Zurück nach Nürnberg, zurück zu den Wundern
Books & Coffee - An Wunder muss man glaubenEmilia ist Schauspielerin, Ende zwanzig, und lebt eigentlich in Köln. Doch gerade läuft einfach alles schief. Ihre Rolle in der Serie, in der sie mitspielt, wird ersatzlos gestrichen, die Mitbewohner:innen ...
Emilia ist Schauspielerin, Ende zwanzig, und lebt eigentlich in Köln. Doch gerade läuft einfach alles schief. Ihre Rolle in der Serie, in der sie mitspielt, wird ersatzlos gestrichen, die Mitbewohner:innen setzen sie kurzfristig vor die Tür und auch ihr Freund entscheidet sich ganz plötzlich dafür, zu seiner Exfrau zurückzukehren. Also bleibt Emilia nichts anderes übrig, als in ihre Heimatstadt Nürnberg zurückzukehren – zurück zu ihren Eltern. Doch was nun? In der Anwaltskanzlei ihres Vaters Kaffee kochen? Die alte Jugendliebe Markus wieder „aufwärmen“? Oder ohne Job und ohne Wohnung zurück nach Köln fahren?
Zum Glück begegnet sie Lucy und Klara, zwei Frauen, die bald mehr als nur Bekannte für sie werden. Und sie entdeckt Lucys Café Zuckerzeit – einen Ort voller Erinnerungen, denn hier hat sie schon als kleines Mädchen mit ihrer Oma glückliche Stunden verbracht. Vielleicht ist also doch nicht alles so hoffnungslos, wie es zunächst scheint. Und vielleicht bietet Nürnberg ihr die Chance auf einen echten Neuanfang.
„An Wunder muss man glauben“ ist der zweite Teil der Books & Coffee-Reihe. Im Mittelpunkt steht diesmal Emilia, die wir im ersten Band bereits kurz kennenlernen durften. Besonders gut gefällt mir an dieser Reihe, dass jeder Teil einer anderen Figur gewidmet ist, während Schauplätze und Nebenfiguren vertraut bleiben.
Ein echtes Highlight sind für mich die kurzen Rückblicke in die Vergangenheit: Szenen aus dem ersten Teil werden erneut aufgegriffen, diesmal jedoch aus einer anderen Perspektive. Das sorgt für spannende Aha-Momente und verleiht der Geschichte das gewisse Extra.
Ella Lindberg zeichnet ihre Figuren insgesamt sehr authentisch. Mit ihren Interessen, Empfindungen, Träumen und Sorgen wirken sie nahbar und lebensnah, sodass man sich meist gut in sie hineinversetzen kann. Gleichzeitig muss ich gestehen, dass die Protagonistin Emilia mich diesmal durchaus an die Grenzen meiner Geduld gebracht hat. Ihre eher jammernde, leidende Art zeigt sich nicht nur zu Beginn, sondern zieht sich durch die gesamte Geschichte. Doch nicht jede Figur muss einem durch und durch am Herzen liegen.
Das gleichnamige Hörbuch wird auch diesmal wieder von der Schauspielerin Rebecca Veil eingesprochen. Mit ihrer angenehmen, ruhigen Stimme trägt sie die Geschichte und verleiht ihr genau die richtige Stimmung. Durch ihre feinfühlige Intonation gelingt es ihr, die Hörerschaft mitzunehmen, sodass selbst ruhigere Passagen durchgehend fesselnd bleiben.
Fazit:
Eine unterhaltsamer zweiter Teil der Serie, der neugierig auf den nächsten Band macht.