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Veröffentlicht am 17.03.2026

Tiefgehende Familiengeschichte

Elbland
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Mit diesem Roman präsentiert uns die Autorin eine tiefgehende Familiengeschichte, die angelehnt ist an die Erlebnisse ihrer eigenen Großmutter.
Nach dem Tod ihrer Mutter Irma, um die sich zeitlebens ihre ...

Mit diesem Roman präsentiert uns die Autorin eine tiefgehende Familiengeschichte, die angelehnt ist an die Erlebnisse ihrer eigenen Großmutter.
Nach dem Tod ihrer Mutter Irma, um die sich zeitlebens ihre Tochter Nina gekümmert hat, beginnt diese, Nachforschungen in der Familiengeschichte ihrer Mutter anszustellen. Irma war ein stets unzugänglicher Mensch, den eine gewisse Trauer zu umgeben schien, worüber nach langen Jahren auch schließlich die Ehe der Eltern zerbrach. Das Verhältnis zwischen Nina und ihrer entfernt lebenden Schwester Katja war ebenfalls eher gestört.
Die Geschichte wird in drei Zeitebenen erzählt: rund um das Kriegsende 1945, dann im Rahmen eines Familienurlaubs in Tschechichen im Jahr 1987 und in der Gegenwart, in der Nina sich auf den Weg in die bekannte tschechische Gegend macht um dort Näheres über den Hintergrund ihrer Mutter zu erfahren.
Die Geschichte hat mich sehr berührt und auch mitgenommen. Mit ihrem eindringlichen Schreibstil versteht es die Autorin sehr gut, dem Leser die Gefühlswelt der Charaktere zu vermitteln, wobei gerade in der Gegenwartsebene Nina sehr im Vordergrund steht, deren persönliche Zerrissenheit sehr bildhaft dargestellt wird. Auch wenn ich zu den Figuren keine persönliche Nähe aufbauen konnte, hat mich das hier diesmal nicht gestört, es ist m.E. zum Teil sogar so gewollt, zu schwierig scheint die Vergangenheit der Mutter und die damit verbundenen Auswirkungen auf die gesamte Familie zu sein.
Das Ende des Romans war zwar für micht nicht vorhersehbar, dann aber letzlich doch folgerichtig und für mich auch tatsächlich der Höhepunkt des Buches. Ein Thema, zu dem ich in dieser Art noch nichts gelesen hatte, konnte mich sehr für die Geschichte begeistern, die ich jedem Leser ans Herz legen kann.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Turbulente Reise

Sonne im Gepäck
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Nach "Das Glück in allen Farben" lesen wir hier den zweiten Band rund um das junge Ehepaar Valerie und Tom. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, da notwendige Zusammenhänge kurz und verständlich erklärt ...

Nach "Das Glück in allen Farben" lesen wir hier den zweiten Band rund um das junge Ehepaar Valerie und Tom. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, da notwendige Zusammenhänge kurz und verständlich erklärt werden, dennoch kann ich den Vorband unbedingt allein aufgrund des grossen Lesevergnügens empfehlen.

Die junge Familie hat mittlerweile Nachwuchs bekommen, ein 1 1/2jähriges Zwillingspärchen hält die Eltern auf Trab. Als ein berufliches Kukturprojekt nach Frankreich, Spanien und Portugal ruft, geht es für die kleine Familie kurzentschlossen mit dem Camper quer durch Südeuropa. Bald schon liegen die Nerven blank, gerade Valerie ist hier als Mutter, Ehefrau und Berufstätige mehr als gefordert.

Was für ein kurzweiliger und vergnüglicher Roman! Mit viel Humor und auch Verständnis für die Belange einer jungen Familie, die es auf engstem Raum nicht immer einfach hat, bin ich nur so durch die Zeilen geflogen. Der flotte Schreibstil ließ dabei das Buch viel zu schnell zu Ende gehen. Dabei waren hier die allerliebsten Zwillinge sowie Valeries schwuler Nachbar Vito meine absoluten Lieblingsfiguren, die die ohnehin unterhaltsame Story nochmals zusätzlich auflockerten. Auch die schönen Beschreibungen einiger besuchter Städte haben mit gut gefallen. Man mag sehr gespannt sein, wie es mit der Familie beruflich als auch privat weiter geht. Ich bin auf jeden Fall gerne wieder mit dabei!

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Gut recherchierter historischer Roman

Die Kryptografin
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Wir befinden uns in München zu Beginn der 50er Jare und treffen auf Margot, die jüngere Schwester aus den "Fräulein Lena"-Büchern. Hier steht Margots Geschcihte im Mittelpunkt, der Roman ist absolut eigenständig, ...

Wir befinden uns in München zu Beginn der 50er Jare und treffen auf Margot, die jüngere Schwester aus den "Fräulein Lena"-Büchern. Hier steht Margots Geschcihte im Mittelpunkt, der Roman ist absolut eigenständig, es macht aber Freude, nebenbei von bekannten Figuren oder Handlungen noch kurz zu lesen.

Margot ist eine hervorragende und begabte Studentin der Mathematik und erhält eines Tages das Angebot, für den Bundesnachrichtendienst zu arbeiten und verschlüsselte Nachrichten zu dechiffrieren. Sie nimmt das Angebot an, sieht aber in diesem männerdominierten Job großen Schwierigkeiten entgegen, zumal sie im privaten Umfeld den Hintergrund ihrer Tätigkeit nicht preisgeben darf.

Ich habe hier mit Begeisterung eine sehr interessante Geschichte mit toll recherchiertem Hintergrund gelesen, zu dieser Thematik war mir bislang noch nichts bekannt. Margot ist eine zielstrebige und auch sehr sympathische Figur, die mit ihrer Freundin durch dick und dünn geht. Auch die Liebe kommt hier nicht zu kurz, eine Geschichte, die ich als sehr unterhalsam und kurzweilig empfunden habe und die sich sehr flüssig lesen läßt. Gerne eine Leseempfehlung von mir verbunden mit der vollen Punktzahl!

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Krisenmann - Männerkrise

Wir Freitagsmänner
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Unser Protagonist Henri - Mittfünfziger - hat durch eine Affäre zuerst seine Ehe zerstört und nun ist ihm auch noch tatsächlich die Affäre weggelaufen. Was tun? Sich die Wunden lecken und über sein Leben ...

Unser Protagonist Henri - Mittfünfziger - hat durch eine Affäre zuerst seine Ehe zerstört und nun ist ihm auch noch tatsächlich die Affäre weggelaufen. Was tun? Sich die Wunden lecken und über sein Leben sinnieren, seinen treuen Freund Felix immer an seiner Seite.
Als Frau in den besten Jahren kennt man sich mich den Wechseljahren ja nun bestens aus, aber versteht einer die Männer mit ihrer sogenannten Midlifecrisis? Auf humorvolle Art und Weise gibt der Autor hier einem "Betroffenen" eine Stimme, mit viel Wortwitz und Ironie, dennoch aber durchaus auch selbstreflektiert begleiten wir Henri durch einen Teil seiner zweiten Lebenshälfte. Was habe ich doch zwischendurch gelacht. Auch wenn hier so einige Klischees mehr als bedient werden, so ist die Geschichte doch sehr witzig und unterhaltsam gehalten, locker geschrieben und immer mit einem leichten Augenzwinkern zwischen den Zeilen. Den kurzweiligen Roman konnte ich flott und schnell lesen und empfehle ihn sowohl Männern als auch Frauen, in welchen "besten Jahren" sie sich zur Zeit auch befinden mögen, denn das liegt ja eh immer auch im Auge des Betrachters!

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Spannender Historienroman

Das Haus in Charlottenburg
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Wir befinden uns in Berlin, Ende des 19. Jahrhunderts, die Wohnungsnot ist groß. Auch die junge begabte Schneiderin Elise lebt mit ihrer Mutter und den beiden Geschwistern auf engstem Raum mit Blick auf ...

Wir befinden uns in Berlin, Ende des 19. Jahrhunderts, die Wohnungsnot ist groß. Auch die junge begabte Schneiderin Elise lebt mit ihrer Mutter und den beiden Geschwistern auf engstem Raum mit Blick auf triste Hinterhöfe, träumt von einem besseren Job und einer anständigen Wohnung. Per Zufall begegnet sie dem Architekten Johann, der sich gemeinsam mit seinem Freund Louis ein Projekt auf die Fahnen geschrieben hat, bei dem durch genossenschaftlichen Wohnungsbau den Mietern endlich wieder mehr Rechte zukommen sollen und ihnen auch eine angemessene Wohnsituation verschaffen soll. Auch Elise beginnt, von diesem Projekt zu träumen und sich dafür einzusetzen. Doch vielen Grundbesitzern, allen voran Louis' vermögender Mutter Leonora, ist die Genossenschaft ein Dorn im Auge, fürchten sie doch um ihre gut fließenden Einküfte...

Die Geschichte hat mich absolut umgehauen. Was sich zunächst nur als historisch gut recherchierte Geschichte rund um die Wohnungsnot in Berlin andeutete, entwickelte sich im Verlauf fast zu einem Thriller, so haben sich nach und nach die Ereignisse rund um die skrupellose Leonora überschlagen, so dass man kaum zum Atemholen kam. Eine so abwechslungsreiche und spannende Geschichte habe ich lange nicht mehr gelesen. Themen wie Freundschaften, zarte Romanzen, aber auch Not und Zerrissenheit sowie absoluter Geschäftssinn bis hin zu kriminellen Elementen beherrschen diesen Roman, ohne hierbei zu viel zu wollen. Alles passte genau zusammen und am Ende machte alles einen Sinn. Großes Kino, von der Autorin würde ich gerne mehr lesen!

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