Die Tote in der Mur
SteirerzwistMit "Steirerzwist" legt Claudia Rossbacher ihren 15. Steirerkrimi vor. Wir sind diesmal in der steirischen Landeshauptstadt Graz, wo Mimi Waldner, eine bekannte Hoteldirektorin bei ihrer morgendlichen ...
Mit "Steirerzwist" legt Claudia Rossbacher ihren 15. Steirerkrimi vor. Wir sind diesmal in der steirischen Landeshauptstadt Graz, wo Mimi Waldner, eine bekannte Hoteldirektorin bei ihrer morgendlichen Joggingsrunde brutal ermordet wird. Ihre Leiche wird in der Mur geborgen. Sandra Mohr, die eben erst aus ihrem wohlverdienten Urlaub zurückgekehrt ist, kennt die Tote flüchtig. Noch am selben Tag wird ein Obdachloser unter der Murbrücke gefunden, der fast identische Verletzungen aufweist. Hängen die Morde zusammen?
Der Fall ist etwas heikel, denn die Tote ist bekannt aus den sozialen Medien und hat vor nicht allzu langer Zeit ihren Mann zu Grabe getragen. Dessen erste Frau hat angeblich in der Mur Selbstmord begangen und ihr Tod liegt ebenfalls nicht sehr lange zurück, was einige Fragen aufwirft.....
In diesem Band hat das Privatleben - vor allem von Sandra - etwas mehr Raum bekommen. Sie erhält die Nachricht, dass ihre Mutter verstorben ist und obwohl sie ein ziemlich schlechtes Verhältnis zueinander hatten, ist Sandra über ihren Tod bedrückt. Zusätzlich muss zurück in ihren Heimatort, wo sich auch ihr verhasster Halbbruder befindet, der in der Vergangenheit bereits gewalttätig gegenüber Sandra wurde. Ihr neuer Partner Georg, der im letzten Band "Steirerzorn" in ihr Leben getreten ist, scheint der Richtige zu sein. Er unterstützt sie liebevoll gegen die verbalen Angriffe ihres Halbbruders und der Gerüchteküche in ihrem Heimatort.
Elena König, die neue übereifrige Kollegin, scheint mit Sandra auch nicht wirklich auszukommen. Das belastet Sandra zusätzlich, während Sascha Bergmann sich wieder wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt und seine machohaften Sprüche klopft.
Die Situation verschärft sich, als Sandra Drohungen erhält, die denen ähneln, die das Mordopfer vor ihrem Tod bekommen hat. Es kommt zu einem Wettlauf mit der Zeit....
Obwohl sich der Fall wieder als sehr spannend erweist, war der Täter diesmal nicht wirklich eine Überraschung für mich. Trotzdem habe ich die Ermittlungen mit Spannung verfolgt.
Der Krimi lebt vor allem durch seine beiden Protagonisten, die viele auch aus dem TV kennen. Die Fernsehkrimis sind allerdings teilweise abweichend und Sandra Mohr spielt darinnen schon länger keine Rolle mehr und wurde durch andere Ermittlerinnen ersetzt. Ich bin wirklich froh, dass sie in den Büchern noch mit Sascha weiterermittelt, denn die Beiden sind einfach das Salz in der Suppe.
Ob Claudia Rossbacher ihre erfolgreiche Reihe weiterschrieben wird? Einst meinte sie, dass die Bände alphabetisch gereiht sind. Da wir nun zum zweiten Mal beim "Z" angelangt sind und sie nach eigener Auskunft eine Schreibpause einlegen wird, bin ich etwas verunsichert. Lesen werden wir aber auf jeden Fall wieder von ihr.
Fazit:
Nachdem mich der letzte Fall absolut abgeholt hat, war dieser zwar spannend, aber wieder etwas "zahmer" und mehr Regionalkrimi. Zusätzlich stand das Privatleben der Ermittler etwa mehr im Fokus, als üblich. Ich bin gespannt, ob die Reihe weitergehen wird oder Claudia Rossbacher sich einer neuen Krimireihe widmen wird - was sehr schade wäre.