Profilbild von Tine13

Tine13

Lesejury Star
online

Tine13 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tine13 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Komplexer Roman über das Leben das über Grenzen reicht

Alma
0

Die 53-jährige Alma reist über Ostern in ihre Heimatstadt Triest, um das Erbe ihres Vaters abzuholen. Dafür muss sie leider ihren Jugendfreund Vili treffen, mit dem sie einst eine komplizierte Beziehung ...

Die 53-jährige Alma reist über Ostern in ihre Heimatstadt Triest, um das Erbe ihres Vaters abzuholen. Dafür muss sie leider ihren Jugendfreund Vili treffen, mit dem sie einst eine komplizierte Beziehung führte. Mit Vili dem Jungen aus der Fremde, den ihr Vater eines Tages in die Familie bringt, verbindet Alma eine Art Hassliebe, die den Blick in die Vergangenheit bestimmt. Ein fester Anker in der Stadt waren ihre großbürgerlichen Großeltern, während die Beziehung zur Mutter schwierig war, glänzte der Vater meist mit Abwesenheit. Während sie ihre markanten Plätze der Stadt besucht, schwelgt Alma in Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend. Ihre Gedanken wandern dabei auch über die nahe Grenze.



Der Roman „Alma“ aus der Feder von Federica Mazon, einer gefeierten italienischen Schriftstellerin ist ihr erster Roman, der auch auf Deutsch erscheint. Die Übersetzung war sicherlich nicht ganz einfach denn Sprache und Schreibstil sind absolut eindrucksvoll. Die Geschichte wird beherrscht von Metaphern, wirkt sehr poetisch und ausdrucksstark, das war anfangs für mich sehr ungewöhnlich zu lesen. Daher dauerte es etwas bis ich mich an diesen ungewöhnlichen Stil gewöhnt habe. Wer mit der Begrifflichkeit wie fitzgeraldisch etwas anzufangen weiß, ausgefallene Sprach-Exzesse liebt, wird seine höchste Freude mit diesem Buch haben.

Ein kleines Beispiel: “Wie ein irischer Pub bringt das Meer der Stadt alle zusammen: Es mischt Reiche und Arme, jene mit von Hausmädchen gemachten Betten, jene mit einem in Deutschland arbeitenden Vater, jene mit einer Mutter, die man im Auge behalten muss, damit sie keine Dummheiten macht, jene mit und jene ohne Brotzeit.”

Auch Zeitsprünge sind nicht einfach zu händeln, sie wechseln abrupt, wirken willkürlich verstreut, manchmal weiß man gar nicht mehr wann und wo man sich in der Handlung befindet. Dennoch taucht man tief in die historische Geschichte von Triest ein. Geschuldet seiner besonderen geografische Lage und Atmosphäre wirkt die Stadt wie ein Wandler zwischen den Welten und Alma als ihr weibliches Pendant. Daneben befindet sich Vili, ein Junge aus Belgrad, der vor dem jugoslawischen Krieg zu ihrer Familie stößt. Die historischen Ereignisse sind für mich etwas schwer zu begreifen, da ich wenig darüber weiß. Es geht um Tito und den Zerfall Jugoslawien mit dem anschließenden Bürgerkrieg und seinen Massakern.

Beeindruckend dabei fand ich die großartigen Recherchen und Kenntnisse der Autorin von den historischen Abläufen und der Ortskenntnis, da ziehe ich meinen Hut. Da ich mich mit dieser Zeit noch nie beschäftigt habe, fand ich mich nicht so gut zurecht und habe wohl leider nur die Hälfte so mancher Aussagen und Anspielungen verstanden. Die Schrecken des Krieges und die Hilflosigkeit der Protagonisten sind jedoch deutlich zu vernehmen, jene die agieren und jene die machtlos zusehen können, werden sichtbar gemacht. Dies ist wohl die Botschaft, sie gilt sicherlich für jeden Konflikt und ist die Krux an der Sache die sich immer wiederholt, wohin man schaut?

Mein Fazit:

Eine recht sprunghafte Geschichte die ich sehr anspruchsvoll, jedoch auch irgendwie beeindruckend zu lesen fand. Geeignet für Anhänger poetischer Sprache, historischer Anekdoten und komplexer Zusammenhänge. Insgesamt stellt sich die Frage bei komplizierten Herausforderungen des Lebens herauszufinden, auf welcher Seite man stehen sollte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.03.2026

Tatort Spezialschiff, ungewöhnliches Krimi-Szenario in Frankreich

Trügerisches La Rochelle
0

Commissaire Chevaliers neue Wochenendaktivität auf der Austernbank seines Schwagers wird durch einen Anruf seiner Kollegin Sophie abrupt beendet. Er muss leider mit seinem Team arbeiten, denn es gab einen ...

Commissaire Chevaliers neue Wochenendaktivität auf der Austernbank seines Schwagers wird durch einen Anruf seiner Kollegin Sophie abrupt beendet. Er muss leider mit seinem Team arbeiten, denn es gab einen ungewöhnlichen Todesfall auf einem Installationsschiff weit draußen auf dem Meer. Dort werden für einen Windpark die Windräder von einem großen Team an Spezialisten aufgebaut. Was zunächst wie ein tragischer Unfall erscheint, wird schnell zu einem brutalen Mordfall. Das als unsympathisch beschriebene Opfer war nicht gerade beliebt bei der Mannschaft, doch das ist ja eigentlich kein richtiges Mordmotiv, oder?

„Trügerisches La Rochelle“ ist der mittlerweile vierte Teil einer Reihe an der französischen Atlantikküste mit Commissaire Chevalier und seinem Team, geschrieben von einem deutschen Autor unter dem Pseudonym Jean-Claude Vinet. Man merkt dem Krimi an, der Mann kennt sich gut aus in Frankreich und all den dort üblichen Gewohnheiten.
Der Fall selbst bekommt aber eine sehr spezielle Tatort-Location, denn das Opfer befindet sich auf einem Spezialschiff zur Errichtung eines Windparks. Für mich absolutes Neuland, solch eine Szenerie. Gut beschrieben, schwer vorzustellen, aber auch besonders und interessant. Es ist nicht nur die Örtlichkeit speziell, sondern auch die Handlung, die überraschend bleibt bis zum Schluss. Trotz der begrenzten Anzahl von Personen an Board häufen sich kontinuierlich die Motive und weitere Tote. Je weiter die Geschichte fortschreitet, gibt es zahlreiche erstaunliche Wendungen und Möglichkeiten, das ist wirklich spannend konstruiert. Trotz Neueinstieg in die Serie lassen sich die Folgen problemlos unabhängig voneinander lesen, obwohl eine rätselhafte private Angelegenheit den sympathischen Ermittler Chevalier anscheinend schon des längeren umtreibt und sich auch hier letztlich als Cliffhanger herausstellt.
Sehr einladend und gelungen finde ich das Cover, es macht richtig Lust auf La Rochelle.
Mein Fazit:
Unterhaltsame Krimiserie, die in meinem Lieblingsurlaubsland Frankreich spielt. Es war ein schöner Ausflug dorthin, in diese Ecke möchte ich unbedingt einmal reisen. Insgesamt eine gelungene und kurzweilig zu lesende Krimi-Lektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.02.2026

Aufwühlender Polizeikrimi

Die Tote von Nazaré
0

Hauptkommissarin Maren Berger flüchtet nach einem traumatischen Vorfall von Köln nach Nazaré in Portugal. Dort will sie sich erholen, neu sortieren und vielleicht auch ihr Gedächtnis wieder erlangen. Doch ...

Hauptkommissarin Maren Berger flüchtet nach einem traumatischen Vorfall von Köln nach Nazaré in Portugal. Dort will sie sich erholen, neu sortieren und vielleicht auch ihr Gedächtnis wieder erlangen. Doch gleich an ihrem ersten Tag in Nazaré findet sie eine tote Frau am Strand! Ohne Handy, schlägt sie in einem Café Alarm, doch als die Polizei eintrifft ist die Leiche plötzlich verschwunden. Ist das Verbrechen mit Maren nach Portugal gereist?

Der Krimi „Die Tote von Nazaré” geschrieben von Miguel Silva, dem Pseudonym eines deutschen Schriftstellers, ist eine interessante Verknüpfung eines Falles aus Deutschland mit einer Location in Portugal. Die Geschichte um eine Kölner Kommissarin ist äußerst geschickt gestrickt und man weiß bis zuletzt nicht wie eigentlich alles zusammenhängen könnte, was für ausreichend Spannungsmomente sorgt. Die Protagonisten sind allesamt gut ausgewählt, die portugiesische Polizeitruppe dabei absolut sympathisch und die Handlung abwechslungsreich gestaltet. Man bekommt einen guten Eindruck von den Örtlichkeiten rund um Nazaré und dessen Attraktion an eindrucksvollen Wellen.
Das Cover mit Blick auf die portugiesische Küste und dem mit prominentem Fliesenrand umrahmten Titel, passen sehr schön zu diesem Buch. Auch die Location Nazaré samt Portugalkarte im Innenteil ist eine schöne Idee.

Mein Fazit:
Unterhaltsamer Krimi mit einem Hauch Fernweh nach Meer und Strand, dessen Lektüre mir gut gefallen hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2026

Eine spannende Episode der Beginenserie um Anna Ehinger

Die Begine und das dunkle Geheimnis
0

Ulm im Herbst 1416 - eine reiche Kaufmannswitwe wird leblos aufgefunden. Wurde sie vergiftet, erdrosselt oder hat sie gar Selbstmord verübt. Da Anna Ehinger, die Witwe Senft mit Arzneien versorgt hat, ...

Ulm im Herbst 1416 - eine reiche Kaufmannswitwe wird leblos aufgefunden. Wurde sie vergiftet, erdrosselt oder hat sie gar Selbstmord verübt. Da Anna Ehinger, die Witwe Senft mit Arzneien versorgt hat, gerät auch sie unter Verdacht. Anna pocht auf ihre Unschuld und beginnt mithilfe ihres Mannes selbst nachzuforschen. Kurz darauf taucht eine weitere Frauenleiche auf, die ähnliche Würgespuren aufweist aber unverkennbar und wesentlich brutaler ermordet wurde. Besteht ein Zusammenhang? Viele Stadtbewohner glauben mittlerweile, das ein Dämon in der Stadt sein Unwesen treibt!

Die historische Kriminalserie über die Begine von Ulm geht in eine weitere Runde, mit dem Titel „Die Begine und das dunkle Geheimnis“ und wurde geschrieben von Autorin Silvia Stolzenburg. Diese Reihe lässt sich sehr gut lesen, auch ohne die ganzen Vorgängerfolgen zu kennen.
Die kriminelle Geschichte spielt Anfang des 15. Jahrhunderts in Ulm, einer faszinierenden Stadt, die ich vor nicht allzu langer Zeit einmal besucht habe und in der man sich hervorragend auf mittelalterliche Spurensuche begeben kann. Die Figuren in Stolzenburgs Büchern sind immer sehr interessant gewählt und großartig charakterisiert. Dazu kommt eine wirklich sehr spannend gestrickte Story, aufregend zu lesen und bis zum Schluss fesselnd.
Auf jedem Cover der Serie tritt eine Begine in Erscheinung, so bleibt das Erscheinungsbild unverwechselbar, das gefällt mir immer gut.

Mein Fazit:
Eine tolle historische Kriminalserie, die ich noch gar nicht kannte, obwohl ich schon viele Bücher von Silvia Stolzenburg gelesen habe. Absolut spannend und sehr unterhaltsam:). Man bekommt sofort Lust mal wieder einen Ausflug nach Ulm zu unternehmen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2026

Unser Körper hat uns einiges zu sagen

Die Stimme unseres Körpers
0

Prof. Dr. Ingo Froböse hat mit“ Die Stimme unseres Körpers – wie wir sie besser wahrnehmen und verstehen, um unsere Gesundheit zu schützen“, ein sehr lehrreiches und interessantes Fachbuch über unsere ...

Prof. Dr. Ingo Froböse hat mit“ Die Stimme unseres Körpers – wie wir sie besser wahrnehmen und verstehen, um unsere Gesundheit zu schützen“, ein sehr lehrreiches und interessantes Fachbuch über unsere Körperfunktionen verfasst.
Es gab beim Lesen sehr viele neue Begrifflichkeiten für mich zu entdecken, wie auch der Ausdruck Homöostase. Das ist der Zustand, der alle Stimmen des Körpers befriedigt, d. h. diesen Idealzustand gilt es zu erreichen. Es ist das Ziel aller körperlichen Abläufe.
Dazu klärt dieses Buch auf, indem es versucht uns alle diese Funktionen und deren automatische Abstimmung unseres Körpers nahezubringen. Das ist einerseits spannend zu erfassen, allerdings für mich, da medizinisch weniger bewandert, was Fachbegriffe angeht, schon manchmal recht anstrengend zu verstehen. Die ganzen Ausmaße mancher Abläufe waren richtig kompliziert vorzustellen.
Besser zu verstehen war dann der zweite Teil, mit zahlreichen hilfreichen Erklärungen und Tipps, um die Stimme seines Körpers zu entschlüsseln, um eigene Defizite oder etwaige medizinischen Belange rechtzeitig zu erkennen.
Das fand ich recht eindrücklich und gut dargestellt. Man betrachtet seinen Körper plötzlich mit völlig anderen Augen nach der Art: “Aha, so ist das also;)”.

Mein Fazit:
Auch wenn das Buch teilweise etwas schwierig zu lesen und merken war, lernt man doch sehr viel über seinen Körper und Gesundheitsbelange. Ein wichtiges Werk, mit viel Stoff zum Aufnehmen, das aufzeigt wie kompliziert die Abläufe sind und auch wie viel wir noch gar nicht wissen oder verstehen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere