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Veröffentlicht am 24.02.2026

Einfach immer wieder lesenswert

Ronja Räubertochter
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Aus dem Schwedischen von Anna-Liese Kornitzky

Wie so viele von euch bin ich mit den Geschichten von Astrid Lindgren aufgewachsen und es freut mich immer sehr, dass ich als Erwachsene noch einmal einen ...

Aus dem Schwedischen von Anna-Liese Kornitzky

Wie so viele von euch bin ich mit den Geschichten von Astrid Lindgren aufgewachsen und es freut mich immer sehr, dass ich als Erwachsene noch einmal einen ganz anderen Zugang zu ihren Geschichten finden darf. Mein liebstes Buch von Lindgren ist "Die Brüder Löwenherz", allerdings muss ich sagen, dass ich noch längst nicht alle ihre Bücher gelesen habe.
Mein erneutes Eintauchen in "Ronja Räubertochter" hat mir wunderbare Lesestunden beschert, in mir die Vorfreude auf den Frühling geweckt und mich einmal mehr entdecken lassen, wie fortschrittlich Lindgren ihre Kinderbücher konzipiert hat. Freundschaft und Familie spielen eine grosse Rolle, das Erwachsenwerden und das Einstehen für die eigenen Werte und die Menschen, die man liebt. Die mutige Ronja behauptet sich gegen ihren Vater und seine Räuberbande und setzt sich ein für ihre Unabhängigkeit und ihren Freund Birk ein, der seinerseits ebenfalls gegen veraltete Vorstellungen seiner Familie ankämpfen muss.
Zahlreiche fantasievoll beschriebene Fabelwesen, Wildpferde und Erlebnisse im Wald und auf der Räuberburg machen das Buch zu einem spannenden, unterhaltsamen Leseerlebnis und die liebevollen und auch sehr bekannten Illustrationen von Ilon Wikland komplettieren das Werk.

Lindgrens Bücher eignen sich vom Vorlesen, zum Erstlesen und zum erneuten Lesen als erwachsene Person und die wunderschöne Ausgabe von "Ronja Räubertochter" kann ich euch dafür nur sehr herzlich empfehlen.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Dieses Buch macht einfach Spass und zaubert einen angenehmen, genussvollen Sommer herbei

Glück ist, wenn man trotzdem liebt
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Inhalt:
Die Floristin Isabelle liebt ihre täglichen Routinen. Ihr Alltag ist entsprechend geplant und für Spontaneität ist nicht viel Platz. Das Chaos beginnt, als der Besitzer ihres Lieblingsrestaurants ...

Inhalt:
Die Floristin Isabelle liebt ihre täglichen Routinen. Ihr Alltag ist entsprechend geplant und für Spontaneität ist nicht viel Platz. Das Chaos beginnt, als der Besitzer ihres Lieblingsrestaurants wechselt und sie nicht mehr täglich vietnamesische Nudelsuppe zu Mittag essen kann. Der neue Koch Jens macht es ihr gar nicht leicht, ihren Essensgewohnheiten treu zu bleiben und auch sonst lockt er sie ziemlich aus der Reserve. Dazu kommt noch, dass eine ihrer besten Freundinnen aufs Land ziehen will und dass der Blumenladen, in dem Isabelle arbeitet, mit einigen Problemen zu kämpfen hat, denen sie aber sehr beherzt und mit grossem Ideenreichtum entgegentritt.

Meine Meinung:
Die beiden - übrigens komplett unabhängig zu lesenden - Vorgängerbände haben mir schon sehr gut gefallen, dieser dritte Band hat mich aber komplett begeistert und einfach nur wunderbar unterhalten. Die einzige Figur, die bisher in jedem Band vorkam, ist der Taxifahrer Knut, der in diesem Band ein wenig mehr in den Vordergrund rücken darf, was mir gut gefallen hat. Auch die Protagonistin Isabelle hat mich für sich eingenommen. Besonders gut gefallen hat mir, dass sie jeder Herausforderung des Alltags mit viel Kreativität begegnet und dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie steht für sich ein, ist für ihre Mitmenschen da und sammelt ihre ganz persönlichen Glücksmomente.
Auch Merle, die kleine Schwester von Jens, hätte ich gerne kennengelernt und ich finde generell, dass die Figuren in diesem Band besonders liebevoll und nahbar gestaltet sind. Ein weiterer Pluspunkt bekommt der Roman übrigens für die vielen toll beschriebenen kulinarischen Highlights, die Genussmomente, das Sommerfeeling (obwohl ich Sommer eigentlich nicht mag) und die Abendstimmungen.

Meine Empfehlung:
Dieses Buch macht einfach Spass, zaubert einen angenehmen, genussvollen Sommer herbei und ist bisher mein liebster Band der Reihe. Ich empfehle es euch für gemütliche und unterhaltsame Lesestunden sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Eine Liebeserklärung an Schnecken, Langsamkeit und das Leben selbst

Das Geräusch einer Schnecke beim Essen
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Inhalt:
Als Elisabeth Bailey - durch eine schwere Erkrankung seit Monaten bettlägerig - von einer Freundin ein Veilchen mit einer lebenden Schnecke im Blumentopf geschenkt bekommt, ahnt sie noch nicht, ...

Inhalt:
Als Elisabeth Bailey - durch eine schwere Erkrankung seit Monaten bettlägerig - von einer Freundin ein Veilchen mit einer lebenden Schnecke im Blumentopf geschenkt bekommt, ahnt sie noch nicht, dass ihr Alltag schon ganz bald von diesem kleinen Wesen und dessen Verhalten geprägt wird. Während ihrer kräftezehrenden Genesung schenkt ihr die Schnecke Ablenkung, Struktur und Inspiration und innerhalb von kürzester Zeit ist dieses kleine Wesen nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken.

Meine Meinung:
Schnecken gehören seit meiner Kindheit zu meinen liebsten Tieren und das Buch von Elisabeth Tova Bailey stand deshalb schon sehr lange auf meiner Wunschliste. Zum Glück habe ich es dann von einem lieben Freund geschenkt bekommen und habe es nun innerhalb von wenigen Tagen verschlungen.
Bailey gelingt es, ihre schwere Erkrankung, ihre Verzweiflung und ihre Hoffnungslosigkeit eindringlich in Worte zu fassen. Sie kämpft täglich dafür, gesund zu werden und trotzdem ist sie bereit, sich komplett auf das kleine Wesen in ihrem sonst eher eintönigen Leben einzulassen.
Bailey verbindet in diesem Buch Erinnerungen aus ihrem Krankenhausalltag mit nachträglich recherchierten wissenschaftlichen Fakten rund um Schnecken und schafft es gleichzeitig, allen Menschen, welche sie in ihrer dunkelsten Zeit unterstützt haben, ein Denkmal zu setzen und Faszination und Respekt für ein komplett unterschätztes Wesen aufkommen zu lassen. Die Kapitel sind mit passenden Zitaten überschrieben und im Anhang findet sich ein ausführliches Quellenverzeichnis, das zum Stöbern und zum weiteren Lesen einlädt.

Meine Empfehlung:
Erinnerungen, Emotionen, Fakten, Zitate, weiterführende Literatur...dieses Buch ist ein Gesamtkunstwerk, ein kleiner Schatz im Bücherregal, eine Liebeserklärung an das Leben, das Staunen und Entdecken. Ich empfehle es euch sehr gerne weiter und möchte euch ans Herz legen, es gebraucht zu kaufen oder zu leihen, um den Verlag nicht zu unterstützen. Auf meinem Blog und bei Instagram nenne ich ihn nicht, wird nicht genannt und verlinkt, weil er eine Autorin rassistisch beleidigt hat und deswegen keine Aufmerksamkeit verdient.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Herzerwärmend und sehr unterhaltsam

Aufrappeln
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Hinweis:
Dies ist eine lose Fortsetzung von "Prima Aussicht", ich empfehle euch, zuerst "Prima Aussicht zu lesen.

Inhalt:
Judith wird von ihrem Freund verlassen und muss sich als nun getrennt vom Vater ...

Hinweis:
Dies ist eine lose Fortsetzung von "Prima Aussicht", ich empfehle euch, zuerst "Prima Aussicht zu lesen.

Inhalt:
Judith wird von ihrem Freund verlassen und muss sich als nun getrennt vom Vater ihres Kindes lebende Mutter nicht nur mit einer Rattenplage, sondern auch mit dieser für sie ganz neuen Form der Elternschaft auseinandersetzen. Wie bringt man das Hin und Her dieser Situation mit Flirtereien im Ausgang, dem alltäglichen Geldverdienen und dem Umzug in ein neues Zuhause unter einen Hut? Den Figuren gelingt dies manchmal ganz und manchmal gar nicht und dies alleine sorgt schon für wundervollste, herzerwärmendste Unterhaltung.

Meine Meinung:
Wie schon mit ihrem ersten Roman "Prima Aussicht" hat mich Judith Poznan mit "Aufrappeln" komplett für sich eingenommen. Und obwohl die - autofiktiv erzählte - Protagonistin Judith und ich nicht wirklich viel gemeinsam haben, fühlte ich mich ihr beim Lesen sehr verbunden. Die tragisch-komischen Szenen, der aus Traurigkeit und Verzweiflung entstehende Humor, die Erinnerungen an alte Schulschwärmereien und die Verknüpfung der Handlung mit aktuellem und vergangenem Zeitgeschehen machen diesen kurzen Roman zu einer sehr unterhaltsamen und zugleich auch nachdenklich und hoffnungsvoll stimmenden Lektüre.

Schreibstil und Aufbau:
Poznan gelingt es wie keiner zweiten, aus den einfachsten Alltagssituationen eine Nostalgie und Sehnsucht entstehen zu lassen, die ihresgleichen sucht. Und dennoch sind diese teilweise tieftraurigen Szenen alles andere als zermürbend oder entmutigend. Vielmehr gelingt es der Autorin, ihre Figuren nach jedem Fall wieder aufstehen und neuen Mut schöpfen zu lassen. Poznan zu lesen ist, wie einer ein wenig chaotischen und unendlich liebenswerten Freundin beim Erzählen zuzuhören und dieser Stil macht einfach Lust auf mehr.

Meine Empfehlung:
Natürlich empfehle ich auch auch "Aufrappeln" von Judith Poznan und möchte euch aber zuerst "Prima Aussicht" ans Herz legen. Ich freue mich schon sehr auf weitere Texte der Autorin.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Bestürzend und bewegend

Kennedys Hirn
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Inhalt:
Die angesehene Archäologin Louise Cantor erlebt, was keine Mutter erleben sollte: ihr Sohn verstirbt plötzlich. Beim Sichten seiner wenigen persönlichen Dinge realisiert sie, dass sie ihn eigentlich ...

Inhalt:
Die angesehene Archäologin Louise Cantor erlebt, was keine Mutter erleben sollte: ihr Sohn verstirbt plötzlich. Beim Sichten seiner wenigen persönlichen Dinge realisiert sie, dass sie ihn eigentlich kaum gekannt hat und dass er vor allem einer brisanten Sache auf der Spur war. Der Verdacht, dass er vielleicht ermordet worden ist, wächst in ihr und sie stürzt sich in eigene Ermittlungen.
Dabei entdeckt sie mehr und mehr menschliche Abgründe und bringt sich selber in grosse Gefahr.

Meine Meinung:
Henning Mankell gehört seit jeher zu meinen liebsten Autoren. Viele kennen ihn für seine schwedischen Krimis mit Tiefgang, viel Gesellschaftskritik und einer schweren, aber wunderschönen Melancholie im Schreibstil und natürlich ist er bekannt für seinen Kommissar Wallander. Er hat aber auch berührende und bestürzende Romane geschrieben, die in Afrika spielen. In "Kennedys Hirn" vereint er Spannung, Afrika, den Schmerz einer trauernden Mutter und menschliche Bösartigkeit auf grandiose Weise. Der Inhalt dieses Buches ist heftig und hat mich einige Male leer schlucken lassen. Wegschauen ist aber keine Option und Mankell führt uns mit seiner mutigen Protagonistin sanft durch seine packende und bewegende Geschichte.

Schreibstil und Aufbau:
Auf Mankells Schreibstil muss man sich einlassen, ich geniesse dieses Eintauchen aber immer sehr. Bei anderen Autor*innen stört es mich oft, wenn sehr langsam erzählt wird. Mankell schafft es aber, seine Geschichten mit viel Atmosphäre, starken Emotionen und vor allem nahbaren Figuren mit Ecken und Kanten auszustatten. Seinen Schreibstil würde ich wohl mittlerweile an nur wenigen Sätzen erkennen und bei diesem Spannungsroman/Krimi hat mir besonders gut gefallen, dass die Erzählsprache von Unverständnis und Zorn getrieben ist. Vom Zorn eines schreibenden Menschen, der in die tiefsten und dunkelsten Ecken des Menschseins geblickt hat und immer noch nicht fassen kann, was er dabei erkennen musste.

Meine Empfehlung:
Ich fürchte mich schon vor dem Tag, an dem ich alle noch verbleibenden Bücher von Henning Mankell gelesen habe und mich auf keine weiteren Werke von ihm freuen kann. Er war einfach ein einzigartiger Erzähler und sogar seine älteren Krimis sind nach wie vor hochaktuell und brisant. Auch diesen sehr gesellschaftskritischen Krimi (oder vielleicht eher Spannungsroman) möchte ich euch sehr gerne weiterempfehlen.

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