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Veröffentlicht am 18.02.2026

Zurück nach Nürnberg, zurück zu den Wundern

Books & Coffee - An Wunder muss man glauben
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Emilia ist Schauspielerin, Ende zwanzig, und lebt eigentlich in Köln. Doch gerade läuft einfach alles schief. Ihre Rolle in der Serie, in der sie mitspielt, wird ersatzlos gestrichen, die Mitbewohner:innen ...

Emilia ist Schauspielerin, Ende zwanzig, und lebt eigentlich in Köln. Doch gerade läuft einfach alles schief. Ihre Rolle in der Serie, in der sie mitspielt, wird ersatzlos gestrichen, die Mitbewohner:innen setzen sie kurzfristig vor die Tür und auch ihr Freund entscheidet sich ganz plötzlich dafür, zu seiner Exfrau zurückzukehren. Also bleibt Emilia nichts anderes übrig, als in ihre Heimatstadt Nürnberg zurückzukehren – zurück zu ihren Eltern. Doch was nun? In der Anwaltskanzlei ihres Vaters Kaffee kochen? Die alte Jugendliebe Markus wieder „aufwärmen“? Oder ohne Job und ohne Wohnung zurück nach Köln fahren?
Zum Glück begegnet sie Lucy und Klara, zwei Frauen, die bald mehr als nur Bekannte für sie werden. Und sie entdeckt Lucys Café Zuckerzeit – einen Ort voller Erinnerungen, denn hier hat sie schon als kleines Mädchen mit ihrer Oma glückliche Stunden verbracht. Vielleicht ist also doch nicht alles so hoffnungslos, wie es zunächst scheint. Und vielleicht bietet Nürnberg ihr die Chance auf einen echten Neuanfang.

„An Wunder muss man glauben“ ist der zweite Teil der Books & Coffee-Reihe. Im Mittelpunkt steht diesmal Emilia, die wir im ersten Band bereits kurz kennenlernen durften. Besonders gut gefällt mir an dieser Reihe, dass jeder Teil einer anderen Figur gewidmet ist, während Schauplätze und Nebenfiguren vertraut bleiben.
Ein echtes Highlight sind für mich die kurzen Rückblicke in die Vergangenheit: Szenen aus dem ersten Teil werden erneut aufgegriffen, diesmal jedoch aus einer anderen Perspektive. Das sorgt für spannende Aha-Momente und verleiht der Geschichte das gewisse Extra.
Ella Lindberg zeichnet ihre Figuren insgesamt sehr authentisch. Mit ihren Interessen, Empfindungen, Träumen und Sorgen wirken sie nahbar und lebensnah, sodass man sich meist gut in sie hineinversetzen kann. Gleichzeitig muss ich gestehen, dass die Protagonistin Emilia mich diesmal durchaus an die Grenzen meiner Geduld gebracht hat. Ihre eher jammernde, leidende Art zeigt sich nicht nur zu Beginn, sondern zieht sich durch die gesamte Geschichte. Doch nicht jede Figur muss einem durch und durch am Herzen liegen.

Das gleichnamige Hörbuch wird auch diesmal wieder von der Schauspielerin Rebecca Veil eingesprochen. Mit ihrer angenehmen, ruhigen Stimme trägt sie die Geschichte und verleiht ihr genau die richtige Stimmung. Durch ihre feinfühlige Intonation gelingt es ihr, die Hörerschaft mitzunehmen, sodass selbst ruhigere Passagen durchgehend fesselnd bleiben.

Fazit:
Eine unterhaltsamer zweiter Teil der Serie, der neugierig auf den nächsten Band macht.

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Arthur und der andere Arthur

Der andere Arthur
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Der ehemalige Literaturprofessor Arthur Opp hat sich in seinem Haus von der Welt zurückgezogen – und ein Stück weit auch von sich selbst. Er verschanzt sich hinter Bücherbergen und betäubt seine Sinne ...

Der ehemalige Literaturprofessor Arthur Opp hat sich in seinem Haus von der Welt zurückgezogen – und ein Stück weit auch von sich selbst. Er verschanzt sich hinter Bücherbergen und betäubt seine Sinne mit belanglosen Fernsehsendungen. Nur gelegentlich wird sein monotoner Alltag durch einen Lieferdienst oder durch gedankliche Blitzlichter an seine frühere große Liebe Charlene unterbrochen.
Als Charlene sich eines Tages tatsächlich telefonisch bei ihm meldet, gerät diese erstarrte Ordnung ins Wanken. Sie braucht seine Hilfe: Arthur soll ihrem Sohn Kel Keller – der sich selbst Arthur nennt – bei seinen Collegebewerbungen helfen. Doch wie soll das gehen? Arthur Opp und auch sein Haus sind verwahrlost. Und trotzdem stellt sich die Frage: Kann man einer Liebe von früher einen solchen Wunsch abschlagen? Manchmal muss man sich, trotz größter Angst, auf Veränderung einlassen.

„Der andere Arthur“ ist ein Roman von Liz Moore, der bereits 2012 in den USA erschienen ist. Im Zentrum stehen zwei Außenseiter, die jeweils auf ihre eigene Weise mit ihrem Schicksal hadern, der eine mit 17, der andere jenseits der 50.
Die Autorin erzählt ihre Geschichten empathisch und feinfühlig aus den jeweiligen Perspektiven. Dadurch kommt man beiden Arthurs sehr nahe. Mir fiel es oft schwer, die Lektüre überhaupt für eine Pause aus der Hand zu legen.

Ganz ohne Einschränkung bleibt es für mich allerdings nicht. Das mag auch an meiner Erwartung gelegen haben: Ich hatte damit gerechnet, dass sich die beiden Protagonisten früher begegnen und man sie gemeinsam begleitet. (Hier ein kleiner Spoiler: Das ist nicht der Fall.) Das fand ich sehr schade.
Gleichzeitig lässt sich an diesem Roman sehr schön „sehen“, wie sich Liz Moores Schreibstil weiterentwickelt hat. So gut „Der andere Arthur“ auch geschrieben ist – „Der Gott des Waldes“ ist stilistisch noch einmal eine andere Hausnummer.

Fazit:
Eine leise, bewegende Geschichte mit Figuren, die einen auch nach dem letzten Kapitel noch eine Weile begleiten.

Veröffentlicht am 25.01.2026

Vanillekipferl

Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung
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Bereits im ersten Band durften wir die Buchhändlerin und ihre Familie beim Kauf der Wiener Traditionsbuchhandlung im 18. Bezirk begleiten. Nun steht Weihnachten vor der Tür – und mit ihm das alljährliche ...

Bereits im ersten Band durften wir die Buchhändlerin und ihre Familie beim Kauf der Wiener Traditionsbuchhandlung im 18. Bezirk begleiten. Nun steht Weihnachten vor der Tür – und mit ihm das alljährliche Weihnachtsgeschäft. Eine anstrengende Zeit, nicht nur für Kundinnen und Kunden, die Geschenke und Festessen organisieren müssen. Auch für die Autorin und ihre Belegschaft bleibt zwischen Wünschen, Erwartungen und gelegentlichen Mäkeleien kaum Zeit, sich selbst auf das heilige Fest einzustimmen.

Besonders gefallen haben mir Petra Hartliebs kurzweilige und sehr nahbare Schilderungen des Literaturbetriebs. Man fühlt sich schnell selbst wie ein Teil der Belegschaft. Dieses kleine Büchlein eignet sich perfekt für zwischendurch: Man kann es häppchenweise lesen oder auch einfach in einem Rutsch „wegsnacken“.

Ein Backlist-Titel, den man nicht vergessen darf.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Magisch

Magie des Lesens
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Dieses kleine Büchlein ist keine klassische Geschichte, aber auch kein Sachbuch im eigentlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich um eine Sammlung von Texten, die sich mit der Liebe zum Buch beschäftigen.
Annemarie ...

Dieses kleine Büchlein ist keine klassische Geschichte, aber auch kein Sachbuch im eigentlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich um eine Sammlung von Texten, die sich mit der Liebe zum Buch beschäftigen.
Annemarie Stoltenberg versammelt darin Aussagen, Beobachtungen und Anekdoten darüber, wie und warum Menschen lesen. Dabei greift sie nicht nur auf ihre eigenen Erfahrungen zurück, sondern auch auf die Lesegewohnheiten und Erlebnisse verschiedener Persönlichkeiten wie E.T.A. Hoffmann, Charlotte Brontë, Virginia Woolf oder Martin Walser. Einige dieser Einblicke waren für mich neu – und überraschend interessant.
Mit ihrer Geschichtensammlung lotet Stoltenberg den ganz persönlichen Zauber des Lesens aus: Lesen beflügelt die Fantasie, ist Begegnungsstätte und Trostspender und öffnet neue Wege – zu anderen Menschen, aber auch zu sich selbst.

Fazit:
Das richtige Buch zur richtigen Zeit ist einfach magisch.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Zartes Grün, leise Rache

Plant Lady
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Yu-hee ist in ihrem Bürojob unglücklich. Irgendwann hält sie es nicht mehr aus, kündigt und eröffnet in einem zunächst eher abgelegenen Wohnviertel in Sejin einen kleinen Pflanzenshop. Allen Zweifeln zum ...

Yu-hee ist in ihrem Bürojob unglücklich. Irgendwann hält sie es nicht mehr aus, kündigt und eröffnet in einem zunächst eher abgelegenen Wohnviertel in Sejin einen kleinen Pflanzenshop. Allen Zweifeln zum Trotz floriert das Geschäft. Der Laden entwickelt sich schnell über die Grenzen des Viertels hinaus zu einem echten Szene-Tipp.
Yu-hee geht dabei nicht nur mit ihren Pflanzen, sondern auch mit den Tieren in der Nachbarschaft sehr achtsam um. Ihre Toleranz gegenüber Männern, die andere abschätzig behandeln, ist hingegen gleich null. Kein Wunder also, wenn genau diese Personen plötzlich verschwinden.

Übersetzt wurde die Geschichte von Kyong-Hae Flügel.

Minyoung Kang erzählt die Geschichte in einer sehr ruhigen und gefassten Sprache. Sie schildert die Erlebnisse von Yu-hee und den anderen Protagonistinnen zunächst zurückhaltend. Auch wie Yu-hee sich gegen diese Männer zur Wehr setzt, bleibt anfangs ausgespart, wird später eher umschrieben, bis es schließlich doch recht detailliert wird. Zwar war ich anfangs ein wenig enttäuscht, dass die Autorin vieles der eigenen Vorstellungskraft überlässt. Im weiteren Verlauf wurde mir allerdings stellenweise regelrecht schlecht und ich wäre über das Aussparen froh gewesen.
Gecatcht hat mich Minyoung Kang vor allem mit ihrer Protagonistin. Ich habe mit Yu-hee mitgefiebert, sie nicht immer verstanden, aber doch durchgehend gehofft, dass der Kommissar, der im Laufe der Geschichte auftaucht, keinen Erfolg haben wird.

Das Hörbuch wird von Rubina Nath eingesprochen. Der japanisch-deutschen Synchronsprecherin gelingt es hervorragend, Yu-hees ruhige und abgeklärte Art hörbar zu machen. Durch ihre Stimme wird die Geschichte lebendig, und man kommt den Figuren in den einzelnen Szenen erstaunlich nah.

Fazit:
Eine Geschichte, die ruhig daher kommt und gerade durch seine Zurückhaltung überzeugt. Treffend im Hörbuchformat vertont!

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