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Veröffentlicht am 23.02.2026

Ein liebevolles Kinderbuch über Anderssein und Selbstfindung

Die kleine Schildkröte, die vom Fliegen träumte
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Die kleine Schildkröte, die vom Fliegen träumte ist ein liebevoll gestaltetes und geschriebenes Kinderbuch, das kleinen Leserinnen und Lesern gleich mehrere wertvolle Lektionen vermittelt.

Die kleine ...

Die kleine Schildkröte, die vom Fliegen träumte ist ein liebevoll gestaltetes und geschriebenes Kinderbuch, das kleinen Leserinnen und Lesern gleich mehrere wertvolle Lektionen vermittelt.

Die kleine Landschildkröte Jacques ist ganz anders als ihre Artgenossen: Er ist langsamer, tollpatschiger, kleiner und weniger gesellig. Dennoch kann er mit den anderen Schildkröten mithalten, weil er sein Köpfchen, seine Kreativität und seinen Mut nutzt.

Eines Tages beobachtet er Möwen dabei, wie sie durch den Himmel fliegen, und beschließt, dass auch er fliegen möchte. Einfallsreich baut er sich einen Flugapparat, der jedoch nicht funktioniert. Der Flugversuch endet in einer Bruchlandung, bei der Jacques sich zudem verletzt.

Traurig darüber, dass er nun noch langsamer ist, begegnet er zwei Freunden, die im Wasser planschen und ihn einladen, mit ihnen tauchen zu gehen. Es kostet Jacques zunächst Überwindung, doch dann eröffnet sich ihm im Wasser eine völlig neue Welt: Nicht nur kann er viel Neues entdecken, nein, das Tauchen fühlt sich an wie Schweben, also wie Fliegen. Er war eben nie eine Land-, sondern schon immer eine Meeresschildkröte.

Alina Winopal erzählt in kurzen, altersgerechten Texten eine wundervoll einfache Geschichte, die dennoch wichtige Erfahrungen vermittelt: dass Anderssein in Ordnung ist, man nach Rückschlägen nicht aufgeben sollte, sowie von Mut und der Suche nach sich selbst.
Die Illustrationen sind zwar in Motivwahl und Farbgebung oft gleichbleibend, aber dennoch wunderschön. Besonders Jacques mit seiner roten Glücksmütze ist ausgesprochen goldig. Seine Gefühle lassen sich immer gut an der Mimik ablesen – ein wichtiger Aspekt für Kinder in dieser Altersklasse.

Zusätzlich zur Geschichte erläutert die Autorin, was sie zu dieser Erzählung inspiriert hat, und gibt Kindern sowie Eltern Tipps, wie der Lebensraum Meer geschützt und erhalten werden kann.

Ein Buch, das man immer wieder aus dem Regal ziehen kann, weil es Mut macht, berührt und Kinder darin bestärkt, ihren eigenen Weg zu finden.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Paul bekommt ein Kätzchen - oder doch nicht?

Paul bekommt kein Kätzchen
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Paul soll heute ein Kätzchen bekommen. Eigentlich.
Doch vorher soll er aufstehen und frühstücken. Eigentlich.
Denn egal, was der Erzähler sagt oder was Paul tun soll: Paul hat seinen eigenen Kopf und macht ...

Paul soll heute ein Kätzchen bekommen. Eigentlich.
Doch vorher soll er aufstehen und frühstücken. Eigentlich.
Denn egal, was der Erzähler sagt oder was Paul tun soll: Paul hat seinen eigenen Kopf und macht einfach etwas anderes. Statt in die Stadt zur Zoohandlung geht er durch den Wald zum Bauernhof. Aus dem Kätzchen wird eine Ziege, die nicht im Stall, sondern in Pauls Zimmer einzieht, mit ihm badet und sogar in seinem Bett schläft.

Der Erzählstil ist herrlich erfrischend anders: Mit viel Witz entspinnt sich ein Dialog zwischen Erzähler und Paul, der Kinder sofort in seinen Bann zieht und ihnen eine direkte Verbindung zur Hauptfigur ermöglicht. Es macht großen Spaß zu entdecken, welche neue, verrückte Idee Paul auf der nächsten Seite entwickelt; jede Wendung überrascht aufs Neue.
Ganz nebenbei vermittelt die Geschichte Kindern Selbstvertrauen und macht Mut, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn dieser nicht immer den Erwartungen anderer entspricht.

Die Texte sind altersgerecht, verständlich sowie leicht und locker formuliert. Wer mit verschiedenen Stimmen vorlesen kann, ist hier klar im Vorteil, um die Dialoge zwischen Erzähler und Paul lebendig werden zu lassen. Kinder, die dem Text optisch bereits folgen können, erkennen die Sprecher zudem an den unterschiedlichen Schriftarten.
Die Illustrationen sind farbenfroh und humorvoll gestaltet. Viele liebevolle Details laden zum Entdecken ein und greifen Situationen auf, die Kinder aus ihrem eigenen Alltag kennen.

Insgesamt ein ganz besonderes Bilderbuch, bei dem wir alle gespannt mitgefiebert haben.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Ein Bilderbuch, das Kinder stark macht

Hab ich dir heute schon gesagt?
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Von Beginn seines Lebens an hört der kleine Junge eine Stimme, die ihm sagt, dass er geliebt wird und gut ist, wie er ist, und immer ist sein treuer Bär an seiner Seite. Als er älter wird, kommen weitere ...

Von Beginn seines Lebens an hört der kleine Junge eine Stimme, die ihm sagt, dass er geliebt wird und gut ist, wie er ist, und immer ist sein treuer Bär an seiner Seite. Als er älter wird, kommen weitere Stimmen hinzu, die ihm das Gegenteil einflüstern. Doch der Bär erinnert ihn behutsam an das, was die erste Stimme ihm von Anfang an mitgegeben hat.

Diese Geschichte vermittelt Kindern eine unglaublich wichtige Botschaft: Sie sind richtig, genauso wie sie sind, und sie werden bedingungslos geliebt. Das Buch stärkt auf sensible Weise Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl.

Die empathische und wertschätzende Grundstimmung wird durch farbenfrohe, teils fantasievolle Illustrationen wunderbar unterstrichen und getragen. Die einfühlsamen Texte sind in Länge und Sprache altersgerecht gestaltet und beziehen die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer aktiv mit ein.

Ein wunderschönes Bilderbuch, das Eltern und Kindern eindrücklich vor Augen führt, wie viel Gewicht Worte, positive wie negative, haben und wie wichtig es ist, den Selbstwert von Kindern frühzeitig zu stärken.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Gefühlvoller Abschluss der Knightsbridge-Dilogie

Knightsbridge United
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Nach Offsided habe ich mich sehr auf den zweiten Teil der Dilogie gefreut, in dem die Nebenfiguren aus Band 1 – Boulevardjournalistin Rosie und Knightsbridge-Teamkapitän Trent – nun im Mittelpunkt stehen.

Durch ...

Nach Offsided habe ich mich sehr auf den zweiten Teil der Dilogie gefreut, in dem die Nebenfiguren aus Band 1 – Boulevardjournalistin Rosie und Knightsbridge-Teamkapitän Trent – nun im Mittelpunkt stehen.

Durch Zufall trifft Rosie auf einem Charity-Event eine ältere Dame namens Abigail, der sie von ihren beruflichen Schwierigkeiten erzählt. Wenige Tage später stellt sich heraus, dass es sich bei Abigail um Lady Richmond handelt, um die sich seit Jahrzehnten zahlreiche Gerüchte ranken: Sie ließ einst den damaligen Prince of Wales vor dem Altar stehen. Lady Richmond möchte Rosies Karriere unterstützen und lädt sie auf ihr Anwesen ein, um ihr ein Interview über ihre Charity-Organisation zu geben. Rosies Chefin erkennt sofort die Chance, im Zuge dessen auch die Geschichte rund um die aufgelöste Verlobung aufzuklären.
Trent hat sich nach seiner Verletzung während eines Fußballspiels zu seiner Großmutter Abigail aufs Land zurückgezogen. Aufgrund der Familiengeschichte und seiner eigenen negativen Erfahrungen mit der Presse ahnt er Schwierigkeiten, als Rosie anreist, und begegnet ihr entsprechend abweisend.
Doch das Engagement für Lady Richmonds Charity-Organisation und der Tod des Königs setzen eine Reihe von Ereignissen in Gang…

Wie bereits im ersten Band ist Marina Neumeiers Schreibstil angenehm und leicht zugänglich. Obwohl die Figuren aus Band 1 bekannt sind, lässt sich das Buch problemlos unabhängig lesen.
Der Perspektivwechsel zwischen den beiden Protagonisten sorgt dafür, dass beide facettenreich und nahbar dargestellt werden. Rosies Zerrissenheit zwischen ihrer Integrität und dem Pflichtbewusstsein gegenüber ihrem Beruf ist durchgängig spürbar. Auch Trents Misstrauen gegenüber der Presse sowie seine innere Distanz sind nachvollziehbar. Seine ausgeprägten Schuldgefühle gegenüber seinem Team infolge seiner Verletzung überzeugend hingegen nicht vollumfänglich.
Beide Hauptfiguren bringen persönliche Konflikte mit, die im Verlauf der Handlung schlüssig aufgearbeitet werden. Besonders gelungen ist die emotionale Entwicklung zwischen den beiden.

Fazit:
Sidelined bietet mit den Tropes „Enemies to Lovers“ und „Grumpy x Sunshine“ unterhaltsame und zugleich gefühlvolle Lesestunden und bildet einen stimmigen Abschluss der Dilogie.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Gefühlvolle Enemies-to-Lovers-Geschichte im Theaterumfeld

Jonah Goes Off Script
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Jonah ist ein gefeierter Star im Londoner West End und frisch mit einem Olivier Award ausgezeichnet. Beruflich könnte es kaum besser laufen; privat dagegen gerät sein Leben zunehmend aus dem Gleichgewicht. ...

Jonah ist ein gefeierter Star im Londoner West End und frisch mit einem Olivier Award ausgezeichnet. Beruflich könnte es kaum besser laufen; privat dagegen gerät sein Leben zunehmend aus dem Gleichgewicht. Als dann auch noch Dexter, charismatischer Publikumsliebling und ausgerechnet Jonahs größter Rivale, neu zum Ensemble stößt, sind Konflikte vorprogrammiert.

Die Geschichte wird ausschließlich aus Jonahs Perspektive erzählt, wodurch seine Gedanken, Unsicherheiten und Beweggründe greifbar und authentisch wirken. Dexter bleibt dagegen zunächst geheimnisvoll. Gemeinsam mit Jonah entdeckt man im Verlauf des Buches immer mehr seiner Facetten. Sein Verhalten überrascht, wirkt stellenweise widersprüchlich, ist am Ende jedoch stets nachvollziehbar. Dieses behutsame Enthüllen seiner Persönlichkeit sorgt für anhaltende Spannung.
Die Dynamik zwischen Jonah und Dexter ist von Beginn an spürbar. Ihre Rivalität basiert nicht auf oberflächlichen Missverständnissen, sondern auf glaubwürdigen Konflikten, die sich nicht abrupt auflösen, sondern sich nach und nach auflösen.
Neben der romantischen Handlung greift der Roman auch ernstere Themen auf: Verlust, Homophobie sowie toxische Beziehungen und problematische Arbeitsverhältnisse verleihen der Geschichte zusätzliche Schwere, ohne sie zu überladen. Die Nebenfiguren, insbesondere Jonahs Eltern und seine Freunde Bastien und Sherrie, bringen eigene Perspektiven und Handlungsstränge mit, die das Gesamtbild abrunden.

Robyn Greens Schreibstil ist locker und flüssig. Mitunter ist er etwas ausschweifend, was den Lesefluss jedoch nicht beeinträchtigt.

Insgesamt ist Jonah goes off script eine gefühlvolle, vielschichtige Enemies-to-Lovers-Geschichte vor der glamourösen und zugleich fordernden Welt des Theaters, die ich kaum aus der Hand legen konnte.

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