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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2025

Ein Blick in den Abgrund – und dann ist es auch schon vorbei

Satan's Affair
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“Satan’s Affair” von H.D. Carlton ist ein düsteres Prequel zur „Haunting Adeline“-Reihe, das mit seiner bizarren Mischung aus Horror, psychologischer Abgründigkeit und expliziten Inhalten aus dem typischen ...

“Satan’s Affair” von H.D. Carlton ist ein düsteres Prequel zur „Haunting Adeline“-Reihe, das mit seiner bizarren Mischung aus Horror, psychologischer Abgründigkeit und expliziten Inhalten aus dem typischen Dark-Romance-Schema heraussticht. Im Zentrum der Geschichte steht Sibby – eine psychisch labile Mörderin mit multiplen Persönlichkeiten, deren Innenleben und blutiger Rachefeldzug dem Leser auf schonungslos direkte Weise nahegebracht werden. Die Triggerwarnung am Anfang sollte keineswegs ignoriert werden, denn die Autorin greift tief in die Horrorkiste und spart nicht an verstörenden, aber auch faszinierend inszenierten Szenen.
Besonders gelungen ist der Blick in Sibby’s verstörte Psyche, die zwischen kindlicher Naivität, eiskalter Brutalität und einer gewissen Art von Humor hin- und herschwankt. Dieser Charakter hätte jedoch deutlich mehr Raum verdient – die 200 Seiten sind einfach zu wenig, um ihr wirklich gerecht zu werden. Das Buch kratzt häufig nur an der Oberfläche und lässt viele spannende Ansätze und Hintergründe unausgeschöpft. Gerade das offene Ende wirkt zwar stilistisch passend, doch es bleibt das Gefühl, dass hier Potenzial verschenkt wurde.
Ein Highlight ist die kurze Begegnung mit Zade – eine Figur, die sofort neugierig macht und Lust auf mehr erzeugt. Für Leser, die „Haunting Adeline“ noch vor sich haben, ist das ein cleverer kleiner Teaser, der Zades Rolle bereits vielversprechend einführt.
Trotz all der interessanten Elemente hinterlässt „Satan’s Affair“ ein eher unbefriedigtes Gefühl. Die Kombination aus Horror und Sexualität funktioniert zwar atmosphärisch sehr gut und hebt das Buch von anderen Genrevertretern ab, doch der hohe Preis von 18 € für ein relativ kurzes Lesevergnügen ist kritisch zu sehen.
Lobenswert ist jedoch die hochwertige äußere Gestaltung: Das Cover und insbesondere der Farbschnitt sind optisch sehr ansprechend und machen das Buch zu einem echten Hingucker im Regal.
Insgesamt ist „Satan’s Affair“ ein interessantes, aber inhaltlich zu kurz geratenes Werk, das mehr Tiefe und Ausarbeitung verdient hätte – besonders angesichts der spannenden Hauptfigur. Für Fans des Genres und der Autorin dennoch ein lohnenswerter Einstieg in die düstere Welt rund um Sibby und Zade.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Triggerwarnung: Gewalt, sexueller Missbrauch, Geburtstrauma.

The Book Eaters
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Dieses Buch beeindruckt zunächst durch seine visuelle Gestaltung – ein echter Blickfang. Doch auch inhaltlich ist es kompromisslos: Es entwirft eine düstere Zukunft, in der Mutterschaft, Identität und ...

Dieses Buch beeindruckt zunächst durch seine visuelle Gestaltung – ein echter Blickfang. Doch auch inhaltlich ist es kompromisslos: Es entwirft eine düstere Zukunft, in der Mutterschaft, Identität und Kontrolle verstörend und vielschichtig verhandelt werden. Besonders die Darstellung von Mutterschaft als ambivalentes, psychisch belastendes Thema sticht heraus – fernab romantisierender Narrative.
Thematisch punktet das Werk mit Gesellschaftskritik, erschreckend aktuellen Reflexionen über Medien und Information sowie einer ungeschönten Darstellung weiblicher Erfahrungen.
Dennoch wirkt die Handlung nicht durchgängig stimmig; stilistische Brüche und eine teils holprige Übersetzung nehmen der Geschichte an manchen Stellen die emotionale Wucht.
Fazit:
Ein kraftvolles, unbequemes Buch, das viel richtig macht – aber auch fordert. Es schmerzt, es rüttelt auf, es bleibt im Kopf. Und trotzdem: Ich konnte nie ganz darin versinken. Zu viel Distanz an manchen Stellen, zu viele Stolpersteine in der Sprache. Trotzdem absolut lesenswert – wenn man bereit ist, sich emotional auf etwas sehr Dunkles einzulassen.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Weniger Spannung, mehr Vorbereitung auf den Sturm

Very Bad Bastards
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Nach zwei unfassbar starken Vorgängern hatte ich hohe Erwartungen an „Very Bad Bastards“ – und genau darin liegt wohl auch das kleine Problem dieses Bandes.

Der Einstieg gestaltet sich zunächst etwas ...

Nach zwei unfassbar starken Vorgängern hatte ich hohe Erwartungen an „Very Bad Bastards“ – und genau darin liegt wohl auch das kleine Problem dieses Bandes.

Der Einstieg gestaltet sich zunächst etwas zäh. Die Kings sind mit Mable im „Alltag“ angekommen, was der Geschichte zwar eine neue Dynamik verleiht, gleichzeitig aber einiges an Spannung nimmt. Immer wieder wird erwähnt, dass Jaxon sich distanziert, doch diese Andeutungen reichen nicht aus, um durchgehend ein spürbares Knistern aufrechtzuerhalten.

Was für mich jedoch klar heraussticht, ist Jaxons zynische Art. Seine kühle, bissige Haltung bringt genau die Spannung und Abwechslung hinein, die im Kontrast zur teils überfürsorglichen Art der anderen Kings dringend nötig ist. Während die Jungs sich zunehmend um Mable scharen wie Schoßhündchen – was sie leider etwas an Reiz verlieren lässt – bleibt Jaxon interessant. Er wirkt, als verliere er trotz seiner Besessenheit für Mable seine eigenen Ziele nicht aus den Augen. Das macht ihn greifbarer, gefährlicher und schlicht faszinierender. Auch die Einblicke in seine Herkunft verleihen seinem Charakter mehr Tiefe.

Weniger überzeugen konnte mich hingegen die Entwicklung rund um Vance. Dass Mable nun auch noch ihn „haben will“, wirkte auf mich unnötig. Gedankenspiele hätten hier vollkommen gereicht und vielleicht sogar mehr Spannung erzeugt. So hinterlässt die Affäre einen faden Beigeschmack – bei Mable, weil ihr scheinbar fünf Kings nicht genügen, und bei Vance, weil er trotz fester Freundin diesen Schritt geht. Diese Dynamik schwächt für mich die emotionale Intensität statt sie zu steigern.

Insgesamt empfand ich diesen Band – gerade im Vergleich zu den zwei wirklich unfassbar guten vorherigen Teilen – als etwas enttäuschender. Doch das ist nicht zwingend etwas Negatives. Nicht jedes Buch einer Reihe kann dauerhaft dieselbe Intensität halten, besonders wenn es die Weichen für kommende Entwicklungen stellt.

Und genau deshalb starte ich dennoch gespannt in den nächsten Teil der Reihe – in der Hoffnung, dass sich die unterschwelligen Spannungen endlich voll entfalten.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Einschlafbegleitung statt Pageturner

Das Paket
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Sebastian Fitzeks „Das Paket“ war für mich weniger ein nervenaufreibender Thriller als vielmehr eine Einschlafbegleitung. Trotz der grundsätzlich verwirrenden Handlung kam für mich über weite Strecken ...

Sebastian Fitzeks „Das Paket“ war für mich weniger ein nervenaufreibender Thriller als vielmehr eine Einschlafbegleitung. Trotz der grundsätzlich verwirrenden Handlung kam für mich über weite Strecken kein wirklicher Spannungsbogen auf. Erst gegen Ende des Hauptteils, in den Gesprächen zwischen Emma und Konrad, wurde es endlich richtig interessant – hier näherte man sich Schritt für Schritt der Lösung, was ich als den stärksten Teil des Buches empfunden habe.

Emmas psychischen Ausnahmezustand und ihre Hilflosigkeit waren hingegen sehr eindringlich dargestellt. Zu erleben, wie ihr niemand glaubt – nicht einmal die Menschen, die ihr am nächsten stehen – geht unter die Haut und spiegelt auf erschreckend realistische Weise die Erfahrungen vieler Vergewaltigungsopfer wider. Besonders die Darstellung ihrer PTBS, ihrer Trigger und der völligen Machtlosigkeit während eines Anfalls empfand ich als sehr authentisch und gut vorstellbar. In diesen Momenten zeigt Fitzek eindeutig seine Stärke.

Mit dem Schreibstil konnte ich mich allerdings nicht anfreunden, vor allem, weil die Geschichte in der dritten Person erzählt wird. Zudem war die Affäre von Philipp mit Emmas bester Freundin früh vorhersehbar und bot kaum Überraschungsmoment. Generell störte mich der immer gleiche Aufbau: Nahezu jede Figur kommt als Täter infrage, nur um kurze Zeit später wieder entkräftet zu werden. Dieses ständige Verdächtigen und Relativieren nimmt dem Buch für mich den Reiz und wirkt zunehmend ermüdend.

Insgesamt fehlt es dem Roman an Originalität. Inhaltlich ist „Das Paket“ kaum von Fitzeks anderen Büchern zu unterscheiden – im Grunde ändern sich nur Zeit, Ort und die Protagonisten, während Struktur und Dramaturgie gleich bleiben. Trotz der Verwirrung in der Handlung entsteht dadurch keine echte Spannung.

Positiv hervorzuheben ist jedoch das Ende des Buches, an dem Fitzek etwas sehr Persönliches von sich preisgibt. Dieser Einblick in den Autor selbst war ein schöner und unerwarteter Abschluss.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Zwischen Machtfantasie und Unglaubwürdigkeit

Very Bad Elite
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„Very Bad Elite“ konnte für mich leider nicht an die Stärke des ersten Bandes anknüpfen. Besonders die Protagonistin hat im Laufe der Geschichte stark an Sympathie verloren. Ihre zunehmend weinerliche ...

„Very Bad Elite“ konnte für mich leider nicht an die Stärke des ersten Bandes anknüpfen. Besonders die Protagonistin hat im Laufe der Geschichte stark an Sympathie verloren. Ihre zunehmend weinerliche Art gegenüber den Kings, ihr ständiges Gejammer und die beinahe erzwungene emotionale Abhängigkeit, die zwischen ihnen konstruiert wird, wirken nicht nur ermüdend, sondern auch unrealistisch. Statt prickelnder Spannung verliert das Buch dadurch deutlich an sexueller Attraktivität – irgendwann nervt es einfach nur noch.

Was mir ebenfalls negativ aufgefallen ist: Die Protagonistin gibt der gesamten Schule die Schuld an ihrer Situation, reflektiert aber ihr eigenes Verhalten kaum. Vor allem im Hinblick auf den Verrat an ihrer Freundin Harper ist sie moralisch kein Stück besser als die Menschen, die sie verurteilt. Diese fehlende Selbstkritik macht ihre Entwicklung wenig glaubwürdig.

Das Ende hat mich letztlich eher unbefriedigt zurückgelassen. Die Bombe als dramatischer Höhepunkt wirkt überzogen und schlicht unrealistisch. Zwar taucht am Schluss eine Figur auf, die Potenzial für einen interessanten Charakter hätte, doch insgesamt bleibt ein ernüchternder Eindruck zurück. Auch Vances und Harpers Rollen sind mir weiterhin schleierhaft und werden nicht überzeugend ausgearbeitet.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir eine extrem raue und brutale Szene, die zwar schockiert, deren Folgen jedoch sofort relativiert werden – danach ist plötzlich wieder alles „gut“. Das empfinde ich als verharmlosend und wenig verantwortungsvoll, weshalb man das Buch definitiv mit Vorsicht genießen sollte.

Ich hoffe sehr, dass der dritte Teil wieder an die Qualität des ersten anknüpfen kann, denn „Very Bad Elite“ bleibt für mich trotz einzelner Ansätze eine enttäuschende Fortsetzung.

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