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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2026

Gut recherchierter historischer Roman

Die Kryptografin
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Wir befinden uns in München zu Beginn der 50er Jare und treffen auf Margot, die jüngere Schwester aus den "Fräulein Lena"-Büchern. Hier steht Margots Geschcihte im Mittelpunkt, der Roman ist absolut eigenständig, ...

Wir befinden uns in München zu Beginn der 50er Jare und treffen auf Margot, die jüngere Schwester aus den "Fräulein Lena"-Büchern. Hier steht Margots Geschcihte im Mittelpunkt, der Roman ist absolut eigenständig, es macht aber Freude, nebenbei von bekannten Figuren oder Handlungen noch kurz zu lesen.

Margot ist eine hervorragende und begabte Studentin der Mathematik und erhält eines Tages das Angebot, für den Bundesnachrichtendienst zu arbeiten und verschlüsselte Nachrichten zu dechiffrieren. Sie nimmt das Angebot an, sieht aber in diesem männerdominierten Job großen Schwierigkeiten entgegen, zumal sie im privaten Umfeld den Hintergrund ihrer Tätigkeit nicht preisgeben darf.

Ich habe hier mit Begeisterung eine sehr interessante Geschichte mit toll recherchiertem Hintergrund gelesen, zu dieser Thematik war mir bislang noch nichts bekannt. Margot ist eine zielstrebige und auch sehr sympathische Figur, die mit ihrer Freundin durch dick und dünn geht. Auch die Liebe kommt hier nicht zu kurz, eine Geschichte, die ich als sehr unterhalsam und kurzweilig empfunden habe und die sich sehr flüssig lesen läßt. Gerne eine Leseempfehlung von mir verbunden mit der vollen Punktzahl!

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Krisenmann - Männerkrise

Wir Freitagsmänner
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Unser Protagonist Henri - Mittfünfziger - hat durch eine Affäre zuerst seine Ehe zerstört und nun ist ihm auch noch tatsächlich die Affäre weggelaufen. Was tun? Sich die Wunden lecken und über sein Leben ...

Unser Protagonist Henri - Mittfünfziger - hat durch eine Affäre zuerst seine Ehe zerstört und nun ist ihm auch noch tatsächlich die Affäre weggelaufen. Was tun? Sich die Wunden lecken und über sein Leben sinnieren, seinen treuen Freund Felix immer an seiner Seite.
Als Frau in den besten Jahren kennt man sich mich den Wechseljahren ja nun bestens aus, aber versteht einer die Männer mit ihrer sogenannten Midlifecrisis? Auf humorvolle Art und Weise gibt der Autor hier einem "Betroffenen" eine Stimme, mit viel Wortwitz und Ironie, dennoch aber durchaus auch selbstreflektiert begleiten wir Henri durch einen Teil seiner zweiten Lebenshälfte. Was habe ich doch zwischendurch gelacht. Auch wenn hier so einige Klischees mehr als bedient werden, so ist die Geschichte doch sehr witzig und unterhaltsam gehalten, locker geschrieben und immer mit einem leichten Augenzwinkern zwischen den Zeilen. Den kurzweiligen Roman konnte ich flott und schnell lesen und empfehle ihn sowohl Männern als auch Frauen, in welchen "besten Jahren" sie sich zur Zeit auch befinden mögen, denn das liegt ja eh immer auch im Auge des Betrachters!

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Spannender Historienroman

Das Haus in Charlottenburg
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Wir befinden uns in Berlin, Ende des 19. Jahrhunderts, die Wohnungsnot ist groß. Auch die junge begabte Schneiderin Elise lebt mit ihrer Mutter und den beiden Geschwistern auf engstem Raum mit Blick auf ...

Wir befinden uns in Berlin, Ende des 19. Jahrhunderts, die Wohnungsnot ist groß. Auch die junge begabte Schneiderin Elise lebt mit ihrer Mutter und den beiden Geschwistern auf engstem Raum mit Blick auf triste Hinterhöfe, träumt von einem besseren Job und einer anständigen Wohnung. Per Zufall begegnet sie dem Architekten Johann, der sich gemeinsam mit seinem Freund Louis ein Projekt auf die Fahnen geschrieben hat, bei dem durch genossenschaftlichen Wohnungsbau den Mietern endlich wieder mehr Rechte zukommen sollen und ihnen auch eine angemessene Wohnsituation verschaffen soll. Auch Elise beginnt, von diesem Projekt zu träumen und sich dafür einzusetzen. Doch vielen Grundbesitzern, allen voran Louis' vermögender Mutter Leonora, ist die Genossenschaft ein Dorn im Auge, fürchten sie doch um ihre gut fließenden Einküfte...

Die Geschichte hat mich absolut umgehauen. Was sich zunächst nur als historisch gut recherchierte Geschichte rund um die Wohnungsnot in Berlin andeutete, entwickelte sich im Verlauf fast zu einem Thriller, so haben sich nach und nach die Ereignisse rund um die skrupellose Leonora überschlagen, so dass man kaum zum Atemholen kam. Eine so abwechslungsreiche und spannende Geschichte habe ich lange nicht mehr gelesen. Themen wie Freundschaften, zarte Romanzen, aber auch Not und Zerrissenheit sowie absoluter Geschäftssinn bis hin zu kriminellen Elementen beherrschen diesen Roman, ohne hierbei zu viel zu wollen. Alles passte genau zusammen und am Ende machte alles einen Sinn. Großes Kino, von der Autorin würde ich gerne mehr lesen!

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Angekommen in der Neuen Welt

Unter fremden Himmeln
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Neuguinea, Ende des 19. Jahrhunderts. Die Familie Berger ist auf der Insel angekommen, um dort als Siedler einer deutschen Kolonie einen Neustart zu wagen. In diesem mittlerweile zweiten Band der Saga ...

Neuguinea, Ende des 19. Jahrhunderts. Die Familie Berger ist auf der Insel angekommen, um dort als Siedler einer deutschen Kolonie einen Neustart zu wagen. In diesem mittlerweile zweiten Band der Saga erfahren wir, wie es weitergeht. Nachdem der Vorband bei mir noch sehr präsent war, habe ich direkt sehr gut wieder in die Geschichte hineingefunden, einer Geschichte voller Hoffnung und persönlichem Glück, aber auch großen Schwierigkeiten in der neuen noch so fremden Heimat, treffen doch unterschiedliche Kulturen aufeinander sowie auch persönliche Befindlichkeiten. Die Autorin hat es wieder meisterhaft verstanden, gut recherchierte Historie zu verbinden mit dem schwierigen Leben vor Ort, dabei sind die Umgebungsbeschreibungen so plastisch gelungen, dass man sich oft direkt an der Seite der Siedler im Dschungel gesehen hat. Spannende Verstrickungen der einzelnen Figuren, die nicht immer gut ausgehen, wechseln sich ab mit einem positiven Blick in die Zukunft. Manchmal überschlagen sich zwischendurch die Ereignisse so dermaßen, dass ich das Buch beim Lesen kaum aus der Hand legen konnte und immer wissen wollte, wie es bei den einzelnen Handlungssträngen weitergeht. Die Folgegeneration steht nun auch bereits in den Startlöchern, so dass man bei einem für den Herbst geplanten Folgeband gespannt sein darf, welche Abenteuer hier noch so warten, die Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt! Von mir eine große Leseempfehlung, für alle, die gerne historische Romane lesen und sich dabei in ferne Länder träumen!

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Atmosphärische Geschichte

Mathilde und Marie
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Von ullap64

Die junge Marie hat das Gefühl, aus ihrem Leben und Umfeld in Paris ausbrechen zu müssen und setzt sich kurzerhand in den Zug. Dort trifft sie auf die ältere Jolina, die sich um Marie kümmert ...

Von ullap64

Die junge Marie hat das Gefühl, aus ihrem Leben und Umfeld in Paris ausbrechen zu müssen und setzt sich kurzerhand in den Zug. Dort trifft sie auf die ältere Jolina, die sich um Marie kümmert und sie mitnimmt in ihren Heimatort Redu, ein kleines sogenanntes Bücherdorf in den belgischen Ardennen. Dort soll Marie erst einmal zu sich finden, die Dorfbewohner sind zunächst zurückhaltend, vor allem die etwas schrullig wirkende Mathilde, die ebenfalls mit etwas in ihrem Innern zu kämpfen scheint.
Wow, was für ein wunderbares Buch! Wer Ruhe sucht, und sei es nur für eine Buchlänge, ist hier genau richtig aufgehoben. Als Leser kann man sich richtig fühlen wie Marie, die ich so gerne durch ihre Zeit in Redu begleitet habe. So ein wunderbares kleines Dorf, bei dem der Autor uns erläutert, dass es auch in der Wirklichkeit existiert, in dem es diversere kleine Buchläden gibt, die sich zum Teil thematisch spezialisiert haben, möchte man doch tatsächlilch mal kennenlernen. Die Bewohner scheinen alle in sich zu ruhen, diese ganz eigene Atmosphäre springt beim Lesen durch den ruhigen Schreibstil aus jeder Zeile und hat mich als Leser so richtig geerdet. Alle Charaktere habe ihre eigene Berechtigung und machen das Dorf zu dem, was es schließlich ist, Zusammenhalt wird hier groß geschrieben und es wird kein Unterschied zwischen alt und jung, arm oder reich, krank oder gesund gemacht.
Sehr gerne habe ich die Geschichte als meinen eigenen kleinen Rückzugsort während des Lesens gesehen, eine absolute Empfehlung!

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