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Veröffentlicht am 09.02.2024

Spannend, unterhaltsam und witzig!

Thieves’ Gambit
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Thieves' Gambit von Kayvion Lewis - Auftakt einer neuen, spannenden Jugendbuch-Reihe

Der Schreibstil ist super flüssig und angenehm, so dass man das Buch in kurzer Zeit lesen kann.

Die Charaktere sind ...

Thieves' Gambit von Kayvion Lewis - Auftakt einer neuen, spannenden Jugendbuch-Reihe

Der Schreibstil ist super flüssig und angenehm, so dass man das Buch in kurzer Zeit lesen kann.

Die Charaktere sind sehr vielfältig und divers, mal sympathisch, mal nervtötend ätzend, was eine ordentliche Portion Spannung in die Geschichte bringt.

Kayvion Lewis sorgt mit den vielen unterschiedlichen Settings und der detailreichen Erzählung der Diebes-Runden für buntes und schillerndes Kopfkino. Wer sich bei 'Tribute von Panem' und 'Oceans Eleven', etc. gut entertaint fühlte, findet hier eine unterhaltsame Geschichte.

Einzig der für mich etwas vorhersehbare Plot Twist hat das Buch für mich zu einem 4,5* Buch gemacht.

Wer allerdings bereits im ersten Band nach dem angepriesenen Romance Trope enemies-to-lovers sucht, muss sich leider wohl auf die nächsten Bände freuen, denn in Band 1 war davon wenig zu spüren.

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Veröffentlicht am 22.01.2024

Bewegende Geschichte über das Leben - und den Tod

Leuchtfeuer
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Leuchtfeuer von Dani Shapiro ist eine bewegende Erzählung über das Leben und den damit unweigerlich verbundenen Tod.

Ich muss gestehen, zu Beginn der Geschichte bin ich nicht mit den Protagonisten warm ...

Leuchtfeuer von Dani Shapiro ist eine bewegende Erzählung über das Leben und den damit unweigerlich verbundenen Tod.

Ich muss gestehen, zu Beginn der Geschichte bin ich nicht mit den Protagonisten warm geworden, da ich ihre Persönlichkeiten allesamt als unnahbar empfunden habe. Doch im Laufe der Erzählung, die aus verschiedenen Blickwinkeln der Charaktere und in verschiedenen Zeitebenen spielt, konnte ich nachempfinden, warum sie so sind, wie sie sind.
Die Entwicklungen der Persönlichkeiten, ihre Leben, mit ihren Erfahrungen und Geheimnissen, sind zum Ende der Geschichte auf so wundersame und schön-traurige Weise schlüssig und miteinander verknüpft.

Gerade die Erzählweise, die Struktur dieses Buches trägt nachhaltig dazu bei, dass man das "Wachstum" der Protagonisten in ihrem jeweiligen Leben nachvollziehen kann.

Vielen Dank für dieses tolle Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 11.07.2023

Eine atemberaubende Reise in die Schatten der Stadt

City of Dreams
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Als großer Fan von Don Winslows früheren Werken war ich begeistert, als ich sein neuestes Buch "City of Dreams" in die Hände bekam. Und ich wurde nicht enttäuscht! Mit diesem Roman entführt uns Winslow ...

Als großer Fan von Don Winslows früheren Werken war ich begeistert, als ich sein neuestes Buch "City of Dreams" in die Hände bekam. Und ich wurde nicht enttäuscht! Mit diesem Roman entführt uns Winslow erneut in die faszinierende und gefährliche Welt der Verbrechen und des organisierten Verbrechens.

"City of Dreams" ist ein fesselnder Thriller, der in der pulsierenden Metropole New York City spielt. Winslow zeichnet ein Bild der Stadt, das sowohl atemberaubend als auch düster ist. Die Geschichte folgt den Schicksalen mehrerer Figuren, deren Wege sich auf spannende und unvorhersehbare Weise kreuzen. Von korrupten Polizisten über skrupellose Gangster bis hin zu ehrlichen Cops, die gegen das System kämpfen - jede Figur ist liebevoll ausgearbeitet und entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter.

Was "City of Dreams" so bemerkenswert macht, ist Winslows Fähigkeit, die Komplexität und die Grauzonen des menschlichen Verhaltens darzustellen. Er zeigt, dass selbst die "Bösen" ihre eigenen Motive und Überzeugungen haben können, während die "Guten" manchmal fragwürdige Entscheidungen treffen müssen, um das Richtige zu tun. Die Charaktere sind vielschichtig und realistisch, und man kann sich mit ihnen identifizieren, selbst wenn ihre Handlungen manchmal schockierend sind.

Die Handlung von "City of Dreams" ist mitreißend und packend. Winslow gelingt es meisterhaft, die Spannung von Anfang bis Ende aufrechtzuerhalten. Es gibt zahlreiche unerwartete Wendungen und Wendepunkte, die den Leser in Atem halten und das Buch schwer aus der Hand legen lassen. Die Beschreibungen der Umgebung sind so lebendig, dass man das Gefühl hat, selbst durch die Straßen von New York City zu wandeln.

Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt dieses Buches ist Winslows intensive Recherche. Es ist offensichtlich, dass er sich gründlich mit den Themen und den Hintergründen seiner Geschichte auseinandergesetzt hat. Die Darstellung der organisierten Kriminalität und der Polizeiarbeit ist überzeugend und detailreich, was dem Roman eine zusätzliche Glaubwürdigkeit verleiht.

Insgesamt ist "City of Dreams" ein meisterhaft geschriebener Thriller, der alles bietet, was man von einem Buch dieses Genres erwartet - Spannung, Action, komplexe Charaktere und eine faszinierende Handlung. Don Winslow hat es erneut geschafft, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der ein Faible für packende Krimis hat und in die dunklen Abgründe der menschlichen Natur eintauchen möchte.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Hotel zwischen Traum und Abgrund

Das White Octopus Hotel
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Das White Octopus Hotel von Alexandra Bel hat mich doch wirklich überrascht. Ich bin ohne große Erwartungen gestartet und war schnell mitten in dieser besonderen Atmosphäre. Die Geschichte beginnt fast ...

Das White Octopus Hotel von Alexandra Bel hat mich doch wirklich überrascht. Ich bin ohne große Erwartungen gestartet und war schnell mitten in dieser besonderen Atmosphäre. Die Geschichte beginnt fast zart und persönlich, dann öffnet sie sich Schritt für Schritt in eine viel größere, dunklere Richtung, als von mir erwartet.

Die Hauptfigur wirkt am Anfang verletzlich und suchend. Ihre inneren Bilder und Gedanken haben mich gefesselt, auch wenn ich an manchen Stellen bewusst langsamer gelesen habe. Es ist kein leichtes Buch (!), weil es sich intensiv mit menschlichen Abgründen und historischen Grausamkeiten beschäftigt. Einige Szenen haben mich wirklich beschäftigt und nicht sofort losgelassen.

Was ich sehr gelungen fand, ist die Verbindung zwischen persönlicher Geschichte und realen historischen Ereignissen. Der Übergang fühlt sich mutig an und ist nicht immer bequem. Genau das aber macht die Geschichte so stark. Trotzdem hätte ich mir stellenweise doch etwas mehr Fokus gewünscht, da die Fülle an Themen fast überwältigend sein kann.

Für mich sind es gute vier Sterne. Kein cosy Wohlfühlroman, aber ein Buch, das nachhallt und im Kopf bleibt. Wer Literatur mag, die fordert und auch wehtut, sollte hier zugreifen.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Herzzerreißend schön und kaum zu ertragen

The Poet Empress
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The Poet Empress von Shen Tao hat mich nicht erst am Ende getroffen. Es hat mich von der ersten Seite an zerrieben. Ich dachte, ich wüsste, worauf ich mich einlasse. Dunkle Hofintrigen, ein grausamer Prinz, ...

The Poet Empress von Shen Tao hat mich nicht erst am Ende getroffen. Es hat mich von der ersten Seite an zerrieben. Ich dachte, ich wüsste, worauf ich mich einlasse. Dunkle Hofintrigen, ein grausamer Prinz, ein armes Mädchen, das überleben will. Ich lag absolut falsch.

Yin Wei wächst in einem Dorf auf, das kaum genug zum Leben hat. Sie meldet sich für die Auswahl zur Konkubine des Kronprinzen Guan Terren, ein Mann, der für seine Brutalität bekannt ist. Und was danach folgt, ist schwer auszuhalten. Die Gewalt ist direkt, roh, ohne Beschönigung. Er quält sie, immer wieder.

Das hier ist keine Romantasy, keine Liebesgeschichte! Zwischen Wei und Terren gibt es keine romantische Spannung, keine Sehnsucht, keine körperliche Anziehung. Es geht um Macht, Trauma, Schuld und darum, was aus Menschen wird, wenn man sie immer wieder bricht.

Wei ist eine starke Hauptfigur. Nicht, weil sie kämpft wie eine Kriegerin, sondern weil sie lernt. Sie kann anfangs nicht lesen, weil Mädchen es nicht dürfen. Sie begreift, wie der Hof funktioniert. Sie hört auf, nur zu ertragen, sie handelt und plant. Ihr Wandel ist konsequent und glaubwürdig.

Und Terren? Er ist ein Monster. Er foltert, tötet und verstümmelt. Das Buch macht daraus kein Spiel, trotzdem zeigt Shen Tao, dass er nicht als Tyrann geboren wurde. Seine Vergangenheit ist absolut verheerend und grausam traumatisch. Ich habe mich dabei ertappt, wie ich ihn verabscheue und gleichzeitig Mitleid empfinde. Das macht die Geschichte so unangenehm intensiv.

Die Welt wirkt durchdacht. Politische Intrigen, Machtspiele und ein Magiesystem, das eng mit Herrschaft verknüpft ist. Alles greift ineinander. Viele Figuren handeln aus Eigeninteresse, denn jeder kämpft ums Überleben. Das erzeugt eine dichte, oft bedrückende Atmosphäre.

Was mich besonders getroffen hat, war die Sprache. Sie ist bildgewaltig, poetisch, fast schon überwältigend, wunderschön, aber auch fordernd und anstrengend. Das ist kein Buch, das man mal eben nebenbei liest. Man muss sich Zeit nehmen. Manche Szenen wollte ich weglegen, weil sie mir innerlich wehgetan haben.

Das Ende hat mich emotional komplett erwischt. Ich war wütend, traurig und leer, und genau deshalb gebe ich "nur" vier Sterne. Objektiv betrachtet ist dieses Buch meisterhaft geschrieben, aber subjektiv hat es mich so sehr verletzt, dass ich es nicht einfach nur genießen konnte.

The Poet Empress ist großartig, aber es ist schwere Kost. Wer sich darauf einlässt, sollte wissen, dass dieses Buch Spuren hinterlässt.

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