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Veröffentlicht am 03.04.2026

Packender zweiter Teil

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
5

Nachdem mich bereits der erste Band der Reihe um Gynäkologin Eva Mertens sehr gut gefallen hat, habe ich mich gefreut auch den Folgeband lesen zu dürfen.


Mich konnte "Gefährlicher Besuch" wieder fesseln ...

Nachdem mich bereits der erste Band der Reihe um Gynäkologin Eva Mertens sehr gut gefallen hat, habe ich mich gefreut auch den Folgeband lesen zu dürfen.


Mich konnte "Gefährlicher Besuch" wieder fesseln und war von der ersten Seite an in der Geschichte gefangen. Dieser titelgebende gefährliche Besuch passiert bereits auf den ersten Seiten, als ein fremder Mann und eine hochschwangere junge Frau spätabends an der Tür von Gynäkologin Dr. Eva Mares läuten und um Hilfe bitten. Als sie die Frau versorgt hat, bittet sie Eva am nächsten Tag ins Krankenhaus zu kommen. Am Morgen findet sie einen Hilferuf auf ihrem Badezimmerspiegel und hofft, dass die junge Frau in der Klinik auftauchen wird - jedoch vergeblich. Von Schuldgefühlen getrieben versucht Eva herauszufinden, wo das ungleiche Pärchen abgeblieben sein könnte und gerät bald selbst in Gefahr.

Zur gleichen Zeit sucht die Polizei in Bremen nach einer verschwundenen Frau. Polizistin Mina kennt diese bereits aus einem Einsatz, bei der sie vor Monaten wegen häuslicher Gewalt zu Hilfe gerufen wurde. Das bringt auch Kommissarin Frauke Herrschmann auf den Plan, die damals beim Kriminalfall rund um Eva und ihrer Familie ermittelt hat.

Die Kapitel sind kurz gehalten und werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Über den jeweiligen Abschnitt steht der Name der jeweiligen Protagonistin. Besonders stark sind die Kapitel unter dem Namen "Sie". Man rätselt wer das Opfer ist und leidet mit ihr richtig mit. Diese Abschnitte sind auch teilweise sehr bewegend.
Besonders im letzten Drittel nimmt die Handlung richtig Fahrt auf und man kann den Thriller nicht mehr aus der Hand legen.
Die Charaktere sind authentisch gezeichnet. Vor allem Gynäkologin Eva Mares ist eine sehr starke Protagonistin, die sich trotz ihrer persönlichen Probleme aus der Vergangenheit für andere einsetzt. Besonders gefallen hat mir, dass sie hier nicht nur in ihrer Rolle als Ärztin, sondern auch als Mensch und Mutter gezeigt wird. Es gibt diesmal etwas Familienbezug und auch einen Vierbeiner, der einziehen wird.

Die Geschichte ist intensiv und emotional, temporeich und fesselnd. Es werden wichtige Themen, wie häusliche Gewalt, Angst und weitere traumatische Erlebnisse aufgegriffen. Gleichzeitig zeigt die Autorin aber auch auf, dass Mut, Zusammenhalt und die Kraft, trotz allem weiterzumachen, Sinn macht.
Neben den spannenden Elementen bekommen wir auch jede Menge Lokalkolorit. Setting ist unter anderem Bremen. Die Stadt und das Umland wird sehr bildhaft beschrieben.
Das Ende überrascht und hat mir gut gefallen.

Fazit:
Mich konnte auch der zweite Band wieder an die Seiten fesseln. Die Autorin beherrscht schwierige Themen perfekt und setzt diese grandios um. Ich empfehle den Thriller gerne weiter, aber rate unbedingt zuerst Band 1 zu lesen.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Dystopie mit Romance-Anteil

To Cage a Wild Bird
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In Dividium werden die Menschen in drei Sektoren unterteilt: in den oberen, den mittleren und den untersten Sektor. Jeder davon hat einen eigenen Anführer und diese bilden gemeinsam den Rat des Landes. ...

In Dividium werden die Menschen in drei Sektoren unterteilt: in den oberen, den mittleren und den untersten Sektor. Jeder davon hat einen eigenen Anführer und diese bilden gemeinsam den Rat des Landes. Die meisten Menschen leben auf dem kleinsten Raum im untersten Sektor. Hier herrscht Lebensmittelknappheit und jedes kleinste Vergehen wird schwer bestraft. Unweigerlich führt der Weg nach Endlock - einem Gefängnis, wo jeder mit dem Leben bezahlt. Reiche Bürger aus der Oberschicht können sich eine Jagdlizenz, sowie einen Insassen kaufen, den es zu jagen und zu töten gilt.

Die 23jährige Raven, deren Eltern in Endlock ihr Leben verloren haben, versorgt seitdem ihren jüngeren Bruder Jed. Als Kopfgeldjägerin arbeitet sie ungewollt für das System, um sich und Jed durchzubringen. Als ihr Bruder in Schwierigkeiten gerät und nach Endlock geschickt wird, schleust sie sich mit Hilfe der Freundin ihrer Mutter, die zur Rebellion gehört, ein. Sie muss Jed beschützen und aus dem Gefängnis holen - auch wenn es bisher niemanden gelungen ist Endlock lebend zu verlassen.

Was für eine coole Beschreibung, die einem automatisch sofort an Panem denken lässt. Vergleiche sind nicht ungewollt, denke ich. Gestört hat es mich nicht, denn die Jagd und die Welt sieht in Endlock anders aus und als Panem Fangirl freut man sich eine Dystopie mit Ähnlichkeiten lesen zu können.

Die erste Hälfte war extrem spannend und ich war mir sicher ein 5 Sterne Buch zu lesen. Die Story war fesselnd und Raven ein toller Charakter, der sich im Laufe der Handlung weiterentwickelt. Zu Beginn ist sie noch eine Einzelkämpferin, bemerkt jedoch, dass sie in Endlock nur mit Hilfe von anderen eine längere Überlebenschance hat. Denn auch hinter den Mauern bestehen Hierarchien unter den Häftlingen, die von den Wärtern bestimmt werden. Wer eine Jagd lebend übersteht steigt automatisch in der Hierarchie und bekommt eine bessere Unterkunft und Nahrung.

Leider fiel in der Mitte der Spannungsbogen etwas ab und ich fühlte die Bedrohung für Raven und Jed nicht mehr ganz so stark. Grund war vor allem Vale, ein Wachmann, der ihr einige Male zur Seite steht. Dabei kam es im Laufe der Geschichte die für mich nicht wirklich benötigten spicy Szenen. Es war noch im Rahmen, aber ich frage mich langsam, ob im Moment wirklich jedes Buch - egal welches Genre - erotische Szenen benötigt? Verkaufen sich dadurch die Bücher besser? Außerdem entwickelte sich die Liebesgeschichte für mich zu schnell, obwohl bei der Buchbeschreibung "slow burn Romance" angegeben wird. Naja, dass ich kein Fan von Liebesgeschichten oder spicy Szenen - vor allem in Thriller oder Dystopien bin - ist natürlich zu berücksichtigen bei meiner Rezension.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt waren für mich die Kameras, die teilweise ausgeschalten waren. Dies gab natürlich Vale und Raven Gelegenheit sich näher zu kommen, aber realistisch fand ich das in einem Hochsicherheitsgefängnis nicht. Das Setting in Endlock selbst konnte ich mir gut vorstellen. Die Jagd der Elite von Dividium auf die Menschen aus dem untersten Sektor ist hässlich. Bei Panem fand ich es aber schlimmer. Das lag wahrscheinlich daran, dass sich Kinder gegenseitig umbringen bzw. man auch die einzelnen Charaktere kennenlernt. Hier lernt man nur eine der Jägerinnen kennen, die immer wieder vorbei kommt und auch eine ganz bestimmte Rolle spielt. Die anderen Jäger bleiben unsichtbar.

Trotz der kleinen Kritikpunkte fand ich die Dystopie fesselnd und zu Ende hin zieht die Spannungskurve nochmals kräftig an. Leider gibt es am Ende einen Cliffhanger und keine Angabe, wann Band 2 erscheinen wird. Am liebsten würde ich sofort weiterlesen.....


UPDATE: Gerade heute habe ich eine Story auf Instagram von der Autorin gesehen, die Band zwei im englischsprachigen Raum für Februar 2027 ankündigt!

Fazit:
Eine fesselnde Dystopie, die mir sehr gut gefallen hat und die ich auf jeden Fall weiterlesen werde. Wer Panem mochte kann auch hier zugreifen und mit Raven in Endlock ums Überleben kämpfen.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Mathilde und die Vergangenheit

Felix Blom - Mord an der Spree
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Obwohl ich die historischen Wien Romane um August Emmerich und Ferdinand Winter der Autorin bevorzuge, habe ich dem dritten Band ihrer Felix Blom Reihe schon hin gefiebert. Ich habe sogar ein signiertes ...

Obwohl ich die historischen Wien Romane um August Emmerich und Ferdinand Winter der Autorin bevorzuge, habe ich dem dritten Band ihrer Felix Blom Reihe schon hin gefiebert. Ich habe sogar ein signiertes Exemplar bei Thalia ergattert, was ich erst nach meinem Kauf bemerkt habe! Nun habe ich schon drei von Alex Beer signierte Bücher, denn ich war auch schon zwei Mal bei einer Lesung von ihr.

Aber nun zum dritten Felix Blom Teil, der "Mord an der Spree" heißt und mit dem Tod einer Prostituierten beginnt. Für Mathilde ist es diesmal jedoch kein Mord wie jeder andere, sondern er führt sie zurück in ihre Vergangenheit.
Damals, am Ostersonntag vor neun Jahren, machen Mathilde und ihre Freundinnen Charlotte, Agnes und Antonia einen Ausflug zum Biergarten auf der Spandauer Spitze. Kaum haben sie sich hingesetzt, wirkt Agnes plötzlich erschrocken und verlässt den Biergarten und ihre Freundinnen. Sie kehrt nie wieder zurück.
Nun soll auch Charlotte verschwunden sein und mit ihr ein Amulett, welches sie angeblich gestohlen hat. Felix und sie haben diesen neuen Auftrag von einem Herren aus der oberen Schicht erhalten. Sie sollen die Diebin überführen. Mathilde kann es nicht fassen und erhält kurze Zeit später eine Nachricht von Antonia, der dritten Freundin. Als Mathilde Antonia aufsucht, findet sie diese tot vor. Kurz darauf wird sie von der Polizei überrascht und wird zur Hauptverdächtigen. Obwohl sie ihre Unschuld beteuert, wird sie nach Moabit überstellt - wo einst auch Felix Blom inhaftiert war.
Felix versucht alles, um ihre Unschuld zu beweisen und verbündet sich sogar mit seinem Erzfeind Bruno Harting. Obwohl er und Felix Feinde sind, glaubt auch er nicht an Mathildes Schuld. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Mathilde droht die Todesstrafe.

Es ist sehr spannend zu verfolgen, wie Felix und Bruno alles versuchen, um Mathilde zu retten. Es dauert relativ lange, bis sie einen Hinweis entdecken, der schließlich zur Auflösung des Falles führt. Bis dahin fiebert man mit den beiden Männern mit, denn es wird immer offensichtlicher, dass jemand Mathilde eine Falle gestellt hat. Doch wer und warum?

Erschreckend fand ich, wie schnell man unschuldig ins Visier der Bürokratie gerät und es kaum gelingt seine Unschuld zu beweisen. Im 19. Jahrhundert war dies noch ohne Fingerabdrücke, DNA und anderen elektronischen Hilfsmitteln kaum möglich.

Alex Beer hat wieder ein wunderbares Sittengemälde der damaligen Zeit und der Stadt Berlin gezeichnet. Die Atmosphäre ist wie immer eindrucksvoll und sehr stimmig eingefangen. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir schon immer sehr gut. Er ist fesselnd, detailliert und sehr bildhaft.

Wie schon bei den beiden Vorgängern hat die Autorin eine historische Quelle für ihren Krimi inspiriert. Diesmal war es jedoch kein Zeitungsausschnitt, sondern eine eindrucksvolle Illustration aus der Illustrierten Zeitung von 1870. Was es damit auf sich hat, erfährt man beim Lesen =).

Fazit:
Auch der dritte Felix Blom konnte mich wieder überzeugen und hat mir viel Spaß gemacht - spannend und atmosphärisch!

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Spannender historischer Roman um Wohnungsnot

Das Haus in Charlottenburg
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Nach längerer Zeit habe ich wieder zu einem historischen Roman gegriffen. Von Beate Sauer habe ich bereits "Die Fernsehschwestern - Wunder gibt es immer wieder" gelesen.
Diesmal sind wir aber etwas früher ...

Nach längerer Zeit habe ich wieder zu einem historischen Roman gegriffen. Von Beate Sauer habe ich bereits "Die Fernsehschwestern - Wunder gibt es immer wieder" gelesen.
Diesmal sind wir aber etwas früher in der Zeit und zwar im Deutschen Kaiserreich um 1890. Die sozialen Gegensätze in Berlin sind eklatant und mit den neuen Mietskasernen, die mehr und mehr gebaut werden, erhalten die Menschen noch unmenschlichere Lebensbedingungen. Spekulanten und Immobilienhaie verdienen sich eine goldene Nase, während die Armen kaum über die Runden kommen.

Elise ist Schneiderin und lebt mit ihrer Mutter, Bruder Willi und der kleinen Schwester Marie in ärmlichen Verhältnissen. Sie ist sehr talentiert und träumt von einem eigenen Modeatelier, doch ihre herrische Chefin hält sie bewusst klein. Als sie den Architekten Johann und dessen Freund Louis kennenlernt, der als Arzt in der Charité arbeitet, scheint sich ihr Leben positiv zu ändern. Johann hat nämlich weitreichende Pläne: Er möchte Genossenschaftswohnungen bauen, um auch den Ärmeren einen Platz zu bieten, der sie nicht krank macht und auch bezahlbar ist. Natürlich treffen seine Pläne auf Gegenwind und man versucht Johann immer wieder Steine in den Weg zu legen. Ganz besonders schlimm ist Leonora von Rienäcker, die Mutter von Louis, die anonym ihre Handlanger benutzt, um so billig wie möglich zu bauen. Sie hat einige Mietskasernen in Bau, die ihr noch mehr Geld einbringen werden, aber in denen die Menschen in unwürdigen Verhältnissen leben müssen.

Obwohl ich viel historische Romane gelesen habe, erfährt man auch hier wieder neue Dinge, die sich hier vor allem um den Wohnungsmangel und die Ausbeutung der Menschen drehen.
Beate Sauer hat sich dem Thema sehr genau angenommen und hat reale Ereignisse mit fiktiven Personen verknüpft. Alle Figuren, bis hin zu den letzten Nebencharakteren, sind sehr lebendig und facettenreich gezeichnet.
Wie schon im ersten Band der Autorin um die Fernsehschwestern, liebt auch Elise die Arbeit mit Nadel und Faden und zaubert kunstvolle Stickereien auf den Kleidern, die sie näht. Sie weiß genau, was sie möchte und versucht ihren Traum zu erfüllen. Johann ist ebenso erfüllt von seiner Liebe zur Architektur, doch beide bekommen immer wieder Gegenwind zu spüren. Vor allem Leonora hat dabei wiederholt ihre Finger im Spiel.
Beate Sauer erzählt eindringlich und bildhaft. Der Schreibstil passt sich der damaligen Zeit an und erschafft Bilder im Kopf. Mit einigen erwarteten und vielen unerwarteten Wendungen wurde die Spannung aufrecht erhalten.
Im Nachwort geht die Autorin noch mehr auf die damalige Wohnungsnot und auf reale Figuren dieser Zeit ein.

Fazit:
Ein spannender historischer Roman, der die Wohnungsnot Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin schildert. Eindringlich und bildhaft erzählt. Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Spannender Abschluss

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
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Der dritte und letzte Band der Reihe um die schwedische Ermittlerin Maya Topelius hat mir wieder sehr gut gefallen, nachdem ich den zweiten Band etwas schwächer fand.
Nach dem frostigen Winter in Nordschweden ...

Der dritte und letzte Band der Reihe um die schwedische Ermittlerin Maya Topelius hat mir wieder sehr gut gefallen, nachdem ich den zweiten Band etwas schwächer fand.
Nach dem frostigen Winter in Nordschweden und dem Mittsommerfest auf einer der vielen schwedischen Schäreninseln, sind wir diesmal im Herbst auf Öland. Maya hat sich ein paar freie Tage genommen, um ihre Eltern zu besuchen. Sie möchte ihnen ihren Freund Christoffer vorstellen, der noch am Wochenende anreisen soll. Außerdem will Maya endlich wieder mit ihrer Freundin Clara plaudern, die neben Emily und Sanna zum Freundinnen-Kleeblatt gehört. In einem letzten Telefonat hat Clara Maya erzählt, dass sie die lang verschollene Schulkameradin Ingrid gesehen hat. Maya kann das nicht glauben und will mehr darüber wissen.
Sehr lange währt die Ruhe nicht, denn Johann, ein Sonderling und Einzelgänger, findet in der Schlossruine von Borgholm eine Leiche. Das Opfer, eine Journalistin, wurde professionell hingerichtet und das Muster der Hinrichtung ist ident mit einem weiteren Toten. Maya und ihr Stockholmer Kollege Pär sollen die Ermittlungen in Kalmar übernehmen, was manchen ansässigen Polizisten nicht wirklich schmeckt. Die Spuren führen zu einem rechtsradikalen Netzwerk.....

Standen neben Maya in den letzten beiden Bänden Sanne und Emily im Mittelpunkt, ist es diesmal Clara, die dritte Freundin des Kleeblattes. Sie macht sich Sorgen um ihren Sohn, der sich sehr verändert hat. Seit er einen neuen Sporttrainer hat, zieht er sich zurück und zeigt sich Clara gegenüber feindselig.
Geschickt verbindet Sandra Åslund den aktuellen Mordfall um die Journalistin mit der Handlung rund um das Verschwinden der Klassenkameradin von Clara und Maya vor achtzehn Jahren. Dadurch werden die Ermittlungen für Maya diesmal sehr persönlich. Bis sie bemerkt, dass der Mord an der Journalistin und ihre Nachforschungen zu Ingrid zusammenhängen, ist es fast zu spät.

Der Schreibstil der deutschen Autorin, die in Schweden lebt, ist sehr fesselnd. Wechselnde Perspektiven und Einblicke in die Vergangenheit halten den Spannungsbogen aufrecht.
Schon im ersten Band war ich begeistert vom bildhaften Erzählstil der Autorin, der mich an die Seiten gefesselt hat. Nachdem ich den zweiten Band etwas schwächer empfand, konnte mich "Dann ruhest auch du" wieder überzeugen und ich habe den Krimi in einem Rutsch durchgelesen.
Neben den privaten Einblicken, die sich perfekt mit den Ermittlungen ergänzen, beschreibt Sandra Åslund ein brisantes und sensibles Thema mit viel Feingefühl. Sie zeigt die Gefahr auf, wie rechtsextreme Gruppierungen Kindern gegenüber vorgehen und sie beeinflussen. Das hat mir beim Lesen oftmals Gänsehaut bereitet.
Alle Figuren sind sehr lebendig und authentisch gezeichnet. Sie haben Ecken und Kanten. Das schwedische Setting habe ich ebenfalls wieder sehr genossen.

Fazit:
Für mich ist der dritte Band ein toller Abschluss der Trilogie, der mir spannende Lesestunden beschert hat. Schade, dass es keine weiteren Bände geben wird.

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