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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2026

Praxisnah und übersichtlich

Gärtnern mit dem Hochbeet
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„Gärtnern mit dem Hochbeet“ von Folko Kullmann beginnt mit einem Überblick über verschiedene Hochbeettypen sowie ausführlichen Anleitungen zum Selbstbau und Befüllen. Anschließend geht es ans eigentliche ...

„Gärtnern mit dem Hochbeet“ von Folko Kullmann beginnt mit einem Überblick über verschiedene Hochbeettypen sowie ausführlichen Anleitungen zum Selbstbau und Befüllen. Anschließend geht es ans eigentliche Gärtnern: Welche Pflanzen passen zusammen, welche vertragen sich nicht, wie bringt man über die Jahre Abwechslung ins Beet und was ist bei Krankheiten zu beachten? Wer sein Hochbeet nicht selbst bauen möchte, findet am Ende außerdem Adressen für den Bezug fertiger Modelle.

Da ich im letzten Herbst mein erstes Hochbeet bekommen habe, kam dieses Buch für mich genau zur richtigen Zeit. Auch wenn die Bauanleitungen für mich persönlich nicht mehr im Vordergrund stehen, fand ich sie sehr informativ und anregend. Sie bieten viele Ideen, auf die ich sicher zurückgreifen werde, wenn ein weiteres Hochbeet geplant ist.

Besonders hilfreich war für mich der ausführliche Pflanzteil. Er dient als gut strukturierter Leitfaden und hat es mir leicht gemacht, einen Pflanzplan für das ganze Jahr zu erstellen. Mit diesem Buch an meiner Seite fühle ich mich bestens vorbereitet auf die kommende Gartensaison.

Ein praxisnaher, übersichtlich aufgebauter Ratgeber rund ums Hochbeet, der vor allem Einsteiger:innen eine gute Orientierung bietet.

Veröffentlicht am 24.02.2026

Emotional intensiv

Die Verlorene
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„Die Verlorene“ von Miriam Georg ist ein bewegendes Buch, ein Buch, das mitreißt, aber auch mitnimmt.

Nach dem Tod ihrer Großmutter Änne reist Laura nach Polen, um das Gut ihrer Vorfahren zu finden. Diese ...

„Die Verlorene“ von Miriam Georg ist ein bewegendes Buch, ein Buch, das mitreißt, aber auch mitnimmt.

Nach dem Tod ihrer Großmutter Änne reist Laura nach Polen, um das Gut ihrer Vorfahren zu finden. Diese Rahmenhandlung führt in die Vergangenheit nach Schlesien und in die letzten Kriegsjahre.

Änne ist dabei alles andere als eine leicht zugängliche Identifikationsfigur. Ihr Verhalten wirkt mitunter hart und emotional distanziert. Ob sie ein Produkt der Umstände ist, lässt der Roman offen – gerade diese Uneindeutigkeit verleiht der Figur eine besondere Eindringlichkeit. Dass Laura ihre Großmutter ganz anders kennengelernt hat, verstärkt diesen Kontrast zusätzlich. Zugleich überrascht die Erzählung durch mehrere unerwartete Wendungen.

Die Geschichte entfaltet eine große Authentizität. Nach der Lektüre brauchte ich Zeit, um das Gelesene sacken zu lassen. Der Roman hinterließ eine gewisse Sprachlosigkeit – nicht nur wegen seiner emotionalen Intensität, sondern auch wegen der historischen Wucht, die er entfaltet. Beim Lesen wirkte die Geschichte so glaubhaft, dass ich sie lange als reale Begebenheit wahrgenommen habe. Zu erfahren, dass sie literarisch gestaltet ist, mindert ihre Wirkung nicht, hat für mich aber den Blick darauf verändert und eine leise Irritation hinterlassen. Gerade diese Ambivalenz macht die Lektüre nachhaltig.

Ein intensiver, sehr eindringlicher Roman, der lange nachwirkt.

Veröffentlicht am 20.02.2026

Möglichkeiten und Grenzen

Mit Pflanzen die Welt retten
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Bernhard Kegel geht in „Mit Pflanzen die Welt retten“ der Frage nach, inwieweit Pflanzen der Atmosphäre Kohlendioxid entziehen und so zur Abmilderung der Klimakatastrophe beitragen können.

Dabei vermittelt ...

Bernhard Kegel geht in „Mit Pflanzen die Welt retten“ der Frage nach, inwieweit Pflanzen der Atmosphäre Kohlendioxid entziehen und so zur Abmilderung der Klimakatastrophe beitragen können.

Dabei vermittelt er eine fundierte Grundlage der zugrunde liegenden Mechanismen – von Photosynthese und Kohlenstoffkreisläufen bis hin zur Bedeutung von Wäldern, Böden und anderen pflanzlichen Ökosystemen. Deutlich wird, dass Pflanzen zwar einen wichtigen Beitrag leisten, ihr Potenzial zur CO₂-Bindung jedoch begrenzt ist und nur einen Teil der Emissionen ausgleichen kann.

Die Darstellung ist faktenreich und dicht und richtet sich eher an Leser*innen, die sich vertieft mit naturwissenschaftlichen Zusammenhängen auseinandersetzen möchten. Statt vereinfachter Lösungen bietet das Buch eine sachliche und gut recherchierte Einordnung der Möglichkeiten und Grenzen pflanzlicher Systeme im Klimaschutz.

Insgesamt eine sehr informative Lektüre zu einem hochaktuellen Thema.

Veröffentlicht am 18.02.2026

Fessselnde Familiensaga und lebendiges Stück Zeitgeschichte

Altenstein
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In „Altenstein“ erzählt Julie von Kessel die Geschichte der Familie Kolberg. 1945 muss Agnes Gut Altenstein in Brandenburg verlassen und flieht mit ihren zehn Kindern in den Westen, wo sie sich ein neues ...

In „Altenstein“ erzählt Julie von Kessel die Geschichte der Familie Kolberg. 1945 muss Agnes Gut Altenstein in Brandenburg verlassen und flieht mit ihren zehn Kindern in den Westen, wo sie sich ein neues Leben aufbauen. Konrad, der Jüngste und einer von nur zwei Söhnen, kämpft zeitlebens um seinen Platz in der Familie und im Leben. Nach der Wiedervereinigung versucht er, das Gut zurückzubekommen – und löst damit einen Konflikt unter den Geschwistern aus.

Anfangs fiel es mir etwas schwer, in die Geschichte hineinzufinden. Umso mehr war ich im weiteren Verlauf überrascht von dem Sog, mit dem mich die Familie Kolberg in ihren Bann zog. Die Autorin erzählt in verschiedenen Strängen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und wechselt dabei die Perspektiven der Geschwister Konrad, Moritz, Nona und Bobby. Immer wieder steht Gut Altenstein als emotionaler und historischer Mittelpunkt im Zentrum. So entsteht nicht nur eine fesselnde Familiensaga, sondern auch ein lebendiges Stück Zeitgeschichte – von den letzten Kriegsjahren über den Wiederaufbau im Westen und die Wiedervereinigung bis in die Gegenwart.

Die wechselnden Figurenperspektiven machen das komplexe Beziehungsgeflecht der Geschwister, ihre Konflikte sowie ihre gesellschaftliche und politische Einbindung besonders greifbar. Der stellenweise lakonische Erzählstil schafft eine eigene, sehr stimmige Atmosphäre und passt hervorragend zum Inhalt.

Veröffentlicht am 04.08.2025

Leies, irritierend und sehr besonders

Die Probe
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Der Klappentext hat bei mir sofort Interesse geweckt: Eine Schauspielerin trifft auf einen jungen Mann, der behauptet, ihr Sohn zu sein. Das ist unmöglich – sie hat nie ein Kind zur Welt gebracht. Und ...

Der Klappentext hat bei mir sofort Interesse geweckt: Eine Schauspielerin trifft auf einen jungen Mann, der behauptet, ihr Sohn zu sein. Das ist unmöglich – sie hat nie ein Kind zur Welt gebracht. Und trotzdem beginnt diese Begegnung, in ihr etwas in Bewegung zu setzen.

Katie Kitamura erzählt in einem reduzierten, klaren Stil, ohne Anführungszeichen, mit viel Raum für Zwischentöne. Die Figuren bleiben oft auf Distanz, vieles wird nur angedeutet, verschoben oder umkreist. Als Leserin war ich immer wieder unsicher: Ist das, was ich lese, tatsächlich passiert? Oder nur gedacht, inszeniert, imaginiert?

Vor allem im zweiten Teil verschiebt sich die Realität spürbar. Man hat das Gefühl, in eine andere Welt geworfen zu werden – ohne Erklärung, ohne Rückblick. Das irritiert, aber es hat auch etwas sehr Reizvolles.

Ob mir das Buch gefallen hat? Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher. Es hat mich nicht auf eine klassische Art berührt oder begeistert, aber es hat mich beschäftigt – und tut es noch immer. Es ist ein Buch, das sich nicht leicht einordnen oder abhaken lässt. Vielleicht ist genau das seine Stärke.

Die Probe ist ein leiser, irritierender und sehr besonderer Roman – einer, der sich konventionellen Erwartungen entzieht und gerade dadurch lange nachhallt. Lesenswert!