor allem an Gwens Reife liegt. Bash wirkt keinesfalls jung, er passt schon gut auf sein Alter und er ist einfach (unwissend) sehr früh Vater geworden, was das ganze Geschehen schnell relativiert. Aber Gwen ist eine alte Seele, die durch Yoga und ihr Gespür für Esoterik eine Perspektive auf die Welt gefunden hat, sodass sie von Tripp emotional Lichtjahre entfernt wirkt, für Bash dann wiederum genau richtig.

Ich mochte die gemeinsame Geschichte der beiden, zumal wir ähnlich wie Band 3 sehr ausgiebig dem Beginn ihrer Beziehung beiwohnen und es war so ein richtig cooler RomCom-Start mit einer Zufallsbegegnung, wo für ein Paar die Zeit stehen bleibt, aber dann treibt sie das Leben auseinander. Der Kniff mit Tripp ist da nur noch eine weitere Steigerung. Ich hatte wirklich sehr stark den Eindruck, dass sich Silver hier bei vielen beliebten Filmen Anleihen genommen hat und deswegen konnte ich mir eine Verfilmung auch sofort wunderbar ausmalen. Dann passiert, als wir zur Echtzeit der Reihe aufschließen, ein gewisser Bruch. Die Geschichte geht in etwas über, was bei Silver dazu gehört: Tiefgang. So haben wir die Entwicklung rund um Clyde, wir haben das erzwungene Zusammenwohnen des Paares, sodass mehr Gespräche und mehr Verständnis füreinander entstehen kann. Aber ich muss sagen, dass der Funken von beispielsweise Tabby und Rhys nicht überspringen wollte. Und ich weiß gar nicht so genau, woran das eigentlich liegt, weil es schließlich um Chemie geht. Aber ich fand gewisse Stellen eindeutig ein bisschen schlampig gelöst, vielleicht ist es also ein Gesamteindruck, der für mich hier zum Problem wurde.

Da wäre beispielsweise die Andeutung zu Bash, dass er aus beruflichen Gründen vor einem Burnout steht. Ich fand das spannend, weil es sehr viele Menschen betrifft und weil der Weg zurück unglaublich schwer ist. Deswegen war ich neugierig, was Silver daraus machen wird und fand das einfach viel zu wenig. Es gab die eine starke Szene, als Bash von einem Einsatz zurückkehrt und das war es. Ich fand es schade und ich fand es der Brisanz der Thematik gegenüber nicht gerecht. Das zweite betrifft dann den finalen Showdown, der für mich eigentlich sehr spannend gestaltet war, gerade wenn man wie ich schon viele Feuerwehrserien gesehen hat. Aber auch hier hat es sich die Autorin letztlich einfach gemacht, obwohl die Thematik aufgrund des Klimawandels sehr wichtig ist und immer noch bedrohlicher für die Menschheit werden wird. Das hat mich zusammengenommen einfach ein bisschen geärgert, zumal dann eben das Hindernis Tripp für mich zu sehr aufgebauscht wurde. Ich hätte hier die Schwerpunkte wohl intuitiv ganz anders gewählt.

Umgekehrt war doch sehr toll, dass der Abschlussband gleichermaßen für Vor- als auch Rückschau genutzt wurde. Wir haben mit Beau eine bekannte Figur aus einer anderen Reihe dabei, mit Emmett haben wir einen Hinweis auf die nächste Reihe, die es dieses Jahr auch nach Deutschland schaffen wird. Das hat es mir den Paaren dieser Reihe sehr, sehr rund gemacht.

Fazit: „Wild Card“ war für mich eher der schwächste Band der Reihe, was nach dem dritten sehr guten Band doch ein kleiner Schlag war. Ich mochte das Paar an sich und auch charakterlich fand ich sie reizvoll, aber die Geschichten, die um sie herum gesponnen wurden, die haben mich nicht überzeugt. Also bleibt zum Abschluss eher ein gemischter Eindruck, aber Silver bleibt eine Queen, das ist klar.

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