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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.12.2024

Ein vielversprechender Auftakt mit kleinen Schwächen

Dorn. Hotel der Angst
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Jan Beck, bekannt für seine spannenden Thriller, wagt mit "Dorn: Zimmer 103" einen neuen Anfang. Der Roman verspricht von Beginn an Nervenkitzel und hält dieses Versprechen größtenteils ein. Die düstere ...

Jan Beck, bekannt für seine spannenden Thriller, wagt mit "Dorn: Zimmer 103" einen neuen Anfang. Der Roman verspricht von Beginn an Nervenkitzel und hält dieses Versprechen größtenteils ein. Die düstere Atmosphäre und die komplexen Charaktere ziehen den Leser schnell in ihren Bann.

Erzählt wird hauptsächlich aus drei verschiedenen Perspektiven (vor allem nach dem Tod von Karla Hofbauer): Zum Einen geht es hier um Simon Dorn, der sich völlig aus seinem Berufsleben als Kriminalpsychologe zurückgezogen hat und nur noch im geerbten, baufälligen Hotel Dornwald lebt. Sein Wesen und seine Handlungen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und musste immer wieder den Kopf über ihn schütteln. Zum Anderen gibt es da noch die junge BK-Beamte Lea Wagner, die versucht, den Mord an Karla Hofbauer aufzuklären. Ihre Handlungen, die nicht immer logisch oder nachvollziehbar sind, kann ich besser verstehen. Und dann gibt es zwischendurch noch Kapitel, die in Ich-Form geschrieben sind, wo ich mir am Anfang sicher war, es handelt sich um eine Frau, später aber ins Schwanken kam. Dieser Wechsel der verschiedenen Perspektiven machen die Geschichte spannend, aber zum Teil auch etwas langatmig.

Auch wenn der Roman also nicht ganz frei von Schwächen ist, ist er eine gelungene Mischung aus Spannung, Atmosphäre und psychologischer Tiefe. Fans von Thrillern werden auf ihre Kosten kommen. Bin gespannt, wie es im zweiten Teil weitergeht.

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Veröffentlicht am 13.08.2022

Bewegende Geschichte

Zwischen zwei Welten
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In diesen Roman, der 1844 in Schlesien beginnt, bin ich nicht sofort eingestiegen. Ich brauchte ein paar Seiten, um mich an den zum Teil sehr blumigen und manchmal umständlichen Stil zu gewöhnen. Dann ...

In diesen Roman, der 1844 in Schlesien beginnt, bin ich nicht sofort eingestiegen. Ich brauchte ein paar Seiten, um mich an den zum Teil sehr blumigen und manchmal umständlichen Stil zu gewöhnen. Dann hat es mich aber voll gepackt und ich war hellauf begeistert von der jungen Elise mit ihrer tollen Hündin und Stute. Die Beschreibungen vom Umgang der drei miteinander hat mich fasziniert. Aber auch sonst hat mir Elise sehr gut gefallen, da sie im Umgang mit ihren Mitmenschen egal welchen Standes sehr oft den richtigen Ton getroffen hat.

Gefallen hat mir auch die alte Tante Auguste, die mit ihrer unnachahmlichen Art viel zum Lesevergnügen beigetragen hat.

Am Ende des Buches bleibt noch einiges offen, was ich eigentlich nicht so gerne mag, aber trotzdem musste ich hier 5 Sterne vergeben, weil die Geschichte einfach schön war. Da muss ich halt auf den zweiten Teil warten...

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Solider Krimi

Der tiefe Grund
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Im Mittelpunkt steht Oberkommissarin Lea Nielsen, die zu einem vermeintlichen Verkehrsunfall gerufen wird: Eine junge Frau stirbt nach Fahrerflucht, doch schnell wird klar, dass mehr dahintersteckt. Die ...

Im Mittelpunkt steht Oberkommissarin Lea Nielsen, die zu einem vermeintlichen Verkehrsunfall gerufen wird: Eine junge Frau stirbt nach Fahrerflucht, doch schnell wird klar, dass mehr dahintersteckt. Die Spur eines gestohlenen Autos führt die Ermittlungen in unerwartete Richtungen, während Lea gleichzeitig mit privaten Belastungen – insbesondere der Pflege ihres demenzkranken Vaters – umgehen muss. Dadurch entsteht eine gelungene Mischung aus Kriminalfall und persönlicher Geschichte, die der Handlung zusätzliche emotionale Tiefe verleiht.

Die große Stärke des Romans liegt im Erzähltempo: ruhig, aber konstant spannend. Statt plötzlicher Effekthascherei entwickelt sich die Handlung Stück für Stück, wie ein Puzzle, bei dem jedes Detail Bedeutung bekommt. Gerade diese methodische Aufklärung macht den Reiz aus – man ermittelt gedanklich mit und bleibt dadurch dauerhaft involviert.

Auch die Figuren überzeugen. Lea Nielsen wirkt glaubwürdig, bodenständig und menschlich; ihre Unsicherheiten und ihr Pflichtgefühl machen sie zu einer nahbaren Ermittlerin. Die Nebencharaktere erhalten genug Raum, um mehr als bloße Funktionsträger zu sein, wodurch das Ermittlerteam lebendig wirkt.

Sprachlich bleibt der Roman klar und flüssig, ohne unnötige Schnörkel. Die norddeutsche Atmosphäre ist stets präsent und verleiht dem Buch eine ruhige, leicht melancholische Stimmung, die gut zum Fall passt. Allerdings ist diese Serie in Ich-Form geschrieben, was für mich den Lesegenuss stellenweise getrübt hat. Das ist aber Ansichtssache.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Politische Intrigen

Stürmische Klippe
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Dieser mittlerweile 10. Fall um Liv Lammers hat es wieder in sich. Ein Anschlag auf eine Politikerin, Rechtsmediziner und Livs Verlobter Sebastian wird des Mordversuchs verdächtigt und dann gibt es auch ...

Dieser mittlerweile 10. Fall um Liv Lammers hat es wieder in sich. Ein Anschlag auf eine Politikerin, Rechtsmediziner und Livs Verlobter Sebastian wird des Mordversuchs verdächtigt und dann gibt es auch noch ein Unwetter auf Sylt.

Es werden hier einige Erzählstränge aufgemacht, die für mich am Ende nicht alle komplett befriedigend aufgelöst werden. Zum Teil springt die Handlung in der Geschichte, was ich sehr schade finde. 20-30 Seiten mehr im Buch wären nicht weiter schlimm gewesen und hätten den Spannungsbogen weiter erhöht. Und ein Erzählstrang verläuft irgendwie im Nirgendwo und ich konnte keinen wirklichen Zusammenhang mit der Geschichte entecken. Dennoch ist das Buch von Anfang bis Ende spannend aufgebaut und flüssig geschrieben. Ich konnte mir den Sturm auf Sylt richtig gut vorstellen. Und die politischen Intrigen verlieren irgendwie nie an Aktualität. Sylt - die Insel der Reichen und Schönen. Und alle versuchen mit ihrem Reichtum die anderen zu übervorteilen. Okay, das war jetzt Klischeedenken...

Ich habe leider noch nicht alle Vorgängerbände gelesen, so dass es mir an manchen Stellen an Vorwissen mangelt, was aber für diese Geschichte nicht weiter schlimm ist. Bin gespannt, wie es nun mit Liv und Sebastian weitergeht.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Wunderbare Familiengeschichte

Geschenk des Loslassens
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Wer wie ich schon die komplette Hansen-Serie gelesen hat und auch die ersten sieben Teile der Hansen-Kinder, verfolgt natürlich mit Spannung den Werdegang dieser Familie. Die "Alten" sterben nach und nach, ...

Wer wie ich schon die komplette Hansen-Serie gelesen hat und auch die ersten sieben Teile der Hansen-Kinder, verfolgt natürlich mit Spannung den Werdegang dieser Familie. Die "Alten" sterben nach und nach, so dass fast nur noch die Kinder und Enkel übrig geblieben sind. Jedes Kapitel ist einem Familienmitglied gewidmet und so erfahren wir, wie es Amala, Robert, Eduard, Auguste aber auch Emma und der im fernen Amerika lebende Marie ergeht und teilen deren Gefühle.

Leider passiert in diesem Band nur sehr wenig aufregendes, was mich zu einem Stern Abzug bewogen hat. Klar erleben die Protagonisten den einen oder anderen Aufreger, aber eben alles recht unspektakulär. Als Fan der Serie ist man natürlich trotzdem mit voller Begeisterung am Lesen, aber ich glaube, wer hier als Neueinsteiger liest, legt das Buch eher wieder zur Seite. Also am besten mit Teil 1 starten, dann kommt man gut in den Lesefluss dieser wunderbaren Serie.

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