Die Spur führt in die Vergangenheit
Solothurn ruft nach VergeltungDies ist bereits der siebente Teil der Reihe um Chefermittler Dominik Dornach, die in Solothurn und Umgebung spielt. Die Krimis von Christof Gasser sind extrem spannend und lesen sich oftmals wie ein Thriller.
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Dies ist bereits der siebente Teil der Reihe um Chefermittler Dominik Dornach, die in Solothurn und Umgebung spielt. Die Krimis von Christof Gasser sind extrem spannend und lesen sich oftmals wie ein Thriller.
Bei den Solothurner Filmtagen wird der Filmemacher Toni Kurtis tot aufgefunden. Ausgerechnet Pia, Dominik Dornachs Tochter, hat gemeinsam mit Kurtis Assistentin Ella den Regisseur im Hotelzimmer gefunden. Seine umstrittene Dokumentation "Seelenrisse" über Zwangsehen, Frauenhandel und Femizide sollte bei der Veranstaltung mit dem "Prix de Soleure" ausgezeichnet werden. Kurtis wurde in Albanien geboren und wurde des Landes verwiesen, als er einigen einflussreichen Personen zu sehr auf die Füße trat. Seither lebt er in der Schweiz.
Die Befragung des Filmteams ist schwierig und bald ist klar, dass der Ermordete viele Feinde hatte. Dominik und sein Team beginnen zu ermitteln. Dabei erkennt er bald, dass die Lösung in der Vergangenheit zu suchen ist - und zwar auch in seiner eigenen als Ermittler. Doch nicht nur der damals schlecht aufgeklärte Fall macht Dornach Probleme, sondern auch gesundheitlich scheint er nicht ganz auf der Höhe zu sein...
Der Inhalt des bereits siebenten Solothurner Krimis von Christof Gasser passt perfekt zum heutigen Frauentag. Die Krimis des Autoren lassen sich mit keinen anderen vergleichen, sind sie doch immer brandaktuell und politisch brisant. Diesmal haben wir es mit dem Thema Frauenmorde zu tun.
Schlagzeilen betreffend Femizide und Ehrenmorde werden zunehmend mehr und verursachen mir Gänsehaut. Misogyne Männer sind in allen Schichten und Religionen zu finden.
Der Spannungsbogen ist von Beginn an hoch, die Handlung komplex und temporeich. Diese Eigenschaften schätze ich sehr an den Krimis des Autors. Gasser lässt uns diesmal nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Kosovo ermitteln. Internationale Verflechtungen und zahlreiche Wendungen geben dem brisanten Thema zusätzliche Dramatik.
Private Einblicke dürfen ebenfalls nicht fehlen, wobei aber die Ermittlungen immer im Vordergrund stehen. Spritzige Dialoge lockern die Krimihandlung auf.
Die im letzten Band neu eingesetzte Staatsanwältin wird krankheitsbedingt durch eine uns bekannte Figur ersetzt: Angela Casagrande
Gassers Frauenfiguren sind sehr stark und unabhängig. Casagrande und Jana Cranach von Europol sind bezeichnend dafür.
Pia empfand ich in diesem Band etwas zu unüberlegt und impulsiv, auch wenn dies zu ihren Charaktereigenschaften gehört. Als angehende Polizeischülerin hat sie zwar Dominiks Gespür geerbt und auch schon viel gelernt, aber ihre Alleingänge lassen mich immer wieder den Kopf schütteln.
Das Ende birgt eine Überraschung, ist aber nachvollziehbar. Einen kleinen Cliffhanger gibt es zusätzlich.
Das Cover zeigt diesmal den Gerechtigkeitsbrunnen in Solothurn und passt perfekt zur Handlung. Ist Recht immer Gerechtigkeit?
Am Ende findet sich wieder ein Glossar mit Schweizer Begriffen, die ich als Österreicherin allerdings nicht wirklich benötige.
Fazit:
Ein hochbrisanter Krimi mit einer spannenden und raffiniert konstruierten Story. Christof Gassers Themen sind wie immer brisant und hochaktuell.